Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 26 (23.6.1893)
- Date
- 1893-06-23
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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י. OMlwurien.!4. Juni. (Or.-vorr.) Hrutt 5 Uhr Nachmittag aina da» bulgarisch« Aürfteuvaar Ferdinand i. und Maria se die Deputation der Iudendeit Bulgariens. Dieselbe wurde von dem Groß-Radbiner Di. M. Grünwald geführt. Nachdem herfclbe da» Fürsten paar beglückwünscht und eine prachtvolle Adresse überreicht hatte, sprach der Kürst Folgende»: ״Moaxteur le gnad rabbinVeulllez transmettre men retoetvimeoLi a la po. Klatioa Lsrarüte, de la Bulgarien doat vous :ivez et£ id bien iterpri-te. ■ Je »ui» convainca de la fldelite et <lu patriotisne de» .braälite> de rae Principautc. J'etais et je serais toujonrs prote«Wurde» Uraellte» de raon pays. (Jöerr Grost-Nabbiner! Wollen 8«r der israelitischen Bevölkerung, deren trefflicher Dolmetsch Sie gewesen, meinen Dank übermitteln. Ich bin von der Treue »nd dem Parrioiismns der Israeliten meines Fi rstenthums überzeugt. Ich war und werde stets ein Beschützer der Israeliten «eine» Landes sein.") Hierauf reichte der Kürst und die Fürstin dem Groürabbiner die Hand. — Sofia besitzt 5 Svnagogen und 15 Lehrhäitter (Bote Midraschim); letztere sind reich an Incuvabeln und Manuskrivten. »Ich babe — schreibt uns der jüngst gewählte Herr Odertaddiner Dr. Grünwald — bereit» eine Handschrift de« -lad tachasak» von Maimonides (aus dem 18. Iabrd.) und einen auf Vergamen: gedruckten Pentateuch mit Targum, Naschi und Nambau versehen, entdeckt: ich laste einen Katalog sämtlicher Werke in hedr. Sprache abfassen. — Es giebt hier 8 jüdische Friedhöfe, der eine ist über 500 Jahre alt, wie au« dem städtischen Archiv zu ersehen, der andere übxr SS» Jahre alt, und der jüngste ist vor 25 Jahren angelegt. Sämmtliche Inschriften werden im Laufe de» Sommers copir» und der Oestentllchkeit übergeben werden. (Es ist unbegreiflich, dah dem ftührren Obrrrabdiner Tr. Dankowiy diese reichen literarische» und archäologischen Schätze entgaugen find; Herr Tr. Grünwald, unser gesch. Mitarbeiter, ist der gewiesene Mann, dessen unermüdlicher Forschergeist der jüd. Wissenschaft eine reiche Ausbeute zu liefern verspricht.) Neueste und vermischte Nachrichten. ÜRagpebttrg. Dieamisei». .Neue deutsche Zeit." schreib!: ״Ueberstehi man da» tpahlergebnisi, so dais man, o:.ne allzu optiminisch zu lein, annehmeu, da» im nächste» Reichstage gegen 20 antisemnisive Abgeordneie sitzen werde». Und sollte da« Ligebniß der Stichwahl auchttwasungünstiger a uSsaUen, so werden doch unrer allen Umständen mein als 15 Antisemiten der verschiedenen Richtungen in den Reichstag kommen." — Schöne Aussichten! Magdeburg. Rach dem »asien-Bericht des .lleniial-Lomilee's der Provinz Lachsen" beliefen sich die Einnahmen sllr die russische» Juden aus rund 20,000 Äk., davon wurden an 4a« Berliner Cent- »al-<lommiter 16,145 Mk. gesandt: c. I«1X» Bit. wurden hier ouf Weiierbesitrderung. Beköstigung Drucksachen rc. verwendet und 1,364 fHt. ist der reftirrnde Baarbeftand. Berti«. Der Privaidozent Or. med- Oskar Israel, erster Assistent am pathologischen Jnsiitui der Universitär unter Piof. Birchow, ist z»m austei ordentlichen Prosesior befördert worden - Dr. Israel ist 1854 in Ltralsund geboren, studiert« in Leipzig, Kiel und Berlin, »ichieU 1877 den Preis der hies. medizinischen Aaliillät und tiat bei« pathologischen Institut unier Birchow als Assistent ein. (kr oerfastte mehrere wenhvolle Schriften über wichtig« Fragen der innern Medizin. Seit 1885 ist er Universitäts-Dozent Sein« Ernennung zum Prosesior ist insofern bemerkeuhwetth, al» seit langer Zeit für die paiho- .logischt Anatomie keine derartige Ernennung stallgesunden hat. Luder dem ordentlichen Prosesior gab es nur Pnoat-Dozenie, der paihologischen Analomi« Berti«», 16. Juni. Der Untersuchungsrichter de« Landgeiichts I hat nunmehr gegen den flüchltg gewordenen Schriftsteller Schwein- Hagen (Schwennhagen) den Gteckbrrei «rlaffen. Dieser antisemitische Hstzer und berussmätzige Ehrabschneider, hat zu wiederholten Rate» die niedetträchltgsten Schmähungen gegen den Minister wiquel in -ffentlichen Bersannnlnngen ausgestoben. Er äußerte unrer Anderem Patzendes: »Der Herr Finanzminister Hai den Strafantrag wmen verleumderischer Beleldtanng gmen «ich gestellt.: sollte er diesen Sntrag ausrecht erhalten, bann würde ich mich unaerrein freuen, denn ich würde dadurch in die Lag« kommen, all« «ei« Behauptungen zu beweisen aber Herr JRiquel wird in seine« Zntereffe den Strafantrag wieder znrückzrehen." Und jetzt entzieht sich dieser Mensdi dem Richter durch feige Flucht. — Da sei» verufsgenoffe Ahlwardt in Arnswald« die Wahl adgelehnt und der Stichwahl in Rrnstetti, sich unterzieht, so bietet sich de» Arnswaldern zur rechten Zeit ein Ersetz in. Schwei, Hagen». Ba«tRett (Vd.-Schl,), V. Juni. Hier starb gestern der ältest« Pümer Josts Richter im »1. Lebensjahr«. Er war Ehrenkürger der Ltadt, 50 Jahr« Stadtverordneter und 25 Jahre Stadtverordneten- Vorsteher, Bettreter der Synagoge»gemein de und Ehrenmitglied de« israelmsche» Krankenpflege- «id Beerdigung»oeret,«. Gei» Andenken *(!l^iaveldei«. Unser Rabbiner Herr Rack» tz, wohl der ältest« ~ .. - |fc, ־ ־ Rabbiner Deutschland», ist i» Krankenhaus« zu Berlin gestorben. - Ttttn, 14. Juni. In dem zu« hies. Krei« aebSreuden Dorf« Lüxheim fand die Einweihung der neuer Synagoge statt. Am Freitag Nachmittag dewegR sich der Aeftzug iwu der alte» Lynazog« nach dem neuen Gotteshaus«. Hinter den Trägern der Thorarvlieu schritt der Rabbiuer De. Frank aus Kbln neben >e>» Kantor der Eiemeinde, «S folgten die Ehrengäste, de, Bürgermeist«: Keller, der Bau- «eifter x., und ihnen schlauen sich in fast unüd,, sehdarrr Reihe die Fefttheilaehmer an. Herr Dr. Frank Sstntte das «doneSbans und hielt ein« Ansprache an die Versammeltem, die «rsichtl ch tiesfteu Eindruck aus die Zuhörer macht,. Nach einftüadiger Paus« begann der erst« seiettich« Gottesdienst, der durch Mttioirkung «in«» Ehore» noch de« sonders verschön« wurde. Pari» Der greise Rabbiner Dreysus in Laverne, Barer de« Pariser Ober-Rabbiner« und Schwiegervater des Rc bb. Emanuei Beil, Feierte unter allgemeiner Betdeiligung da» Fest sein tr goldenen Hochzeit. Sri«. Da» Oberhaupt der Karäeu in Südiußland der Rachfolger des berüchtigte» Inschrislenfälscherr Firkoioilsdi, ist in hohem Alter aeftoiden. L, hieß Uz um und hatte seiren Wohnsitz in der Smdt Baktschi-Lrrai (bei Sebaftopol). Der Verstorbene stand auch bei den Russen in hohem Ansehen. Kaiser Alixauder pflegte ihn wenn er in Palt» residierte, zu besuchen. Anzeigen. Die ״'NorKs-Ieiturtg" erscheint täglich zweimal, Morgens tm6 Itkorrbs. l&ratt-.s -MaigaBe: rtoigirt von Rudolf Elch«. Abonnemenlsprei» isiatt 50 Psg. pro Quartal. ^>,lh,.Zeii«, ist das fistreflstr flr|11 de» rvif^irlrxn, InnkratifijrR Liste Die ״DoMw-Aeitung vettri t die Interessen der maniiät, d«S Rechts, der heit,gegen StSckereiu.Mvckerei,' gegen Byzantinismus uud legien-Witthschaft. Die ״VokkaiAeitung" $ bewäbtte Freundin des Handels- und Er<n werosstandes, der Handwerker und 'der wittschastlich Schwachen, der mittleren unb^ U einen!“.amten, der Volksschule und Lehrer, der ehrlichen Arbeit und der Arbeiter? Die ״Voksi» ZoiteRtg-' beleuchtet in «nt«\ schiede»«, Jedermann verständlicher Sprache ohne( Plenschenfurcht alle wichtigen Dagelfragen. Die ״VokKs.Peitarrtg" enthält einen reichhalltzen, vollkommen riercrkyäergigerr Handeletheils mit ausführlichem Eourszettel. Die ״'Morks-Peiteeng" umrrrichiet eingehend 1 Dheater, vinsik, Knust und Wissenschasl. Feuilleio» bringt Dionear,« und'Zflor'elken, so vie unt«r-> haltend« »nd belehrende Attikel au« der Fedei de testen Autoren. 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