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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 43 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
43 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Herausgegeben von v>. M. fU%«ut in Magdeburg. Zur Unterhaltung und Belehrung für die israelitische Familie. Dar „Jüdische UnmUteu-Vlutt" erscheint wöckxntlich als »ratio-DeUugr zur „LorurMtschrn MochrufchvM". Lrdrrunbefugte Pachdrmck» au» diesem Platte ist untersagt. — Die Einzelnummer kostet 10 Pf», der der Exvrdition. Don Pedro «nd sei» jüdischer Minist,rr. Histerischr frji|lai| cai km 14. Iitzchunterl. Von Ld. v. ZemlioSztv. (Nachdruck »erboten. Uebersetzungsrecht Vorbehalten.) - »Wer rief um Hilfe?" ließ sich plötzlich eine jagen ilich« wohltönend« Stimme vernehmen, und den Kio»k betrat eine jugendlich« Männergestalt. Sin einziger Blick genügte dem Jüngling, um fick» zu orieutiren und ohne weiteres zog er seinen Degen und trang auf den Prinzen ein. ^»Bertheidige Dich, BubeI" rief er, »der wehrlose Flauen bedroht." Don Heinrich war einen Schritt zurückgetreten. »Fort von hier!" rief er zähneknirschend, »fort von diesem Orte, sonst ist Dein Leben verwirkt. Du streckf die Waffe aus nach Deines König» Bruder." »De» Königs Bruder mögt Ihr sein, doch nimmeimehr rin Edelmann. Noch schlechter seid Ihr, al» der schlechteste der Unterthanen, und feige Niedertracht ist e», dkd Ihr bex eht." Rasend vor Zorn zog jetzt der Prinz seinen Degen und drang auf den Unbekannten eia. Doch nur kurze Zeit dauerte der Kampf. Der Fremd« war dem Prinzen weitan» übri legen »nd gar bald flog auch Don Heinrich» Degen wett fort zur Erde. Der Fremd« hatte ihm die Hand durchbohrt. „Wer bist Du Elender?" rief Don Heinrich vor Schmerz und Ingrimm, seiner Sinne nicht mehr mächtig. „Dir nenn' ich meinen Namen niemals. Zu edel ist er und zu rein, al» daß er vor Dir ausgesprochen werde. Und jetzt oerlasiet diesen Ort, ich bleib' zum Schutze dieser Donna hier zurück." Ein Blick de« tüdtlichsten Haffe» drang au» de» Punzen Lugen auf die Beiden. >,E» giebt eine Vergeltung", rief er, »Hhr Beide seid meiner Rache verfalltu, ich schwör' eS keuch", und hastig verließ er den Kiosk. „SBit soll' ich Euch danken für Eure Hilfe" sagte Judith zu dem Fremden, der fie durch den Garten dem Hause >u gekettete. „O l kommt zu meinem Later, auch er wird Euch dank«." .^Bedarf e» deffeu? Bin ich nicht reichlich schon belohnt, daß ich vor roher Beleidigung Euch schützen durste? Doch sagt: 3n wessen Hause bin ich, denn ich muß e« Euch gesteh'», ich weiß es nicht, wohin ich mich verirrte." „Don Samuel Allavi ist mein Later." „Wie Don Pedro'» Miuister? Rur Sötte« Ftgung brachte mich hierher. Au». fernen Landen, gar lange schon - . ' auf der Reise, kam ich erst heute in Sevilla an. Mein erster , Wegsffollte «ichI« diese» HauSAier führ«, mir Eure» Later» * ' Gunst zu erbitten. Gedankenversunken acht' ich nicht de» , Wege», bi» plötzlich mich ei» Hilferuf aufscheucht au» r reinen. ff. Gedanken. Ich halte an. Hab« meine Sinue «ich betrog«? ££ De wiederholt der Ruf um Hilst fich. Schnell entschloff«. überklettre ich eine vor mir stehende auS Strauchwerk aller Art gebildete Hecke, und ohne zu bedenken, daß ich in fremdeS Eigentum eingedrung« sei, eil' ich der Richtung zu, von wo ich rufen hörte, und fand Euch bald darauf." „Und wer seid Ihr? Mt welchem Naoien soll ich meinen Retter nenn«, ihn einzuschließen in mein Gebet? — Doch hier kommt mein Bater!" Und mit einem schluchzend« Aufschrei warf fie fich an Don Samuel» Brust. „Um Sott, war ist gescheh'n, mein Kind" rief dieser besorgt, „was soll die» Weinen and wer ist der Fremde der neben Dir zur Seite stand?" Mit hasttgen Worten erzählte nun Judith den Borgang im KioSk und die roh« Handlungsweise de» Prinzen, sowie ihre Befreiung durch den stemden jungen Mann. „Zuviel der Schmach, zu viel", rief Don Samuel erzürnt, „nicht heilig ist ihm mehr der Friede meine» Hause», dem Raubthier' gleich überfällt er wehrlose Frauen. Geduld Don Drastamare, gar bald soll all' dein frevles Treiben beendet fein." „Wem Hab' ich Dank zu sagen für dies« großen Dienst", wendete er sich an den Fremden, ihm seine Hand entgegenstreckend. „Ein heimatloser Flüchtling bin ich", entgegnete der An» gesprochme, Hab' auf der ganzen großen Erlx nicht einmal den allerkleinsten Winkel, der mein wäre, wohin ich mein Haupt zur Ruh' legen könnte." „Und Euer Name?" „verscholl«, wie die That« meiner Ahnen, die einst fich stolzen Ansehn'« rühmt«. Ich bin ein Zweig von edlem Stamme, dessen Wurzeln wett hinaus fich streckten, gar weit hinau» und die allmählich verdorrt« und verkam«. Ich bin der letzte diese» groß« Stammes und jetzt — nur der vergangen» heit traurige Eriunerung. Ich kam zu Euch, Don Samuel, um eine Heimat hier zu find«, die mir «ein Vaterland versagt. Daß Ihr in mir nicht etnin Abenteurer seht, bring' ich Lnipsehlung« mit an Euch." „Nicht derer bedarf«. Seh' ich in Euer Antlitz nur, so find' ich Wahrheit dort, nicht Lüge. Ihr seid mein Gast, dm ich gar hoch ehreu will. Tretet nun in die» mein Hau»." 6. Don Juan de Albuquerque. An dem andern, dieser ereiant«vollen Nacht folgenden Tage saß Don Samuel mit seinem Gaste und den beiden Mädchen in einer geräumigen schattig« Laube de» Garten». Erst kurz vorher war der Minister vom Könige zurück- Sekehrt, welchem er d« Borfall der gestrig« Nacht berichtet atte, und diese Vorficht war» wie e» fich gar bald zeigte» voa großer Notwmdigkeit gewes«. Der König war in äußerst gnädiger Laune, und al» Do« Samuel tum der Verwundung de» Prinz« mit^ heilte, brach er in ein schadmstohe» Gelächter au». „Btt gönne ich r» ihm", rief er ftöhlich, „solch' derbe Lektion ist für mriu« Bruder, wa» eiu Guß kalt« Wasser»

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