Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 34 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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mf H«au»gtgeben von Dr. M. 9Mfmn in Magdeburg. 3«t Unterhaltung nttb Belehrung für die israelitische Familie. Da« ..»Udlfche )F«inUtra«»latt“ erscheint wöchentlich al» »»»«»-«rtl-ge aut „rovaeltttfcheu MochrnfchotN" Srtttp nnbefugtr «»chdrmttt »u» diesem »lattr ist anlevsagt. — Die Einzelnummer kostet io PsO. bei ver irzoeditton. Vor fweitausenv Layven. Historisch« LrzShlung von >d»ls v. Z«mlin»k>i. 3] - 5. Kapitel. In der Prophetenschule war e« heute lärmend zugegangen. König Salomo hatte die Dichtung, die ihm ooa Aron übergeben worden war, mit Nathan, dem W^ophet, »greise, in Gegenwart der Schüler gelesen und staunende Bewunderung «füllte all« Herzen, al» fie den Inhalt vernahmen urd den prächtigen Bau d« Psalmen anhörten. .Wahrlich!' rief der König, .der Sänger dieser Psalmen ist würdig, daß sein Haupt geschmücket werde mst den goldenen Palmenzweigen, er ist der Stolz unserer Prophetenschule, e» werde ihm sein Lohn, den er verdient.' Und nachdem auch Nathan de« Lobe» voll sich äußerte, da brachen die Schüler in stürmisch begeisterte Rufe cu«. Auf der Straße hatten fich Gruppen gebildet, die lebhaft über die neue Dichtung sprachen, die de« König« Wohlgefallen in so hohem Grad« errungen. ,Wa« mag wohl dieselbe enthalten", meinte de: Eine, .daß fie gar so große» Aufsehen erregt?" „®# ist ja doch «ine Schmach. E« wird darin»« n Gott gelästert", meinte ei» Anderer, »und wa» dort drinnen steht, e» ist nicht» Wetter und nicht» mehr, al» geschrieben gigen!>ie uralte heilige Lehre, mau will un» den Glauben nehmen, den wir so lange in un» getragen und gehegt." .Wa» sprecht Ihr doch, alter Mann', erwiderte ihm ein And«er. .Wa» dort geschrieben steht, ist wahr und unantastbar, bekämpft den Wahnwitz und den bösen Ab«glauben.' .So wißt Ihr wohl gar den Inhalt, daß Ihr so darüb« .sprecht?' .Nein, nur wa» mir ein« d« Propheteuschül« mi:geteilt. Nur weniger, doch diese» wenige schon ist viel. Wat diese Schrift enthält, ist würdig, für ewige Zeiten ausbewuhrt zu werden. Diese Schrift nennt fich „Da« Buch Hiob." Der Säng« dieser herrli«h«n Psalmen bestreitet jedem da» Recht, denjenigen al» Sünder uu.d Verbrecher zo »«dämmen, den Gott in seinem unergründlichen Watten mit Pein un) Leid belegt. Nicht Strafe ist «», welch« « «leidet, sondein nur eine Prüfung, die « zu bestehen hat." .Ja doch!' schrie d« Alte wieder, .wie Ihr e» nehmt, ich ab« sage Euch, ich, d« ich da» Dpppette an Jahr« u schon al» Ihr «lebt, e» ist Ketz«ei und da» Luch muß mm verbrenne» und den Dicht« dazu, damit deffe» Inhalt ni«ht etwa «nserr Kind« noch «fahren und böse» Beispiel daran nehmen. Wer hat e» Run geschrieben?" .Roch weiß man e» nicht» nur dem König Salomo ist e» allein bekannt.' »So, dann wird « gar bald den Uebelthät« bchrafen nach 'Gebühr. Schüttelt nur, schüitett nur an den Setzungen unsere» Glauben» und Ihr werdet gar bald riieder auf Euren Altären die Menschen-Brardopfer aufflammen seifen und Ihr werdet da», wa» die dort drüben sind", und e: deutete hinüber nach dem Hause de» fremden, Fürsten. »War ja wohl auch nicht so ganz wohl überlegt, daß man diese Ketzer fich inmitten unserer Stadt anfiedeln Uetz. Wir werden wohl die bösen Folgen davon bald sehen. Der Anfang ist ja b«eit» mtt dieser Sihrift gemacht? .Ei, wa» reden wir so vi-le» von etwa», wa» wir noch gar'nicht wissen", meinte Einer» „laßt un» hinüber in die Prophetenschule gehen, Narhan mag un» darüber aufklären." „Jawohl, gehen wir zu Nathan, er muß, wa« davon zu hatten ist l" so riefen fie durcheinander. „Gehen wir!" Und zusammen verließen sie de« Platz, rm Nähere» üb« die Schrift zu erfahren. — E» war Abend. In tieft« Dunkel gehüllt lag die heilige Stadl und d«en Umgebung, al« ein Mann, s«h«u und vorfichtig fich immer dicht an den Häusern haltend, fich schnellen Schritt«:» der Besttzuug de« Fürsten ASmouar nähert«. Durch eine kleine Mauerpforte betrat « den großen zur Besitzung gehörig,» Garten und denselben rasch durchschreitend, gelangte er in da» Innere de« Gebäude». In einem großen» reich mit Teppichen belegten Gemaihe befand fich die Familie de» Fürsten beisammen mid al» der Fremde — e» war Aron — diese» Gemach bettet, wurde « von ihnen freundlich, jedoch ohne alle Ueberraschung, empfangen. Man sah, daß « hi« ein ständiger Gast wa::. „Wo habt Ihr heute so lange geweilt, Arm?" ftagte der Fürst, ,Hhr sagtet doch gestern, al» Ihr un« verließet, Ihr würdet heute früh« kommen wie sonst." „Roch kann ich e» nicht wagen", entgegnett d« Augeredete. „Erst muß ich, wie ich e« mir vorgenannt en, Rüg« und Prei» für meine Arbett erwerben und daun fort, — fort von Jerusalem» so weit e» nur möglich ist. flicht läng« mag ich hi« weilen, ich kann e» auch nicht, darf licht, wen» nur da« Geringste in die Oeffentlichkeit dring::, wen» man «- fähtt, daß Nnmera mein Weib, dann ist für mich kein« Rettung mehr, d« Tod ist mir gewiß. Doch «lahrei sollen sie e», ab« erst dann, wenn wir wett von hi«, denn auch Ihr wäret vielleicht d« Lolköwut preiSgegebeu. „Und wie lange mag e« wohl noch butten?" ftagte der Fürst. „Rur wenige Tage bitte ich Euch, Geduld zo habe». Daun reise ich mit Sawera voran», Ihr folgt nw ei», zwei Tage spät« und wir bestimmen noch zuvor, wi wir na» wiederfindeu." ,,E» sei, doch macht schnell, ich Hab« Nachricht von ulettwm Bruder au» Aethyopieu erhallen, «r ruft mich «U meiu« Fi»- mili« zurück und üb«giebt mtt eine große StJtbf rede fette» Reiche» zur selbständige» Berwaltusg. Ihr seht, jeder AnpeMick