Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 44 (3.11.1893)
- Date
- 1893-11-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/6492344-5935087-5962239--1776-5375845- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
eine allgemein e Zeitung öes Zuöenlhums. I« da• Nasan ka .... .«alNtlf•*, kw »lall•־ uk M -Uli,»»««,»«»««•.- «tdl Htat 111 M ■ba M> Ml■ I-- - sÄr..״!.־״i1 ״. ^Ü'WLW charaas-e-eben mn Rabbiner l)r. W. Nahmev in Magdeburg. JPta MchchM «echt -ud fttttnl 31|mu I (•ckta^SitttirtiM« S*4(«|N1tft" j «k ffc M ״aikllNc ailtraliT• icMltOM PdUkNli •kn dm» ] jnk < ~ ־ tu«", klf Mini M«U» UVta., ffaik «Mika tank ktc am MaataMMMNinMi •kn — f«K* ■» (<(»» MUs »iw!«IkaU^auMki — Mnet era«• ־״״4״®«״*• — wJ^Sittt^ümSSTSäStt fcHmMtHMt Die jüdisch-christlich«! Mischehe» vorder brandenbargischen Provtnitalsynod«. von B. I. — Endlich 1 — ■der. Lon V. 3■ — Protokoll der X. ffonftrtai xt Israel. Lehrer Mochrw- PeorNber. 1893. «heschmi. SUS4. Ualeuüev. Sreite« . . . 3 2t m* M in Magd.) n»d stnlr» •beamten des Landrabbtnatsbezirt 1 Emden. Sennaden» 4 2S Vertcht« NN0 ENreefPOMdeNieN r Magdeburg. Mapbebnrg. Berlin. S»NNt», . . . 5 23 Rbl«. Leipzig. Leipzig. Meiningen. >»s Schlesien Stybntk. Oefterreich-Ung^rn: Budapest. Montag . . . s 27 ÜMKf( m» »erMischte »•»riimwi «Z^ebnrg. Berlin. rteNsta, . . . 7 28 Elbing. Posen. Mannheim. Stuttgart. Loa»«». Smyrna. Mittwoch . . 8 29 - «rttaat «fct Mtwiagtk -DürrsM». D tamerüag > v 30 Raack Cbodeach K i 118 w, Die fttdifch-chrtstliche« Mischehe» lot kr tra»de»b«rtzische« Provi«ziMy«ode. »Wohlan, mein Volk, gehe in deine Kammer und schließe die Thür hinter dir; verbirg dich ein wenige», bi» der Smrm vorüber ist." Diese Mahnung de» Propheten hat für un» Juden in den letzten Jahren immer wieder die beschwichtigrnde Stimme sein müssen, welche un». im Innersten Empörte, vertröstete und ein unparteiischer «AeschichtSschreiber wird uns sicherlich einst da» Zengni» geben, ja vielleicht vorwerfen, daß wir Fluten von EchmLhuogm ua!> Beschimpfungen übergeduldig ertragen und un» immer tiefer in unsere innersten Gemächer zurückgezogen haben. Wir haben eben die durch eine tausendjährige Geschichte erprobte Erfahrung, daß selbst der ärgste Smrm vorüliergehen müsse und auch der andere Ber» (Jes. 26,21) in Erfilllung geht, wenn die Zeit gekommen ist. Aber wenn der Sturm der haßerfüllten Menge da draußen gar zu wüst wird, wenn sie in» schon tot und begraben wähnen, dann ist e» angebracht, dnß wir wenigsten» ein Fenster öffnen und der Gewalt und Unduldsamkeit, die zu frühe triumphieren,zurufen: Seht her, auch leben wir! Ein solcher Augenblick scheint unwieder einmal g-» kommen. Aus der braudenburgischen Proriuziallynode hat «S eine erregte Debatte gegetien, wie jüdischchristliche Mischehe» zu behaudeln sind. Soweit die Angel!genheit ein« rein christliche ist, enthalten wir un» (unfern Grundsätzen ge. miß) jeder Aeußerung; wir vnnen also der protestantischen Orthodoxie da» Bedauern gönnen, daß für Christen und Ehristiunen, die sich durch eine Mischehe vergehen, leider (eint Scheiterhaufen wehr angebracht find. Höchsten» hätten wir ak« Juden nach unserer Lehre von der Nächstenliebe die Pflicht, die'arinen Opfer solcher Glaubensstrenge auf das innigste zu bemitleiden. Aber in den Debatten ist von dxm gewesenen Hof- Prediger Stöcker und andern Synodalen eine so grenzenlose Ueberhebung gegen da- Judentum, ein so unverschleierter Glaubenöhochmut zutage getreten, daß man jener Seite zeigen muß, daß sie wohl die Gewalt aber noch lange nicht Recht hat. Di: Grundgedanken waren: Da» Judentum stehe so unendlich tief unter dem Christentum, daß bei einem Urbevtritt zu jenem jedes religiöse Schamgefühl aushört. E» fei undenkbar, daß ein Christ au» Ueberzeugung Jude wird. In einer jüd.-christlicheu Mischehe könne von einer sittlichen Erziehuug der Kinder keine Red« sein. Solche Ehen seien eine Unnatur (!) und einer, ein Missionsinspektor (!!), nennte sie gar'ein Geschwür am Boltskörper!! Vorerst unsere Stellung zu solchen Mischehen! Auch wir mißbilligen und beklagen sie. Uns ist die Eh« nicht nur ein materieller Vertrag zu gemeinschaftlichem Haushalt und zur Kindererzeugung, sondern eine Vermählung zweier Gott entstammte Seelen zu gemeinschaftlichen Aufgang nach der Höhe menschlich erreichbarer Sittlichkeit, welche da» Judentum ist. Dü Familie aber ist un» der Boden, auf welchem diese Aufgabe über da» eigene Leben hinau» be» thättgt werden soll. Gerade dem Judentum ist die Fantilie stet» der geweihte Schrein gewesen, in welchem e» seine kostbarsten Heiligtümer sorgsam gehütet hat. Ruu sind wir zwar weder so blind, die Möglichkeit einer sittlichen Erzieh-' ung in einer Mischehe zu leugnen, da wir Beispiele genug׳ vor Augen-haben, noch so fanatisch.. — denn nach der