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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 21 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
21 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Herausgegrben v m vr. in Magdeburg 3*t U «terhaltu«^u»d Belehrung für die israelitische Familie. Dos „Jüdische IFatnilirnoVlfttt“ trldjrtnl wöchentlich als »rntie-»rü«0( uit „Jorarlltischen WachrnschnUt' nntrrTngtt »achdrntN an» diese» »iattr if: untevsagt — Die Einzelnummer kostet IO Pfg. bei der Exvedition. Jkum Jrstt! Ugiitlick denken, menschlich handeln, Treulich Mensch mit Menschen Mandeln, Ldle» Schassen, Gute» mehren, Lvtte» V v r t durch I Halen lehren, Htmnieluwrrke sreandlich öden, Sott, den Herrn, im Mensche» liebe», Aller verbild, Aller Kehrer: S« bis» da de» Himmel» Mehrer. So nur lebst du in di» Veit«, Schaffest merzen s» wie heut». Dauerst du in deinen IHaren, Leinest sort in deinrn Saaten; S» bist d» rin Tau zemerden 3« den »reizen Akkorden, In dem Reich de» ewig Schönen Mufft Du unvergänglich tönen. Mag war irdisch ist, verhallen, Mag dir Frucht, di« reis«» fasten And, )a kurzem Sein erlesen, In der Lrd« Schoeff verwesen; Drinnen schläft geheim und leise Rstnft'grn Leben» neue Veste, Schlafen neu« vildungrkeime. Aiuft'ger Lenz« Blüthenbävin«. Laß dir Jahre, laß st« stiehrn, Molken gleich voruberziehen; Mag zuletzt auf ihren Vellen Auch der klein« Rahn zerschell,» ■ Do, der Lenker, du der Meister, Dauerst in dem Reich der Leister Nach vollbrachter Leben»retse Ewig jung in deiner Vrise. — »raudine — di« Wel-östSkülye, Original-Siovtlle oeu A. 8. JL (Kortsetzuust.) Arthur Neubauer gehörte zu der ziemlich veibreiteten 'Klaffe von Menschen, die unter geschmeidigen Formen ihre» sen Egoismus bergend, über deffeu Eristenz oll« Welt, den häusliche« Kreis und zuletzt gar sich selbst hinwegtiuscheu vermögen. Es hatte immer den Auscheir, als ob sich von k em Einen oder Anderen, gleichviel ob Frau oder »d, Freund oder Uotergedeneu, in'» Schleppt«» uehmen er führte »i« da« große Wort i« Hause und e» wäre : »«»»glich irgend eine bestimmt« Meinung«» nße rnu, von zu ritireu. Und doch zog ihn Niemand in die!lli<^uug, er nicht, mit vorbedachter Schlauheit, zu gkhen de- ..gtr, und nichts geschah >m Hanse ohne seinen WUen. ohne von Keinem geahnte, weil hinter de» Couliffen agtrende *$#»»«• . . . __ ' verharrte er. sein« sächlich ober der angeborenen Trägheit entstammende« Prtvjii» der Nicht-Einmischung. Ali er jedoch aus einzelnen hinge» streuten Winken und Bemerkungen von Bekannten zu «>»tnrhmen glaubte, daß die öffentliche Meinung, die er über Alle« fürchtete, diese Paffivitüt nach eigenem Belieben.und auf «irr für ihn nicht ichmeichelhafte Weise deutete, rutsch'oß er sich gu einem directen Eingreifen. Er hieß Elaudine eine« schönen Tage« auf sein Zimincr kommen und nachdem er der Erstaunten höflich einen Seffel zuge'chvbrn und sich selbst im weichen Eorgenstuhl bequem zurückgrlehnt harte, begann er sanften Tone«: »Du weißt, mein Kind, daß ich stet« die Ilnabhängizkeit Deine« Unheil« geachtet und nie einen Ber>uch gemocht habe, es zu beeinflussen oder in eine andere Richtung fu lenken.- ,^sch weiß te," erwiderte sie, eine» Seufzer unterdrück« nd ob dieser Duldung, die au« der Bleichgültigkeit ihre Nahrung sog. „Nun also," fuhr er behäbig fort» „soweit wären wir denn im Reinen. Wenn ich aber plötzlich au« der bis nun beobachteten Haltung herauStretr, so muß Dein Bestand Dir sagen, daß gewichtige Brände hierfür vorhanden sind." „Welche Bründ«, Papa V „£>m, Du gehst bereits in'« vierundzwanzigste Jahr, «in Al rr. da», wie Du weißt, als fast zu reis für die Ehe» schlirßung in unserem Kreise betrachtet wird. Bi« min wolltest Du von keinem Antrag hören, indeß" — „Ist es denn ein so große« Vergehen, Papa, wenn,"— Er unterbrach sie mit einer leichten Handbevxgung undsagtr in seiner stillen, milden Weise: „Laß' das, mein Kind; wozu auf Lergaogeue« zurückgreisen, dqs uns den hellen Blick für da» Begenwärtige trübt? Jetzt handelt es sich um einen neuen Borschlag und daß ei« solcher überhaupt noch gemacht wird, nach all t«n Zurückweisungen, die die Vermittlein unserem Hause erfahren, lft als ein wahres Blück zu bezeichnen; — vielleicht auch eÜ Ergebniß der geachteten Stellung, die ich mir in der Besellschaft zu erringen verstand," — fügte er selbstgefällig hinzu. Nach kurzer, von ihr nicht unterbrochener Pause, fuhr er fort: „Diesem Umstand« mag es auch zuzufchreibru sein, daß der jung«, gebildete Arjt, der Dir Hand und Herz durch de» Schadchen antragen läßt, nicht auf die obligate Mitgift I«» steht. Allerdings behauptet er, mein hübsche« Töchterchen t« gendwo gesehen zu haben, und dieses wird, zweifelsohne fritier selbstlosen Btwouderung den Zoll de« Danke« nicht voreuthalten." — Er klopfte ihr lächelnd auf die heiße!Baug«. ..Also vermittelst eine» Schadchen« soll dieser :oma«tische Hrrzensbund geknüpft werden?" frag fie mit kaum untnrdrücktem Aerger. „Und weshalb nicht, wein« Lirdetz" lautete Begenfragr. tßmü dieser | nicht zu hrtsus.

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