Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 4 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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sach« benutzt wird, daß per oapitn jährlich einige Pfennige würden erspart werden, wenn wir un« von den amerikanischen Logen losmachen könnten, oder wenn unser Distrikt in 3 «der 4 Theile gethcilt würde, ergiebt sich von selbst die Frage: .Welche Anregung liegt hierin zur Ermunterung der Brüder, ihre Freunde zum Eintritt in diesen Orden zu veranlassen?" Begründet dieses nicht die Wahrnehmung, daß gerade diejenigen Logen, in welchen derartige Gegenstände fortwährend aus der Tagesordnung stehen, auch die sind, welch« die größte Abnahme in der'Mitaliederzahl aufwei'en? Glauben diese Logen, daß die so, twährende Besprechung solcher Fragen dazu angethan ist, die Zwecke unserer Institutionen zu fördern, ihren Geist zu beleben oder die Mitglieder fester aneinander zu schließen? Die Berichte unseres Distrikts zeigen das Irrige solcher Meinungsansichten. Wenn unzufriedene Personen und solche Brüder, welche in maliciöser Weise Zank und Streit nähren, fragen: „Was hat denn der Orden und besonders der 8. Distrist so Großes geleistet?" so können wir auf die Thatsachen Hinweisen, daß er ein Kapital von 400,000 Mark angesammelt hat, wie ich dieses in einer demnächst aufzustellenden Tabelle nachzuweiscn beabsichtige, daß ungefähr 600,000 Mark für wohlthätige Zwecke aufgebracht und verroendet worden sind,")' und den Logen unseres Distrikts das Verdienst gebührt, zahlreiche Wohlthütigkeits-Anstalten ine Leben gerufen, unterhalten und gefördert zu haben, alsKinvergälten, Arbeitshäuser (?) für Mädchen, Sommerfrischen für Kinder, Krankenhäuser (?), Anstalten (?) zur Bildung von Krankenwärterinnea etc. etc.; daß ferner mancher in Roth gerathene Bruder unterstützt und ausgeholfen wurde; daß unsere Logen dahin strebten, das jüdische Bewußtsein in Manchem zu wecken und daß viele andere edle Bestrebungen von dem besten Erfolge gekrönt wurden. Mit Rücksicht aus die kurze Zeit unseres Bestehens würde der, welcher mehr von uns verlangen wollte. Unmögliches fordern. Derjenige aber, welcher bei reiflichem Nachdenken unsere Arbeit zu würdigen versteht, wird mit der Vergangenheit dieses Distrikts wohl zufrieden sein. Pie Juden und das französische Theater- In jüngster Zeit starben kurz nacheinander zwei unserer französischen Glaubensgenossen, welche in der Theaterwelt einen bedeutenden Ruf hatten, Hector Cremieux und Albert Millaud. '.Man kernt kaum zwei andere Männer, welche so viel dazu bcigetragen haben, das Pariser Publicum!um Lachen zu briigen, als H. Eremieux in seinen Bühnentücken .Orpheus in der Unterwelt", .die hübsche Parfüm- Händlerin", .der steine Faust" und tausend andere herrlichen Possen, und A. Millaud in seinen ergötzlichen Sachren im »Figaro", seinen reizenden Versen und Gelegenheitsbeiträgen für das Theater, als .die Frau Erzherzogin" und „Niniche" (daS Liebchen). Die Zahl und der Einfluß der Juden in der französischen Theaterwelt sind sehr beträchtlich und obschon Eremieux, Millaud, Offenbach und viele andere von eben so hervorragender Bedeutung nicht mehr zu deu Lebenden gehören, üben sie doch noch eine unbestreirbare Herrschaft auf die Bühne. Diese Ueberlegenheit der Juden beschränkt sich jedoch nicht auf einen einzelnen Zweig des Theaterwesen«. Unter deu Theaterpächtern und Regisseuren gehören di« Namen Earvalho, Koning, Simon, Mayer, Maurice, Bernhardt, Samuel, Godchaux, David Eerf, Mendel und Derrnbourg zu den bekanntesten. Bon den Unternehmern stehen Evlonne, S^ratosch. Ullmann, Mayer und Schurmann in erster Reche. Eines großen Erfolges als Bühnenschriststeller erfreuen sich *j Dazu bedurft« es aber kelaer geheime» Laar» mit so ungeheuere« Koftenauswaud, da» — und <rechnet man Me hohen Koste» ab) «och viel mehr — wür« durch 39 einfach« jü». .Wohlrhätlgkeit»- «erei»«" in >0 Jahre» auch erzielt worden. Halevy, Decour:elles, Dreyfus, Blum, Wolf, Mortier, Manuel und Porto Riche, während als Operncomponisten Cahen d'Anvers, Danhauser, David, JonaS und di« Wormser sich einen Ruf erworben haben. Zu den beliebteste« Bühnenkünstlern gehören Fidel DevrieS, Rosine Bloch Julie Hadamard, Amalie Hirsch, Milly Meyer und die Herren Worms und Beer. - Ht-t-fchUd- Keschäfts-Marirntu Im Bankhause de« alten Rothschild hingen an deu Wänden Placaie folgenden Inhalts: .Prüfe sorgfältig jede Einzelheit Deines Geschäfts. Sei pünktlich in allen Dinäen. Nimm Dir sieit zum Ueberlegen und dann entschließe Dich schnell. Strebe, vorwärts zu kommen. Ertrage jede Mühe mit Geduld. Sei tapfer in dem Kampfe ums Dasein. Erzähle nie Geschäftslagen. Mache keine unnützen Bekanntschaften. Such: nie mehr zu scheinen, als Du bist. Bezahle pünktlich Deine Schulden. Lerne Dein Geld zur rechten Zeit zweckmäßig anlrgcn. Meid« starke Getränke. Wende Deine Zeit gut an. Rechne nicht auf den Zufall. Verliere nie den Muth. Dann arbeite rüstig — und der Erfolg wird nicht ausbleiben. fi» kkttuer Philosoph In einer Schule zeichnete sich ein Knabe durch seine Begabung aus, die sich indessen allen religiösen Eindrücken verschloß. Einst bemühte sich der den Religionsunterricht ertheilende Lehrer, ihm die göttliche Vorsehung klar zu machen, und es entspann sich solgendes Gespräch: Lehrer: „Wenn Du auf einem Kirchthurm bist, fällst hinunter und bleibst unbeschädigt, was ist da»?" «nabe: „Das ist Glück." Der Lehrer schüttelte den Kops und fragte weiter: .Wenn Du aber wieder hinaufgehst, wieder hinunterfällst und wieder heil bleibst, was ist das?" „DaS ist Zufall", antwortete der kleine Ketzer. Der Lehrer fing an, erregt zu werden, bezwang sich aber und fragte mit Geduld weiter: „Wenn Du aber wieder hinauffteigen und in Deiner Vermessenheit Gotte« Laagmuch auf die Probe stellen willst. Dich hinunterstürzest und unbeschädigt unten ankommst, was ist das dann, mein Sohn?" Fröhlich crwiderte hierauf der kleine Verstanvesmensch: „Das ist schon mehr Uebung!" Ritthsel. Aufgabe. muummmmnummmmum I. Absteigendes deutsches Sprolseuräthsel. Bon 0. in B. 12345 bringt der Beter Bott de« Herrn; 2315 ißt man in der Luppe gern; 345 bleibt im Winter un« nicht fern; 45 nur ein halber kleiner Ster»; 5 bildet in dem >ft den Kern. II. Aeöräische^ Mörterrätyset. OHn Thier zur Strafe ward gesandt I» Massen «inst in Pharo'» Land; Ob auch unschidlich sonst und schwach, Lrchus'4 dennoch hier viel Ungemach. 5fm Bauch« schleppt e» mit sich fort >|iaci arohe Thier von Ort zu Ort; Doch fällt ihm die» durchau» nicht schwer; — (Hin Vogel zieht voran, da» Wissen hinterher. Auflösung des Aät-set» tu voriger Nummer. I. IHmw, Btnu», Vmw, Arm, Ar. II. HO H3P s" 0331 (Die »tatet s*> und 10 haben den -,h . 70. Wer da trinket früh und spät, Da« «eheimniß bald »errckth. Ueruntwortl.Redakteur Dr. Uahmer. Magdeburg, «wmt von BendlgUHuh» (früher D.iiWolff), Magdeburg. Verlag: Uob-ries«, Leipzig.