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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 14-15 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
14-15 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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frttnlggylni *m Vr. M. N«h«s» ** 3Mt Unterh«ltm»s «ab Belehrung für vte i-raeltttfche F««tlte. »«>» und Ehr«. Ortglval-Rowini au« bei «knemworl. »rw «raBct — «ta OH« «WW« ««J«1* ■ Qtlflrtff ♦ ®** *• w Lnd«u-vo»burg. — Vm (ttmibc la ber Berliner «4r. «s»«ache — RLU-s-lNubiab»,,. ' olujuu . «im e«b»wb«b. (mwoirth von *lwlf V t d. — «im* Reuet untrt bet «tmu«. «Ml s-rbi J-Uct-Wtern.-- «n» bem Spruchs ch«tz beb Xatmnt. — Z»ei «ebichte von «», «eiuber,. — «in «ebicht von P & Kskb mb Khre. Lriiinnl-W«»«» IM kr «kgcaMrt. Bon Roben Grouer. "1 tSoNfttznn^) »Gnädige« Fräulein/ begann Selbe. »Sie weiden entschul. -- digen, daß ich Jbnrn erst jetzt meine Glückwünsche darbringe, doch ich Kinn Sir versichern, daß dieselben au« dem tiefsten; Herzensgrund« kommen. In kurzen Worten will ich Ihnen den 4udaU meine« Wunsche« mittheilen: »Lernen Si! den Mann lieben, an besten Seite Sie Ihr Leben verbring» werden, wenn dic« geschehe», dann werden Sie mit Jhr>'m Schicksal stet« zufrieden fern." »Ich dank Ihnen Herr Gelbe" annrortete Melanie »und glaube, daß Sie e« aufrichtig mit mir u einen. Ich will Ihren Rath befolgen und hoffe wenigsten« di« äußere Rnhe zu erlangen, denn um die innere ist «I bereit« geschehen, niemals werde ich da« Verlorene zurückerlangea können/ »Aber Fräulein, e« ist mir nicht recht begreiflich", fiel Gelbe ihr ernst in«Wort, »daßSie heute so sprechen körnen, hatten Sie denn keine« freien Willen?" »Leider nicht", entfuhr e« tonlo« ihren Lisipen, »denn freien Willen giedt e« in unserer Gesellschast nicht, Verbleu düng und vornrtheilrvolle« Streben eine« unersättlichen Kastengeiste« sind" unser« Parole. Ach, daß ich doch Ihre «blichen Beuiühungrn erfolglos an mir habe »«rübergrhea lasten und nun da ich vor dem Zeitpunkte der Selbstständigkeit stehe, dem bevorstehenden Verlassen bei Bat« -Hause« unv bem Bewußtsein, von Ihnen vielleicht al« blinde« Mitglied der Laberen Zehntausend bezeichnet zu werden, fühle ich di« Größe «eine« Fehler«." Jetzt wurde da« Gespräch unterbrochcn, da die gestierte Modefürstin eben mst ironischen Lächeln au hm venran» ■ lichen Paare vorüberschritt und den -Erfinder' mit einem fragende« Blick mnnerrc, mit welche« sie gleichsam ihre Ber» Wanderung o»«drücken wollte, tva« denn dieser unbekannte Mann auf nur« Fest« suche, auf welchem sie anwesend sei. i*.. Doch da kommt der Baron und er ist ti, welcher alsbald & ans Sari Velde zuschreitet und ihn der Fürstin vorstellt. Doch welch«« Wunder! Auch diestr Götze betrachtet eine Weil« die classtfchea Formen de« Erfinder«, bi« sie verbindlichst anöspricht: »Ei, da« hält« ich Ihnen, Herr Baron, nicht zugenntthet, daß sie auch dic Berühmtheiten der modemen Technik tu ihren Freunden zählenj es freut «ich bahn doppelt zu diese» Feste gekommen zn sein, denn Herr Gell» üh muß mit Ihnen et« Idee zu« st urigen Blutwnwrs» bespreche», wodei sie mir doch wähl mit Rach zur Seite fielen wollen." bin ich deretti Durchlaucht ' zu stelle^ »Also ich nehme Sie beim Wort und ernenne Sie, Herr Geld«, zum technischen Leiter unsere« Komitee'« und hoffe bestimmt, daß Sie Viesen Posten anaehmen werden." ' . ./ »Durchlaucht können sich bestimmt auf meine Mitwirkung. " verlosten und will ich auch meine eigene Fabrik zur ®t». zeugung des elretrifchen Strome«, für wohlthätige Zweck kJ, erstrebend« Feste mit größter Bereitwilligkeit zur Disposition M Die Fürstin nickte dem Ingenieur noch freundlich zw HL und entfernte sich hierauf unter dem Rauschen chrer mächtigen^K Schleppe. Adermal» tönten des ausgezeichneten Orchesters Klänge und in lustigem Reigen durchflogen schon wieder die PaareY.-tfL die g'attr Flüche de« Tanzsalon«. , H Di« Stunden flogen rasch den sich am Feste Belustigen»^' den dahin und beinahe unerträglich ward der jungen Baronesst die schwüle Atmosphäre an der Seit« ihre« Bräutigam«. ■ Rach und nach verließen die Mitglieder der Gesellschaft die herrlichen Räume uud immer kleiner wurde die Wagcn-^-x reihe der vor dem Thorr postirten Equipagen. Roch einmal tauschtman die eouvenlionrllen Versicherungen; ", der freudige« Theilaahme und die gastlichen Salon« sind' ihrer Besucher entblößt. Der Diener Troß verlöscht die leuchtenden Glühlichter und ergötzt sich au den Ucbcrreften der fürstlichen Tafel. 1} Die Sonne war bereit» leuchtend am Himmelsfirmameut aufgraangen, und tief« Rnhe herrschte im Haust de« Baron«. Rach der durchwachten Nacht hatte »an den Schlaf - ausgesucht. Doch nicht alle hatten ihn gesunden. Meianie war mehr wie jeder Andere von den Anstrengungen de« - s» chöan»^" di ander« Bedanke« zu fasten, ' bi« «in Thränenftrom sie er» leichternd aufathmen läßt. Sonvulflvische« Zuck« dnrchbebt ihren Körper und klagend entringt sich»» chrra Lippe«: -. »Earl, verzeihe mir, keinen Andern, nur Dich will ich, der «» vermocht, meinen Stolz zu bannen, ans den Kaien möchte Ji ich Dich um Erbarmen anflehenli" Doch dieses sehnsüchüge Nüstern, diese Offenbarungen eine« alühend liebenden Herzens, verklangen und riest« nur die erschreckte Kam merzost herbei, welche besorgt za der Herrin eilte, um sich nach ihrem Wunsche zu erkundPen. »Ich danke, Marie, gehen Sie ruhig zu Bett«, denn?ie ruhig zu Bett«, denn ick habe nur au« de« Schlaft gesprochen, lasten Sie sich nichts beunruhigen. Hierauf preßte sie de, Kopf in da« thränendurchstn Kiste», um i« stillen tzcksmerze ihr Leid auStoben zn Endlich schlief sie in tm'^ctaaHMCK rin, geschwächt

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