Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 7 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
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Buche viel die Rede. Diese ganze VEchrung ist ei« gitoßeS Mißverständniß plumper Mensche«. Lei« hat feiue reltgiöstu Ideen «i« wesentlich geändert; er ist tmmer bei aller Vorliebe fftr die Hellenen ein aufgeklärter Jude gewesen, obgleich di« .Aufgeklärten vomExhlage der Salomoo.Klch" ihm rin 'dorn iw Ange waren; diese AnfgeklLrtr« die keinen Sin« hatten für Israeli Geschichte, für Israel« große« Martyrium, waren ihm verächtlich; er glaubte an Statt, aber andrerseit* glaubte er «st Hegel, daß Sott groß genug sei, um auch einmal eine« W» au-halten zu kvunea. Al» «an ihn in Pari« .ans Händen trug-, wie er sagte, »eil er nicht gehen koante, hatte er natürlich Zeit und Anlaß; über die Religion nachzndenkrn, aber ein« wesentliche Sinnesänderung ist in ihm nicht vorgegaugen; »an darf stme Scherz« über Gott und Rrlgion nicht zu «ruft uehmea und darf, wenn er recht ernsthaft redet, nicht vergessen, daß er den Schalk im Racken hat. — Der Herausgeber der Brief« hat seinem Buch» den Titel gegeben, „Heinrich Heine'« Familienleben'. Dieser Titel ist vieleicht zu anspruchsvoll; aber da« Buch ist eine liebe, köstlich« Stabe. _B. EL Zlüsseldorf >«- dl» Kei»e-Z>e«Lm«k. 8o« eine»! Düffeldoefrr Bürger. „Eio Stern erster Größe ist am Himmel der Poesie erloschen, ohne daß die ©dt viel darauf geachtet hätte; di« Welt hat mehr zu thun, als auf glänzende Meteore zu achte«. Heinrich Heine tst gestorben, oder vielmehr dir eigensinnige kleine Flamme, die diesen seit acht Jahren auf dem Araakenlager hiagestrrckten gelähmten Aärper an der Auflösung verhinderst; -ist auf immer entflohen. Wohl war er lebendig in seinen Sarg genagelt; aber wenn man au diesen da« Ohr legst, so hörst man die Poesie ihre lebensvolle« Melodien unter dem Leichentuch« singen. Heine ist der gröbst detitsche Lyriker und sstllt sich ganz naturgemäß neben Sotth« und Schiller." — Mit diesen warm empfundenen Worts» leitest seiner Zeit Theophile Gautier im Feuilleton de« movitonr seinen Rachruf an unseren große« Dichter ein. Fast ein Menscheualter ist darüber hingegaagen und man hatte Grund zu hoffen, daß!, der domaliae Wunsch Friedrich Szarvadhö: »daß au« der Asche de« gebrechliche« Menscheu nun der unsterbliche Geist des groxen Dichters der Erinnerung der deutschen Ration entgegenschwebe« werde", sich allmählich erfüllt habe. In aolvere Musik gefaßt haben sich inzwischen di« Perlen Hestwscher Lyrik „ans Flügeln d«S GefangeS" di« Herzen nicht allein des deutsche« Volkes, sonder» der ganzen gebildete« Welt erobett, und wenn irgend etwa« dazu augethau war, die „Grollenden" auch mst dem „Menschen" Hein« zu versöhnen, so ist eS der erst kürzlich veröffentlichst Briefwechsel mit ftiner Mutter und Familie gewesen. Aber nicht so in unserer Musen-, Kunst- und Garstnstadt Diifstldon, der SebnrtSstätte IeS große» Poeten. „Die E-tadt Düffeldorf ist sthr schön und ntru «au in der Ferne an sie denkt und zufällig dott geboren ist, wird einem wunturlich zu Math«;" sagt Hem«. Auch »nö wurde «S ^vuuderlnh zu Mache", als wir von den, jüugste» SmdtrathSbefchluff« hinsichtltch deS Heine-Denkmals Aruntniß bekamen. — Einstdnmig abgelrhnt, da« heißt, maa hat einen Beschluß aufgehobru — die Motive «ollen wir nicht krstifire», wir überlassen ihre Brwenhung rnhig dem Urttzeile «ineS jeden unparteiischen Lesers —, de» »au ia d« »selben Angelegenheit vor etwa fünf Jahre« zu Gunsten d«S Projektes gefaßt batte. Damals standen sich die Meinungen allerdings auch schroff gegenüber, aber „Düsseldorf hat ct»m intelligenten Oberbürgermeister", schrieb zur Zest Albert llöolff im „Fig»ro“, der gab Heu Ansschlag. Heust har lsich da» zwo in oovst» verwaickelt, »ad dabei setzt sich der Stadtrach nicht etwa aus einer einzelnen BerufSklaffe, sondern au« Aerzstu, Künstler«, Jucisten, Fabrikanten, Großkaufleust», Gewerbetreibende» zusammen» dir allerdings theils der «ltramontauen, thei der Mittel-Partei angchtren. Sir Anderen aber, die swirl um» de« Sinn für Schönheit und Poesie bewahrt haben nnd l um« denselben nicht trüben laffen: „bei den ewige« Göttern. um mit Hein« zu reden, wir müssen Protest dagegen einle daß, man die gesammst Bürgerschaft mit solchen Beschlüsse»! ideiitifizitti Et» 3>ctttw«f fftr Adskph Grßminu. In einem besonderen Aufsätze (in der „Tempi") rhtt der '1 rühmlichst bekannst JulrS Timon da« Andenken de« naer- " sttzlichen Adolph Ertmstux mst tieftmpfundrue« Worte«.'1 Jul. Simon, „der Stolz und dst Zierde Frankreich»", sprichti seine Verwunderung darüber au« und fiadtt H unerklärlich, daß einem so hervorragenden, verdienstvollen, ruhmgetrSustn .5 Monn«, wie Adolvh Lrtmieux unbesstitstn war. von seine«; vaerlande bisher noch kein Denkmal gefetzt wurde. „Erl war einer der bedeutendsten RechtSgesthrten unv der gewal-i tigsst Redner seiner Zeit" — sagt Simon. Ob E. auf de«. Gelnest der Politik mit besonderem Glück und Geschick wirkte, ist sehr ftaglich so viel aber steht fest, daß er ein geistreicher, genialer, edler Mrusch war, als Bürger sowohl' wie als gottvegabter Staatsmann gleich ausgezeichnet durch seinen lauteren Charakter und sein reine« Herz. Da« sind' Eigenschaften und Tugenden, die in solcher Bollkommeuhest, heutzutage leider nur höchst selten zu finden sind. Tr. gebürte nicht zu denen, die sich ihrer Abkunft schämen, sagt JuleS Simon weistr. im Gegentheil, «s gereichst ihm zu größter Ehr«. Jude zu kein und für da« Wohl und Heil seiner ihm thenren SlauvenSbrüder de« ganzen ErdenruudS nach besstn Kräften zu tämpftn und zu ringen, für sie die lan,zers«hnst Freiheit und Gleichheit zu erzwingen, betrachtest Er. al« da« fchönsst Ideal seme« Leben«, rü keine heilige göttliche Mission. In seinen herrlichen, unsterblichen Vorträgen offenbarst sich daher sein gläubiges Gemüch wie ein lemhstnder Stern und feine tief au« der stammen Seele' sstüamndea Steden strahlten stet« wie der Glanz de« Him-; mel». Wenige haben tu so anerkennenSwerlher Weist ihre Pflichten dem vaterlaade gegenüber erfüllt wst Er. Wenige - waten so ftatt stst, uutthtg und aufopstrungSfühig wst er. Fronknich aber deukt nicht daran, fein« Ehrenschuld abzu-. trq^n uud eine« seiner besstn und treuesten Söhne ei« würdige« Denkmal zu errichten. Vartsche- «tae ata Griesterstnst Meta Etanb tm Ga», Lch «taSaad'a «et. Nicht sehr ^mtgt zu f WavM ati stammen, (Ha Jeder te dem Nrs Da« Bache hm nicht -rege« Doch mtrst» von VS-ela >rr» mchehrt. de» FUttßfet ii isrtssr WUMAer. - ^3 (ein Fmmder) qtT (Wit); CRTI1 eta «adnilRafe«, (Cgat. 18^.) tat Name etm» NtchteM. (Wicht. S^,.)Z -> 1 iinnmir» Dt, »t »h»«r, Mngdetnrg. Denckuaa « tndlz chtzntz» graste V. L Skalff), ckageedurz. «Klag: Ra» -r»«le.