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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 9 (1893) · p. Seite 36

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
9 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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welcher de« Herrn ein« Starte überreicht nnb gleichzeitig mit« theilt, daß der bettefstude Herr ihn dringend zu sprechen wünsche. Velde wirst eine» Blick aus di« Sorte, worav f die Worte: „Ernst von iSahIe" stehen. Finster blickt er ein« Weil« vor sich, bi« er dem Diener de« Besrhl giebt, den Herrn hereinzuführen. z (Fortsetzung folgt.) Pie A-r-Udm-g rUi jüdische« «Letzrers tat Ke«taar. Lehrerconferenz- Lonrag von H. Ne»b in Reustadtgtdrn». (Fortsetzung.) Wie Bielgeschästigkeit ei« Zeichen de« schlrnden ausdauernden FlriHeS, wie Wortschwall oft da« Zeichen der Gedankenarmuth ist, so ist ein weit ausgedehnter Lehrstoff da» Zeichen eiue» pädagogischen Mangel«. In den jüdischen Schulen werden viel zu viel Geschichten gelernt: Geschichten selbst, die ohne jedweden religiösen und sittlichen Inhalt sind oder das kindliche Gemüth abstoßen müfien, werden breitaeiretrn Ein «eitverbreitrte« Buch — Levy'S biblische Geschichte — handelt fast auf 3 Seiler: von dem Richter Abimelech, auf v Seiten von Samson, auf 11 Seiten von E»ra und Nehemia. So skizzenhaft auch die Geschichte der Lünige geschrieben ist. so nimmt sie doch 6V Seiten ein. Es ist für Lehrer und Schüler eine fast unüberwindlich« Arbeit, da« Passende herauSzufinten. Unfern Büchern sthlt die Gliederung der einzelnen Geschichten, wodurch sich christliche Geschichtsbücher, z. B. Zahn'» Historienbuch, so vortheilhaft auSzrrchnen, sthlt strner der Schmuck der anheimelnden Bibelsprache. Die einzelnen Geschickten sind ausschvieisend-langweilia, laffen aber trotzdem zuweilen markige Stellen au»; so sthlt z. B. bei Levy in Abrahams Berufung der bezeichnende Zug. daß Abraham eine« Altar baute und den Namen Gotte« anries. Die Bidets» rüche sind »st weit hergeholt oder treffen den Sern nicht. Mit Levy'S biblischer Geschichte kann fein Lehrer den Lehrstoff in einem Jahre durchnehmen. Da« ist aber, sollen irgend bleibende Resultate erzielt werden, dringend nötbig, weil rrfahrungSmüßig ftie Sinder im zweiten Jahre vergessen, was sie im ersten Jahre gelernt haben. Ich habe früher einmal „gelernt', daß büst Menschen eincn hochgelehrten Rabbi, dem sie übel wollten, um di« Auslegung eine« schweren BibelverseS bestagtrn. Dieser, der die mündliche Lehre gründlich studirt hatte, vermochte daS Schrijtwort nicht zu eillärrn und wurde dunh einen Freund endlich aus der Slcmme gezogen. Der Freund lebte unter jenen stet» stageaden Leuten, kannte ihre Manier und verlegte sich auf die Erforschung der Bibel, damit er wiffe was er dem EpikoreS zu erwidern habe. Unsere Zeiten haben sich insofern zum schlechteren gründen, al« di« Juden weder in der mündlichen noch in der schriftlichen L'hrr recht Bescheid wiffen, was wir Gleichgültigen, Urbelwollenden und Anklägern zu erwidern haben. ES ist ein alte« Sprichwort: Wie man liest in der Bibel, so steht am Haust der Giebel. Lafstt uns ein jeder einmal in seiner Gemeind« die Häuser zählen, in denen ein« Bibel in druffcher Uebersetzung zu finden ist. Suchet dagegen ein nichtjüdisches Hau« ohne ein« Bibel! ' Tie »Allgem. Bestimmungen' fordern, daß sich in den biblischen Geschichtsunterricht der Oberstust die Erklärung zusammenhängender Schriftabschnitte au» den prophetischen und dru poetischen Büchern de« alten Testament«, besonder» der Psalmen füge. In der christlichen Schule ist jede« Sind gehalten, sich eine Bibel anzuschaffen. In der Schule werden dir schönste» Stücke, die der Erkennung und der Seelen»' verfaffuag der Sinder zugänglich sind, gelesen und erläutert. Die Sinder gewinnen «inen unmittelbaren Eindrnck von der Göttlichkeit dtkscS eiuzizen Buche«, gewinnen «tz lieb und SfmaUMiU. JNknftattDr. Hu^nct, Ma^ebnrg. DrMlvanLendikSHnhn (fiAbetS.&MI^ J bennhreu e« für» Leben al« Ha»«- und Andachtsbuch. Wie war e* doch frlcher bei unser, Altvordern? Bilel begleitete die Juden durch» Leben, sie adelte ihre siniiung, sie gab Trost i« Leide«, Stärkung in der Berg suckmng, R»he bei« Sterbe«. Wie jetzt, wnrde auch damal« die Thora in der Synagoge verlesen. Aber sie verstanden, ihn Wort«. Die wichtigsten, da« Wort der 'lyora in eine^ «wisst Beleuchtung setzende» Stücke au« den Propheten, dim Psc lmen, die ü Megilloth und Stücke au« den übrigen Bücher»! der Bibel waren dem täglichen, de» sabbathliche« oder fest-, täglichen Gottesdienste einverleibt. Die heilige Sprache war] unskrn Bätern verständlich, sie hatten also Jntereffe an der, Thora-Borlesuu^ sie hatten Andacht im Gebete, sie hattewA Bmtheile für Herz nnd Verstand von einer etwaigen Schnft auöleguag. Al» e« ei« Zeit gab, wo auch da« heilig Idiom den Ohren der Juden sremd klang, da la» «an « heilige Lehre mst der Uebersetzung in der Holkssprache voy da f ijote man dem GotteSdienst-Gebtte vorzüglichen Inhalt« in^ der Volkssprache ein. E» ist alles ander« geworden. E« ist ein Geschlechts heronaewachstn, dem die heilige Sdrache todt und unver»1 stündlich ist, die Thora-Borlesuug läßt e« gleichgültig, oderZ langweilt e«, di« Psalmen, die herrlichsten Stücke au« tat! Propheten, laffen es kalt. Wa» ist zu chun, um da» kommend' * GestKltcht dieser herrlichen Offenbarungen de» Geiste« Gotte thetlhaftig zu machen? Sollen wir Lehrer etwa die b Bücher Moli», die ersten und letzten Propheten, die Psalmen in berj UebiwsttzungSstuude zum sichern, geistigen Besitz der Schüler mackst«? Sit künnen in zwei oder drei Stunden nach btrj herrschenden Eheder-Methode solche Erfolge nicht erzielew¬ und müffen un» — soll die Bibel für unsere Schüler kein mit 7 Siegeln verschloffene« Buch bleiben — zu dem Ent» *2 schlusst bequemen, Bibellesen in der Oberklaffe der Religion«»? schule einzusühreu. Wieder ei« schlagender Beweis dafür,;j daß unsere jüdischen Seminar« ganz ohne Fühlung mit de» Bä kSleben, und darum ohne Berständniß für die Forderungen:. der Zeit sind, ist die Thatsache, daß ich geaüthigt bin. erne-g solcksi not^oendig gewordene, nützliche DiSciplia für uustrw: Schule gleichsam zu erfinden. (Fortsetzung folgt.) . A»ch ei»! Ein Sanzelredner suchte eine verarmte Familie dadurch^ zu rrüsten, daß er ihr die Freuden im Jenseit« in verlockend Farbe« schilderte. Der bedrängte Familienvater schüttelte den Sopf nnbj entgegne«: „Wer kann wiffe«, wie e» da drüben stin wird s Rock) ist keiner st au» Eurer beffern Welt zurütkaekehtt." ,Tm haben Sst einen schlagenden Beweis dafür, bafc.1 sich die Seele» wohl fühlen im Jenseit«. Wo e» uns gut] gefällt, da bleiben wst.' Ritthfel»A«fg«He«. Pnttflcher Matderittßfet -» Uttrtat. Sn C. in K. SM letzte streich' non »llen Zeichen Ru» einem deutschen Frauennamen, «in Paar al»bann nach v»en lab «wichen Und fieb die Krau au» Juda'» Samen, «ar H»L und lieblich auzuschaueu, Sn besten rin« unsrer Frauen; Di« »rn auf» Spiel ihr Leben setzt«, Ll» doShast unser Volk man hetzt«. st«- Mtßset ta Mrfecr Hta««er^ L StoMMl» Dpnanm» il rrta rona (mein»..) .

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