Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 30 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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trenncntai 9tMitntc zwischen mir anb der {ogcnaaatni Ku fampartci alphabetisch -«ordnet sind, weaa ich «ach nicht vrrhiudern könnt«, daß bei «ein«« häufigen U«»ü-en die Buch» ftadrn etara» durcheinander gerüttelt wurden. Ich (höflich ablehnend): Ihr Wort ist mir ein Heilig» rhu«, ob'» «in Ehrenmort ist oder nicht. Gestatten Sie die indigkrete Frage, warnm Sie sich pix Annahme de« Mandat« in Ihre« alten Wahlkreise entschlösse» haben und nicht lieber zu der in dem bei einer Neuwahl mehr gefährdeten Neu stell in? Er: S» würde mir allerdiug» wehe thua, wenn da« altbewährte Neustettin einem mit den Jude« verbündeten Junker zufiel«. Mein, Neustettin kann schon von seine« Ruhm« zehre«, e» ist ein Bollwerk de« praktische» «ntisemitidmu», besten weitere Entwickelung die von den Juden erkauften Behörden «ad ««richte jäh gehindert habe». Mein alter guter Lahlkret« kann meiner nicht entrathea, ich muß dahin wirken, daß der Name Friedeberg in einen weniger jüdisch zugtspttzten Namen geändert werde — So z. 8. würde „Wahlkreis Rhlwardt»8rn«walde" viel klangvoller sein — (ich verbeugt« mich „mit de« Brustton innigste, Ueberzeuguug") — damit di« Erinnerung an die schmachvolle Zeit, al» rin Jude dies«« Namen» Minister war, verblaff«, ebenso der Zeft nicht mehr gedacht werd«, da ein Jude, der e« später znm Reich»- gertcht«präfidenr«n gebracht hat, an der Spitze de» Apellationsgrrichte« diese« Bezirke« gestanden, lieber di« «eiteren germanisch-christlichen Reforulen, die ich dort einzuführen gedenke, Hab« ich mir einige Notizen im Gewicht« von etwa 15 Kirn, angefertigt, die ich Ihnen in aller Eile, ehe ich zum Reichstag fahre — (sich verbeffend) — gehe, vorleseu will. Ich (erschreckt zurück*ahrrnd, aber äußere Ruhe wahrend): C, bitte, bemühen Sie sich nicht um meinelwilleu; «ollen Sie mir gütigst die Frage lieber beantworten, ob Sie gedenken, im neuen Reich«tage häufig anwesend zu sein und da» Wort zu ergreifen? Er: Ich »erde wahrscheinlich dem Beispiele de» einzige« großen Deutschen außer mir, meine« früher» Kollegen Fürst Bismarck, folgen, und nur dann den Reichstag durch mein« Auwefenheit beehren, wenn mich meine andern Berufsgeschäfte nicht daran hindern. Der Reichtztag erfüllt gegen mich chon seine Schuldigkeit, wenn er mich von dem lästigen Erscheinen vor neugierigen jüdischen Richtern befreit, im Urbrigen spricht mich die Temperatur in einem Hause »icht an, in welchem ca. 396 heimlich beschnittene Ehrrnjude» sich befinden, die jede« Wort eine« vielbeschäft gten Manne« und Deutschen aus di« Wagfchaal« legen und darüber „ti weih" schreien. Ich bemerke die« zu Ihne» im vertrauen, aber ich habe Beweise für mein« Behauptung, und «eun Sir mir auf den Sentralbahnhof folgen wollen, werden Sie einen ganzen Waggon voll Beleg« für die „gute Jüdischkeit" der Vertreter de« deutschen Volke» vorstnden. ' Ich (wie oben, nur noch mühsamer di« Faflung bewahrend): Haben Sie durchgreifende Reformen für den Reich»tag in petto? Er: Zunächst nur die Reform de« Wahlgesetze», bestehend au» folgenden Punkten: ») Ein Abgeordneter kann auch mehrer« Mandat« annehmen und soll fortan nicht mehr vor die Qual gestellt «erden, zwischen mehrere» ihm übertragenen wählen zu wüsten und da» verschmähte in Gefahr bringen, einem Iudenkuecht in die Häute zu fallen, ua) Er hat soviel Stimmen al» Mandate, d) Die Abgeordnete« beziehen Diäten von etwa 20 Mark pro Tag, die Präsidenten da» 3—»fache, bb) E» wird multipliziri MandatXTagesdiäteu, d. h. soviel Mandate soviel Goldfüchse, bbb) Di« Präsidenten sind pen-!>on»b«rechtigr. bbbb) Die Gelder dafür hat der rumänische Jude Riauel» der fortgejagt wird» aufzubringru» »erden prä« iumeraudo entrichtet und find der Pfändung nicht uuterurorfe». c) So viel Mandat« man besitzt, soviel Parteien 'an» »an sich auichließen — ein Moda», der für de» Wahlkampf fcftr oortheilhaft ist — and «» darf de« Herrn Lbg. kein Vorwurf der Inconfeaueuz daran« gemacht werden, wen» ' er z. B. bei Rtlitärvarlagen al» Eonservativer mit „ja- und al» Lentr«m»ma»n mit „nein" stimmt. Nur auf dies« Art., kann bei der herrschenden Verworrenheit in de« Parteien ein gewisse» Gleichgewicht hergetzellt werden. Ich würde al» guter Patriot mit 3 Mandate« den 3 grüßte» Parteien vorurtheils« lo» mich anschließen und getrost dir Last aller drei Prästdeolenämter auf meine schwachen Schultern laden und garnicht deswegen schmollen, weil ich am 5. Juli bei Besetzung dieser drei Armier nur je eine Stimm« — weich« vermuthlich nicht die meinige war — erhalten habe. Ich (begeistert): Bravol Solch« opferfreudige.Männer haben un» schon lang« gefehlt. Was halte» Sie von Eaprivi?? Er (diplomatisch): Zuweilen etwa» neckisch, aber er verdiente ei» Armeekorps, wenn er Nachweisen künute, daß sei» Familienname v. Moulecuculi nur ein zufälliger uud er ket» Rachkomme jene» bekannten Bürsenjudea gleichen Namen» ist, der kein hühere» Streben kannte, al» Geld, Geld, Geld. Ob noch sonstige Delikte ihm anhaften, da» «eiß ich noch nicht ganz genau und ich kann mich darüber nur in Muthmaßungeü ergehen, werde aber bald volle Gewißheit erlangen, denn habe 8 Möbelwagen bestellt, welche di« Akten au» dem Reichs« | kanzlerpalast fortschaffen sollen, die ich daselbst stehle» laste. Z Auch dieser Abgrund kann Ihnen anf Wunsch eröffnet werde«. J Ich: Würden Sie geneigt sein, den Reich»tanzlerpost«n I zu übernehmen, um da» «eitere Ueberhandnrhmen der CorrUptio» einzudämmen? Er: vielleicht; sicherlich aber würde ich dem Reiche di« l ersehnte Ruh« bringen. An der Spitz« meine» Programms würde da« treue Festhalt«» am Dreibund stehen, allerdiug» mit einigen Modifikationen. So würde ich die verjudeten . Länder Oesterreich uud Italien durch Rumänien und Rußland ersetzen, welch letztere« Land un» in der Eivilisation weit voran» 'ff ist und un» manch nachahmeu»werthe« Beispiel geliefert hat, | dem wir schleunigst aachfolgen müffeu» wenn wir den Bor» ci sprung einholen »ollen. Diesem Dreigespann würde ich als § Beiwagen an Stelle England« Portugal setzen, da« — ich Ä weiß e« au» eigener Erfahrung — ein zuverlässiger, dankbarer -'J Buud«»genoste wäre, den» e» weiß, wa« «» uns schuldig ist." J Ich: Wir.denken Sie über Spanien, da» judeafrete und J| wuchervoll« Spanten? % Er murmelte etwa« in den Bart, worau» ich nur di« "Ä Worte „Marannen, Pfaffenwirthschaft, Judenabkonimlinge, schöne Frauen" entnehmen konnte. J Während ich verständnisinnig nickte» blätterte ich mein Notizbuch um, bei welcher Bewegung demselben eia Hundert- J markschein entfiel, nach dem ich mich bücken wollte. Doch wie ij dem Löwen da« Krähen eine« Hahne» unangenehm ist, so muß I Ihm auch diese «ein« beabsichtigte Geberde mißfallen haben, J oder er vermutheir irgend ein Attentat gegen sein« geheiligt« H Person, denn plötzlich sprang er vom Stuhl« auf, ries zorn- , -Z sprühend „Jude 'rau»", in welch Gezeter sein« rasch herbeige- ' | eilt« zartere Hälfte ihm kräftig sekuudfrtr. Ohne mich viel „Aufheben»" machen zu lasten» ohne «ich über da» weitere. Schicksal Europa'« und der Iudeufliuten belehrt z» haben, baten sie mich in dieser Form um Abkürzung meine» Besuches. Ich.will den Leser darüber »icht in Ungewißheit lasten, daß diese geschilderte Idyll« sich nicht in Wirklichkeit zugetragen hat, sonder» nur wahrscheinlich diese» Verlauf genommen und diesen Abschluß gefunden hätte, wen« ich nicht. vorgezogen hätte, zu Hause zu bleiben, statt in di« Höhl« de» ■ Basilisken «inzudringen. De. E l a g « r-Todlenz. Snhcklf. «taadtae »tot die HerSPttMto- DTt|i««U*«Kl« am 8. X. tSsttiepua^ — Cta Iaeerwtew total «eichgtagsaßg»»^ Atztwoedt. H»a Vr. Alugee. BerontwarH. Redakteur vr. Ratzmer, Magdeburg. Druck: Friedrich Rahßk^