Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 52 (30.12.1893)
- Date
- 1893-12-30
- Page
- Seite 411 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Hamedanan tu China gewohnt haben. Die Juden selbst tilaube«. bah ihre Vorfahre» unter der - a a'-Dyuastie (200 vor dt» 220 nach d. a 3•) hierher gekommeu seien. Später besuchte mich einer der Soldaten mit einem jungen Juden. Namen« Kaohut-kuri, mit welchem ich mich lauge unterhielt. Dieser erzählte mir. daß sie keinen Tempel hätte« und auch kein reicher Mann sich unter ihnen befände, dir einen solchen könne bauen lasten, wie fie es wohl wünschten. I« Jahre 1986 fand Dr. Marti n daselbst 7 Familien, jetzt find deren nur noch S und »war: Stao, Lbao, >t, Li, Shtb und LH in, welch« nach Angabe meine» Besucher« SW Seelen umfassen, nach Angabe der Muhamedaner jedoch noch nicht di« Hälfte dieser Zahl, Herr Na o sagte mir. daß noch keiner von ihnen -um Muhamedani«mu» übergettetea sei. konnte nir aber über ihre Glauben«grundsütze nicht die geringste Aulkuvft geben. Sie scheinen ihren alten Sotte-dienst gänzlich aufgegexn. alle Kenntnis von dem Gotte Israel» verloren zu haben, und fich nur noch dessen »u erinnern, wa« fie einst von den anderen Lölan unterschieden hat. _ Neueste ttnb vermischte Nachrichte«. Wie« 28. Dezember. (Telegramm). Oberrabbmer Dr. I e l l i n e k ist soeben entschlafen. SJUtfteltutfl. Die zionistische Bewegung ist nicht zu unterschützen- Wie ein mit ,^ijonl^ unterzeichnet« Artikel au» Wien in Nr. 268 de« HtMphin berichtet hat daselbst vorst e Woche eine Generalversammlung der national-jüdischen Füh-cr stattgesunden, in welcher eine graste Propaganda zunächst in Oesterreich — und dann darüber hinaus — beschlossen wurde. ES werden Wanderredner nach Galizien und der Bukowina gesandt und da« agitatorische Blatt .,Die Srlbst-Smancivatton" soll unter einem anderen Titel, aber, wie besonder« hervorgehsbenwird, mit derselben Tendenz und zur Verfolgung derselben Ziele wie bi»her demnächst in Berlin wöchentlich erscheinen. Viäoonr -Ooniale»! Berlin, 28. Decbrwur^be^chlossen den ~ her 900!» M.) zu ^erhöhen- - Die ',Fievifioa de« «Gemeinde- Statur«" wird al» noch nicht genügend vorbereitet vor. der TageSordnung abgesetzt. Berlin. Die vierte Kinda-BolkSküche ist vor einil.en Tagen in der Försterstr- 89 eröffnet worden. Der Borfitzcnd: de« Berrin« für Kinda-BoikSküchen, Herr Hermann Abrahan, teilte in einer Ansprache die anerkennenswerte Thatsache mit. vast durch den Lerein schön jetzt, nach einer vierwöchigen Thütigkeit, gegen 2VW Sinder täglich ein warme», kräfttge» Mittagessen erhalten- Die Sinder kommen au» fiebzig Gemeindeschulen, welä,e «eist tn den Austenbezirken da Stadt gel«,en find- Hnnnover, 27. Decbr. (Or.-Lorr.) Nach vielen Reden (ür und gegen w:-rde gestern hier dir Gründung eine« Berandc« von Vereinen für jud. Geschichte und Literatur nrit 13 -egen 12, Stimmen (die nur untn Vorbehalt zugeslimmt) beschlossen. Für Magdeburg gab Herr Dr-Lewiniki-Hklde«- heim die definitiv bejahende Stimme ab.*) Da gewichste Borstand besteht au»deuHerrenFrank, Sarpele«, Isaa k, Hilde«» heim er, Emil Meyer-Hannover, Vrüll-Frankfutt a. M., Rosenth al-Rogosten, Freund-Dortmund, Fin I-Hamburg. HttMtz«»»«. Wilhelm Mar r, einstmal trotz seiner jüdischen Berwandschast eine anttsemittsche Autorttät ersten Rcnge». wird dann von den Auttfrmitenführern valeuanet, seitdem a fie at» -Erzschelmenbande" charaktertfirt hat. In da Hamburg« antisemitischen ,Abwehr" vom 17. Dezemba findet fich jedoch wieder rin Lestrag von ihm. Die viedrrmäipter scheinen sich Uso Wieda verttagen zu haben. Neiff«. Die biefiege Garnison Nasse, welch: ca. SOW Mann umfastt. zähst auch viele i»raelitische Soldaten. Da ich Selbst ein ala Soldat bin und dieserhalb Interesse au da Sach« abe, freut e« mich doppelt. Ihnen Folgaid«» aus dies« Garm» on mitzuteilen: Unsae israelitischen Soldaten babm sich stet« rin« guten Behandlung zu «freue» gehabt, doch sol<,eud«» VorkommniS verdient besonda» havorgehooen zu werden. Bei da 3. Sompagnic de« 23. Jnf^Rltt» dienen auch i»rae!tische Soldaten. Bor Kurzem hat ihr hauvtmann denselben erklärt, dah jede» auf ihre Religion bezügliche Wort ihm sofort Imelda Waden solle, ferner hat a strenge Bestrafung denjenig m Soldaten £*) Da« muss wobt a»f eine» Zrtthu» der»Heu; Beauftragter »lagdedurg wnr Herr Dr. Sarpele«. In der letten Sitzung der hies. Ber ein beschloss«», di« Siesaltate der oerathnng t» nover «pznwart»». zug^agt, die sich eine solche Beleidignng da jüdffchea Soldaten zu Schulden kommen taffen. In B-rtttz erregt di« Lahaftung eine» eifrigsten Mitglied«» de» dorttaen deutsch-sozialen Berein». Leutnant» a. D.W>nt er, wegen Stttlichkeit«verbrrchen» große« Aufsehen- Der Verhaftete stand an der Spitze da antisemitischen Bewegung. Seine Be« mühungenzur Wiednhastellung drutscha Zucht und Sitte find offenbar arg verkannt worden. Sihettehers (Sachsen). 23 Dabr. Am 28. December sindet hi« eine von den Leutschsozialen und Konsaoattven veranstattete Bolk»vasammlung statt, in da!der RlichStaqSabgeorduete Licbermann von Sonnenbag sprechen wi7d. Den Bor» sitz führt der Bürgermeister Dr. von Wo!,dt. Da«Thema lautet: ״Deutschthum, Judenthum und Sozial xmokratte." (In Sachsen steht da Anttsemiti»muS in höchster Blüth« darum: Nil •dmimi!) Cttaftfrut« i. <S. Zum Lorstaude der Waarenbörse wurden die 2 auStrelende Mitglied« Süß von hier und Levq au» Düttstnheim mit Scclamatton wiedaaewählt- Lol«e»r. Da Obarabbin« Isidor W-!il wurde in Ge» meinschaft mit dem Pfarrer Frey und dem geistlichen Schulinspector« Scharffer Mtglied de» Tomite'S mr die hiestgc Abtheilung des »rothen Kreuze»-" Wie«». Da Grokrabbiner von Frankreich, Hea Zadoc Sahn, hat an Herrn Dr. Adolf Jellinek folgende» Schreiben gerichtet: ״Mein Herr und verehrter Meist«! Nicht» kann der Dankbarkeit gleichkommen, welche ich für die wohlwollende Beurtbeiluug empfinde, dir Sie meiner Sammlung 8״ar»o!w «» Allocntio»»״ gewidmet habem Sic schweichrlt mir umsomehr, und ich bin um so glücklich« über Ihr Urtheil. al« Sie da Me׳-st« der jüdischen?predigt unserer Zeit find, sowohl durch den rnchen Inhalt, al» auch durch die Schönheit der Form. Ihren Spuren zu folgen ist immer mein Ehrgeiz gewesen, und indem Sie meine Predigten lasen, müssen Sie demertt haben, welchen Einfluß die Ihrigen auf mich auSgeübt haben. Ich ermüde auch nicht, unseren jungen Rabbinan da» gründliche Studium all da schönen Predigten anzuempfehlen, welche Sie veröffentlicht haben- Noch einmal herzlichsten Dank, und wollen Sie, verehrter Herr und Meist«, den Ausdruck mein« ergebensten Gefühle em>;egennehmen. Zalioc Sahn." Wie»». Da Genosse d«S hochwürdigen Pfarrer» von Weinhau« Dr- Josef Decke«, Paulus Meyer, hat au» seiner Haft im LandcSatricht — er büßt jetzt seine viamonattiche Arreststrafe ab — ein Gnadengesuch an den Kaiser gerichttt. Dasselbe wurde abschlägig bcschieden. Gr«»-. Sn den hiesigen deutschen Mitt-llschul-n wurde im Einvernehmen mit den maggebenden Factoren da o bligato» rische Sabbath-GotteSdienst für die Symaf-aljugend eingesührt. Am Sabbat Lhnnuka wurde da erste im neuen israelitische» Tempel in erhebend« Weise abgebalten. Nachdem da vrovisorische Predig« de» Tempel - Vereine», Har Dr. Armand K a m i»k a. d«e anwesenden Schüler — etwc- 900 an der Zahl — begrüßt batte, wurden die üblichen Sabbathgebete unt« Lhor» grsang und Orgelklang verrichtet. Hiaauf hielt da Oder» raobina-Stellvntteter Har Dr. Moritz' Tauber die Predigt, in welcher a den laufenden Thora-Abschnitt in einer da jugendlichen Zuhörerschaft leicht faßlichen Weise erläuterte. 9**6, 23 December In da leßten Zeit fanden in Nepomuk wirdahott arge anttsemittsche Excesse statt Die polische Behörde hat deshalb den Befehl erlassen, daß die Bürgerwache Lag und Nacht für Suftrchtahaltung der Ordnung Sorge zu ttagen habe- An da hiesigen Universität wurde La auhaordeutliche Prof, de» Strafrechts Dr- R o s e n b latt zum orderttl- Professor ernannt. VarlO. Uns« Glaubengenoffe, Gabriel Bippman, Professor an da Sorbonne hat eine großartige Erfindung, gemacht nach welcha man farbige Photographien sowie natürliche Aufnahme landwirthschaftlich« Schönheiten machen kann-_ Die Berliner ,Balkä-Zett«»»' verSffenilich» im uSchpc» Ouartnl unter dem Titel: ..«in Sünder" «ine» -rohere» Roman »«» «nchwnl», drffe» Stoff schon ein besondere« Interesse beanspruche» bars. Er bandest von dem Fehltritt eine» jungen Offizier» au» arinokrarischer Familie, der in da hatten Schul» de» Leben» seine» Etzaraster bildet und dann di« Schuld durch Ihaten da Nächstenliebe zu sühne» sucht. Sie ba Held fich vergeblich bemüht, da» Boruttbeil seiner Ltaudeogenoffeu aiederzubrechea, wie a feine Humanitär« Schüpfn«, gegen di« Angriffe da Plutokrati« »ertheidigt und «tue Stich« find« in da Lieb« eine« edlen Mädchen«, in da Freundschaft eine» treuen Kameraden, das enthüllt Buchwald in einer an span» »enden Vorgängen »nd pottische» Zügen reichen Handlung. — Dat - ‘ ,LiUttchrtrte verSffeatstcht «in« Reih« von Novelle» und Erzählungen: wir nennen nur: ״Schmetterlinge" von Baster Gross«, ״Udam nn» §9a״ von PH. «engerhoff »nd 3״,'« Bodenlose" s•« F. Von Lapff-Effeacha.