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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 13 (1893) · p. Seite 52

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
13 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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da» Iudenthum interesfiren? r Ist H nicht da» Anodament meiner Reliaio»? Hat e» mir nicht die zehn Gebote, die Propheten, Jesu» und die -poßel gegeben? — Aber nodj mehr! Durch da» Studium der Geschichte de» Judenthumt bin ich ein besserer Mensch geworden, denn -solche Beispiele an Religion-treue, Glaoben-muth» an Pietät für die Elter«, Opsirwilligkeit für di« Familie und treue Gattenliebe sin!) mir nirgend» in solchem Maße begegnet, al» in der Beschichte der Juden und de» Judenlhum». Diese Beispiele sind nicht ohne tiefen sittlichen Einfluss auf meine geistige und gemächliche Entwickelung geblieben. Für alle» diese» bin ich dankbir. weiter nicht». Ich verwahr: mich sogar ausdrücklich dagegen, daß nur Forsch ungStnel, und Wißbegierde — (so sehr auch sonst diese beide« mich anspornen) — mich zu dem immer eingehenderen Studium der Geschichte de» Judenthum» veraulassea, sondern nur Dankbarkeit, nur Belehrung!-Wie Ruth, die Fremde. Eingewanderte stehe ich unter den Sühnen und Tljchtern Israel», aber wie Ruth wurde ich liebevoll ausgenommen, — zum Dank dafür, spreche ich eine Hoffnung au«: das> die Zeit kommen müge, in der die Bülker kundiger und darum gerechter, al» heute, sich erinnern werden, da» sie die Lehre der Nächstenliebe J-rael zu danken haben."!Yt $itu Ner»i»ifce»r an bat 22. März 1848. Die Beerdiguugbfeier für die in der Rächt vom 18. zum 19. März gefallenen Kämpfer de» Volke» fand bekanntlich am 22. März statt. Schon vom frühen Moiren war die Stadt in größter Bewegung. Tausende hatten die großen Treppen des Schauspielhause» uud die de» stanzüsischen Thurmr» besetzt, um die vor der Kirche ausgestellten 188 Särge zu betmchtrn. Die Gebäude der gauzen Stadt waren mit Trauerflor und Blumen geschmückt, au» deu Fenstern wehten neben der deutschen Flagge große Trauerfahnen. Um zwei Uhr ertönte Glückengiläut von den Thürmeu heräb, und ein von einem Posaunenchor geblasener Thoral, gab da» Zeichen, daß der Zog sich in Bewegung sitzen Werve. Da trat der protestantische Prediger Ad. Sydow vor den Altar de» Katafalke» und sprach: „Zraget ftt hinan» Me thritar, welche gefallen find in de« »er s» fegentrelche Folgen für da« Vaterland gehabt hat und der de- ..Uaum ifc jetzt da»Baud der Liede »nd iäinigkeft rnntab^nze deutsch« " Materland zu schlinge«. Lastet ln der Lhrfnrcht vor de» Tobten alle Gchllhte, wüche ln der einzelne» vmst verschiede» wogen, a«ii SMrt an de» Stile« Gofte». der di« Geschiek« der Mensche» . and alle» zm» Veste» führt.' Hierauf sprach I. Ruland, Kaplan zu St. Hedwig, Legend« Worte: .»nch der katholische Geistlich: grüßt ft» Namen seiner Kirche dt« Uederrep« derer, die van »an an rnhen fallen tn gemeln- «rde. von der eine» Lette Tod »nd verwesnna, von der Anferftchung »nd Lebe», steht fein Her» wie aller Herzen, de« Dappeleindrneke der Traner »nd der Fr»ade. Xtaatt, viele Opfer daffeld» Grab umfasse» mnh. Frorde, daß «» et» » Grab ist, da» alle diese Cfcftt einschlieht. Wird dteft» ein« ‘kt» Zeichen der vereinig»»« für alte; wird diese Ltnheft tut einen Grabe heransgepredtgt werde» für in,«er »» «sn liebe« dentsche» Vaterland; ist diese» eineGvtd derDnrchl i Nnftrstedung für un» alle; dann seid gegrüstet, die ihr hi« ffn wy» E» folgte sddon« der .Segeu».Spruch de» Rabbiaerk -De. Michael Sach» über bie Opfer de» 18. März": Name» lene» nralte» vekenntniste», da» al» tebendign der Wel tg esedi chre seit IahNansenden dasteht, i» Namen jene, Güteslehrr, die dei: Menschheit ihre» Gott gebracht, dt« sie gein den Stnrwen and Wogen der Greignist« die leitende mit bt ewige Vorsehung zn schauen, die st« angeleitei, da» Wehe» chouesodem» in dem Lebe» der v»iker z» erkennen, di« durch de» ^—Werten «und ihrer Herolde, der prodbete», für Wahrheit und LÄda» Wort genommen, im Kamen jene» alten, ewige» Bunde», te> Gedanken der Brüderlichkeit, liebender Theilnahm» de» ^Rrnstden am Menschen in ihrem Kreis« zuerst b«gründet «nd getzstanz«, ne hm, auch-ich an» tiefbewegter vrnst, an» «gristener »oller M waren di« da» Wort in diese« »rheieneu, wethevalle» Moment«. G» war der To», »er st« all« gftich gemacht, dt« hier rnhen» sonder, di» de» ScmsI, Mt Mach« einer Idee, di« Glnth der Begeisterung. die Dämm« nnd Bchetdewänd« ntederrth. welch» saast den Mens, sich selbst, de» Mensche» vom Measchen sthelde». « war die «mht einer llevi^engnng. ein« Lrhebnng der edelst«« Gefühl« »nd Gm danke», Me jene Hingeschiedene», dem» Gedächtnth hier l» so «raretftn» der Wels« gefeiert wird, hlnandtrieb tn de« Tadeiinmps; würdigster Ziel«, für di« st« gerungen, und denen st« mit ihre» Leben» «ntgegengtngen, da« freie Seldftbewnhisetn, dt« in ihre« Lrbranche unoehlnderte, unbeengt« Kraft de« Manne«, die st« de« Vaterland! erstreiten halfen.' Di« Trauermustk begann und langsam feierlich bewegte, sich der Zug vorwärt». unbedeckten Haupte» ließ ihn ha» in vickn, inelen Tausenden versammelten Volk vorbeizieheu. Alexander v. Humboldt und der Rektor der Universität Johann«,» Müller erüffneteu den Zug der Prosifforen und Studirenden. E» folgten: die bewaffnete Bürgerwehr. der Handwerkervereiu, die Maschinenbauer, geführt von Bor die Schüzengilde u. s. w. Eia Thor von 400 Mäuaersti men empfing den Zug, der vier Stunden gewährt, hatte im t iedrichthonl, woselbst Prediger Sydow nochmal» daort nahm zu folgender Ansprache. „SW,Kt, wir weine» »ft Luch! aber lastet uns bedenken, daß sie «ft ihre« Blut« «n», den U«derlebenden, dt« erhabenst«» Güter besiegelt Hab», für Me da« Lebe« de» Mensch«« kein zu hoher Drei» ist. Wo «ln« «ene Ordnung der Ding« von einer alte» kldnpftnd sich lobring«» mnh. da geht es zunächst nicht ab ohne Bruch «nd Widerftoh; aber den inave» Gegner, der «ft seiner Liufich« und mit seinem Gowtsteubnrtiull nach in de« gegnerische» Koste« gebunden ist, fallen wir ehre» nnd »ick« haste». Aber warum mup e» s» komme»? Brüder, di« vorseh,»g geht ihm» Gang, wir ttane» sie nicht'meistern; an un» L ist e», ihr, Wmtt nicht mthznverstehe» «nd die Bah», die sie »»« zeigt, »ich« z« wrsehleu. Ja. e« ist war, «» ist geschehe», »ah fichzwftche» den innig »nd sei» trene« B»U «ine schnml«, unheilvoll« Wolke hat lag«, Italien, dl« seine» sonst so klare» ktaiFichen Blftk 1» Täuschung gehalte» n»d sei« lrene« Herz geirrt hat, aber »nn tst sie ja vergangen» vergangen wie da» einschläfernd, einstrmlge Gertasch eine» Lasftaanen» verstummt unter dem erfrischende», rollende» Donner gehen«». Da» Wort de» lzinverfbtadulste» ist gefnade» wiedergekommen ist nufereu Herze» de» «nanäsprechllche Keg» de» vertrauen».' AuS Jana'- hierauffolgender Rede am Grabe, seien die »nd Schlußwort« mitgetheilt. die Warte »er Bersithnnng, de» Frieden»: wlr Fort aus ewig tn dt« Nacht der luern der Menschea, «ragt sie ab, dt« ihr die de» Kämpft« abgetragen habt." BefaUjj*. bade» gehiirt che», «trsolli Z«» ixm Spnußschech be* Letümtb. Poetisch übertrage» von Max Weinberg. Gretftnantl «a» der ' «st verkündigt ~ einst gefiiudigt. I. Kattfch« M-rtrittzssk. Mit M ist'« »ur bet« Herr» »er Welt; «ft » er über nn, e« hält. Wen» e» nrit ft nn» überfällt. AeSrätsche- Mrterrät-set. Bm, 0. in L. Zwei Monat' haben »»< bekreft «bi» Geiftetaoch«. a-bDienstbarkeft: t Wen» «er kommt für sich allein, " Dann so»«» ste Willkomm«» Dach wen» nmschknnnen sie Dann «licht ich st« nicht gern Drum bete täglich ich zu» Herrn: ,v, halt« sie »an nn» doch fern!" JUtbar AätHsil i» »srtser K«««sr. L »n« »»»»«m. i» den »chllchbr«. u. rrtyr o*»««). rn?-j <m. „ Beranuoortl. Kedaktenrvr.Kahmer, DrnllvonBendillidHnh» grül«D.L.W»kD,

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