Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 48 (1.12.1893)
- Date
- 1893-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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eine allgemeine Äeitung 8rs ÄuöenHums. bün a. imuKHH «■4 DOW Rab-ftrec Dr. W. Naymev iu Magdeburg. WU» MWUPHM WtnQX MM JfMfMH MIM4MWWMi •Mt — so» ■M «W a| MaMa - Mmt dm•« Snyakt: RttfMt Die um Eztdy atrf'ettn die Geduld. Bon B. R- _ ffhanute ttnb QdiMwni• Bnuit« Md» «*traf»•»»«»»♦'»» Magdevurg. Berlin. Botin. Boten. Ostrowo. Lunchen. Leipzig. Au» dem Großherzogtum Baden. An» Württemberg. Stuttgart, Untrr-filsaß. Frankreich: Pari». Belgien: Brüssel. Rußland: Petersburg. Warschau. Amerika: Rew-Port. Riwfi m»0 »er«ischte «Wchrich-e», Berti,. Berlin. Berlin. Glogan. Glogan. Posen. Wirst »n. »»ln. Leipzig. Dr«»d«n. Vardnrg. Hannover. K> unksurt u SB. |#w» oho» äjpiMi» Machen-- " «ftnrtn. 1896. j ftiflnn. 6654. RalenÜrv. Kraita, . . . 1 22 2 23 am (4,4s —in Magd.) (Noamon JdnMgna•(.) Conntot . . . 3 24 Mantua . . , 4 25 Cfcamahn t. Tag (וסמר *nt) Bits»«! . . . 6 26 ״ .8 ״ Mittwach . . 6 27 ,. ״ S. Baunatfag . . 7 28 1t ti 4- Die um Ggidy t erliere» die Geduld. Wir haben sehr zu unterscheiden zwischen Egidy und seinem Anhang: Egidy ist eine edle Persönlichkeit und hat viele Eigatschaften, die Begeisterung erwecke» und die Mmscheu fortreißcm. ES ist ein Zeugnis für t>ie Nüchternheit unsere« Zeitalter«, daß er bisher so geringe Erfolge erzielt hat. .Denn daß er wir alle schwärmerischen Naturen in seiuem Denken etwa« unklar ist, kann seinen praktischen Erfolgen nur zu gute kommen; die konsequenten Denker gewinnen die Wenge me. Seinem Anhänge fehlt oft die Noblesse, die ihn so sehr kennzeichnet. Die um Egidy haben erkannt, dazu gehört nicht viel Weisheit, daß der Judenhaß in vielen lettischen Kreisen populär ist. und um sich bei der Menge einzuschmeicheln. schreibt die Kohorte Egidy'» den Antisemitismus auf chre Fahne. Da« klingt unglaublich, aber ist buchstäblich wahr. Herr Wil» Hardt hat in dem letzten Heft der Zeitschrift »Einige« Lhristentum" einen Auffetz verö ffentlichi »MosaiSmuS und Einige« lihristentum", der von un« Juden fordert, dah wir unbedingt un« dem Egidt ianiSmu» übergeben sollen und der. fall» wir «n» weigecn. uns einfach mit Vertreibung droht, er prophezeit den Amisemiteu im Reiche eine Zukunft, erzählt, daß auch Anhtnger de« Lideralilmu« sich »ach antisemitischen Abgeorduee» sehne», kurz er macht un« gehörig die Hölle heiß. Der Herausgeber, Herr Prof. Lehmar o-Hohenberg, sekundiert. ^kchcchteu', dm doch worden ist, zuwider, er findet sogar, daß der ״nonvendig mit Heimlichkeit betriebene Gebrauch des Schächtenden gegen die Juden gerichteten Blutaberglauben de« Volkes nähre". Wa« der wackere Mann alle« weiß: ״Da« Schächten wird notwendig mit Heimlichkeit betrieben", in Wirklichkeit geschieht e« an jedem Orte, wo ein öffentliches Schlacht• hau« besteht, vor aller Welt in diesem Schlachthaus. Herr Hardt verlangt viel auf einmal, den Sabbat sollen wir aufgeben, da« unferm Glaubensgenossen geschehene Unrecht sollen wir nicht mit Wehegeschrei aufnrhmen und auch nicht mit reichen Geldmitteln wieder gut zu machen suchen, er weiß und nimmt e« übel, daß der Jude gerade am Sonntag seiue besten Geschäfte abschließt, sogar dem christlichen Mädchen, da» den Juden am Sabbat Licht und Feuer anzündet, mißgönnt er da- Stück Sabbatftriezel, da« Schächten findet er vollendabscheulich, man sieht, Herr Hardt steht auf »er Höhe der Zeit und der ״Staat»bürger^itung" und wenn wir der ״GchabbrSgoje", die wahrscheinlich in Deutschland nur iu sehr seltenen Exemplaren existiert, nicht kündigen, so solle» wir da« deutsche Land verlassen. Was ihn aber am meisten ärgert, da« ist die Thatsache, dah die Juden der ethischen Bewegung weit mehr Teilnahme zolle» als Herrn v. Egidy. Wir lassen nu» auf die Tollheiten oder Bosheiten de« Herrn Hardt nicht weiter ein; wir beklagen, daß ein, wie wir glauben, durchaus edler Mann wie Egidy solch« hat. Wir werden un« darein finden müssen, auch mit s Gegnern zu rechnen, aber wir wollen ihm da« find.