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Israelitische Wochenschrift · 1893-07-16 · 25 (16.7.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
25 (16.7.1893)
Date
1893-07-16
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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16t in Erwiderung tintr Ansprache des Rabbiner Oury: halte darauf, es hier. Sffentlich auszusprechen, daß die aeliten in Toulouse sowie diejenigen imderSwo durchaus . l die Anfeindungen und Aufreizungen zum Rassenhaffe 'perdienen, denen sie in einem Lande ausgisetzt sind» welches eine Revolution gemacht, um allen Kämpfen der Raffen und Klaffen ein Ende zu machen. Auch der!Sräfekt» Herr Leon Eohn, ein Sohn des unvergeßlichen Albert Cohn, richtete im .Namen der Provinz einige Begrüßuugswor:e an den Ministtr, welche dieser huldvoll erwiderte. . Bei dem Bankett brachte der Präfekt den Toast auf den Präsidenten der Republik aus, von vew er in seiner Rede rühmte datz deffrn Popularität keine vorübergehende sei, denn sie beruhe auf El rlichkeit, Ehre und Vaterlandsliebe. . Nirtzlond. Grlersvur-. Die Juni-Nummer des in London ereinenden »Tartest Russinenchält wieder eine ganze ihr von Mittheilungen über neueÄuSweisungen und neue Beschränkungen der Juden in Rußland. Bis zum 1. November d. I. müssen 2a)00Ü Juden da» Gouverne- «ent Livland und noch mehr Kurland verlaffen, im Ganzen vielleicht SV,OVO Personen, darunter 8000 u lein in Riga, von denen dir meisten sehr arm find. Alle d es« AuSgewirsenrn werden in den schon ohnehin überfüllten Städten des sog. Juden- Rayons den dortigen Juden die Lebenshaltung noch mehr erschweren. Der heftigste Schlag ttifft aber die Jude» in den Dörfern der polnischenProvinzeti, wo sie bisher un-!stört leben durften. AuS dem einzigen Dorfe Suchodnirwa nd WO Familien und im Distrikt von RudluGuzowka an der Warschauer Bahn 48V Familien auSgewie rn worden. Alle leben dort Handel und besitzen Eigenthum, welches sie binnen Zeit verkaufen müssen. An zwei Plä-en find von 17V!Jüdischen Familien, 158 ausgewiesen worden. Von letzteren sind 716 schon lange im Gebiete wohnhaft. ES befinden sich unter - melden: 10 Schneider, 5 Schuster, 4 Tischler, 2 Fleischer, 10 scher und 10 Bäcker. Vierzehn Familienväter haben in der!ree gedient. In anderen Dörfern ist drS Verhältniß ein licheS. Die Synagoge in Moskau, welche 800,000 Mark gekostet bat, ist seit dem 1. Januar d. I. grschüoffeu. Nur Juden «rmr Gilde befinden sich noch in der Stadt. Viele Häuser find in Folge der Ausweisungen von Juden entwerthet und die Eigentbümer haben eine Reueinschätzuna derselben verlangt. Der Stadtrath hat sich bereits mit dieser Angelegenheit beschäftigt. ' Da» genannte Blatt theilt auch Einiges aus einem Berichte Mt, den ,einer der hervorragendsten ftühorrn russischen Ministerüber die Folgen der Judenauswrisnnaen erstattet .lat. Derselbe führt aus, daß die jüdischen Häv dler nnt kleinem Vortheil von zahlreichen Geschäften zutrieven seien, während der ssisch« nur erwaS unternehme, wenn er großen Nutzen erwarte, ,!her werde der Bauer durch die Entserimng der jüdischen Händler geschädigt. Außerdem seien viele kleine GewerbSzweige. welche den Russen nicht paffen, lediglich von Juden betrieben worden. In Wolhynien, wo die Juden vertrieben seien, nähmen die orthodoxen Ruffen von den Bauern für Gelddarlehen 130 fit jährlich. Durch die Ausweisungen habe der Credtt Ruß- «wdS, insbesondere seit 188S, gelitten und dieser Zustand werde «och schlimmer werden, wenn immer mehr jüdische Finanzleute in Europa sich ihrer mißhandelten Stammesgnroffen in Rußland gnähmen. Eine polltische Gefahr aber bereute es, wenn 5 'Äonen zur Verzweiflung gebrachter Menichen in dem sog. en-Rayon zlffaunnengedrängt wurden, denn diese würden sich Falle eines Krieges dem Feinde zuwenden. ES wäre beffer, dieselben durch Milde zu Freunden, stcüt sie durch Grausamkeit «inden zu machen. — Soweit der Ber.cht des .früheren _sterS-. sollten hier vielleicht Gedanken de» ehemaligen MnanzminifterSWy schnegradSki zum AuSdrm; gebracht fein» Neueste trab »er«ifchte N«chrichte» Vertt» S. Juni. Wegen de» Einbruch» in di» Synagoge am 'Grünen «cg wurden vorgestern di» vier Thäter zu Gesängntlstrafe» Aon 1 dis 2 Zähren vernrtciu. Der tastifter mar — men soüte es nicht für möglich halten — ein Job e: Josef Wiener. Derselbe hatte die Stzua- »» wiederholt besucht nnl> kannte dir dortig«» lokal«« Verhältnisse Mar es, brr Mm drei Mitangeklagten «uf die g&nfHat Geügenheir Stehlen aufmerksam gemacht hat, worans denn der Tine dl« Roll» Aufpasser« übernahm, »ichrenb bi« beide» Ander» di« Lhat S5&S AnnsHtzeeio» 10. Juni. Rach längerem Lridcu »erstarb der hochbeeogw vbettantor H. Goldberg, ül>er »effen Verdienst« gelegenliich seine« HO. und 60. Amrftnbt. d««cht«t wurde DGGekdoif, 6. Juni, Vor de, hiesigen Strafkam»>rr hatte sich heut« der früh«» Religionslehrer» jetzige Geschäftsmann Alexander Baum, zn Ginderf wohnhaft, wegen sahttäsfige« Meineides z» »erantwonen. Im Juli vorigen Jahres hatte« anläßlich der Eereguag der »iederrhriniichen Bedvlkerung in Felge des lSuschofl-Vrozcffe« namentlich un Äretsc Grevenbroich wüste Judenkraoalle stattgcsunbe», über di« V. bet seiner eidlichen Vernehmung dem Untersuchung», ttchter falsch« Angaben gemacht baden soll. Dir Verhau,lang endete mit der Bermtherlnng des Angeklagten zu 1 Monat Gesünaniß. J«n«r (Schlesie:,.) 8. Juni. Lin bemerkensiverth«» Leuament bat der kürzlich verstorbene katholische Geistlich« Musch« HIntrrlaffrn. Er vermachte sein große« Vermöge» unserer Stadt, davon 700/000 Mk. als .Ignatz Rusche Stipendium״, oeffen Zinsen als Siipendien für Gymnasiasten, Realschüler, Miiielschulschüler, sowie a» Mediziner, Philologen, Juttüen wie überhaupt für jede Karriere mir HSHerer Brldunq zu zahlen find, ohne Unterschied des Klaubens. Wkrtntngrn, 4. Juni. Ein Führer der Antiseniter In dem be- »achbarien Dorf Walldorf batte au die Expeditto» der ,Dorf»Z«iMngeine Annonce eingeschiclt von der Verlobung eine» jung!» Inden in Walldorf mfl einer gebrechlichen ArmenhSuslerin. Durch eia!» zufälligen Umstand wurde di- Anzeige nicht veröffentliwi, sondern kam in die Hände des angebliche» Absenders zurück. Ai« wirklicher Absender wurde der Antrfewit Sattler Nothhaupl in Lalldors erniiilelt, jjtgtn den Strafantrag gestellt wurde. Er wurde vom hiesigen Schöffen gericht zu 3 Monaten Gefängnis verurlhelll. Ein Gluck iür ihn, »aß die Annonce nicht veröffenilicht ivvrden ist, sonst wäre die Stra«« härter ausgefallen. Ans Botzen». Ein Gutsbesitzer cus Maxhosen bei Dczgcndorf har aus der Landwitthschafl-Auestelluna einen weißen Eber englischen Schlage« ausgestellt, der lam amiuchrm Katalog den Namen ״Adlwordt" trägt. Gtsotz-Lottznnge«. Lazare Lang, der Präsiden! de« Eonsistorium«, schenkte der Kasse der elsäßischeu Eullusdeatrte» zu den schon früher gegebenen 5000 Mk. noch die gleiche S rmme außer seinem jährlichen Beitrag von 500 Mk. Doris. Eine sehr fromm« Dame hatte beim Umzöge ihrer Wobnuug vergesse,!, »in« sehr groß« Mesusa vor der Thür ihrer Wohnung abnrhmeu zu lesien. Der neue Ptierher vermuthet in derselben eine Dynamllsiteatat und läßt di« Polizei rufen, welch« da« Eoxpus delicii zur Analyse der Behörde übeigiebt; »nie! Zuziehung eine» Radbiuir» löst sich da« Geheimniß auf. — Ser denkt hier nicht an die Antwoit Rad'« an König Atta bau! sJerus. Pea. l. l.f Poris. Am 26. Mai starb In Folge der Influenza Im Alter von 45 Jahren nach kurzem Krankenlager der Buchhändler Armand Durlacher, «in Enkel de« seligen Oderradbürer« Marchlind Ennery. Der Verstorbene, der «me jüdisch« Buchhandlung hatte, zeichnete sich durch Frömmigkeit und Intelligenz au«; sein li«de»«wärd:geS uud leutselige« Wesen hatte ihnr alle Sympathien erworben, «khre seine« Andenken! Poris. Donnersieg nach dem Lchabuothfeft« send h der neuen Synagoge nck« de 1• victoire die Eoirfirmation der 5,'naben und Rädchen statt, e« waren die«»al 300, und zwar Kinder au!l de« ersten Familie», unter Anderen die Tochter de« Baron« von Günzburg, eine Verwandte de» Geschichlsschreibert Joseph Salvator u. a. Poris. Di« Kammer nahm eine» Antrag an, nach n eichen u. A. bestimmt wird, daß da« Amt eine« Oberraddiner« unmrträglich sei nnt der Ausübung eines Abaeordnetenmandate«. London Rabdiner A. A. Green hielt am 24.Mai kirren Vortrag über Dnidang der verschiedene» Eonsesfionen gegeneinander Hervorznhebt« ist, »aß, als Rabbiner A.A. Green gefragt »urd«:Zn weicher Richlang Jude» und Lhttsten gemeinschastlich Witte« köiroten, Herr Hertwich sofott cntgeanere: In welcher Richtung könne:! sie nicht zusammenireten (wenn sie nur ehttich wollen)? London Der gelehttr Talmudist Rabbi Jacob R« l »«Witz, der 17 Jahr Daja» in London war, wurde mH großen Ehre» d-!statt»t. Di« Herren Dr. L » ler, Dr. Gast er, Dr. Lernet, Dr. Friedl L » d e r gaben ihm das Geleite. Er war «in echter Jünger Arons, de« der Friede über Alle» ging. Moskon. Bon Jude» find es dekaanttich nur noch l-ie Kaufleute rrster Gilde, di« «in gesetzliche« Recht haben, sich hier anfzahatten. Aber man veZucht jetzt auch diese sogenannte .nrtvilegirrtr Klasse" au» der .heiligen StadthMruszndrängen. Vorige« J,hr vertrieb man di» Schächter, um den Inden de» Genuß des naih jüdische» Rim» geschlachteten Fleisches unmöglich zu mache«. Al« nun zwei der in Moskau znrückgeduedenen Bewohner das Sckläckie« lernren, wurde das^jüd.-tttuell« Schächte» überhaupt verbot«». Jetzt sahen sich die Inden arzwungen, dos Fleisch ans anderen Städten ,7, bezieh«». Auch dos wird ihnen eeschwett, indem aus dies«« eiugcftchrte Fleisch «in« hohe Steuer gesetzt ward«. «von. Der hiesige Värgermeister ist nach Peters iu«g gereist, um an döchster Stell« die Rücknahme des die hiesige» Inden drtresfendcn Anämeffnngs-SttasseS zu erwirken, da durch dies« Maßregel, di« sich gegen 8000 haudel- und »eworderreidende Personen richtet, dt« Stadt einer wrrchschastlichen Kris« ansgttrtzt werde, deren Foljeo nnadsehhMP MR«». _י-ד־ . ■ ־־“ ׳■־ faäL:■ - ׳.

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