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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 6 (1893) · p. Seite 24

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
6 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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Religion. 3.KU1: Vir biblisch« Geschichte de»altenTestament» tm Insannnenhans«. L» werden hi« wie in d« ». «laß» »t« einzelnen bibltschen Geschichten nach ihrem religiSsen onh sittlichen Inhalt« entwickelt nnd fruchtbar gernacht und di« Seminaristen in frei« und würdig« Lrzählvng d« biblischen Geschichte geübt. Psalmen and and«« poetisch« Stück« de, alten Testament». — 2. Klaff«: Di« HcUßions* lehre Im Zusammenhang« aut Grund de» Kaiechirinu» d« betreffenden Konfession unt« fortwährend« Bezietnng auf di« biblisch« Geschichte und mit Anleitung für die Behandlung de» Stoffe» in d« Schule, vom zweite« Semester an wird mindesten» «in« Stund« zu Must«- Irftiontn und Lehrproben in d« Uebunasschule benutzt. — \. Klaffe: Bibelkand«; Bibellesen, va» wesentlichste d« Kirchenaeschichte, überhaupt di« Methodik de» Religionrunterricht» »«anschaulich« durch kehrproden, welch« all« Formen »«selben vorführen, biblisch« Geschichte, Bibelspruch, Schriftabschnitt, Katechi»mu», Kirchengeschichte. Anleitung für die Fortbildung, Die in der Schul« eingeführten Religionsbüch« find dem Unterrichte so zu Grunde zu legen, daß d« Seminarist dieselben svälrr selbstständig zu gebrauchen und zu «klären vermag. lIn da< Pensum der katholischen Seminare fällt noch die Aneignung und Erklärung der Gebete, deren Verrichtung die Kirche als religiöse Pflicht bezeichnet.) Ich verstehe diealles nur mntntis maUndii. Aber Sic sehen doch, daß ein fleißiger, pflichttreuer christlicher Seminarist als ein auch in der Methodik de- Religionsunterrichts fertiger Mann in die Schule tritt. Er hat blöder Theorie die Praxis, die Routine hinzuzufügen. Unsere christlichen Kollegen finden beim Verlassen des Seminars und beim Beginnen ihrer ungewohnten Amtsthätigkrit vorzügliche Hilfsmittel vor: Bücher über die Methodik des Religionsunterrichts im allgemeinen oder methodisch angelegte, für die Hand des Lehrer« oder der Schüler zugeuchtete Bücher für die einzelnen Fächer des Religionsunterrichts. Bei der Durchsicht der Litteratur für deu.Religionsuntcrricht staunen wir über die Reichhaltigkeit der dargebotenrn Anweisungen. Tüchtige Pädagogen haben ihre Kräfte in den Dienst dieses ersten Untrrrichisgrgenstandes gestellt. Seminardirektor Schütz, verbreitet sich in seiner Schulkunde auf 88 Seiten über Zweck, Lehrgang und Methode. Nebenbei empfiehlt er „Gedanken" und .Studien" anderer Autorität?» über den ReligionSunlerricht als sehr gut, sehr lehrreich, vorzüglich lehrreich. Der Altmeister aller Praxis, der verstorbene Kehr, spricht 70 Seiten lang über den Religionsunterricht in so gediegener, überzeugender und versöhnender Weise, über das Wa» und mehr noch über das Wie, so daß wir uns mit Trauer im Herzen flogen: Wo ist und bleibt der Kehr de« jüdischen Religionsunterrichts? Neben den Rabbinern, die zugleich die Religionsschule beaufsichtigen, neben den Lehrern, die di« Methoden erproben oder finden, sollen die Direktoren und Lehrer der jüdischen Seminare die berufenen Methodiker, die geeignetsten Kräfte zur Abfassung mechodischer Anweisungen sei». Wie verhält es sich aber in der Wirklichkeit? (F. s.) und Rache; sie war in relativ kurzer Zeit beendet und wnrd« an Prrchtler ausgeliefert. welcher sie ganz ausgezeichnet fand; er fügte bei. der Betreffende werde selber kommen, um mir persönlich seinen Dank abznstatten. In der Thal erschien nach etwa vierzehn Tagen ein junger Mann mit röchlichblondem Barte, dankte mfl für die Arbeit, welche ihre» Zwecke vollkommen entsprochen und legte mir 20 fl. ans de» Tisch, indem er mir zugleich mittheilte, er fei Erzieher im Hause des Rothschild'schen Prokurasührer- Goldschmidt und heiße S. H. Mosci.thal. Wirklich war bald darauf in de» Zeitungen zu lefln, der Schriftsteller S. H. Mosenthal sei an der Universität so und so zum Doktor der Philosophie promovirt worden. .Ich hoffe, die Veröffentlichung dieser kleinen Episode werde den, Nachruhm des VersafsrrS der „Deborah" und der .Königin von Saba" keinen Abbruch thun." Kiu neuer Ortöfer. Der „American Jsraelite" schreibt an leitender Stelle Ein neuer Erlöser ist im Ehristenthum erstanden, ein Menschensohn und ein Gottessohn, ein Himmrlsbote, voll des heiligen Geistes, ein Träger direkter himmlischer Botschaften, gekommen, die ganze Menschheit zu erlösen und den sündigen Kindern dieser Welt das Heil zu bringen. Sein Name ist Harold Brodrick, >861 in Neu Seeland geboren und nach seinem Bildnisse an der Spitze seines Buches ein sehr gemüthlicher Mann. Früher war er ein Bonvivant, war viel auf Reisen, bis der heilige Geist in ihn fuhr; er kam dann nach England, wurde dort in eine Irrenanstalt ausgenommen, und begab sich nach seiner Entlassung aus derselben nach Amerika, wo er ein zweibändige» Buch unter dem Titel: .Der Mrnschensohn" schrieb, welches er un« mit dem freundlichen Ersuchen zuschickte, die Wahrheit über das Reich Gottes so rasch wir möglich bekannt zu machen. Der Styl des Herrn Brodrick ist der eines Mannes, der in litterarischen Arbeiten nicht bewandert ist. Es scheint auch, daß der Herr in großer Eile und heftiger Auflegung geschrieben hat. In theologischen Dingen ist er ein ausgesprochener Pantheist und doch ein Gläubiger der christlichen Religion. Er zeigt keine Idee von irgend einer Wissenschaft, weiß aber Alles, besonderwas der Allmächtige thut oder zu thun beabsichtigt. Er ist augenscheinlich eur Gnostiker der alten Schule, doch scheint es nicht, daß er ^e von diese» Herren etwas gehört hat. Wenn er auch kem Prophet ist, so ist er doch ein passender Gegenstand für eine psychiatrische Anstalt. Vielleicht verstehen wir ihn auch nicht, da wir nicht zu den erlösten und erleuchteten Heiligen gehören. Wie Mosenlhat Zloctor wurde- Im Wiener Verein der Literaturfreunde hielt vor. Woche Max Falk, der Chefledatteur de« „Pestrr Lloyd", einen intereffantrn Bortrag: .Allerlei Erinnerungen". Die.Deutsche Zeitung" berichtet darüber u. A.: Moscnthal. der Verfasser der .Debora", wa: Doflor von Mar Falfs Gnaden. Nnmal wird Max Falk, damals Student in Wien, von Johann Lito Prechtler — jenem einst vielgelesrnen Dichter, der Grillparzer so grausam mitgrspirlt — ausgesucht. Prechtler verlangt eine Doktorsdissertation für einen Freund. Doch lassen wir Falk das Wort: .Ich ging daraus mit Freuden ein", erzählte dieser, .und erkundigte mich nur, ob sich der Ungenannte specicll mit irgend einem Zweige der Wissenschaft oder der Literatur beschäftige. Auf die Antwort, daß derfllbe bereits einige Theatersiücke geschrieben habe, entschloß ich mich sofort zur Ausfühlung einer Arbeit, welche ich ohnehin schon lange mit mir im Kopf« herumtrng nämlich zu einer Parallele zwischen dem klassischen Drama des AlterthumS und jenem der Neuzeit, dln dieser Abhandlung schrieb ich nun Tag «iglfiSSjfel Aeöräisches Map»»- und Menderälhflk. Bon C. In K. Daß sie fremd sind, die Semiten, Ist auch dem' noch unbeftriiteu; Hat Mose« selbst es doch gesng«. Geht nur zu seinem Sohn und frag«. Doch wo und wie er'« hat verkündet, Zm Abschnitt Iethro leicht «an findet; Ein Päthsel bleibt es immer zwar, Doch ift's, well er es sagte, wahr. Auch eines Richter« Rame zeigt, Aas Moses hier an« nicht verschweigt. „Doch den Fremdling sollst Du lieben!" Das hat Moses auch geschrieben. Jtufßfma des Stftflfef i« voriger Aummer. L Milch; Werke? EchUfmeer. H. *rp «and; jT"l Tand. : r anlworU RedakteurOr. »lahmer. Magdeburg. Druckvon VendtxchHuhnlsrüherD.LÄtolff). 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