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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 7 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
7 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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tfuHUfrlm Mn »r« 0t« MckhMM in lU|WMrg. > . * Z«r U«terh«lt»»s »«d Belehrung für die t-r«elttifche F««ilie. Inhalt: O«lv Ihre. 0rt-ia»l»>k««a» au« dar Geaenwatt. (K»rtf«tzun>.) — Di« Vorbild»»« de« jüdischen Lehrer« im Seminar Lehrarrmekreat-Bortraa »au H. Neuh i» »«»fmdmübr»«. (Karq«-i»>.) — HeiartchHei«'« Briese aaMuNrr und SchmeÜrr.— Düsseldorf »ud da« Heine-Denkmal. Bo» einem Düffeldarser Bürger. — Ein Denkmal für Adolph Lrümieax — Rüthsel-Ansgab« und >Sthset-Ldsu»ge» <ll»drf»»trr Nachdrn« an« diesem Blatte ist n»trrs««t.) Kett «»b Kyre. Oriainal-Aamen an« der «e^nnmrt. 7] Boa Rotcrt Brauer iSartsepun-.) »Berehrte Geftllschast I Sin herrliches Fest hat ua« heute Alle hier versammelt, um im gastlichen Hause des Herrn Baron Hollwitz die Einweihung seine« Landhaufe« }u feiern. Sin wahrhaft herrlicher Anlaß zur Aufmunterung und Bekräftigung der gegenseitigen Sympathien. Im milden Sonnenglanz strahlen un« vom Portal der herrlichen Billa die in Goldbuchstaben prangenden Worte entgegen: „ Per laborem ad honorem*. Dieser Wahlspruch ist der Jmpul« zur Thätigkeit, er möge un« durch'« ganz« Leben begleiten, den »naben auf der Schulbank, den Jüngling in den Hallen der Wissenschaft und Kunst. und auch den im kräftigen Manne«- aller Stehenden, damit r« ihm gegönnt sei, am Abende de« Leben« den erwünschten Prei« zu erreichen. Doch wie viele, unendlich viele Menschenkinder haben sich den Wahlspruch gewählt und warten trotz emsigen Fleiß«« und uuunterbrochener Thätigkeit auf den Erfolg. Wa« ist e«, da« ihnen den Zukunst«traum vernichtet? Welche Macht durchkreuzt ihre ehrenhaften Pläne? Wie bekämpft er die Hemmnisse, die sich chm entgegen stellen? Rur durch eine innige Verbindung mit Gleichgesinnten, mit vereinten »rästen. Und ein solche« Bindemittel, welche« da» Schwerste überwinden läßt, ist echte, treue Freundschaft. Ohne diese ist nicht« auf dieser Welt erreichbar, denn wenn diese nicht echt und rein, dann warten eben die armen Erdensöhne vergeben« auf di« Zeit der Ernte. Möge daher dieser Tag, de« wir so festlich begehen, ein Bund der wahren echten Freundschaft sein. In hellstrahlendem Sonnenschein, unter wolkrnlot blauem Firmament legen wir den Grundstein, um in den Zeiten der ernsten Gefahr herzlich znsammeazuhallra. Erfassen wir Alle — so 'chcoß Gelbe überzeugung«voll — den Schirm echter Freundschaft, '' iel ob dessen Umspauuuug an« roher Leinwand oder Stoffe besteht, er wird un« immer Schutz gewähren, erhebe daher da« Gla« ans die un« leutr zusammenführende Freundschaft und bringe ein Hoch auf die liebenswürdige Tochter unsere« Gastgeber» au«» deren Namen die Billa trägt. Sie lebe hoch, hoch, hoch!• Der Toast, welcher sichtlich au« dem Herren des Redner« gekommen, machte auf di« Zuhörer großen llnndruck und eia Beifall«sturm folgte dem Hoch auf die junge Baronesse, die ganz überrascht von dieser Aufmerksamkeit, nu» allseit« beglückwünscht wurde. Jetzt trat der Eontrast zwischen ihrem Nachbarn und ihrem Gegenüber am deutlichsten hervor, denu Gelbe'« Siede hatte auf von Wahle einen tiefen Eindruck gemacht. Er hatte e« begriffe«, daß «in jede« Gort Verachtung gegen ihn berge. Ei« Schauer durchbebte ihn, wem er auf seinen Studienaenosir» blickte, der nun da« Eentrum aller zärtlichen Ausmerkßtmkeiteu geworden war. i->: V. a> i iiri -| . j , Wie leicht konnte dieser jetzt dir Telrgenheit wahrnehmen, um ihr. die gerechte Vergeltung zukomme» zu lasten, ein Wort von seinen Lippen und er war vernichtet, die Ehre ftine« Namen« auch vor der Welt zerstört. In seinem Innern fühlte er den Fluch, der auf seinem Gewissen furchtbar schwer lastete. Aufathmend sah er die einzelnen Paare die Plätze verkästen und im herrlichen Parke lustwandeln. Nun erhob auch er sich mit der Baronest« und wandte sich dem Parke »u, während der Hausherr an der Seite einer älteren Dame folgte, sagte er zu den Bereilenden: .Meine Damen und Herren, wenn e« Ihnen genehm ist, würde ich eine Lustfahrt auf dem See Vorschlägen." Mit großer Majorität wurde diese« Projekt allseit« ausgenommen und die Gäste eilten dem Sec zu, wo die prächtig au«gestattrten »ähne gleich loSgemacht wurden, und die ganze ftvhliche Gesellschaft ruderte lustig auf dem Wafferspiegel. Auf einem großen Fahrzeug« postirte sich die Musikkapelle in der Mitte de« See« und spielte schöne Seemann«- weisen, welche di« Damen und Herren mit writhiaschallenden Stimmen begleiteten. Einige unternehmungölustigr Theilnehmer waren sogleich auf die Idee gekommen, eine Wettfahrt zu arrangiren, worauf die Kapelle ihr« Stellung änderte. Während die Wetteifernden sich in einer gerade Linie aufftelltrn, stieße« die Uebrigen an« Land, um sich den Kampf vom Ufer au« mitanzusehen. E« waren ca. 20 Kähne, welche di« Regatta mitmachen wollten, und nur wenige Damen wagten e« sich den Herren anzuvertrauen. Unter den Theilnehmer» bemerken wir auch Earl Gelbe, welcher seine Schwester Erna nach langem Bitten mit in« Fahrzeug genommen hatte. Auch von Wahle war in einem Kahn mit Melanie bereit, dem Zeichen z de« Eommandirrnden folgend, um di« Erlangung de« Ehrenpreise« zu «etteisern. Da erscholl da« Lommando, und mit BlitzeSschnrlligkeit sauste« die Rudernde» dahin. Bald ward die gerade Linie ungleicher, indem viele zurückblieden und sich «ergeben« bemühten, fden Borrilendrn nachzukommen. Immer größer wurde der Zwischenraum, bi« zwei Kähne in gleicher Linie den andern weit voran« dahiasausten. Mit dem Aufgebot der gesammten physischen Kräfte arbefteten die Insassen, mit den Rudern die Wellen »heilend, während die Zuschauer sie mit brattscuden Ruft« begleitete«. Die Sehnen der beide» Kämpfer waren aus« äußerste gespannt, da ei« Jeder bestrebt war, dem Ander» den Bortheu abzuringen. Die beiden kräftigen Ruderer waren Earl Geld« und Ernst von Wahle mit ihren Begleiterinnen. Bon beiden Seiten ward da« Größte geleistet und fast schien e«, daß der Kampf ein unentschiedener bleiben würde. Da plötzlich erbrauste abermal« eia Jubelrus der am Ufer Stehende», denu Earl Geld« hatte den «orspruag erreicht. Immer größer wird der Zwischenraum der Fahrzeuge und schon schwingt Erna jubelnd da» Taschentuch hinüber,

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