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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 11 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
11 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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\\\Yiicn= Inhalt: »wutyyhH Ma Vr. M. IU|M«r ia tt*a»«burfr Z»rr Unterhalttrug «rid Belehrung fiir die t-raeltttsche Kaurtlie. Proseffor Herzstld »I« Dichter, von Di. Let«»»efer-staawam — »eld ua» Ehr«. Origiaal-Roama au» derVrgrnwart (Fortsttzaag., — Die Vorbild«- de« jüdisch» Lehrer« i» Ätnrfn«. Lehrere»str»»-B»rtrog von H- Neai taVkaftaMabdea» (F»ris»aag.) - El« Stande ta der «crtiaer i«rael. «olwküche. von Dr. Max Sauer, Redaeiear »r» .»Uh» »reuze'. (Schlad-) - Räldstl-Aafgabe. - RLths. l^SSsuag». (lladefagler ntütvrt aa» diese» Btattt tit aatrria»t.) Professor Kerzfet» at» Mrßler. Boa Dr. Let»d5rf«r-Ha«barg. Der in Hannover lebende Sohn des sel. Landrabbiners Prof. Dr. Herzfrld, Herr Felix Herzfeld, saiidte mir^ans Anlaß der Lektüre meiner .Torrespodenzkart« aus dem Paradiese' in dem Prachtalbum .Deatsche Heust zu Hamburgs Gunst', die auch Ihre geschärte Zeitung*) seinerzeit gebracht hat. da» folgende in Dactylea geschrebene Posm, welches uns den gelehrten Historiker und Lanze lrrdner Herz, selb s. A. auch als Dichter im schönsten Lichte erscheinen läßt. Versaßt wurde das Gedicht gegen Ende dir över Jahre zum Zwecke der Erklärung bei Darstellung non lebenden Bildern aus der Bibel, die im Herzfeld'schen Kaufe veranstaltet werden sollten. Der Hauch hehrer poetischen Exegese durchweht die Saiten des Herzfeld'schen Muse und verräth auf den ersten Blick de» Prediger, der das Lchünr in de« Dienst des Wahren stellt — eine religiös« Aesthcnk. Di« Ueberschrtst fehlt; ich milchte sie nenren: Grund und Spitze der Mosespyramid«, oder: «ftfc ML»d»«g dsr ^h«»ra. Dort an »» Flath» »e» MI, tm jerdrvchlich» Pappnokästchen, flaftt »as schlafende Via», Mt Welt ja «ra>««f«u btfManaL wa» daaa gefcheh» ist. will ich aicht s^ildera, »tatet; aa» wU fafc Mo» hi »«m -roß» Dlomtnt Wieutfam »ta Knaben aingab. Kästchen aa» Fluß sta» genaant, hier stehet die Tochter »e» König», Mrjam dort, aa» von fern schoo'a pyramid» darein, Alle noch aicht, »eaa eb» erst jetzt aa» laa-e noch später war»« von unserem Stamm keachead »te grüße, erdaU; »vierzig Johrhanderte schauen von iha» schweigenherateder,- Voch am» Mose» gebaut, steh« aoch nach doppelter Heit. — Pharao'» eigen, Tochter muß retten den künftigen Sicher, Gleichwie selber »er Wal» liefert d» Stiel za »er Ke. va» »aß sklavischer Sinn ferableibe der Seele de» Karben, ward e» gefügt, daß er jgleich Könige» Sähe erlangt. — Doch »aß er dort auch nicht d» Srüde» »erde entstundet, Mirjam, verdaicken wir nur Deiner anschaldig» List, Und wie Da über da» Kind, da» verlassene, schwesterlich »achtest, ^chnststera, aoch »st so habt Zhr J»rael» (oot ,n »er kan». — iluch übersehet mir nicht sein Kästch», die Papp»»a iege: wisset, »aß Pappru» »ar Schreibend» eestr» Papier. Der in dem Baste gebettet,tziim Fürst» »er Schreibeich» alle warb er, sein Griffel verlieh, Welt!, vir Me heilige Schrift. — Doch wa, er schrieb, »ar von (Sott; wieder Fluß, ber ihn s »llte verschlack», <QoeB» entströmt, die noch heat' Keinem aus Lrden bekannt. »Berge ber Fiasteratß" heiß» Me kstthea, da»» er lerubstLrzt 3n Katarakten voll Pracht, Sag» verbreiten» darch',. Thal: Alse die Lehre de» Mose», aa» w»Senh»h« entgaoll sie; Laßst da» woheel — ihr wohin: Seg» za bring» de» West! 1 In «r. 1 ke* laafrub» Jahres diese« «lane». Kett «rd Khre. Orig!aal-»»»» »« »er wegeaaari B» Robert «rauer. »I 9. Lapitel. Die beiden ehemaligen Studiengenossen hingen nun « wr.hrer Freundschaft aneinander und immec herzlicher wurde das gegenseitige Berhältniß Sowohl im .'Kaufe des Barons, als auch in Gelde's Wohnung kamen sie oft zusammen. Bo« Wahle fühlte sich jedoch am glücklichsten in der Gesellschaft der alten Fra« und Erna'«, deren Gemüth auch auf chn nicht eindruckslos aebliebeu. Durch die Macht der Gewohnheit war dir furchtsame Scheu einer weiblichen An» muth gewichen, die ihr kindlich naives Wesen reizend erscheinen lieh. Mit reiner Empfindung ruht«, ihre seeleuvollen Blicke auf dem männlichen Antlitze des Hausfreundes, auf de« sie eiuen wohlthuruden Eindruck hervorbrachd:». Ein seltsames Gefühl durchdrang ihn, wenn er an Melanie dachte, welche das erste Mädthen gewesen, das keinem Herzen näher gekommen, alle chre schöne»» Eigenschaften die iha so sehr an sie gefesselt, daß er nur mit dem Aufgebot seiner ganzen Energie auf sie verzichtete, glaubte er nuu in der Schwester seines Freundes sich wiederspiegeln zu sehen, waren dieselben auch nicht so ausdrucksvoll ausgeprägt «ne bei Melanie, so besaß sie doch dafür ein selten zartfühlendes Herz voll GÜt« und Milt«. Immer schöner nnd begehrenswerthec erschien ihm da» einfache Bürgersmädchen, das in seine« Innern die Gluth der wahren, reinen Liebe entfachte. Nichts besitzt der Mensch; worin er der Gottheit so ähnlich ist, als dieses hehr«; himmlische Gefühl. Ohne Rücksicht auf die schwierigsten Hindernisse, mit Hintansetzung alles irdisch« Bornrtheiles steuert der lieben« Ehrenmann seinem Ziele entgegen, um die Ruhe des Herzens zu begründen. Solange dieses Bestreben nicht vorhanden, und die Sucht nach eigene« Bortheile oder gar nur Befriedigung sinn licher Impuls« vorherrsch.». kann der Ausdruck „Liebenicht angewandt werdest, dann ist die Gluck nur eine vermehrende Leidenschaft; die beseligende Gottrsflamme reiner Liebe, die auf dem Altäre unsere» Herzen» lodert, wird entheiligt, wenn nicht beiderseits da» Bestreben gegenseitiger Beglückung vorhanden ist. Ernst von Wahle, der die Schule de» Leben« durchgemacht, liebte aufrichtig und treu. Lein Gedanke des Standsts- und Religionsunterschiedes erfüllte ihn, sondern nur der Zukunststraum des eigenen traulichen H.'erdes an der Seil« des geliebte« Mädchens. So oft es seine Zeit gestattet^ zog r« ihn hin in jenes traute Stübchen, wo er so aufrichtig seme Sünden gebeichtet und von den Edlen dir wahre Absolution gefunden. Eben hatte die Matrone da« Geinach verlassen, wo Ernst und Erna allein znrückdlieben. Sie saßen einander sinnend gegenüber, bis Ernst das Schv »eigen löste nnd di

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