Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 49 (8.12.1893)
- Date
- 1893-12-08
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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,«steilvoll macht. Wir sehen tu der Gef< «der versolguuaeiue -eaeumirdma übt, daß -sich nicht in voller GleMerechtiguna k>efivl, , DeuSchutz de» öffentliche» Rechte» und d«ä daß jede Ar!. Druck 'olanat ei« < Stamm 1״,W *sch itzt ist. , ״_״ eatlicheu Mttmmg, 'durch gewtffe edle Fähigkeiten nur im Rabmen seine» rigenen socialen Körper» au»umben versteht wld alle» andere« oe,«nüber sich feindselig gegenüber stellen must. Wen» wir. ». B sagen. Dost die Judengemeinsast «neu Staat im Staat« bildet, last sie etwa» Fremde» ist. da» stch nicht assimiliere» läßt, so dürfen wir ja nicht darau vcraeffe». daß!eder Z>ruck einen Segrudmck er- «tugen must, wer aber da» öffentliche Lebe» in Saliäten aeftnerk- «am beobachtet hat. der weist, daß nach Maßgabe de» Anwachsen» rer öffentlichen Rechte, der Glnchhett vor dem Gesetz« »ud der üffentucheu Meinung, dieseSchaale versdjwindet und dir anst-eiaead Bhomogene Juden heit sich zu lockern Md der allgemetreu Gechaft zu nähern beginnt. Und wer!» der Fortschritt i» dieser iehMg noch nicht groß genug ist. so trifft die Schu d wohl e T«le. die endliche Lösung sedoch ist für mich längst kein Rätsel mehr- Ich hatte Gelegenheit viele Judewremeiudeu kamen z» lernen uud zu beobachten, daß jede von ihnen au» den versm Lenken Elementen Md sozialen Schichten stch »»!ammeosetzt. welch: in deständigen Kampfe untereinander steden. uud zwar in einem uugleichen Kampfe, da den jrrmtn Massen mächtige Oligarchie«! Allan eben m diesen im Rahmen der Gemeinden besehenden Antagonismen, welch« noch von keiner höher«! Idee erftllt find, sehe ich die Möglichkeit einer «Mäherung der jüdischen Gesellschaft au die christliche. Ich Hab« ». B. beobachtet, wie iede Volkswirtschastlich-industtielle Organisation die Juden den Ehrist, n sofort näher bringt, Md daß, wenn die dcm Juden drohend« gemein» same Gefahr, da» heißt die Bedrohung ihrer religiöse! Ueber- -eugung durch Verfolgung nicht besteht, die Analogie de!: Inter- «gen zu wirken beginnt und gewiffe Schichten der jüdifhen vevölkcrung solche« der christliche« nähert, ich glaub«, das. ebenso» wie e» unsere Pflicht ist. den jüdischen Stamm zu landwirtschaftlicher und industrieller Arbeit zu erziehen, wir andererfett» un» selbst zum HändelSfach erzieh«, müssen. Ich gebe übrigen» zu, daß die Sache nicht leicht ist. Sobald mau nur von der Theorie zur That schreitet, kommen sofort Wirttchatzliche Gegensätze an die Oderslää>c. Ein Jeder möchte» dost ' die Juden aus allen andern Gebieten concurriren, nur nicht Ms dem 1« i u i g e n. Da» bloße Bestreben, die Juden dem Ackerbau 'ihren, ruft sofort die Feindschaft der Bauernschift wach. Jollen stch der Industrie zuweudenl" sagen die Bauern. Der rielle schickt fir wieder zum Ackerbau. Und doch ist beide» otwendigkeit. Jnsolange in dies« Beziehung n cht stzste» mattsch aearbruet wttb, infolauge die vom patriotischen «Aetste de» seelten Elemente nicht dahin wttkeu, dast die beide» Stäume durch die tägliche Arbeit einander näh« treten, solang« werden auch alle Abhandlungen üb« Ssstmilatton nickst au« dem Reiche der Nebel- Hastigkeit herauStteten. Die Judenftage gehört za jene!! Fragen, welche durch hoble Armimente nicht zu lösen find, so, den! nur durch Thäten; ihre Losung, wie die jed« anderen wichtigen Frage, bedarf d« Arbeit ganzer Generationen." Ar«»krrich. PmffO, b. Dezember. Bezüglich de» neuen Ministerium« gilt hier als bekcmnt, daß der Ministerpräsident Lafimir Perier keinesweg» die Seele de« Kabinet» ist. Der wahre Premierminister ist Rahnal. der au» Bescheidenheit Ms den zweiten Plm zurücktrat. Rahnal ist Jude, Md al» solcher glcmbte er, die Ministerpräsidentschast ablehuen zu müflen, natürlich nicht seiner Landsleute wegen, die nicht Mch der »efsion fragen. Hatten doch die Franzosen Lrrmieux zum deuten der Republik erwählt, warum sollten sie sich also heute gegen Raynal ablehnend verhalten? Rur mit Rücksicht Ms da» Ausland besonder» aus Rußland, begnügte sich Raynal mit dem Ministerium de» Amern. So drängt sich denn der Einfluß Rußland» «uh Frankreich» inneren Angelegenheiten auf, und die Frauwsen sind schwach und kindisch genug, diesen Einfluß ohne Lcurrea zu «tragen. In Pari» wurde die Nachricht verbrettet, d«r russische Gesandte Baron Mohrenheim habe mit der Abreise gedroht, wam Spuller oder Rayual Premierminister würde, unb dieser Nachricht wurde nicht widersprochen. (David Naynal, m 96. Kebranr 1840 tat Pari» grtom;, urfvrüng. ltch Laasamna, wurde 1876 Deputierter, 1880 U»t«staats «kreiür »ud 1861 Mter Aamberlo Miaisttt der »ffeanicheu Arbeit«»; denselben Posten Hütte er t» Ministerium Kerry mue.) Re»este unb *trmifätt N«chrichte«. Magdebierg Un!« de» bisher beim Reichstag eiagegangene« Hetttt»»«» best»»«» sich «ach eia« de» Privatier Drevhaup! »ad Geuoflea t» Setstenfels, «ortn dieselbe» »» verafnng rin«» »»«schaffe» »»» aichtjObische» Gachverstüadigea zur Untersuchung der rabbiaische, Gesetzbücher de» Judenthum» ersuche». (Wer lacht b«?) Wtli», Herr Jnstizroth Mokower m»rd« zu» Stellvertrelevde» Vorsitzende» der Aawaktskammer im veztrt des Sommergerichts gewüw Berti». Li« Ssaigl. Akademie der Geschichte ta Madrid hat de» Professor Dr. M -hüippso» zu ihrem korrespoudirenden Milgltede ernannt, Berti«. Im jüdischea Srankenhaas« herrscht Raummangel uad »mn geht de«halb mit de« Gedaakea um, in niiheliegruder Zeit Srwetternngsbaute» vorznnehan». Areakfurt a. O. Hier stnrb der SUekie Bürger der Stadt, der Handeltmann Labia» Sohn, i« 103. Lebensjahre. Osterode (Oftpr) Hier stehe» jetzt achtzig jüdisch« Soldaten in Garnison: allmonatlich wirb am Sabbath-Nachmittag «ta jüdischer MililürgoNetdieast abzehalle«-oerdea. (Der deutsch« Kaiser will nicht nur nur, dast jeder christlich« Soldat sein.Barer unser' sonder» auch, dast jeder jüdisch« sein ,Scv'm» Jlaaroei" bei«.) Rottot» itz, 1. Deämber. Di« ,Sreuzztg.'' bringt von hier folgend« Mütheilung: ,Der hiesig» Magistrat hatte unlüngft ai» Leiter der ftüdtischen höhercnTöchterschule einen Jude«. Nomens Fischer berufe». Da» war einem LhrUe der christlichen Bevölkerung denn dach zu viel, und e< wurde riue Petition an dt« Regteruua um Bersaguug der Beftütigung Fischer'« gerichtet. Dies« hat auch den (der Sreuzztg.) gewünschte« Erfolg gehabt ' (Die Beftütigung der Nachricht, oder lieber d « de« Dr. Fis cher al« Direktor ist abzuwattea.) L R»r»»erg, l. Dezbr. (Or. Sorr.) *« ll. Deren,ber begebt Herr Sautor Abraham Sbert in Fürth seinen 70. Geburtstag. Soviel wir vernahmen, beabstchrtgt die israel. Gemeind« denselben festlich zu begeh«« uad wird es daher de« Jubilar a« verdicuteu Shrrabezeu» gungen gewist nicht fehlen. Herr Sdett gehört noch zu den wenige», ücht süddeutsche» biederen Snltusdeamten, deren Reihe» immer lichter weiden. Sr wich nie von den reine» traditionelle» Lempelmelodie», weshalb er sich anch dt« Sulzer'sch« Meise aneignete und vornehmlich di« Sulzer'sch«» Gesüng« in der Fürth.-r tzauplshnagog« zur Einführung brachte» »eich« dort bl« ans den beuttgen Lag eine» weinttltche» Vesta» dl heil zur Berherriichana de« Gottesdienste« bilden. Boriges Jahr seterl« Herr S. sein üosührige» Amtsjuduium, wovon nahezn 40 Iah« 1rt»er iefciacti Atauinbe atbbttcn. Mir derselde« Bermssrendimakrit und Pflichttreue nimmt der am Stedenzigjührig« »och sein« Otlieoenhette» wahr. Es ist darum natürlich, dast er sich die Lied« »nd Lchmna seiner ganze» Gemeind« in reichste« Mast« erworben hat. Der Jnbilar ist umgeben von einer treuen, sorgsamen Gattin «ad einer Schaar braver Sinder, denen er «ta« vomügliche Bildung angedeihen liest. Sein »Itester Sohn ist ta de« jaristischea Staatsdienst «tngetreten und bekleidet «mit« in seiner Bntmstadt Fürth dt« Stell« «ine» »««,rtchters. — Möae dem Jubilar ei» langer freundlicher Lebensabend beschiedea sei»? MSwch»». verschiedene «nlisemiltsch« Geschikstslevt« «achte» stch in letzter Zett den — .Lpast", Heine gedruckte Ztttrl mil der Aufschnst staust nicht bet Juden" anz«kleben. Sin Sausmann D i rscherl ging aber »och wetrer »no Nett« solch« Zettel an» ,Ult", wie er sagt«, gleich an di« Lüde» israelitischer Geschäftsleute. Da« Schöffengericht erkannt« gegen Dtrscherl ,.»«ge» unbefugte» Plakatirras" auf 90 Mk. Gelds>ras«. Der «mlsauwatt beanttqL« austerdem ,och aas eine fiaftfKaft wegen «afreizuag za» kllaneuhast, welche» *»trag das Gericht ader nicht statt,«». — Da« Schauspiel ״Dau «l DauielN har hier berett« sechs «teberhaluagea erlebt, «tu Be»«ts. hast di« hiestg« vevölkeruag stch »«» den antisemitische» Radrusvide» nicht »ersetzt» lastl. «U» Vtzttettemberg. 99. «or. (Ot.*tton.) Die t. Israel. Oberkttcheabehörd« hat das Svibb. Memearbetm dem Radb. Dr. H. Sänger ta Viagra vberirageu. Dt« beiden Rabbiaatsftelle» tu Stuttgatt harre» noch der Besetzung- — Da» Abraham Rödelshetme rsche Shcpaar in Rvrdsterira selrn« heute da» F-st seiner goldenen Hock^ett. — Nach, de» Herr Selker»»« Führer der Amisemtteu «üritember-», von Ul« »ach Angsdnrz übergefiedett ist, htt der Führer der badischen Amtsemttra, Herr Vogler aas Qbettoeüer, auch dir Führ««, der Aittisemitruvartei unseres Landes tbernomme». Nstterpch«, >. Dme-nber. Hier starb Hochbetazl — im Alt«, »or 98 J-Hreu ■ - ber gelehrte uiib allgemein verehrte «adbtmus» affeffor Abr David Lulvmirskt. Sr hol stch jed« Grabrede vex» bet«. (Der Brrstvrbeu« besäst «i» umsanarctches Wissen t» Hebrüffche» uad Laim »bisch«, uad versastt« mehrere sehr tzmktffch» Schalbüch«. Sr schrieb aach ei» gutes Deutsch und sandte ras in frühere» Jahre» öfter» Beirrüg« für nnser Literatarbl. Sr wer von ungcheachetter Frömmigkrii »ao Kriebeaslie«; er ruh« in Fttidenl — Nrv.) fairlkri, 6. Dezember, Sin neue« gab,»,«setz steht bevor. Der Untäwlsnugseermtn »er Jude» an» Orttu, wo fi« kei» »usenthaU«recht «ehr hat«, ist bis »um J»U 1894 resp. 1896 auf -eschebe» worden.