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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 39 (1893) · p. Seite 154

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
39 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 154 (sequence 4)
Language
German
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jetzt mit Kietz Amalie trat ein mstg Wäger um**, Wh, btrfcr lichte Schatten, der so saust u»d främdllch »n chr sprach, yar kettle Feindi», die über'« An» hinra» ihr veble» wollte. Herrhast hob ste ihre «echte, »ie »etcher vammt glitt die Berührrag der Fremden über ihre Mager hin. »Versprich mir, datz Da Deine» Manne nicht «chr »Lr»e» wirst, wenn er je gezwungen wäre, Dir eine Sitte ,» verweigern — Deine Empfindlichkeit that ihm «eh. — Willst Da sie nicht oblegen?" „«ll-tz wak Da forderst, verspreche ich Dir/; sagte «malie lant. Eie fürchtete fich gar nicht mehr vor der Fremden, ja, st« empfand eia seltsame» Zutrauen zn ihr, eine herzliche Neigung wie für eine alte Freundin. ,Zch danke Dir." sagte Helene, „sei gesegnet dafür. 9» wird Dir gut gehen und Du wirst lauge leben." Noch einmal streichelte sie Amalien» Hand und lächelte: ,jkb wohl!" Ei« schwebte davon. „Willst Du nicht noch ctmual »ach Deinen Sinder» sehen?" fragte Amalie. „Rein." die Antwort klang schon ganz fern, ,,*» find Deine Sinder. Leb wohl!" „Ja wohl» e» stad jetzt meine Sinder," sagte «malie starker Stimme, da erwacht« sie. Der Morgen dänuuertr, der Apfelbaum vor dem Master mit seinen Zweig« au die Scheiben, ans eine« «st satz eine Nachtigall nud schluchzte ihr wehmütiges Lied. Am Himmel kü«pste da» Morgenrot mit grauem Wolkengebälk, leiser «egen rieselte hernieder; e» regnet immer, wenn man von Toten träumt. Jetzt regte sich auch in der Schlafstube ein feine» Stimmchen, aber ei» sehr lebendige», der unartige, kleine Harry weinte nach seine« Papa. «malie stand auf und ging zu ihm. der Slein« verbitz seine Thränen und war sogleich still, er fürchtet«, die Mama »erd« schelten. «S sie ihn aber aufnahm und mit in ihr 8ttt trug, wurde er ganz zutraulich, legt« seine Sermchen um ihr«, HÄ» und schlief bald daranf getrost an ihrer Seite rin. Han» war gleichfall» erwacht und blinzelte herüber, er sah mit stiller Verwunderung den Aurtausch von Liebkosungen, der fich da drüben abspieltr. Hätte die Mama da» Brüderchen hart augefahreu oder geschlagen, Han» würde bitterlich geweint habe»; der ueugeschloffene Friede«»brad erregt« bei ihm eine sehr kriegerische Reaktion, voll tiefster Entrüstung blickt« er «ch Harry »nd ballte die Fanst uuter der Decke: „Wenn ich ganz munter sei» werde, werde ich ihn durchhaueu, weil er immer schreit." Segen Abend al» Philipp wieder znrückkehrte, fand er £ seiner unbeschreiblichen Freud« seine gesammtr, kleine Familie Schlaftimmer einträchtig beisammen. <S9 war wirklich ein hübsche» Bild, Amalie satz und hielt ihre Tochter auf dem Schootz, durch ihren eine» Arm, wie dmch ei» kleine«, runde» Fenster hatte Harry sein Lockenkbpfchea gesteckt und schmiegte fich an die Mutter, Hau» aber kauert« zu den Füßen der jungen Mau und versuchte allen Einste» die Sletnr sprechen zu lehren. Da der glückliche Mau» heretutrat, vermocht« er all seine Schätz« auf einmal zu umfassen. .'infällig fiel sei» Blick daun ans den Samin, da» Lämpchen glimmte noch unmer. „Nun. da» hättet Ihr lidigst anslöschen Wunen, bemerkte a zu sein« Mau. „Nicht doch^" sagte Amalie leicht errbtheud, ,,r» soll brennen bst» Sonnenuntergang. Und nächste» Jahr, wenn wir h«» Leben haben, laß mir dir Sorge darum. Ich lieb« ja doch alle, die Du liebst und werde auch Deiner Toten fromme» «xb««fc», wie ihr gebührt, ehren." •) Diese» LH«»» ist in Lttstrrwegs / Lerantworkl. Redakteur vr. Rahmer, Magdeburg. Druck: Friedrich Rasche * *<>•. Magdeburg. Berlag: Bob. Friese, M ««irnttcht. ora «. »tr*. — Päd» Ätsche eritft twrr Geziehräa und Unterricht. II. «»» «. Lee». PchPchgogifche U»terrtcht. von «.Ären. ll. -Die Lehr« Amte« ist ^Istsnd Sein Zentznie wmwr treu. »r»»' find des Leer» «esesie, — hemerfrenmch,- Lanter sein« Gebot«, — «ienchtrM» »l»de Angen." — (Psadn l9. fi, 9.) — lntt di« Seel»; Albern« »ets». Zu der alten guten Zeit hat man den Eingang vieler Häuser durch eine» fromme« und stnuretchen Spruch gezieret; in-de» Wohnungen Israel» soll fich eine dl«»»» au de» Thürpfoste« der Wohnzimmer befinde» al» treuer Hüter und Mahner. So magst Du e» auch, lieber Freund und Sollege, mit dem Motto diese» Briefe« hallen, hinsichtlich Deiner Frage» über den Religion»» namentlich de» Unterricht in der heb rät» scheu Sprach«. Füglich hätte ich den Originaltext und nicht ein« llebersetzung wähle» sollen, da dies« de» Srradge» danke» »ur abgeblatzt »iedergirbt. Sein« llebersetzung ist so stau» und wirkungsvoll al» der ursprüngliche Wortlaut eine» gehaltvollen Satze». Der Srradgedrake dieser vrirfüberschrist sollte aber nicht blo» al» Band und Brennpunkt de» Sesamtnnterrichte» «nd al» Bindemittel zwtscheu Hau» und Schule*), sondern auch al« Leitstern i» Familienkreise, besonders ist Verhalte» zwischen Eltern und Sinder«, betrachtet und beachtet werden. Di« For» betrag, welche der Satz stellt, ist wahrlich nicht zu grptz; Sesetz und Sbrgel »ur Bethätigung find nicht »a Himmel, nicht von jensett» de» Meae» her zu verschreibe»; sie find lebendig i« Herzen aller Elter», die tu ihm» Sindern mehr besitze» wolle« al» »täglichst schnell zu verwendend« und ver» wertende Mittel für materiell« ErwerbSzwecke, bei deren Erreichung die Stader „fein Hera»«" sei» solle». — Du wirst mir doch die unbestreitbare Wahrheit zugeben: Da» alle Testament hat einzig und alle!» der Menschheit die Sund« von einem Sott, von «tue« einzig-eiligen Sott« ge» bracht und die Prophet» Hab« eine Wahrheit», und Be» glückrngslehie, di« Hoffnung auf die Erfüllung der Humant» tätspriuzipien gepredigt, wie fir kein Redner unserer wortreich« Zeit erreich», »och viel weuiger über bi« t» wird. Nicht minder wahr ist nud bleibt auch, datz eb» diese» Alte Testa» mentdteBel«g-v«wei»-Bele-ruug»- u. Erbauungs-Sätze und Schätz« für die später» ReligtouSschriftea nicht rar den Bekeuueru der Mutterreligiou, sonder» rach denen der Tächter, religioaeu derselbe» hergiebt (— ob auch die Tächter sich nicht immer kindlich-dankbar gegeu die Mutter erwiesen und aufgeführr Hab«».) Und ebeu so rabestrrttbar mutz von Meuud und Feind zugestaudeu werde», datz eben dies« Quell« der durch Israel übermittelte» Religiourlehre i» der hebräischen Sprache klar, ei»- sach uad eindringlich von eine« Sötte zu an» redet, wie e» keine llebertraguug vermag. Daran« folgt, — wir habe» hier vorab de» Lehrenden und nicht den jugendlichen Schüler i« Auge —,daß also der Reltgiouslehrer verstehen «atz, an» der Qnelle zu schöpfe», da die «dzugsröhrrn nicht di« Sowitzhett gebe«, daß sie da» Laster an» de« Lebeusbrurachi der Religion ungetrübt uad leben»frisch zuführe». llnd sollt« mau nicht auch ,» der Annahme berechtig fei», datz der Jüngling, welcher fich zu dem Lehramte in der Religio» für di« Bekenner der TSchterreligioneu vorbereitet, da» StndttvA der Bibelsprache in Originale wett wichtiger finden mäste, all» Latein »ad Griechisch? — Ist auch unsere Laude»fi nufere liebe Mutter- und. angeboren« Umgangsprache, so ist und bleibt doch jene die ehrwürdig« Muttersprache nuferer und jeder geostenbarten Religio».' (grasttzimg t ■ T 4 t -.1 '■4 4 4 .je* -A-einfich. »Utttt fftt ■»l—ii» betzmwM z,; und (iil* -'--vj

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