Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 30 (21.7.1893)
- Date
- 1893-07-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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eine allgemeine Zeitung 8es Äu8entßums. «»chtatiich ttfchtial >t eint bhiauatr ber Hl blattt״ ab beb ״Sitta tatblatt«.“ «rnb für •St bttl BMW» btt altn Pa|bbauern x Sachb-ablaaata •ach bittet bet ber •rbtbitiaa dal Mark •itnuibbtltd. »•chbt» »ablab•: u •UdjbbtlKt. Sit .Ie!t,ch,alch^tt" aut ,«aaübiabiaatlbchat .,fiitcxatatblatr“) lachet bei bet kerattbchegeben von Rabbiner 1)1. W. Nahmen in Magdeburg. Mv Mlchlch rik Nechl und Zfriedrnl I«ler»rr ft» »re..Ltzrael irische W»che,schrift' vir fttr da» ..)kdiiche Lireearur« tzlstt". die vierHeidaUenr Hetittette oder deren Rau« Ätz erttvetzer tz»r^ die Cm* noiuau^pmtionfit »der — faS» »:an teldft aus Nadau Anspruch «acht — dir!« einH»» senden au: Dir Erpediti— der .^»rnet. schritt'^ t, »»,dednr,. Vet WiedertzaluNUen Radnri י*־י . Machen- )«ti 1893. A». 5653. Naleulieo. }Rita« . . . 21 8 Lannabtnb. 22 S 8) דבריםJ*S*J) &k. CbasM. kanntn, . . . 23 10 Tlbtkb k'«w. Mnntng . . . 24 11 Die«»«,. . . 25 12 •J Sit bei Wrir1,.1b btr aiitttU Mittwich . . 26 13 eartbbiMta Katettbint (ix|" ttetaun Sillen■)» «ab bei sbiaa Dbnnerst«, . . 27 14 dtitanfabe aicht bttü«|i«tißt. Kreit« . . . 28 15 Ckaabck« bnbr. -n-aN: Mitnbt RtiiM: Die drei Lrauerwochen und die gegenwärtige Lage Jtrael« Eine «ligidse Betrachtung. — Die gioniftische Bewegung in Ualizjen. Bon S. Horowid. Berichte Mb» 8*m1|W«M«tt«1 Magdeburg. Magdeburg. Elsaß. Lochringen, Hannover. Neustadt-Eoedent. Oesterreich-Ungarn: Karlsbad. England: London. A « e r i 1 a: Lincinnati. Kttitf( Kleb »er«eifchte Nach richte,: Magdeburg. Berlix^Berlin. Mainz. Lolfenbüttel. Holland. Brüssel. Bari«. Pari». Pari«. Pari». Liffabou. London. Vuckarrst. Jerusalem. Kairo. Eincianati. New-Port. ^o^annitbu^^Südaknla^^ ^^ew-^rl Suln»g1fe^ntRfg^ Die drei Drauerwoche« «nd die gegenwärtige Lage Israels. «ine reli«iSse Betr«chi»n«. Es ist eins -er trübsten Lose, die einem Sterblichen werden können, wenn er in jungen Jahren in Glanz und .Glück gelebt hat und wenn dann am Abend seine- Lebensein Stern erbleicht und Sorge und Kummer sein Dasein . umschattet. Es erregt unser tiefste- Mitleid, wenn wir von einem Fürsten lesen, der Reich und Krone cingebüßr hat und beklagen diesen Mann, auch wenn er nach dem Verlust der Krone viel Schätze sein eigen nennt; denn Millionen Geldes können ihn nicht trösten über die verlorene Macht und Ehre. Leichter erträgt ,der Mensch Mangel und Entbehrung in den Lagen der Jugend, und wenn in späteren Jahren ihm kein bessere- Schicksal zuteil wird, so ist da» zwar schmerzlich, aber die gewähnte Last drückt kaum die Schultern wund; jedoch bitter weh thut der Mangel, wenn jemand von Kindheit an an allen feinen Genüsse» sich laben durfte, wenn einer alles Gute gekannt und sich daran gewöhnt hat und nun plötzlich entsagen soll. Solch einem vom Throne gestürzten Fürsten, solch einem Manne, dem nach' fröhlicher Juge^zeit im Alter bittere» Herzeleid zugesügt wird, gleicht da- Israel der Gegenwart, und wenn wis in diesen Wochen an Israel» thränenreicht Geschichte erinnert werden, so erscheinen unS die Pru- :fangen, mit denen unser Zeitalter uns heimsucht oder uns bedroht, fast noch härter, -als allx Roth der Bäte», weil wir lauge Zeit in dem Wahne uns wiegten, die Lrra der Bersolguugen sei für Israel dauernd »drüber. Welchen Wandel haben wirerlebt! DieGleichlierechtigung der Juden im Leben des Staates war zwar vor mehreren Jahrzehnten noch nicht gesetzlich anerkannt, aber dar! ganze Volk trat ein für unser Recht, ein Judenfeind war fast dem Gelächter und der Verachtung preisgegeben; wenn freisinnige Männer die Forderungen de» VolkeauSsprachen, so stand in oberster Reihe das Recht der Juden; als zum erstm Male in unserem engern Baterlande eine Volksvertretung berufen wurde, da wurden die herrlichsten Reden, Reden von wahrhaft klassischem Gepräge zu Gunsten der Juden gehalten; der israelitische Jüngling, der als Student in die Hörsäle der Wissenschair »rat, wurde mit offenen Armen von seinen Kameraden empfangen, seine Schwächen wurden geschont, seine Vorzüge wurden anerkannt, seine Religion wurde mit keiner unpassenden Redewendung angetastet; die studirrnde deutsche Jugend setzte eine Ehre darin, da» alte Vorurteil zu überwinden. Nicht, daß wir damals ganz da» alte Ghettoelend loS geworden wären, aber wie der Genesene sich der wieder״ kehrenden Gesundheit um so inniger freut, weil er «och ein schwaches Nachweh von der Krankheit verspün, so genossen Wir Juden niti um so klarerem Bewußtsein den Segen des Anschlusses an dadeutsche Bürgerthum, weil einige Spustt« der früheren Barbarei zurückgeblieben waren. Dann kam die Zeit, wo die Forderung, de» Volkes von der Regierung ausgenommen wurde und die Gleichberechtigung der Juden wie ein Selbstverständliches ohne Kampf Gesetz. »urde. Und nun ist heute Alles anderworden. Mi» dem