Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 40 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Heraurgegeb» von Dr. M. tzttchmer in Magdeburg. Zur Unterhaltung «nd Belehrung für die israelitische Familie Da« „»MM» »amUten-Bla«" erscheint wüchntlich al» »nrt1»-VrU-sr zur ,,I»v»rltttfch» MochenfchvM". Jever unbefugte Mechdruck» »ne diesem Blatte ist «utrefa-t. — Die Einzelnummer kostet 10 Pf», bei der Expedition. Don Pedro und sein jüdischer Minister. Hißerische Erzichl»»« »»» de» 14. Zehehmibrrl. Äon Ld. v. Zemliosztv. I.ku« vergangenen Tagen. Da« Jahr 1360 neigte fich seinem End« zu. Reiche Ernte hatte der schwarz« Tod in ganz Europa gehalten. Hundert Tausende von Menschenleben hatte er dahtugerafst. Und al» diese schreckliche Seuche endlich Stillstand hielt, al» sie gänzlich erlosch: da gab e», wa« kaum glaublich, ' noch blutgierige Hyänen, die fich Menschen nannten, denen di« Rarur noch zu wenig Menschenleben vernichtet hatte, lind Lausend« und aber Tausend« von Juden wurden von den «ordlustigm beutegierigen Faaatttern in aller Herren LLnI>eru htugemetzelt. Für diese ihre jedem Gesetze hohnsprechend« Hc nd« lnng erfanden sie ja einen Grund: .Die Juden hätten dieSeuchehereingeschleppt,si«wären Schuld andemtzinsterbendieserzahllosen Menschen." .Erst al« der jugendlich« König Don Pedro von La stillen den Thron bestiegen hatte, kehrte wieder Hoffnung und Skr» /trauen in die Herzen der spanischen Juden ein. Und I'iese Hoffnung fir sollte kein leerer Wahn sein. * Rur kurze Zeit erst hatte Don Pedro dir Regierung au- . getreten und ruhige glücklich« Berhältniffe hatten fich für die Achen heraugebtldet, sie dursten wieder frei aufathm» ,ach so laug andauernd» Drangsal» und Verfolgung», sie dürft» wieder ungtschrut dem Gedanken Raum gebm, wirklich M»sch» zu sein und daß Gott auch für st« die Welt geschaffen und nicht nur für jene, die fich vor all» anderen durch ihren Gäubevvrzugt dünkt». Zur Sette de« König« stand der allmächttge Minister and -Günstling de» König», Don Samuel b. Mrrr »llavi, au» einer der augeseh»sten Famlli» Toledo'» der Abulafia-Halevi, und l dieser sorgte «U warmem Herze» auch für di« Sicherheit seiner l Glaubmigenoff». Der König zeigte überhaupt eine ganz besondere Bottttb« -für Jakob» Söhne und hört« ge» auf die Meinungen und Mütschläge derselb», welche sich wiederhott schon bei wichtig»! Bermrlassungen al» trefflich erwiesen hatten, er umgab fich mit Juden, den» er i» Anbetracht ihrer bedeutend» GeisteSüberheit vor Ander» dm Vorzug gab, so daß endlich seine guer und Widerfacher in ihrem ohnmächtig» Haffe g:gm Juden, nur von Don Pedro'» .jüdischem Hofe" achen. Zu dies» sein» Gegnern gehört» in erster Linie seine bbrüdrr, unter den» Don Heinrich de Trastamare hervorragende Rolle spielte und da» Haupt der Unzu riewar. Richt off» dnrstm fie gegen d» König und die Juden und umso gehäsfiger spannen fie ihr« Ränke im Ge» Da kam ihn» unvermutet eine Bunde»genosfiin von her» vorragender Bedeutung und mit dieser vereint wollten sie endlich geg»da» verhaßte .jüdisch« Regime" Vorgehen und e» vernichten. Ohne Wiff» d«S König» wurden von d» Prinzen und ihren Anhänge», Verhandlungen mit Frankreich gepflogen, die nicht» Geringere» beabsichtigten al» die Verehelichung de» König» mtt der französischen Prinzessin Bianca von Bourbon. Al» diese Ber,a»dlung» endlich zu ein»» gedeihlich» End« gelangt waren, wurde der König mit so vielen Vernunstgründen bestürmt, daß er endlich nach langem Zöge» seiüe Einwilligung zu dieser Berbinduug gab. Kurze Zeit danach lernte Don Pedro ein schöne» geistreiche» Edelstäulein Maria de Padilla kennen und ohne lange zu zaudern, verehelichte er fich mit ihr. Sttichzeitig ließ er die Nachricht an den stauzöfischen Hof ergeh», daß er au» Staat»grüud» auf die Vermählung mit Blanca von Bourbon Verzicht» müsse. Die» war jedoch ganz gegen die Pläne der Verbündet» und derhalb ließ» sieden Courier, der bestimmt gewesen, die Nachricht nach Frankreich zu bringen, von Don Trastamare'» L»t» abfang» und töten. Ein anderer Courier wurde von ihnen abgesandt, welcher die schleunige Abreise der Prinzessin au» Frankreich veranlassen sollte und wenige Woch» später erschien auch wirklich die Prinzessin von Bourbon am Hofe zu Sevilla. Und jetzt wurde der schwache König abermal» von all» Seit» bestürmt, e« wurde ihm ganz klar gettgt, daß seine erste Vermählung gänzlich ungilttg sei und daß gar e»ste Gefahr» für da» Land darau« erwachs» würden, wean er jetzt in letzter Stunde, die Prinzessin zurückweisen sollte^ bi» er endlich in die verhaßte Verbindung eiuwilligte. Doch schon wenige Tage nach der Vermählung trennte er fich wieder von ihr, und «a» Blanca von Bourbon und der» Anhänger ertrotzt hatten, war zwar nicht viel aber denn doch Etwa». Blanca war Königin von Castilicn gewordm und al« solche die mächttgste Verbündete von Don Trastamare» dem fie ohne Scheu öffentlich erklärte, .nicht eher ruh» zu voll», bi» nicht sämtliche Juden, denen allein sie ihre gegenwärtig« Schmach zu danken habe, au» dem Königreiche au». gewiesen und für ewig verbannt sei»." —- * * * In einem klein», jedoch wohnlich eingerichtet» Häuöch» vor den Thor» Sevilla'» saßen zwei alte Leute an einem Tische. Bon der Decke herab hing eine firb»zackige brenn»de Lampe und bettuchtete den Raum mtt ihren zuckenden Lichter«. E» war Sabbat Ab»d. Der Manu hatte vor fich ein Gebetbuch aufgeschlag» au» dem er laut betet«. Di« Frau hörte zu. .Du bist un» «tu treuer Bürg« für da» Leben unserer Tot». Gelobt fettst du Gott der bettbet die Tot»" betete der Manu» da unterbrach ihn ein laute» Schluchzen in seines Andacht. -.-JA