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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 13 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
13 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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♦ V1* EtttNtwnl|>frfcii Mi Br. Bt, >«|«W t» BbgktNt^ Zur Unterh«ltmiG tmb Belehnmg fiir die i-raelitifche A««ttie. Selb uxb Ehr». Origioal,»»»»» ml bei VcanMart. 3t^alt l 'Hw bat 39.9tir|lM{. — tu« brn «pruchschatzbe« Mtytumvtoäx*. — RdtMeMUfung. 8m Äobevt Brauer. (Rortfefung.) — &t«J8«bib«^ Htmp. Z«I«uti. Panisch Lbertrage» Don Max Weinberg. (tUbrfattrr Wnbbrarf au4 ttefna Piene t(t mtnfatt.) Oe» «d (Hhre. OrteiaaMtama tmf Wr Be*oi»«n. Boa Kobert Brauer. M] (Fonsttzueß.) Bll« schon erwähnt vermied Gelbe seit jene« bedeutungsvollen Gespräche mit dem Baron jede Annä jeruna mit Melanie. Wst sehr auch die junge Baronesse von den in langer Reihe aufeinander folgenden vallfesten acupirt war, »i« wohl sie überall das Teutrum der Verehrung gewesen, > konnte fie doch unter den vielen blasirten Cavaliere«, welche ihr in weltmännischer Weise den Hof machte«, nicht einen einzigen finden, welcher Gelbe an Intelligenz »nd einer wahrhaft interessanten persönlichen Erscheinung gleichko«. Auch , nicht Einem war etwas von seinem «eistesfluge und Genie reinen, während aller Physiognomie deutlich dst Spuren eines , »asten, oder wie es die öffentliche Meinung zu nenn« be» 'liebt, flotten Leben» an sich trug. E« war deshalb nicht blos die Macht der Gewohnheit," welche die jung: Baronefte mit Setzisncht den Ilmgang mit chrrm ehemalig« Lehrer ^«d. stet« Gesellschafter auch jetzt wieder wünschen ließ, sondern die Einsicht, daß dieser einfache, schlichte Mann Sowohl an würdevoller impouirrnder Haltung, clS auch au «ger Vollkommenheit all« andern in ihrer Umgehung egen war. Wie »st durchbebte ihr Innerein uahezwingliches verlang«, da« sie nur mit ^ntmisetzung der äußersst« Energie zu bann« vermochte. Doch dies« uneigennütziam, vorurtheilsfrest» Gefühle »erflog« wie Seifenblasen, sodild sich die selbstbewußte Aristokratin in der sogenannt« standesgemäßen Umgebung sah, wean sie die hrchtöamden 'ftana der Gifte vernahm, welche ihr doch bei wer«, schöner k,klang«, als der so ganz prosaische und gewöhnliche Name ' »Gerde.'' Rein, lieber wollte sie ihm heiltgsfin Gefühle ver» leagn«. als um d« Preis ihrer Freiherrnkrone das Glück -ihres Lebens zu erkaufen. Allein vergeh«» bemühte sie sich, d« genial« Erfinder -z« vemess«, immer wieder erschstn er ihr in still,-».Stunden ^«»d seine stolz« Mauneserscheinuug prägte sth ihr als ' Ibml ein. , Nun «>ll1e sie späh« und suchen. bis sic ein« von »er Geburt Bevorzugt« gesund«, der ihm wenigstens an äußerer Gestalt alnchka». Aber fie fand ihn e«ht, nach dem sich ihr Lierz sehnst, de» sie chr Leb« für im «er weih« wollte ohne «ftderstrebe». So ging die Zeit dahin, und schließlich »mr es ein '«was glechküjifiger Gras, au de« sie wenigste» vor d« Ander« die likgenschast de» männlich« Mrtthet henmsznfind« glaubte. Sei» Gesicht wenigstens war so ziemlich it Rarb« bedeckt, die er 'wahrscheinlich zu.nrit seiner dienjahre erhalt« oder in eine» Ehrenbo»« davon-!lg« hatte. Allerdings auch schon ei» gewesstüBerd stuft d« viel« Aadere», welche vielleicht schon üflerß »st Gelegenheit eines Duell« vorübergehen lastend, sich gegenseitig über die Köpfe hinweggeschossm und dann die Hände reichend Gmugchnung leistest« und fanden wie in einer Eomödie. Graf Biancini, so hieß der Favorit des Baron Hollwih, welcher es schließlich verstand, auch der Tochter ein wenig Neigung eiazuflähm, entstammst einem der ältesten Adelsgeschlechter JtalstnS. Obgleich er auf dem Spiel tstche und den Rennbahn« fein nicht nnbeträchtlubeS Vermögen verloren, war er doch in der Lage, durch die ihm vom Baron persönlich angebostaen Zuschüsse ein snrgmloeS Leb« zu führen u:: sich für dev Beruf eines Ehegitstn vorzubereistn. Durch eine Verbindung mit diesem, wean auch financiell «inirstn Edelmanne, glaubst Baron Hollwitz das Aussstrbm seines Namen« verschmerzen zu können, indem ja derfilbe durch sein« letzttu Spross« die neunzackige Aron« erreichst. Durch dxn groß« Einfluß den der Vater auk dstBawueffe ausübst, :mo dst unbearenzst Sehnsucht derselben nach einem Gräfin wo pp«, halst fst sich schon mit dem Gedanken verstaut gen acht, mit ihm am Altäre das Bündaiß der Ehe zu schließ«. Ob sie wohl dabei auch an Liebe oder § ympathi« dachst, sä dahingestellt, d«n in dstser vom Balte getrennt« Lasst spielt das Gefühl ein« Nebenrolle. Er hatte unzählige Aham und, wie scho.i erwähnt, sichtliche Zäch« seiner Bravour und außerdem ein zuittirst» Offlzierspastnt. Trotz all dieseschün«, Eigenschaften war die offizielle Verlobung noch nicht erfolgt, und der A ron bescksioß, dst Gesellschaft am TlW seines Wiegmfisst« v^n diesem freudigen Famildmerrigniffe in Lmntmß zu s?«n. Je uälnr dieser Tag herannahst, eine um so größer afiiuugsvolle Bangigkeit erfüllst Melanst vor diefi« wicht'geu Ereiguiffe. Bn» ihre« Vetter batst fst erfahr«, daß Gäbe sein Erschein« zum Seburtsfisst bestimmt zugesagt habe. Was war es, was sie bä« Neunen dieses Rainen» erbleich« ließ, vielleicht bä allzu prosaische tÜana desselben? Nein, dst» vstlleicht nicht, da ihä Gesichtszüge »«« eines bei einem Unrechst ertichpst» Lindes glich«, da« »rnimmt, es habe gefehlt, sich aber über dst Größe des Mißgriffes eigentlich selbst nicht klar ist. Ein Znrücktrrstn war «ine Sache der Unmiiglichstit. Jetzt, wo es zu spät, erfaßst fie so recht dst ganz« Äiragweist ihres Schrittes, daß fie dst Erhaltung des Stand, sgäühls an ei» Leb« geknüpft, in welchem fie der schönst« ichttlich« Gabe entbehr« mußte, der wahren Liebe. Sie begriff «s nun, oder richtiger, d» giua ihrem Geiste eine Brrmuthung ans, daß diäer verlebst Graf fie nnr wegen ihrer Mitgift zur Gattin nehme, während sie ihm persönlich vielficht ganz gleichgültig war. Verlaust uw den Preis emer Krone, welch schauerliches Erkenn«" für dst sonst so energische, filftbävaßr, stolm Baronesse! Sst, dst den Nam« .Geld' für aüza ej»sach

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