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Israelitische Wochenschrift · 1893-06-02 · 23 (2.6.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
23 (2.6.1893)
Date
1893-06-02
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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81 m tftSnbiat worden.' — Der erwähnte 5 187 de» traftzrsetze» lautet: ... e mtzter deffere« Miß« t» Hmßh»«, auf »in«» tote« «ine mmahu -Xkdfttlt -ehaupi«» »der vervleit«, »«ich« »«selbe» o^ächtlich 1« »«che, «der in der »ffenltiche« »rt»u«> heradz»wtkrdiae» «der den«» EredK z» gefährd« grrigaet ist, »krd »«8»« »erinlmdrrifcher . Beieiditz»»« mit Gestvcgaiß dt» z» »»ei I«her« «nd. »ein, di« Bei- ’'ItuaibiM« öffentlich oder dnrch Berdreittmg »o» Schriften, Lddild«age» . Mtt Larstellunge» b«g»«g« ist, mit Gefiagaiß nicht »»:er eine« ' Monat Wiraft.* Pauk»» Mttttr. der anaedltch« ״Orientalist", der in drntschea Theo-!«««kreist» schon länge« Zeit einen schlechten Le»»n»d genießt »ad «ine sehr dewe,1>! Vergangenheit hinter sich 1» Herden scheint, hat sich in de» letzte» Sich« in Sie» dadurch unlsttsiem g««a»1, dah er dnrch den Pfarrer »in veiahan», Dr. Decker», »>« der antiseaittischen «artet in Sctblnkuag trat. Dr, Deckett hatte öffentlich behauptet, den Brief eine« Rug.nzeug« z» defitzen, »»elcher die Exlftenz «ine« jüdischen Urtnalwoide« beweisen tonn«. Spüler veröffentlichte Dr. Deckert in der Thal im hi«si«en ״Baierland" «inen a» ihn tzerichietrn, au» Letpzi, datirtrn Brief de» Paalu« Meyer, 1»»ri» derselbe erröhli, er hob« vor Jahren der ״ritneste» Lrmordun»" eine« Saab« in Ostrom«, Russisch- P«len beiaewohat. 0» wurde später festgestellt, dah eia Ort diese« Namen« in Russisch-Polen nicht existiert; Paulu« Meyer hat in seine« Pries wohl Ost׳ »wo im Gouvernement Lomscha gemeint Wie nun * hört, befinden sich di« Personen in Rußland, weich« Paulu« Meyer in ", seinen «rwähnier Schreiben al« Müschnldige an dem angeblich der- V. übten Mord« deieichnet. bi« auf die Hauptperson, den Rabbiner, »och am Leben; diese! »eu rüsteten sich, wie sie de« Reich«rath«->dgeord- »eien Dr. Bloch mittheilten. «den zur Reis« nach Wien, um hier gegen Paulu» Meyer die Berl«mduug»klag« zu erheben. Jener russische ■ Rabbiner selbst ist im Jahre 187:1 gestorben u»d zu Warschau begraben. ' Paulu« Meyer kam End« März diese» Jahre« nach Wien, verkehrt« - mit dem Psarrer Decker« und kehrte Ansang« Mai nach Leipzig zurück, ׳. p»n wo er den 10. Mai sich wieder nach Wien wendete. Er wurde יי nnrer andern auch behauptet, daß Paulu« Meyer einig« Zeit bei« -Psarrer Decker« gewohnt habe: Dr. Deckert stell! dir« allerding« in Ad- ^rebe. Zuletzt hat Paulu« Meyer mit einer Dame, di« er als seine Braut bezeichnet, in Währing, Lottaargaff« Rr. 7, -,wohnt, wo auch sein« Verhaftung heut« erfolgt«. Bekanntlich hat Paul»« Meyer in Wie« auch den Professor der Theologie an der Wteaer Universität, Dr. Bickell, ausgesucht, der eine ^estlang rein wiffenschastlichr» Zalereff« an idm »ahm; nach den Schildeningen Bickell'« hat Paul«» Meyer in Gesprächen mit ihm dnrchscheine» lasten, daß er an da» Blut« Märchen von Ostrow ielbst nicht glaude und eo nur au» Zorn wegen de» arge« ihn geübten Borgehen« seiner ehemaligen Glaubensgenossen in dt« Welt gesetzt habe. Nunmehr scheint die Roll« diese» jämmerlichen Agitator» und ״Augenzeugen" de» Psarrer« »on Weinhau» vorläufig autgesplcit Er wird den Behörden in Leipzig ««»geliefert weide», welche ihn von den hiesigen Berichten rrclamirt haben. — Wie «Ir vernehmen, wurde die Anklage wegen verlenMderischer Beleidigung gegen Paulu« Meyer insolge einer Broschüre erhoben, die er mrter dem Titel ״Wölfe im Lchastpelz" in Leipzig herau«geaeden hat. die aber dort von der Behörde konfioci« worden ist. Di« Broschüre soll gräbliche und skanda'ös« Beschuldigungen gegen evangelisch« Pastoren und Diakonissinne r. enthalte». Br»»«, 30. Mai. In dem am Sonnabend von der Stadt- Polizei für die Iiurnalr auSgcgebenen Polizeiberichte ist folgende Meldung enthalten: In einer mährischen Stadt verbreitete sich jüngst dotz Gerücht, dah eine bei einem israelitischen Raufmann brdienstete Magd, welche plötzlich aus ihrem Dienstone verschwand, das jlchfer eines RrtualinordrS geworben sei. Dieses Gerücht fand bei der leichtaläubigk» Menge um so eher Glauben, als auch die Eltern der Magd ähnliche Befürchtungen äußerten. Da in der betreffenden Stadt eine größere Anzahl von Israeliten wohnt und zu l»rsürchten stand, daß in Sorge dieser Gerüchte Exzesse hervorgerufen werden könnten, wurden seitens des Stadt- ׳' Vorstandes sofort die umfassendsten Erhebungen bezüglich des Aufenthaltes der Verschwundenen eingeleitet. Die bereits als . Opfer eines Ritualmordes betrauerte Magd, Marie Tihon, eine der Brünner Polizeibehörde wegen wes Lebenswandels wohlbekannte Peison, wurde schon «ach einigen Tagen hierorts, wo st« sich unter falschem Namen aufgeholten hatte, von der Sicherbeitsbc>,örd« ausgeforscht und dem Strafgerichte eingeliefert. Dir so ׳ort an den detrestenden Stadtvorstand über- :«titelten Mittbeil ongen bezüglich detz BorlebenS und de» hierortiarn Aufenthaltes der Magd werden wohl genügen, die leichttzpmg hervoraeruknen Gerüchte al» vollkommen unwahr darzu» ׳.thun. Das Mädchen wurde nach erfolgter Abstrafung im Schub- »eg« in seine Heimat befördert. Fremkrelch. y«»il, Die Wahle» zum Gemeinderathe beschäftigen jetzt le vsftutklche Meinung. Bitz jetzt habe« nur drei amiscmitische 1 schüchtern ihre Landidatur ausgestellt. I«!Vorgefühl sind dstSnhänOer DruouaontS nicht sehr vcälmlt, George« Dusal, der RedactionSstkretär Drummont», giesti io einem offenen Brief seine Eutlaffunq, da zwilchen ihm und Drummont i» religiöser und politischer -inficht zu große MeiuuNgtzunterschiede bestehen. — Albert Hrndlö, der Sohn de» Präfekten von Roucn und Enkel Albert CohnS, ist zum Unterpräfecten i״ Riberaernannt worden. Ne*efte und vermischte Nachrichten. »rg. 29. Mai. Bei der hrutigen Einweihung der ftädische» Schlacht- und B1ehos«a»tagrn— di« beiläufig gesagt 1 Millionen MI. kosten —, zu der di« Spitzen der pädtisih«» »nd kvnial. Behörden von Magdeburg geladen waren, an der auch der vberpräfidriit her Prodiuz Sachsen, der Regierung-prSfident, Landgerichtedirektor, Polizetpräfidmu, Magistrat und Stadtverordnete in corpore anwahnten, fand nach der Eröffuuag«red« de« Oberdüraermeiftrr« und der Besichtigung der groß», artigen Anlagen auch ei» Prodeschlacht« von Groß- und Kleinvieh statt. Nachdem drei Rinder nach voraugeaangener Betäubung mit der Bouterolr getvdtet waren, lnd Herr Rabbiner Dr. Rahn,er di« iüustr« Bersammlung «in, de« Schächtakt nach jüdischen Ritu«, vom Schächter Geldart ««geführt, beuuwohn«. Obwohl die Gesellen mit den» neue» Vorrichtungen de« Niederlegen» de« Rinde«, welche» durch brrtte, an einer Wtad« befestigte Bauchgllrtel, mit welchen e« in die Häh« gezogen und ans die Seire gelegt wird, noch nicht «tngeübt waren, so ergab doch «in Vergleich de« Zeitanswaude«, daß, währenddes den betäubten Lhierrn 8—0י Miunten vergingen, bi» der Tod einirat.Ixi», rituell geschlachteten vom Hatäschnitr b!« zur vollständigen BluteMIeerung und׳ damit eingetretenem Tod kaum 5 Minute» vergangen waren. — Aus di« Erfindung einer noch praktischeren Methode de« Nlederiverf«» müßte von den jüdischen Gemeinden ein Prri» au»geschriebe» werden. Berte», lg Mai. Di« Beerdigung de» Lhrsarzte» und medizinischea Direktor» de« städtischen Krankriihause« Moabit, Lanitäurar Dr. Paul Gutmann, fand heute Nachmittag um 9 Uhr von drr Leichenhalle de« jüdischen Friedhöfe» in Weiße»;׳.« statt. Die Beteiligung an der Tr« »erfrier war namentlich sett.n« der Aerzte Berlin» rin« außerordentlich fia-ke, und fast alle medizinischen Autorität« waren anwesend. Seit«»« de» Magistrat« und au» der Siadtverord- »rten-Brrsammlung waren je 3 Mitglieder deputttt. Außerdem waren Korporattonen der hiesigen Studentenschaft, sämwtlich in Aich» mit umflort«» Bannern, erschienen. Da« Persona! de« städftjchen Krankeuhaustg Moabit war. so weit al« angängig, vollzählig anwesend: jede Abteilung hatte dem vrriiorvrnen Lhes prächtige Blruuenspend« in Form von Kränzen uud Palmenioedeln gewidmet, »inen riesigen׳ Lordcerkranz mü der Inschrift: .Dem Direktor, Eanftät»rc!1 Dr. Paul Gutmann m dankbarer Anerkennung und Erinnerung" hatte der Maglftrat gespendet. Oderbürgermeisler Zelle, sowie dir Stadtverordneten Berlin» ließen gleichfoll« Kränz« aiederlege», ebenso sap alle ärztliche Vereinigungen. Li« Trauerfeirr wurde durch einen Gesang de« Mäanerchvr« der Synagogengemetnde «ingelelte, woraus Prediger Dr. 0 p p e n h e I m « r von der Reformgememde zu einer erhebenden Ansprache da« Wvrt nahm. Gesang endigt« die Feier. Breslo«, 20. Mai. He,r Dr. Samuel Freund vom hiesigen Rabbiuerseminor ist t iese Woche einstimmig znm Rabbiner inCzarnikan (Reg -Bez. Bröniderg) gewählt worden. BpÄR««. ffütslbischos Lr. Ko pp, drr sich schon wiederholt gegen den Antisemüiemu» auägesprochen, hat da« jüngst auch -egeu» über dem Borstand der irraelittschen Kullusgemeinde in Friedeck getha». Aus den Dank de« Lorstande», daß er für den koafesfionellen Krtede» eiagetreien sei, äußerte er sich sehr abfällig über die anttsemftische Bewegung, und beinerkt«, man müßte allseitig dahin wirken, diese Be» wegnng, die die und t-a in leidenschaftlicher Weise austteir, «tnzudämmen und die Berschitdenheiien überall auäzngleichen, um de» erwünschten Friesen zu erreichen. — Die .Bolkezeu." bemerkt hierzu: Wir haben schon früher einmal bemerkt, daß t» sonderbar berührt, uwnn de» bre«louer KüZlbtschos sich so deutlich argen de» Autisemititmu« augspricht und er cä doch bei all' seine« Einfluß auf die ultramonraae Preffe nicht dahin bringen kann, ׳daß die unter seinen Auge» i» Breälau erscheinend« nltromontane .Schles- Bolkä-Zeftu»«" und di« In seiner Diözese erscheinende nlttamonianr .Germania״ aushöre», mit de» «nlisemftischen Blättern in Iudenfrefferei zu konkurrire». Brevka«, 29. Mal. (Orig.-Tor.) Zu Ehren de« 70. Geburt«- Um« de« Herrn Dr. Rosi» fand gestern Festgottetdienst in der Semwarfynagoae, heule (Lvnniaa) Empfang der gratulirenden Depulaftanen. »nd »dend« ei» Festesi-n patt. Hiera» schließt sich Dienstag «in Loanner«, veranstaltel von den Srminariftr». Am S.Iuni soll aufBeraulaffuagde« Gelrhrleu J«rael Adreham unter dem Borsttzende» de« um dir Geschichte der Inden in England vielverdienten Lnrle» Wolf «in« Versammlung behul« Grüadnng einer jüdisch-englische« hist,rische» Gesellfchast (Aagio-JorUlt Kretarieul 10«ietjj stattstad«». — Der Herzog vo« Argyll schrridt tm .Glaagaw Herald": Ich ' »«» Pernrtyttl ^gea d!ej«»ig« Raffe, ve» »Ächer »hrist»« dem,

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