Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 12 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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hinter dem Texte oha« grammatische Zergliederung geben, ist ein« schlechte, da- Begentheil emer Methode, die doch immer Zweck und Ziel beabsichtigt und von Gesetzen des Denkens geleitet wird. Da wir da« GrbetRbersechen wenigsten« nicht in der Schule unterlasse« dürsen, weil wir hebräisch beten und mit verstandene Gebet« andächtig verrichten können, so müssen wir Mittel und Wege ersinnen, dir Uebersetzung der Gebete leicht und mit dauernde« Erfolge zu erlernen. Dann muß allem Uebersetzungsunterrichte erst grammatischer Unterricht, wenn auch nur in der elemeutarsteu Form — vorangehe».*) L« bleibt also auch aus diesem Gebiete alle« uachzuholen, wa« da« Seminar bi« jetzt versäumt hat. (Forts, folgt.) Air A«tsei»fL-r«»g fc* K-acham Aaschi z» Aer»salem. Nachdem die Rabbiner und Gelehrten der portugiesischen Gemeinde beschlosiea hatten, Rabbi Jakob Saul Eljaschar mit der Kraue de« Oberrabbinat« zu schmücken, brachten sie diesen Entschluß am 15. Schebat, nachdem die 30 Trauertage um den verstorbrneu Lhacham Baschi Panizel zu Ende waren, zur Ausführung. , Rach einem alten, zu Jerusalem bestehende« Gebrauche pflegt die Amtseinführung in der sogenannten Jeschi bah .Baale Bat tim* stattzufinden. Da aber diese« Institut der Wohnung de« verstorbenen Lhacham gerade gegenüberliegt, nahmen die Häuprer der portugiesischen Grnieinde aus Rücksicht für die trauernde Familie von dieser Gepflogenheit Abstand und beschlossen, den neuen Lhacham Baschi in der Großen Synagoge (Lnbnl gadol) ju installiren. Am Tage vor der Leremonie durchschritten die Bediensteten der Gemeinde die Straßen der Stadt, um im Namen des Lxecutiv-Lomitees alle hervorragenden Persönlichkeiten zu dieser Feier einzuladen. Lange vor der angesetzten Stunde hatte sich ein« große Menschenmenge in der Synagoge angesammelt, darunter Vertreter aller Seelen der jüdischen Bevölkerung — Sephardim, Aschkenasim, Maghrebim, Jemeniten und Perser — und . auch einige Bekenner anderer Religioren unter Führung des B a s h a r o h Effendi, Dolmetschers des Gouverneurs von Jerusalem. Rach dem Eintritt in die Synagoge wurde Rabbi Jakob Saul Eljaschar auf seinen Ehrenplatz geleitet, wo ihm der Deputirte Rabbi Rissim Baruch die neuen Amtsgewänder anlegte, welche nach dem Gebrauche der Sephardim in Jerusalem jedem Oberrabbiner bei seiner Ernennung auS der Gemeindekasse zum Geschenk gemacht werden und setzte ihm das Baret auf das Haupt. Der Lhacham Baschi sprcch alsdann das Schehechej&na über die neuen Gewäuder, woraus die ganze Gemeind« mit .Amen" antwortete. Hierauf hielt derselbe eine Anrede, welche auf alle Anwesenden einen sehr günstigen Eindruck machte. Nach dieser sprach der Vorbeier da« Gebet für den Sultan Abdul Hamid 11. und einen Misoheberaoh für den Gouverneur von Jerusalem, Jbrahlm Haki Pascha und den Lhacham Baschi. Die Zöglinge der Sämcl'schen Schul« sangen hieraus den 24. Psalm und Jigdal, womit die feierliche Leremonie schloß. — Die Häupter der Gemeinde geleiteten dann den neuen Lhacham nach seiner Wohnung, wo sie demselben ihn Glückwünsche darbrachten.**) (Habaze^eth.) 1 In Rähmer's T.-filla kennt, tfuif I u. II, ist dies der Fall. **, Der frühere abergläubisch« Brauch, bevor der neue Oberrabbtner seine Wohnung deirin, an der Schwelle derselben ein Lamm zü schlachten' und mit dessen Blut au die Pfcste» der Hauöchür ei» Handzeichen zu mache», unterblieb diesmal wo hl «eidlich aus den Rath desHrn-Pine«. A«-geß»tze»! «Konnne, Weib! de» garen Schergen driingen, Und sie »erden Dich In Fesseln »»Suaen, Willst Du zögern» Ulna» nach verweilen! *•**’, mein theare« Weib, mir mfiffe» eilen!" Als» «ahnt der Jude, und e» stocken Seine Lippen; ia di« schwarzen Locken Seine« «arte, schlecht di« Thröne nieder — Bald doch findet sein« »rast er wieder. Und er schtiimt di« Ar»« um da« liebe. Einzig theurr Weib mit heifiem Trieb:. Decki »it »äffe« ihre blassen Wangen, Und voll Inbrunst halt er fie umfange». .Müssen wandern", spricht er saust, »zur Ferne, Müssen schwelgend folge» unser« Sterne! Sind ja Jude», helmathlo«. venriebeu! Unsre Liede nur ist un« geblieben! »Haben »ich»« verbrochen, nicht« verschuldet, Haben stuww gelitten und gedulde», Hielten fest an Gott und seiner Lehr«, Sucht«» »ich« bei Mensche« Rnh« und Ehre! »Wenn un« dranben gottvergessene Rotten Wagten um de« Glanben« z» verspotten. Sin» wir ohne Murre» heimgrzogen, Habrn au« der Lieb« Kraft gesogen! »Liebe wird un« in die Fremd« führen Wo wir bittend steh'» vor fremden Thürea, Bettler, ohne Gut und ohne Hab«, Aber treu un» selber bi« zum Grabe!" »Ja, sie haben alle« un« genommen!' Spricht da« junge, schöne Weib beNomnieu. »Will, ach! alle« dujde», alle« leiden — Rur da« Grab de« Kinde«! — kann« nicht meiden7" .Kan» mich nicht von diesem Blähe trenne», Uaerttilglich «uh den Schmerz ich nennen! War'« da» riaz'ae doch, da» Gon gegeben, Schmuck und Lust und Hoffnung unsrem Leben!" ,Seh'« noch stichelnd spiele» mir zu Kühen! Hör'» noch Dich, den Vater, schelmisch grüfitn! Bi« zur Stunde, wo'« der Engel küfite, Daß e« sich zur Himmelöretst rüste!" ^Haben'« troftlo« hier zur Rnh' gebettet. Oft gebetet hier, »le angekettet, Un« erinnert sei» mit heifiem Sehnen. Haben wohl gelöchelt unter Thräaen!" .Wollten Glück und Segen un« verlaffea, Wollt' zertreten »a« de» Menschen Hasse«, Hierher ellten wir. in Treu' verbünde», Haben Friede» wieder hier gefunden!" .Schweige!" fleht der »alle — .lafi' un» schweigen! Müsse» unserm Gott un« wortlos neigen I IBM'« bat wunde Herz na« auch zerrühr», Auch im Schmerz« solle» mir ihn preisen!" .Wird'» ln Baiergü«' zum Besten lenken! Wlrd da« rw'g« Heil vereint un« schrukeo! Lasse seine ew'g« Huld un» preise» An de« Kinde« Hügel, «tf wir reisen!" Eng' verschlunge» gleiten beide nieder, Uud .Schema Jtsroöl!" hallt e» wieder — Fest uud glilubig, wir au» einem Munde, Zwei Gebet« und nur eine Kunde. Krankenberg in Sachsen. Richard Landau. Ritchs-l. Aufgaben. Uamamammamaaaaaaaaamamw I. Z»e«tfches Morträtysel. San ». A. I» der Einzahl ist'« jetzt in Sachsen verboten, In der Mehrzahl oft schla^nd« Wetter drohten. II. Ktvräischrs ^ogogrwh Bon 6. in li. Ein Prophet Bor un« steht; «ypslo» — ist: XiUg und List. Auflösung des Aälhseks itt voriger Wrmuttr. Grbfva«, Kevrwwe. Bernnttvortl. RedatlenrVr.Rahwer, Magdeburg. Druck vmiISendirSHuia (früher D. L. Wölfl), Magdeburg. Verlag: Rob. Friese,