Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 14-15 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 3)
- Language
- German
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idse CQän «tjitlfri« Kater TftffwgBBg, »Wir fink a«Ziele," sagte Wahle nab hatden Gras« an» de» Wogen, denn dieser konnte kan« ans den Füßen stehen. Doch vei« Berühren de» Boden» kehrte st «Festigkeit 'znrüch nnd seine Angen zackten entschlossen auf »Ich will es ausnehwen aut Tod und 8ft>:nl* Der Graf hatte dir» laut «sprachen unk nwllte «eitet fortfahr«. woran ihn aber von Wahle mit eine» vielsagenden Blickt auf den v.rsch»itzt dreinschauenden Lutscker abhielt. „Erwarten Sw uns hier, wir kommen ungefihr in einer Stunde," sagte von Wahle den Lutscher und zahlte ihm die gebührende Summe. Dem freundlichen Leser wird vielleicht du» Alles unverständlich sein, da wir doch den Graten erst am Abende zuvor im vollste« Mücke verließen und nun zebrochen an Thatkraft zu eine« Duell schreiten sehen. Da« ist eben dir Ironie de» Schicksal«, heute roth und morgen tod. Heute noch auf der Machtsülle d:< erlangten Mücke» und morgen hinabgeschleudert in dir dunkle Sphäre der Verzweiflung und de» Schattenreiche». Wie sich eine» der edelsten und genialsten Völker, die Polen, durch ihre eigene Mißwirtschaft zu Grund« gerichtet, so bereitet sich der Aristokrat durch seine eigruen Institutionen und Gebräuche, vor welche» er sich l>eu„t, ein jähe» Ende. Wie viele in den glücklichsten verhält» iffen lebende Edelleute sind rin Opfer de» Duells gewordenl In dem Momente der kritischen Gefahr und dem Bewußtsein einen unerbittlichen, grausamen Gegner vor sich zu he de», erlahmt gar oft der Mannesmnth und ein Fluch über diese» gewählte Mittel der Sati»factiou kommt über di« erbleichenden Lippen de» sterbenden Jüngling». Graf Biancini hatte unverschuldet sich Feinde erworben, welche ihn mit allen nur zu Gebote stehenden Mitteln zu vamchteo suchten. Jedoch eine plötzliche Entsrriiuug wäre ja Mord und so mußte die Jntrigur zu Hilst genorrmeu werden. Unter den vielen Neidern und Hassern befnod sich auch Lieutenant von Strahlen, dieser Osficter, dessen ganze» Streben nur dem Sporte unterthan war, hat« sich m die schöne Baronesst verliebt. Wir «ollen hstr vim den materielle» Verlockungen gänzlich absthen, sondern >«trachten dst Sache vom rein moralisch», Standpunkte. Sein« verletzte Ehre, übergangen worden zu sein, ließ ihn den i^edan!en der Roche fasst». Der Mann, welcher «» vermochte dies«» begehrea«- werthe, heißgrlstbte Mädchen für sich zu gewinn«» und zu trinmphiren, mußte «utrrgrhru^— da» war stiu Bestreben. Auch er war zur Verlobung, vielmehr zu de« nwburtsfcste de» Baron Hollwitz, geladen uud dies« Feier wollte er zum Tage der Rache und Vergeltung eriehen. Ter Graf saß unter den vielen Herren und Osficieren, al» in» Strahlen plötzlich da» Thema de» Autisemitismu« zum ülesprächsstoffe wählte. Der Graf suchte ihm dst Sache klar j,u legen, daß ' er al» Officier eigeutluh nicht da« Recht h«>bt über die j Rechte eine» Volke» zu urtheilen, al» auch schon dst Zorne«-; aber de» Lieutenant» hoch anfschwoll und er wüthend dst , «orte hervorstieß: .Natürlich Sst al» Bräutigam der Iudenbaronesse können nicht ander» urtheilen, denn Sst haben einnttck Jhien Profit etageheimst uud kümmern sich wenig um dst Interessen der aesammten Christenheit." Aller Blicke snd auf den Grafen uud den Lieutenant gerichtet, welche «iuauder nun 8tmmrud gegenüberstehen. Der Graf jedoch behält seine uhe bei und sagt zu de» neben ihm fitzrndrn v. Wahle: .Mein Herr, Sw haben gchört, «a» oststc Mensch sich unterfangen hat mir hier entgrgeuznschlendern, wo er der Gast besten iL für dessen Ehre ich von heute ab «instehen muß. -Herr v. Strahlen, verlassen Sst augenblstklich di» Hau», oder «dautrn bestimmen fUr den anderen hinter der Hauptallee, dem Lusthäu«chea, einem Ausflugsorte der vornehmen Gesellschaft, den Schauplatz Duell«. Dreimalige» Luaellwrchseln bei fünfundzwanzig Schritt Distanz und stetem Avanciren! (Zxhlutz folgt.) Pi« Opfer r«Mscher Naröaeet? „tvrnn irmal» da» traariee Schicksal eene» füenfdpn greistaet ist, da» Mitgrmhl edler Hrnrn zu erregen, s» ist t» darjenige unser«, frühere» Amt^rno rn and Vorsmenden, de» Herrn £*Ioi»on Lckerling. von dem Sipstl menschlicher Slückseiigkeit — da er wohlhabender Besitzer einer umfangreichen, mehrere lmmdert Arbeiter beschLstigend«, Fabrik, glücklicher Satt«. Vater von blühenden Ainl>«rn war — iß « hinabgestürzt i» »ine» Adgrnnd unermeßlichen Janmer». Sei de« Judenverfolgungen ia unserer Stadt stürzten wild«, mord- und rautlustig« Lotten auf sein« Befitzvng, Plünderten an> zrrüSrten alle», steckten di» Sebünd« '» Brand in deren Flammen srin greis« Vater , und zwei Lind« den Tod fanden; hierauf wurde sein» Sattin vor seine» Augea grauenhaft gemißhandelt, er selbst verstümmelt, so dasi « nicht nur gäiylich erwei dminfithig, sonder» auch am Sprachun» Sefichstorgan arg geschödg. worden ist. Um dst Sein«« trauernd, dst «in» entsetzlichen Lode» starben, seine« behaglichen Wohlstand«,, zum Lhetl anch »er Sprach« nnd de» SehvermSjstn, beraubt und daher »„fähig zu «rwerben un»'» spreche», mußt» er dst raochrnd« Trümmerftättr sein«, Slückr» verladen, brgstltrt von seiner entsetzlich verstümmellr« Sattin and den weinenden Lindern, und so ist dies» »» , glücklich» Familie von der lvucht eine, grauenvollen Schicksal» nstdmgeschmetrert, zur Frist» ng ihre« Dasein» auf dst lltildehätigkrit edler Slauben^rnoffen angewstfen. kvrssrn Auae Hnntu thrfmeulo», wessen Herz ungerührt bleikm J bei dem Hinbl ck auf solchen Jammer, dem «in« glücklich«, hochachbbar« Familie «mleeimg«,allen ist? Daher bedarf »t wobl kaum vststr worst, unser« Slaubrn^enosie« z» th« lnehmender Hülfe für »m, schwer hrimgefuchtr» Mann rn bewegen, um weaigsten» bst bitter» Votb von ihm nnd den b»klagen»werthe« Srimgin fern z» hatte» ^. und den Schmerz »m dar verloren« Slück «'»igminaßen zu lindern.' , De» Barmherzige» wir» sich auch der Allbarnherzig, erbarm», - nnd tansendfach lohnen, nxu drm Unglücklichen grspmwrt wird. . 8 alta am 23. Juni logr. L.e « -ist-»» »er südilchr» »eeretade zu «alta Abraham Rabbinawiez." (Stempet »er Semrinde.) l'-it diesem Tokumeut bnoaffset, stellte sich un» Herr Saiomou Eckerling au» Balta vor. Er führte Empfehlungen folgender Rabbiner mit sich: Dr. ©uttmann« Lulm, Dr. Buch holz-Emden. Dr. Pra zer-Cafsel, Dr. Jac obson-Schrimm, Dr. Rü lf»Memel, Dr. Löwentha l- Tarnowitz. Dr. Hirsch Hildesljrimer-Verli«, Dr. Mühlfelder-Ll)emnitz, Dr. Rordheimer^Schwetz a. W, Dr. Lopfstein-Bud Ems, Dr. Theodor-Boja» nowo (Posen), Dr Münz-Lempe«, Dr. vogelstriu- Stettin, Dr. L ohn- Jnowraclav, Dr. Lmlomon Goldschmidt-Offenbach, Dr. Lr o «er-Hannsv.t. Dr.A. Lewin»ky-Hilde«heim. Oberrabbünat in Leeuwardeu, Proviuzialrabb. Marburg, Dr Bamberqer-Schwer senz: sowie der Herren Prosrffor Dr. I. Barth- Berkstz. rrsch L oew«'» Söhnr-Dl.-Lroae, Dr. I. 'lo h n -Wrescheq. E. Lohen-Aurickh Gebt. Göritz-Lhewaitz. Trotz oe» auffällig eleganten Style» de» Dokumente» und de» oeulschen Stempel» der russischen lGemeinde beschloß, ich durch Bilvung eine» Lomitee» hier ,u Hamburg deuc Bedauern»wenhen den Rest seine» Leben» sicher zu stellen., Rach Rücksprache mit führendm Hei.reu der hiesig« Gtmeiodt übernahm ich r», vordem festznstelleri, ob die Aagnbei» de» Herren auch der Wahrheit entsprächen Ein ftceupg^ hör brachte heran», daß sämmtliche vom ihm mündtlch "' " - uauvt« Resereuzeii uud Wohlthäter tobt, Abiaham Rabiui nach Palästina ausgewandert und die Gemeinde in 4 ausgetöst sei. Da seine Angabe» außerdem mit theii« frechviWW theit» ein« fürchterlich« Uiikenntniß verrathrndeu «eyauptzllA.. Z gen gepfeffert war«, war für mich kein ganifel inehr ^HM-iv