Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 40 (5.10.1893)
- Date
- 1893-10-05
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/6492344-5935087-5962235--1746-5375819- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
K unter bitfen manche befinde», welche schon tm »kriege 1877/78 verwundet worden find, durch einen vom September datierten Befehl de» Subvrafekteo angewiesen worden, die betreffende Gemeinde zu verlassen. Ein -werter noch ckaraktÄftischerer Fall hat sich ru der gleichfall« im Distrikte Bacon Endlichen Gemeinde SaSknt ereignet. Sin dort wohnender befind abrscheinlich hättakeit oersbnUch nicht an im Hinbllck a 1uf seine landden Kragen wurde demselben ein /de» Dorfes, mit dem Vrimar (! ISraelit, welchem man wob wirtschaftliche BernfSthLtial . gehen kann, befitzt fünf in der rumänischen Armee dienende Sühne. M» nun der überdies noch im aktiven Dienste stehenoe jüngste Sohn fich während seines Urlaubs im väterlichen Dorfe aufhrelt, '.. - -Sbefehl zugestellt. Die Bauern rgermeister) an der Spitze, wenubprimar mit der Bitte, , Letzterer liest fich . aktiven Dienste befindlichen rumänischen Soldat:» israelitischer Konfession den Aufenthalt im Dorfe unter der Bedingung gestattete, daß er in keinem anderen Hause, als in t>em seines Bater» wohne!" Noch «in interessantes Geschichtchen: Anläßlich der jüngsten JudenauStreibungen aus den Lands entrinden de» Distriktes Roman war auch ein gewifftr Haimovici zum Verlasicn der Gemeinde Bara genötigt worden Al« eS nun zur Aufstellung der RecrutierungSliste kam. verlangte der Subpräfekt, daß in dieselbe auch der Name de» im stellunySvffichtigen Alter befindlichen Haimovici /)erlangen gegenüber glaubte nun der n zu müffen, daß Haimovici auSgewirsen sei und sich gar nicht mehr im Dorfe befinde. Der Herr Subpräfekt liest aber diesen Sinwand gar nicht gelten, son- Name des «m »euungepnifflnijcn nun eingetragen werde. Deesem Verlangen g Primär darauf aufmerksam machen zu auSgewirsen fei und sich gar nicht mehr Herr Subpräfekt liest aber diesen Sinw« dern erklärte: ״Das hat damit gar nicht» Rekrutierung muh er gegenwärtig sein!" thun. VeterSV«»«- 18. Sept. Die grobe neue Synagoge in - - Mdl meinde für die innere Ausschmückung derselben die Mittel auSgegangen waren. Die Stockung in den Bauarbeiten hat wiederholt in Petersburg Don der Regierung im Jahre I960 genehmigt wurde. Im Jahre 1870 faßte dann dir Petersburger jüdische Gemeinde Len Beschluß, zum Bau einer großen Synagoge zu schreiten: der damalige Petersburger Stadthauptmann, der bekannte Trepow, zlan und versprach der Gemeinde sogar, die affung de» Baugrundes zur Synagoge von der stadt auSzuwirken. LetzlereS Versprechen vermochte Trepow nach langwierigen Berhandlurigen den Baugrund gekauft, auf dem sich heute die neue Synagoge — einer der schünsten Monumentalbauten Petersburg» — er^bi. 3erttf«lm, 15. Sept.' Sude vor. Muts, langte im Hafen Don Jaffa ein Paffaginschiff an, auf welchem fich 16 österreichischungarische und 6 englisch« unterthanen befanden, die in Jaffa landen wollten. Der Kaimakam (Bicepascha) verweigerte denselben jedoch dir Erlaubnis zur Landung und die dortigen Berfreier der beiden Mächte wendeten fich deshalb telegraphisch an die betreffenden Eonsuln hier, welche wiederum dem hiesigen Pascha dringende Vorstellungen machten, mit dem Bemerken, daß ihnen von einem Verbot der Niederlassung österreichisch-ungarischer oder englischer Unterthanen in Palästina nicht» bekannt sei und «» fich daher nur um einen Av persönlicher Willkühr de- Kamaikam» in Jaffa bandeln könne. Der Pascha, obgleich er kein Freund der Fremden ist, wußte doch die Lerechtigung der Befchwerden anerkennen und befahl dem Kaimakam. die 22 Fremden landen zu lassen, da diesellxu nicht russische Uoterthancn seien, denen allein eine Landung in Jaffa verboten ist. Trotzdem verbot der Kaimakam vorgestern wieder 86 österreichisch-ungarischen Unterthanen, streiche mit etn.-m^Schiff dort eintrafen, zu landen, Allein da e» Sonntag und die Bureaur gef( dt« Sacke nicht so glatt, v>ie da» vorige Mal. Aus ein« beim hiesigen Pascha in verschärft« Wesse voraebrachte Beschwerde de» ostareiHikch-uugarischeu Sorsulat» befahl zwar der Pascha tele- ..*sw־sa«r ant Sen 86 Pcissagiev ».dafür »» folgen dal . dem Itatmakam i» Jaff Landen zu lassen: ab« e» >oar nach Be»! befahl der girre Heft» ־' au»' t&nncn m ta 3affa mar; -r *ייייי׳י• agstre», _ . a osa tu mft eine» re A, Nach 6 Z die Sefianuna de» Pascha'» ist ab« folgend« Bemerkung bezeich» neud: ES Ware dt« -ochste Zeit, so soll er geäußert haben, daß a in Stambul Sorstellvngen mache wegen dcr Ansiedelung öfterreichisch-migariscber Üisterthanea in Palästina, welche Anstedeluna verboten w«d«n müsse, da Palästina von Oesterreich«« und Ungarn überstutbet werde. In Wirklichkeit sind im letzten Jahre etwa 400-500 Oesterreich« und Ungarn eingewandert, in de» vorhergehenden Jahren beinahe ebenso viele- Neueste und vermischte Nachrichte». Berit». Die Speisung Nothleidender in der israelitischen Lock»- küch« (Klosterstraße 99), in der allen Bedürftigen nnd Darbende» oh« confelfionellea Unterschied «ine sauber», nahrhaft,׳ Kost bereitet and i» echt humanstürer Gesinnung verabreicht wird, ist schon vor Beginn do» Winters von einer ganz ungewöhnlichen Anzahl von Bittsteller» tu Anspruch genommen. H. Herrmann Abraham, der Begründer und Letter der Anstalt, veranstaltet deshalb am 9. Oktober d. I״ Abends, im Saale der Philharmonie eia großes Künftlec-Konzett dem dt« erleseafte« Krüste ihie Mitwirkung zur Verfügung gestellt habe», und dessen Ertrag der Volksküche zu Gate kommen soll. Metz. 8ei der Anwesenheit oe» deutschen Kaiser» wurden folgend« Israeliten zur kaiserlichen Tafel gezogen: H. Oberraddiner ll r y. Mayer» Prüsideut der Handelskammer, Levy, Notar zu Saardurg und Land» direktor Lazar, letzterer wurde zum Eommerzieorath ernannt. Bei dem offiziellen Empfange war auch der Oberrabdiner zugegen. La«»»«» (bahr. Pfalz) 27 September. Der hiesig« BezirlS- Rabbiner Dr. Elia» Grünebaum ist vorgestern hier im Atter von 36 Jahren verschieden. Er Hai in seine« Amte fett 26 Juui 1336 gewirkt. Ja dem Verblichenen verliert die bayr. Judeahett einen Man», »er neben vorzüglichen Eharaktereigenschastea allg«m!inen Wissen» in ganz hervorragendem Maß« befaß. Er enfaltete »eben seiner radbiaische» und püdagogische» Wirksamkeit auch «ine rege litemrischr Thüliglett. Am bekanntesten ist sei» Hauptwerk. ״T e si» entehr« de» Judeinhum« «»deren Bekenntnisse» gegenüber". AlS guter Redner war der Heim» gegangene wett über di« Grenzen de» Bezirk» hinaus bekannt und hochgeschätzt, sein: Berbienstr besonder» um dr« Hebung de» jüd. Schulwesen« in Bayern find auffi an höchster Stelle nicht »ubeachtet gedllebea. Im Jahre 1886 verlieh ihn Kdnig Ludwig IL de» MtchaelSorden zweiter Klaffe. Da» groß« Ansehen und di« Hoch» achtuug, weich« dem Berstorbenea sowohl setteeS seiner Schüler und »laubenSgenossrn als auch von Setten seiner Mttdürger und Bo« gesetzte» eatgegenzebracht wurden, rechtfertigen die aufrichtige nahm«, welche sein Tod hervorgerufen. Er ruhe sonst I AsctznssenltNrG, 3a. September. Genera Ivurde di« hiesige neuro» baute Synagoge im Beisein der Vertreter der SiadtbehSrden ringeweihl. Etiellchchpt» 22. Sept. (Or.-Eor.) Die?׳rage über di« Besetzung der öeiden Rabbinatsstellen wartet immer noch »er Erledigung. 24- Sept. Di« hiesige iSraelilisch« Gemeind« hat sich, durch aamhast« Stiftungen unterstützt, Heer einen brizbarrn Betsaal eingerichtet und entsprechend auSgestatttt. Die Einweihung de«- selben fand letzte«: Freitag durch eine» entsprcchulden Gottesdienst statt. CBie*. Herr Baron Albe,« Rothschild har am jüngsten Ber» 4t«tU*«>. Dem Gottesdienst« am Bei svhnuugSrage wohnte» im hiefigen Tcmpel unter anderen MilirürS euch et» jüdischer Oberst und Au Major, dir hier zur Kur wetten, bei, welche allen TageSge» beten in tiesfter Andacht folgten. Den beide» hoben Militär» wurden von der BelhauSverwattnng Sitze in der erste» Bankrrihe angewiesen. TepUtz, 22. Sept-mber. Ei» surchtbao-S Unglück ereignet« sich in der Kol-Ridre-Nacht, in der nahe» Stadt K a r b i tz. Herr Karl Ban« reifte in sein« Heimat, um dorr den Bersähnungotag zu feiern und ließ sei»« Frau mtt ihren zwei Kindern allein zu Hause. Um 1 Uhr Nacht» bemerkten Passanten Rauch uul, Aouer in der Sohaaug derselben und al» man in da« Zimmer tiadraug, bot fiq «in entsetzlich«, Anblick dar. Die Frau lag lat und halb »erkohU im Bette und die beiden Kinder fand »au erstickt im andere» Zimmer, daß mtt Rauch gesülll war. E» ist bisher »och. uaausgeklätt, ob hier ein Racheakt, oder «in UnglückSsall vorliegr. Pech». Im hiesigen Tempel predigte au Stelle de« in Wie» an der Synagoge de» IX. Bezirks augerellte» Rabbiner H. Dr. G «l d h a u S während der hohen Feieitag« der H. Dr. K a m i»I a mtt große« Beifall. ««st«, 24. Septrmder Der sogenannr« Rttmrlmordprozeß vo» Rahowa endete, wir nicht ander» zu erwarten war, auf Antrag de« Staoioanwatt» «ft Arrisprechuag sämwtlicher angeklagte» Juden. Tiwetmwekll. Der Orden Lue B'rtrh fetett am 13. Oktober bat Jubilüum seine« süasziaiühriaen Bestände«. ״Dies« Gesellschast kan, ans et« reichet Resultat Uftu Lhüttgkctt ans dem Gebiete humanitärer und erziehliche« Leistlingen in Amerika zurSckbttckeu, doch kann »an darüber verschieden« »«ficht fein, ob «• zur iirretchung dieser Ziel« notwendig war, di« Gehetmlhuerei «ld de» Firlefanz d» Frei- «aaremtgej^isch^n, wilzmnnche, " — So ich««« di« htes. .Deborah«, de«» RedaÄemr »lese» Me» -ngehdri mtt» dt« HSchste» Kamt darin bekleidete. (In Deutschland not *n Orden 1882 eingesührt.)