Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 3 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
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Ansprache an einen Konfirmanden Son Hermann Klüger. Noch stehst Du heu»' i« Lebeu»l«nze. Roch blühe« Blumen Dir und Kränz«, Uub Rachtigalleu hörst Du schlage» — Wie freust Du Dich a» Matenlage« I Doch flüchtig ist de« Lebe»« Mat, Sl« schnell ist Leuz und Duft vorbei I Der Gommer folg« «it Heiken Doge». Do muht Du ringe«! un» Dich Plage», Und ob de« Mittag« Gluth Dich brennt. Dir ist selten Ruh' oergiinnt. Haft endlich Du den Herbst erreicht, Venn Siarb' und Frucht die Scheune füll», Lo ist Dei» Ringe» sch«» erfüllt — Doch wird da« Ernte» nicht so letch». Doch tzerbst und Gommer sind zu loben, vergleichst st« mit de« Winter« »oben, Wenn all' dir Pracht vergilbt, verwittert. Wen»'« letzte Blatt im Baum« ,i tert; Wen» die Raiur um Schlaf sich neiget, Und Alle« ring» im Lode schweiget; Wen» selbst vom «ritlitz uns'r« Thiänen Zu Li« erstarren, und wir voll Lehnen Un» frage», wo» ur» denn gedliebea von unser« KLmplin, Hasten, Lüben 71 Wo« un« geblieben? ich will Dir'« sage», vn« blieb, wa« «Dir im Herzen tiagen, Un« blieb di« Hoffnung und der Glaube, Da» »vard de« Winter nicht zum Raub«, Und wa« der Menschheit wir geweiht, Da« bleibt an» für dt« Ewigkeit l Drum, «oillft da« Leben Dir gewinnen, To mutzt Du allzeit daraus sinnen, Wa« ich» ist, von der Spreu zu scheiden, Und Tand un» Eitelkeit zu meiden. Hast so im Lebe« «die Tdaten Du au«geirreut al« Geisteesoaten, Wiid «ine Ernte Dir gewährt, Die leine« Winler« Hand zerstört. Und ein« vor Allem laß Dich lehren, Da« w rd Det» Leben schön verklären: C, mögst Du »reu zur Fahne hai'c». Um die wir stet» gekämpft, gestrigen Und sieud g all da« We«' gelitten - Die wir tu« Tod nich hoebgehalten. Zum Stamm« stehe, sest enischloff«», Der rin» aus Sine'« Höhn entbrannte. Und von dem Gotie«ftrodl umfloffen, Durch dunkle Rach' sein Licht entsandt«. O halt« fest! im Winde b»bt Da« Vla.t, da« fich vom Baum« löst. Und unstllt irrt'«, «» welkt verwest. Bi« e« »e« Wand're« Futz begrab». Und schwankst Du je aus Deinen Bahnen, So schau zu Deinen eianen Ahnen, Zu Deine» Ursprung« fernen Tagen! E, stamm» Dein Hau», so hört' Ich sagen, «on jenem holde» Hiriensohne, Der aus sich schwang zum Fürstenlhronr, vom König, der da zwang die Uie iter Al« Held und bald al« Sange«mrifter. Doch ist noch heu«' de« Ahnherr» werth Tein edle« Hau«, >vo sroam man ehr«, Wa« Goir und Menschen wohlgesäll». Wo ein Aliar ist ausgesiebt, Trr.us bienn» der Musen heilig Feuer; Wojrits» in ma chem schönen Lange, In, re ne», goiigeiv.ihren Klange Roch Heu»' enön« de, Ahnherrn Seher. Rach solch»» Bilder» mutz« Du ringen, Lo ivtrd lei« Leben Dir gelingen. Und »un, wohlauf zur ueuen Reise, Und stret« mulhtg, sittlich, «eis«, eedired« Stund« lern« zählen, o wirst Dein Zül Du nicht verfehlen. Erreichst Du so des Leben« Hoh'n, Darfst frohen Murh'S Du rückwärts sth'n, Zu Deinen schwervoll brachten Wegen, Und allwiii« blickst Du reiche» «egen, Und leuchrrnd in de« Leben« Ozean Steigst Du hinab, hinauf zu »euer Bah». Man aLen Ketten lia-5 Au« de« T»lm»l> fB. kama 60) paetisch übertraM va« Mag Weinberg Ein Alter »ah» sich et» junge« Weib Uich halt' schon «in« »Alte-, Ans datz ihm da« Ein« Me Zeit vertreib', And're da« Hau» verwalte. Die« sonderbar« Wagestück Gihieu Anfang« auch zu glücken, Di« Ein' wie vt« Andre wollte ihn Mit ihrer Lieb' schier erdrücken. Da fand dir Sine eine« Tag« — Die Iüiigre war'« von Velden — Am Haupte de« Manne« graue« Haar, Und grau macht' st« nicht I iden. D> macht« sie sich slug« daran . Di« writzen »«»»«rupfen. Sie reiht »nd zieht und zupft und psiückt, Hört gar nicht auf zu zupfen. Doch dal gesiel der Alten nicht. Sie liebt« gerad' di« weitzen, Die »nachte nun sich d'rüber her D>« schwarzen au»zurritz«n. Drr Mann v«>lor sein ganze« Haar . “ eben. Und dt« Lüb« Beider darret S, geht'«, wenn gleichzeitig Einer zu “■ nd Alten w Einer Jungen und mutz leben. Lied' Ans dem Sprachschatz des Kakmnd. Poetisch übertragen von Mag Weinberg. Am Besten Du den Dorn zertrittst, Go lang' »och Drin Schuh am Futz« sitzt. So mancherspricht — Wie der Blind« vom Licht! * . * Du hast gerechten Streit? — Ich mag'« nicht hören, Unschuldig oder nicht, Du sollst nicht schwöre». Ist'« Töchtrrchen zu« Freien reif, thuft Du oft ivohl daran: Du machest Deinen Sklaven frei und giedst ihn ihr al« Mau«. m Mehr al» der Jüngllng strebt zu frei'«. Ersehnt di« Maid — gefreit zu sein. -Dtz» ' RitthselAufgabe AHh» NiHnMMWMMMiMaMiMHM I. Pentsches Logogripy. Bo» v. in B. Mi« 6 rin Ruhestörer, Mit b ein Gottverehrer; Mit 4 al» Laad genannt. Auch al» Semit Mannt; Mit H trägt', ein« Hand, Mir 2 mim’« Wald und Land. II. Jatmrrdtfche» Höörterrälhset. von C. in R. Wie der Talmud deutlich lehrt, fatal beide gleichen Serth; rtnkt man oft da» eine »u«. Kommt da, andre bald Hera»«. AnfkSsnng des Aäthsek* in voriger Hlnmmer. 9Mtt, (»er 10. Monat). 1 Redakl.u, Dt. Rt kvanBendigDHuhnffrührrDL WKEU Ra^debtez. Erctag: Hätz Fries«,