Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 41 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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«affe, gar leicht tonn man diese Sache, in jedem Hanse bergen und fnant’l taju, find «lle bann gerüstet mb stehen «amchast an de» «uig» Seite, zu streiten für nnser und de» «»mg» Recht nnd Freiheit." „So soll «» sein. Schon Morgen send' ich Loten an» überallhin und keine Überraschung ist dam,n befürchten, nnd nimmer werden sie so leicht uns überwältigen." „#» ist spät geworden", sagte Joel, „und wir müffen nn« trennen. WaS die fremden KriegSknechtt anbetrifft, so »erd« ich auf sie ein wachsame» «nge haben, um ,n erfahren, wohin sie gehen, nnd wa» wohl ihre Abficht ist. Erfahr' ich nähere», so theile ich Dir'» mit. Ans jeden Fall für heute Sott befohlen!" (Fortsetzung folgt.) PSdagogifche Briefe über Erziehung uud Unterricht. von (. Xie«. (Schluß.) n. Unsere Forderung für die Erhaltung (im zweifachen Sinne) der öffentlichen israelitischen Elementarschule will nicht» Aparte», nicht» Sonderbündlertsche»; ihre Begründnng »eist auf mehr al» auf di« Notwendigkeit, sie weist auf dir Notwehr hin. — Wäre dir früher beabsichtigte und auch vielfach eingerichtete Simultanschul« geblieben nnd mit den daran fich knüpfenden Folgerungen zur Norm geworden, — dam lüg« die Sach!« ganz ander». Eine eingehende Darstellung, wie dann da» Arbeitsfeld für unsere Lehrer fich erweitert hätte nnd für da» in Rede stehend« Fach Zeit uud Weise nach den berechtigten Anforderungen hätte ermittelt »erden körnen, würde bei der jetzigen Sachlage vergebliche» Bemühen, nicht werth de» Schreiben» und Lesen» sein. Scheint die Sonderung nach Lonfrsfionen nicht dem richtigen Grundsatz« der Pädagogik: .Berücksichtigt die Individualität bei der Erziehung und dem Unterrichte" Rechnung tragen zu — wollen? (Der Unterricht für die allgemeine ÄeisteSenlwickelung und für da» Bedürfnis de» praktischen Leben» ist Allen gleiche» und gemeinsame» Bedürfnis), oder wird jener Srundsatz ausgedehnt über seine Grenzen hinan» btt zur Unnatur in» Gegenteil umgekehrt —? — diese Frage wird fich jeder Pädagog« selbst branworten können, nach der vielgebrauchten Andeutung für den Berständigeu — nl Wenn di« jetzige i»r. Elementarschule gegen die frühere (etwa vor 15 — 20 Jahren) mit ihren Leistungen im Religionsunterrichte (im Hebräischen) zurücksteht, oder zurück» stehen sollte, so ist diese beklagenswerte Srfcheimug auf Umstände zurückzuführru, deren Beseittguug nicht iu der Macht der Lehrer liegt. (Wir haben hier di« westlichen Provinzen irn Auge). Die hindernden Umstünde hier anznführen uud zu beleuchten, wäre eine Wiederholung dessen, »a» seit «ehr al» 15 Jahren Gegenstand ernster und eingehender Besprechungfast auf jeder der jährlichen Lonfereuzeu der israelitischen Lehrer Rheinland» und Westfalen» gewesen ist. Ist denn nstht auch im Jahr« 1885 von dem D. I. S. B. eine Versammlung von Fachmännern nach Berlin berufen worden, um auf Grund von sorgfältig auSgearbeittten Lehrplänen Einheitlichkeit zu erzielen, damit Wandel zum Besseren geschafft werde? Di« Individualität macht« fich geltend; bei der Vielgestaltigkeit der örtlichen Schnlverhältniffe mußte man der Wirklichkeit und Wahrheit die Ehre geben: .Eine» schickt fich nicht für Alle." So ein glatt auSgearbeiteter Stuickenplan ist also kein nagelneuer Produtt irgend eine« neuen pädagogischen Genie», uud mag er — der Stundenplan und nicht da» neue Genie — noch so schön, so bestechend auSsehen, und we«n Stunden, Stufen Jahrgänge, Stoff rc. «och so fein so übersichtlich Mischen Linien gebracht ist, — er ist und bleibt ein «effer ohne Glinge, dem da» Heft fehlt. Aber, der Lehrplan soll e* doch auch nicht allein auSmachen, da» Messer soll einem Wächter, oder Aufseher oder Rachsrher in bi*J Hand gedrückt werden, damit der Wagen in» Rollen komme, i »ringt inde« der Wächter mtt dem Messer nicht zngleich di« ftttap - und da» Heft mtt, so hilft nicht». — ohne Zeit und guten Willen schneidet da» Messer nicht nnd wem der Manu ein noch so! schneidiger Gradmesser wäre. — Du wirst mir, l. Lolletze," doch zngeben» daß der Lehrer selbst der beste Aufpasser ist. Der Ich Wächter hat mtt seinen Qber- und llnteriustanzen — bi« zu den Ettern, Rindern Listen und Verfügungen berett» : de» Guten genug. Ist der Selbstwüchter mtt Herz und Kopf der rechte Mann, dam geht e» gut» schläft der Selbstwüchter, dam leisten Zuckerbrod und Peitsche gleiche Dienste, und de» Nachtwächter» Rundgang ist vergeben». — All« Einsichtigen stimmen darin Überein» da» überflüssige» Ltsteuwerk mtt allöu, - wa» damit zusammenhingt, zu Mrchauttmu» und Schablonen führt, und Charakterlosigkeit im Gefolge hat, und endlich da» Wichtigste, .die Beachtung der Individualität, an» der Schule treibt.4 Die Individualität ist um einmal vom Schöpfer in dtt; Schöpfung gelegt, Allem und Jedem ist sein Charakter ringe», prägt, mit der Vernichtung desselben wird die DaseinSbesttmmung aufgehoben. Diese» trifft im höchsten Grade bet ver». nnnstbegabten Wesen zu. — Nicht alle Bäume haben dieselbe Rind«, sollen nicht gleich« vlüthen und Früchte nagen. — Er» scheint e» daher nicht al» Eharakterlosigkeit, al» Schwäche' oder falsche Scham, wem fich unter tut» Stimmführer er» heben, und fich dadurch einen Namen und eine Bedeutung erstreben wollen, daß fie, belehrt oder bekehrt von den Wort» führern der Anttsemitru, fich befähigt und berufen fühlen, bei nn» Mängel aufzusuchen behuf» Gleichmacherei. Da sollen de» alten, ehrwürdigen Baume« Aefte und Zweige nicht nur - abgefägt werden, dir Art soll gegen den Stemm geschwungen, sein« Stell« soll gelichtet, fürder nicht mehr erkannt werden. verwunden schüttelst Du, l. Fremd, den Kopf und ich hin Dich diese Worte sagen: „ftonan doch endlich damit heran«, wohin Du hiuau» willst und zeige den Kern de». Pudel». Anstatt mit Windmühlen zu kämpfen und nebeuhre? auch so etwa» zu mäkeln girb nn» etwa» Positive» in derZ Beantwortung von Fragen, wie folgend«: Wa» Hilst Du vom Religionsunterricht überhaupt uud^ von sein«!Bürgschaft für'» Leben durch seine Bürgerschaft j iu der Elementarschule? Welche Grenze« steckst Du ihm, will , sagen, welche» Arbeitsfeld bestimmst Du ihm hinsichtlich de»' Judentums und seiner Lehn? Unter welchen Bedingung«», kam diese« Arbeitsfeld fruchtbringend bestellt «erden? Saunst Du auch Mittel uud Wege angeben, dtt den betreffenden UnterNcht für da» späten Leben garmtieren? ,«tc." Gemach, mein Lttberl Bor einem Bauplatz« hat d»^ herantrNende, nengieNge Beschauer kein klare», schöne» j Bild, wem dtt Arbeiter bei der Grundarbeit find, wem auSgeschachtet uud da» Fundament gelegt wird. Da liegen i Bausteine, Balken, Bretter u. s. w. durcheinander: Ralk» rndt Mörtelgrnben nehmen fich unschön au». Steigen aber Me] Mauern in dtt Höhe und lassen dtt Einteilung der nach ihrer Bestimmung, di« zwemLßige Verteilung von Thitrj und Fenster erkennen, dam gewinnt der Beschauer einen 8tn*1 blick in Plan und tzstttführmwinr dildN fich ein Urteil, bei») fällig oder abfällig. — Geduld als», e» kommt mn nühmlich nach dem j Allgemeinen da»Besondere» da» Individuell«, nach der auch! für J»rael und seine Lehrer zu stellende» — Aufgabe: Ukeiner sei Mich»« Andern,»«» Mich sei Jeder dem Höchst«»!? «tt da» zn machen? M» sei jede, vollendet in sich» (Schiller.)? 4) .SttheSMmu, der Jndtvidnalitöt und Verwahrung omm llutt. formität» «in Mahnruf der dentfchen Pädagogik „in Diaster»«,'» j .Rheinisch» Blätter für Erziehung nnd Unterricht" — (Jahrgang 18 Jdchakt: Sm ftkt» nnd sein Mischer Minister. W.«*.*« «•_. Korts^. V» VIN|I I9CT H9 (Schlnß.) von ADrrn. —