Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 11 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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uoettc These lautet: .Dieser Zweck wird erreicht durch den Unterricht in der Lehre, im religiösen Leben und in der beschichte de» Judenthum« mit möglichster Anlehnung an die heimischen Quellen und da« Gebetbuch." Durch dies« These wird nun auch noch ein neuer Unterricht-zweig de« Religionsunterricht« geschaffen: Der Unterricht im religiösen Leben de« JudenthumS.') Zum Vergleiche, nicht zur Richtschnur, führe ich „Aufgäbe und Ziel de« ev. Religionsunterricht«' «ach den Allgemeinen Bestimmungen an: .Die Ausgabe de« evangelischen Reliaftnsunterrichts ist die Einführung der Linder io da« Berständniß der heil. Schrift und in da« Bekenntnis der Gemeinde, damit die Sinder befähigt werden, die hl. Schrift selbstständig zu lesen, sowie au dem BotteSdrevste der Gemeinde lebendigen Antheil nehmen zu können ' Zu gleicher Zeit tagte in Eisenach der „Verein i«ra« elitischer Lehrer Mitteldeutschland«.' Im Berichte über diese Versammlung heißt e«: „-Die Debatte über die Leftion (Lot« Trennung von Ahxaham) und der Meinungsaustausch über die UnterrrchtspraxiS befriedigte allgemein. (?) Auch auf den systematischen Religionsunterricht lenkte sich die Debatte und war man darin einig, daß al« Ausgangspunkt am besten da« biblische Beispiel ja wählen sei, woraus der Lehr- Ksatz zu deduciren ist, während (?) paffende Bebetbuchstellen daran knüpfen und damit in Verbindung zu bringen sind, damit mH eine derartige Konzentration der Religionsunterricht an lebendiger Frische gewinne." (Forts, folgt) Obre Kbrrröe te der Kerkbrer israek. MolKsLLiß«. Bon Dr. Rex Bauer, Rrioftrar M .Kr^rn grenz»«.» re»«»».) Hervorragend mterefsiren noch zwei Punfte: Einmal, daß selbst hier, wo doch die Armuch und dir Roth al« Gäste fitzen, immerhin eia gewiffer Klassenunterschied — vielleicht nur der der Bildung, den ich anerkenn«, ein soziale« Vorrecht, wenn ich so sagen darf, — sich zeigt. In zwei von de,, größeren Speiferäumeu getrennten Zimmern saßen Studenten (Hört! Hört!), junge Lünstler, Architekten, Handwerker aller Art, Schreiber, angehende Lommi« «. a. m. und aßen s.lbs» verständlich daffelbe Bericht, da« gerade an de« Tages-Ordaung war. Ein großer Theil dieser Männer hat Frer-Lartrn, — die übrigen zahlen wenige Pfennige — aber, daß sie hierberströmen bewies mir, wie gut di« Speisen, wie taktvoll die Art der Humanität! Ja eine» besonderen Raum saßen Frauen. Halberwachsene Mädchen und Lnaben holten in großen irdenen und Blechgefäßen da« schmackhaste Essen über die Straße. Die freundlichste Urberraschuag war mir endlich um 1'/, Uhr Vorbehalten. Zu dieser Zeit erschienen 60 bi« 80 kleine Schulkinder, fast ausnahmslos mit ihren Bervh- »igung«karten, die «in junge« Mädchen kontrolirt, setzten sich an die inzwischen frei gewordenen Tafeln und aßen mtt jenem beneidenswerchea Appetft der Jugend, der ja der best« Lech ist. Auf meine Frage an einen blondlockigen Jungen (— ich brauche wohl nicht zu bemerken, daß mindesten« die Hälft« aller Säst« der Israelitischen Bolttküche, in der selbstredend »ach ,üdischem Ritual gekocht wird. Lhristea waren —) .wie e« chm schmecke?' antwortete er: .Prächtig!' und zeigte mir lachend jene zweiunddreißig Perlen, wie sie Friedoerg und Werner nicht schöner und edler haben l Mir ging da« Herz aus und ich schlich mich in eine Ecke, mir da« naffr Salz tttf de» Augen zu wischen, al« nun auch die bleiche, abgehärmt« und erfrorene Jugend eintrat, um für di« sieche Mutter, den gelähmten Vater, die elenden, verkommenen Geschwister ein Bischen «arme« Effen )u holen .... Ja. ein ganz *) Dtest Kafluug tntftoMit, «tat» L b. 3.« MB & 3u»t 18W. 3« «t. M in der.VBa. di« r-«s« 90 lehrreiches und sehr gesunde« — ich meine für blöde ringenmameuheiNm —, sehr gesunde« Stückchen Lebeasphllo» sophie «nd residenzliche Urtheilsreise jkaun man sich in der Llostersiraße 90 erwerben, wenn mau keine orthodoxe Brille, sondern einen freien, unverschleierten Blick, kein« eingewurzelten Zftandes- und Glaubensdifferenzen im Lopf und namentlich einen freien Athemzug de« feinfühligen Herzens sich bewahrt hat! . . . Ls wird mir recht schwer, ich gestehe e« offen ein, meiner alten Passion rückhaltsloser Krim gegen dir Nörgler und- Hetzer hier den Lapzaum anzulegen — weiß ich doch, daß selbst diese mustergültigen und wa« mehr sagen will, Gott wohlgesilllige» Einrichtungen echt praktischer Barmherzigkeit nicht volle Gnade vor der Lritik einer alleinseligmachenden Unfehlbarkeit haben» — einer Unfthlbarkeit de« Eigendünkel», de« Besser-Wiffen« und der Eitelkeit, die so bequem und so billig wie Brombeeren ist. Ja, ich weiß, wie alle diese Er» leuchteten — sogar nach meiner 38jährigen Praxis in Frieden und Lrieg vielleicht etwa« bester, wie sie, — daß hier manch Unwürtiger Wohlthaten genießt! Aber ich ftage und Herr Abraham fragt zu meiner Freud« und Benugthuung mit mir .Was üommr« darauf an?" Ist e« nicht bester, da» fünfzig Unwür!«ige au« nahrhafter Speise Lraft zur Arbeit gewinnen, al« wenn ei« Einziger hungrig, verblttett, grollend und fluchen!« fortainge?" . . . Ich muß gestehen, daß dies« Dogmen einer i« Herzen geborenen Barmherzigkeit mir kolossal imponirt haben. Ich gehe willenttich heute, so leicht ich e« könnte, auf dl« wftth. schastliche, aatioual-üko.romische und finanzielle Perspektive einer so ausgezeichnet geleiteten Bolttküche nicht ern, die gleichen Preise« und Rühmen« werth ist. Ich will «ft ein schöne« und reine« Bild nicht mit irgend einer Staffage bekntzela, di« mich auf den Boden de« sttsitsüchtige« Löscwapier« stellen könnte. Auf dem Boden verstäadmßinniger Herzenswärme, gleicher Anschauung, daß die große soziale Frage unserer schwülen Tage nur durch Dutzend« und Aber-Dutzende solcher kleineren Arrangement« für die vielgestaltigen Bedürfnißfragen aller Armuth — auch der verschämten — leichter zu lösen wäre, al« durch lausend Theorieen und Maximen, Dogmen und Disciplinen eine« schwärmerischen oder gar eine» zerbröckelnden Idealismus — — aus diesem Boden bealütkenden Einverständnisse« drückte ich Frau u. Herrn Abraha« «ft unverhüllter Hochachtung meine« Herzen« dft Hand und empfahl ihr segensendende« Institut der schirmenden Hand- Dessen, der etwa« bester weiß, wft wir klugen Menschen, was uns Roch thut, und zu dem wft Alle aufzublicken haben tu. Freud und Leid für. und für!! — «iM «itchsel.AttfgchSmu Detz»- BmmmammmmmmmmuuuummM «N&lll. &t*tf4** Me»öerSt-feL Sa« DBB geiBfchB»'« rrchleru war So »ie eia» mk M« «bWtb, Da« zeigt ktt Woiut AebruBr. n*BB 0 dbb fei mb Heichem BNmWni vBB ihre« eigBOB Platz« I»rt Und ziehe» an den rechte» Ott JUtfßfttMg »er FUttßfet f» »srtßer Wu««er. L Ja roftemp» i» ,/ßnHm44 «mhaiw». u eyf (Perftea). c»«die»), tTT)»P <d«t»«f«sifch» ui. 0*971 («v). 'JTTP rv. nip etter, tn »r»»Bch, sy 84». TJ »y nachttzBw, Bet»«BM Nascht'«. «M «UtMMae. Ber»»t»Bttl. Rtkabrar Dr. Ra^Mct, «a kefatrg. Druck DB» B«Ut>iz ch H»h» strüher D-L-NiaSk»