Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 22 (26.5.1893)
- Date
- 1893-05-26
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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unsere Pflicht, an ^xsem Songretz aller bestehenden geschickt- - Sche» Religionen thetlMnehmen. damit kein Glied der Sette fehle, «ch damit, so vollständig »sie «tgllch, der Be«»eigeliefert »erde. Patz, so vielfältig auch unsere Lerhienftansprüche sein mögen, der Glaube, der und mit-der Menschheit verbinde!, die Hoffnungen, welche wir hegen, und die gemeinsamen Ziele, die wir alle erstreben, wichtiger uph wesentlicher find, als eirr jahrhundertlangr, llefgewurzrlte Unduldsamkeit vermuthen lietzen. Eia anderer, nicht minder wichtiger Grund veraaiatzt die Juden, sich in geeigneter Weise in dem Son^esse vertreten zu taffen. Obgleich die Geschichte de- Judenthuni« einen Zeilr ״ von mehr als 9000 Jahren Umsatz», so ist er doch mehr alr üu...j «in anderes ReligtonSsyftrm mitzverstanden urd falsch ausgrlegt Warden. Irrige Ansichten darüber find so fest zewurzelt, daß wir »och mit Beschämung gewadr werden, wie sognr die erleuchtetsten Nationen der Erde falschen Meinungen über un«, welche der Fanatismus erfunden hat und die jeder geschichtlichen Grundlage «ntbedren, Glauben schenken, sondern sogar als Borwand für die Verfolgung unserer Brüder gelten lassen. Seit dem Bestand« unserer Religion wurde dem Juden nie eine solche Gelegenheit gegeben, um sich vor der Welt in da» rechte Licht zu sehen. S« wäre verbrecherische Nachlässigkeit, wenn wir diese Gelegenheit nicht benützten, um durch solche Männer, welch« durch Wiffen, Reife de» Urtheil«, Ehnrokter und durch thrr Werke auf allgemeine Anerkennung und Aufmerksamkeit Anspruch haben, der Welt laut zu verkünden, was von jeher die Grundlage» unserer Religion, unsere Hoffnungen und Hielt gewesen, was die Errungenschaften sind, rvelche uns die Menschheit verdankt, welche» unsere Stellung anderen Religionen gegenüber ist, und in «vrlchen Beziehungen da» Judenthuni der Hörsten Civilisation noch unentbehrlich ist. AuS diesen Gründen erlauben wir uns, Sic um Ihre moralisch« Unterstützung und Ihr herzliches Mitwirken in dieser Berkretung de« Judenthums zu ersuchen, iür welche un« vom Generakkomitee die Abend« de« 13-, 15. und 16. September 1808 anberaumt wurden. ES liegt auch der Plan vor, eine von Seiten de« Weltkon- -reffe« sektionelle Sonferenz behufs einer vollständigeren und und ausgedehnter:n Darstellung und Besprechung solcher tbco-!ethischen und praktischen Fragen, welche jede einzelne Glaubenssekre angrhen, abzuhalten, und laden wir!Sie hiermit herzlich ein. an den Sitzungen unsere« sektionellen SougreffrS thcilzuuehmrn, ber unter den Auspizien der Centralkonferenz Amerikanischer Rabbiner während der am 28. August 1888 beginnenden Woche stattfindrn und einen offiziell anerkannten Thril de« religiösen Weltkongresses bilden wird. Mew-G»rtz, im Mai. Datz man den Sohn de» bekannten und allgemein beliebten BauauierS Jeffe Seligmann, Herrn Rechtsanwalt Theodor Seligmann, im ״Union-Leage-Club schwarzballotirte, hat hier sehr viel Staub aufgewtrdelt und seldswerstündlich die Rund« durch alle Zeitungen gemacht. Diese Ablehnung gewinnt dadurch noch be׳onder« au vcrletzender Schärte, datz Herr 3cff« Seligmann nicht allein seit dem Jahre 1888 dem ״Uoion-Leage-Elub" angehört, sondern auch wiederholt da» Amt eine« Lize-Präsidenten bekleidet hat. da» er einer der hervorragendsten Republikaner der Stadt ist. uno bei jeder Wahl in der freigebigsten Weise seiner Partei tpÄNniäre Unterstützung hat zustietzen lasten. Er hat denn auch sofort seine Resignation ««gereicht. Selbst von der Sauzcl wurde gegen diese s>anLluna»weise oteWt. Der Rev. Merle St. Croir Wright Pastor der unirten rche behandelte in seiner Predigt die Ntchtaufnc hme de« Herrn!llamann au« religiösen Gründen. Der Geistliche erklärte in seinen AuSführu igen, datz da« Liederanstauchen von Raffrnhatz ein Schandfleck der sivilisation sei. ׳:'■ Ne«este «mb vermischte Nschiichte« Barti«. Siege» Adlwardt ist aus »ran» ktt E i«z1pltnara»»ermg, tu welcher ,« lg. d. M. Lermi» «ngestnuh« hat, auf Dieust» UI'Wiii■ slSdtffchru Nestor»»« erstmut oorb«. Nell Herr Lchnwonbag«» i» eirwr iwtliwitffchiuG»». ^tN^rgei.Zettuug- »»»stlrwi^h p»WwM»HNw rächt sich bo» Blatt durch folge»»« ״Euthülluugau» d?» vorlebe» de« Btrdrrwoirne«: Herr Schwennhogen »eraeffea, -atz er i» ei»e« an di, ״Vtaatsdärger-Zeitung" gerichlrte» vneie selbst zugstb«, der Voitze« Matrrial am»» di« Pariei, der er dmual» «ngehvrr», die Sozialdemokrmt«. geMert zu haben, um sich den vortheil 9t*-■ schaffe», •U Estrjähria-Kreiwilliger diene» zu dürfe», wa» er al» u». sicherer Santo,«« verscherz! hatte?“ — Lin u«»«r Jung«! Und da« will de« »eutschen Volke christlich: Maral beibringen! DrKperr, 5. Mai. Iu geheimer verhandlmg wurde heute vor dem hiesige» Landgericht gegen den Buchhändler Wienholz wegen verbreiiuug von Druckschriften irreligiösen re. Juhaft« und Beschimpf«»g der christlichen Religion bezw. deren Einrichtungen verhandell. Der Angeklagte hat «ine im Verlage vou O. Harnisch in Berlin erschienen« Druckschrift ״Di« Bibel iu der Westentaschebezogen, welch« nach *«- sicht de« Gericht» die Lendeuz oersolg», die Bibel ,1« ein Wert hi», zustelleu, denen Hauptinhalt « r d t ch t et sei. Da ei» Ruchwei» nickst geliesert «erden konnte, dah der Augekl^t« »»» de« ftrafdaren In- Haft der Druckschrist Senuvilh gehabt, so wurde er 1aar freiaeivrochen. , «Hellen die« deshalb «t», well auf Grand dieser Entscheidung dir Auklag« gegen divers« Rumme» u der Frtlsche» »Deuffch-spziale« Blätter-, tn welche» da» alle Lestameut,rsckMiäh, wurde, erhob«» werde« könnte.) G«wttgart. I» Mai. Western stierte der penfionirt« Oberlehrer Laut« L i« b m « u u und deffen Ehegoitta da« seftene Fest ihrer goldenen Hochzeit. Der noch durch»»« rüstige Jubllar »ählt 88, di« Jubelbraut 8!l Jahr«: auch sie erfreut sich de« beste» Wohlsein». Zur Feier, welch« im Haust de« Jubelpaar« stattsand, erschst» «iu« Depuiatiou W iärael. «alseuhavse» za Ehllugen, dem der Jubi.'ar laug« Jahre «l« HauSoarer Vorstand, und aberreichst eine Abrrffe; ferner da« hiesige ttrael. Sirckenvortzeheramt uastr vorantrttt de« Rabbiner« Dt. Stößel: endlich hatten die israel. Lehrer ein« Glückwanschadreffege. sandr. Au» Amerika, wo 1 Sohne de« Jubelpaare» an ber Spche groß« »«schäfte stehen, war der äl'est«, eia Bierbrauer,ibesitzer, herdeigeeilt. Der Judllar trat schon >328 in den Lehrerdi.-nst «in und ' konnte I87S sein dOjühr. Diensijubiläum feiern. In Alt»«» sind dst Antisewirrnsührer Manusasturwaeien-Händstr August und Emil Endersen vom Schwurgericht tvrgeu betrügeri,che» Baukeron» un» stechselfälschung zu >><, bezw. 1>l, Jahren Zuchiheut verurteilt worben. B»»ap«S. Herr Prosefioi De. Sa u fma nn bat hie ehrenvolle Berufung auf den Lehrstuhl der Wiener jüd.fthrol. Lsthranst,!« abgelehnt und bleibt unserem La»de«׳Radbine, semtnar erhalten. gnmtzpelch In Dijon ist jüngst ber Eingang zu« Juden, kirchdoferbrochen uu» eine große »uzayl Grabsieinr zerrrummer worden. 9*ci». Der Nachfolger Renen'«. Berger, ist kein Jude, sonder, Proieftan«. Derselde wirb nächsten» eine» vorrrag über ״bst Ezlgraphi« der Bidetin der Gesellschaft der Stacks, jmvva halten. 9«*M. Baron Joseph Xte4K« d« Bonfiii starb hier. Der verstrrbeue zeichne«» sich durch grüße» Wissen ans »ationaiäkonowllch«. Gebier«, durch sein philanihrope« Wirken und durch sein» rrfliarrtch« Dhättgkeil Iür da» Judeuihu« au«. Er gehött« zu den Giiindern de« hiesigen Radbinersrminar« Letztwillig vermachte er je 110000 Fr. öffe»rlichen Anstalten und Pnvote«. Ucklerm». In der Hauptstadt Sizilien« sind die Anfänge zur Gründung einer jüdischen Neinciude gnnucht. DwÄS. kcialom llohen Dannugi bat zum Andenken an seine« Vater ein« neu« Synagoge bauen lasü«. V»k»r»S, 24. Mai. Au» dem Diftrift Jafs, sind80 jüdische Familien auegewiestn worden. Gafft». Da» Hochzeitsgtjchenk der bulgarischen Juden für den Fürsten Ferdt «and ist ein «,tfterhaft aearbeitttes nlbum, >04 in Budapest aagesertigl wurde. Da< Album ist «ft Diamanten. Rrbineu und Smaragden »««gesetzt und hat eiaea werlh von 180 000 fl. — ein Schwager de« Rabbiner» Dr «eitze tn Berlin, gewählt. Er hielt sein« Probepredigt in deutscher uud spanipllscher Sprach». «wtz»»»». Verschiedevr «aßiegeln «ad Anordnungen ber ruffische» Negierung werden geweidet, au« deur» hervorgeht, bat dt« zur Zeft iu Rußland hinsichtlich der Unsiedelu^zlberechiiguug der Jude» bestehenden beschränkenden Gesetz«, von denen während langer Jahr« t» zahllosen Fällen abgewicheu worden war, gegenwärtitz in »Ir» Einzelheiten ihre« Worttaust ״ach »urchgefSH« «erde« sosst». So ist jetzt »st vestiwwuutz grtroffen, daß diejeutg«, Jude», die gesetzlich »«» Rechr habe», «ft ihrer Famllst iu jedem drlstdtge» Gmchewtttnech de« Reiche» zu wohne» (z. B Sauflrnlr erster Gilde. Handwerstr), dies«» Rech« »ich, «ehr, wie die« »i»her häufig geschahen, «ns ,0» ihm» adopttrte Pe^Hntichteiien «de׳ trag«, läuuen. ValliOstd«. Die durch Hst schlechte» ,«schtstlichc» verhfttttüste »u«gebrochene Noch vemulaßt viele Juden zur Au»«,»d«r»ng nnch Lmer t kn.