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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 31 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
31 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Herau»gegeb«n von Dr. «. «chmer in Magdeburg. A«r Uwterhaltwwg und B elehrung für die israelitische Familie. Da» „MUWtbt W*MMtu*9Uar' erscheint wöchentlich al» 9tttfi»-»eUapt iur ..»»vRrlUifchrn «acheafchE- Jeder uu»ekoptr »achdrnrb au» Virpem Glatte ist i ntrrfa»t. — Die Einzelnummer kostet Id Gfg. bei der Expedition. » Ukauvine .»«, Sie MevöstSMtyr. Vrigival-Rovrle o«n A. 8. M. 0« lvchlub) »Die Inden sind, wozu mau fie gemacht hat. 'Hader Wettbewerb ans staatlichem, »tffenschaftlichem, agricult irellem Erbiete, da der Weg zu den höheren Iutelligrazfächer« ihnen verschlossen ist, muhte» sie nicht, zur Fristnng ihre» Lasrin», einzig allein ans den Handel fich «erfen? Und wie »-öthend der Eoneurrenzkampf auf diese« eingeengten Erwerb-tsel x ent» brennen muhte, können Dnrchlancht fich leicht vorstelle»' .Und ebenso,' schalten er kühl eia, .wie wenig fie de» Anforderungen der Moral bei der Wahl der üSasfra »n diesem stampf« Genüge leisten.' «Bei Einigen ist die» wohl der Fast und diese uxrlen von steine« strenger gerichtet, al» von ihren eigenen Glauben»»«« »offen. Gleichwohl werden fie All«, au»nahm»lo«, n Schl and Ban» gethan. ob der vergehen jener Wenige». Ist die» etwa gerecht zu nennen?' .Nun," entgegnet« der Fürst «»»weichend, .»im fie auch nicht All« ans demselben niedrigen Niveau steh«, so find sie doch tndgesammt di« Feind« der Nation, in deren Ditte fie lebe», «der» im besten Kalle, Fremdlinge, ihrem Wese«, ihre» Anschauungen und Gefinnunge» gemLH. O» dieser qelnfiv«, national-religiöse Standpunkt durch ihre geschichtliche ümtwicklung, oder durch ihre gegeuwürttge Lage bedingt ist, gehört nicht hierher r genug, solch ein Soadevdasei» ist vorhanlon und fordert di« Staattklnaheit, di« nur mit gegebenen ffattore» rechnet, zur Roth, an» Abwehr heran», damit dir üxrwältigende Mehrheit der Unterthanen vor den Urberg rissen der Fremdlinge geschützt werde.' Er erhob fich und eine leichte stopsneigung brdeutrst Claudia«, daß die Unterredung zr End« fei. .Durchlaucht', rief fie «Ü dem letzte» Aufgebo: ihrer straft, „die Behauptung, dah wir Fremdlinge in de» Land« find, in dem ungezählte Generationen unserer Brüdrr eine Wiege u»d rin Grab gefunden, ist di« grgusamst«, ater auch ungerechteste aller Verleumdungen, wohl Hütte» wir ügifcher» weis« Grund genug «n» fremd zu fühlen in de» Retäa, da» un» auf dir Stufe der niedrigste» Sklaven herabdrüöt, un» uns«« Existenz die Lust, di« »st athme», al» Lerbmhe« an« rechnet, »der die Empfindung hat mit der Logik «cht» zu schaffen." — Sie hielt einen Moment inne und fuhr dann bitter sott. »Und abgesehen von unserer Empfindung find wir etwa in den Leistungen dst Schuldner dr» Staau» ge» blieb««? Der Staat fordert von seine» beste« Bürgern dst Geld» »nd dst Blutsteuer. Hat der Jude nicht ein« erdrückende« Steuerlast »n tragen, al» dst -öchstbeftuwrtt» ander«! Lon» fesfioneu? Und wen, er von de» Ueberschuh srdmi Hab, ein gut Thril auf humanitäre Stistnngen perwenbet, bst» estva, wir in anderen Länder», dnrch Orst» und Abzeichen gelohnt? Da« nun nicht, wohl aber kan» er e» mitansehen, wie sein armer jüdischer Glaubm«bruder von der Thür de« Hause» grwstsen wird, da» er wit seinem Geld« gründen und auöstatten half. — Zieht der jüdische Soldat behuf» Entrichtung der vlutstruer in'» Feld, kämpst er Helden, müthig für seinen Kaiser und kehrt mit ehrenden Wunde» bedeckt, die ihm im Dienste de» Laterlande» geschlagen wurden, »stder heim, welcher Lohn erwartet ihn da? Er findet auf der.tzeimathscholle, die er mit seinem Blute gedüugt, kein Plätzchen, um dst wunden Glieder zu strecken. — (Dem Gesetz« nach verwirkt bekanntlich der auf dem Land« wohnende Jude da» Wohnrecht, wenn er seine« Heimat»ort verläßt, fei e» auch nur, um dem Rufe zur Fahne Folg« zu leiste».') — .Da» wäre allerding» ei« Unrecht, aber Sst erwähuen da Au»«ahm»fällr.' .Rein, o nein, zu Hunderten könnte ich dst Fälle neune», dst deu jammervollen Zustand meine» Volke» kenu-eichuen. Könnst ich nur mit ehernen Zungen rede«, mtt Flammenschrift dst» vielgestaltige Leid künden. Und dennoch ist im umuachttteu Her^u de» Hebräer» die Lieb« zu seinem vaterlaalx nicht verlöscht, dennoch fühlt er fich «in» mit diesem Boden, der ihn tost den s«lechtesten Abhub ««»stößt. Kein heißere» Verlange» kennt er, al» den ärmsten Lande»kind«rn beigezühlt zu werde», al» dem Herrsiherhausr seine angrstammst Treue bekunden zu dürfen. Ach Durchlaucht', rief sie, während heih« Thränen ihr» Wangen netzten, .versuchen Sst e» ei,mal, zur Ab» Wechselung, mit der Mild«, stelle» Sie un» auf die Probe und Sst sollen sehen, ob Sst im weist» Umfani diese» Reiche» beffere, g«stunnug»tüchtigere Unterthanen finde».' .Wie spiegelt fich eigentlich die Zukmft de» Volke», deffe» beredter Anwalt Sst find, in Ihre« Kopf«?' frag er, während der Schatten eine» Lächeln» um sein« Lippe» glitt und allsogsttch verschwand. ,Wst wollte« Sst eigentlich fünf Millionen Menschen auf dir Prob« stelle«?" .Nicht All« zuvörderst, sonder» «inen Vruchtheil der Ardeit«tüchttgeren und Arbeit»lnstigen. Sie, dst de« heimisch« Elend entfliehend, in fernen Ltuderu «in Asyl such«, mache» dort weit«, unwirtbarc Strecken urbar, dünge« de» vode» «rgenttnien« und Südamerika'» mit ihrem Schweiß« und entzsthen somtt, dnrch di» Macht grausamer ISerhältnsfst gezwungen, die Rührigkeit ihrer Hände, den west atlichen Fast« nationastöeonomischen Wohlstand«», de» eigenen Gednrtgstmd«. Aondern Sst, Durchlaucht, dst» schreiend« Mißverhällntß, überweisen Sie dststu widerwillig Autwanderrden einig« dm ödesten Listriete, von denen e» doch bei un» ,» Land« a»ch- > nicht fehlt, gewähre» Sst ihnen innerhalb dstsel!, uenen Thättg. kett»g»bstt«« dst Rechte und dst Frrihest der Bewegmm, dst Ihren anderen Unterthanen pt Theil «ade« und der £ dieser Prob« wird bald hell zu Tage treten. — Estw ratiou wstd erstehen, dst vermöge ihrer physische» und getst^M dm. wnwoMma SeftGn vom Mo» im ff >' t?- \ '

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