Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1893-05-12 · 20 (12.5.1893) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
20 (12.5.1893)
Date
1893-05-12
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/6492344-5935087-5962213--1561-5375654
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

/ DK JacobowSti^ch« Schrift ist- Arktische sie rrfnjnt -rückhaltSlo» an» iofc Dklicte» die Krimiualität der Joden angt^imn al» Ehriste» ist: Meineid, velntg, Urkundrufülschu»^ betrage, ,ischer Bankerott und einfacher Bankerott. Der Verfasser «eist aber auch orit Recht daraufhin^ daß diese Dekittr d»rch den grüßerrn Aatbeil der Juden an de» HaudelSberuf« bestimmt und erklärt werden. Wer ftinem Beruft »ach keine Gelegenheit und auch keine» Anlaß zur Proseßführung hat und sich auch mit Handelsgeschäften nicht besaßt, wird naturgewüß nur in geringerem Grade an den vorgenannten De» litten Antheil haben. Es ist darum ungerecht und frivol, dft jüdische Religion mit diese« Delikten in irgend welche Beziehung zu bringen. Bon Jntneffe ist e«, au» der JacobowSki'schen Schrift zu erkahrea, daß dft amtliche Statistik selbst davor warnt, dft Religion «ft der Kriminalität in Beziehung zu bringen, (vxl. Jahrg 1884 S. 70). An anderer Stelle sagt da» amtliche Quellenwerk: ,Religion bezw. Lonsrssion üben keinesfalls «inen be» stimmenden Einfluß auf dft BerbrrchenShäufigkeit" (Jahrg. 1886 S.84). Endlich heißte» im Jahrg. 1891 II. E. 91: ,Wenn «an bei der in den Grnndlehren der Moral herrschenden Uebereiastimmnng über» Haupt der Religion einen solchen Einfluß zuetkmnea will.» Dieft!Semerkuagen ttesfen den Lern der ganzen Sache. Wir haben weder Beruf noch Anlaß den jüdischen oder chnstlicheu Berbvtther iu vertheidigru, ein Verbrecher ist nicht al» Jude oder Thrist, sondern al» Verbrecher zu derurtheilen. Bei aller Anerkennung der Gründlichkeit der JaeobowSkischeu Arbeit glaub« ftb doch hervorhebe« zu müssen, daß in ihr da» Delikt de» Wucher» keine Erwähnung gesunden hat. Ich bedauere diese Unterlass««- um so «ehr, da hier» au« leicht ver Vorwurf eine» Mangel» an Objectivftät her» »orgrruft» werden lüuute. ein Vorwurf, der nach der ganze« A«la,st der Arbeft sicherlich nicht berechtigt wäre. Weniger erheblich, »oenu vuch erwähuenSwerch ist ferner, daß «ach dem TiÄblatt, der Antheft der Jude» a« Verbreche« einer Prüfung unterzöge» «erden sollte, während in Wirk» lichftch in Ueberrinstimmung «ft der anttlrchen Statistik verbrechen und Vergehen erürtert stad. Leider tritt aber dieft Unrichtigkft auch in der Zusammeufassuua Ver Jocobovrki'schen Tabelle« (S. 28) hervor. Der Verfasser sagt׳ .Dft ueunVerbrechenSartru, beideuen die Jude« pro» zentral stärker betheiligt sind al» dft Christen. sind solche, dft fast ausschließlich demKaufmauuSstand zuzufchreibeu sind." Dft Definition de» Verfasser» verletzt hierbei den §1 be» Strafgesetzbuches; r» handelt sich nur um vier Lnbrecheusarteu, nicht um neu«, dft übrige, Delfttr sind »ur Vergehe«, dw zum Tdeil mft Geldstrafe ge» ahulut «erde» küuuen. Zum Schluss« müchte ich de« Wunsche Ausdruck geben, daß ber einer erueoteu Bearbeitung dftses Grosses auch dft Frage der Steigeruug und Abnahme der Krimiualität gebührend erürtert werde, damit dft vearbeisumst« der amtliche« Statistik sich auch al» geeignet erweisen, -aus dft Minderung der Krimiualität hiuzuwirte«.;p«, Asch«»§rtt«I de» HteN-i»»»««terri«ßt». Sa» Beruharb Lraubeuberg l» V«U». II. Dft jüdische Geschichte ist voll der erhabensftn Schauspiele und Raturschrecku, voll der zerklüfteten Landschaften ulld Wüsteuschauer. Nur selten erfreut da» Auge, das nach Abwechselung späht, eine in Soaurnglauz und Saateagrün schmmernd« Oase» nur ftlten dftiet sie d«Ä ruhige Bild voll LrizeSdust und sauste» Frühl!ng«wrheu», au dem der Blick sich i» Beschaulichkeit «ad Muße lab« kau», desto wehr Lltheu dft stärksten Orkane darin uad verwüsten was die Adelt langer Jahre, was Fleiß und Ordunu^ wa» Geist ur!d HluSdauer unter uaeudkche« Mühea geschafft«. Darum Werkstatt belauschen wRkch^dche» ja oft bchruuge, uud Mü^eltgkeiftu dft Orte auf. Walte» de» Wektgeisft» in der ganzen Schüne uad HoWst wilder Spftle, ftjudstcheu Aneiuaudrrprallen« aastzersgter K» walten vor die Augen.führen. Wir küanen wahrlich nicht» dafür, daß dft Blätter, dft gefüllt sind mit der Kunde unserer Bergaugenheit, so stark vom Märthrerblut gerüthet stad, wir habe« na» di« Geschichte nicht gemacht» hätten wir dft Wahl, vermuthlich würden wir ander» gewählt haben. - Nicht Erbitterung soll dft Jugend an» chr schöpfte sondern all dft Begeisterung, die Hiagebangsfreubigkert füe dft uralten Ideale, dft dft Vorfahren, auch weuu dw Sonne mit Lichtblicken sie übergoß. stet» unennocht hochhftlte». Zudem enthält sie der herrliche» BorbÜder in solcher Fülle, daß dft Nichtkenntmß derselben auch einen erhebliche» Verlust für dft A«»bildu»g jeder anderen Seift ««»schliche»^ Geiste» und Gemüt hes bedeutet. n O Der Beruf, den dft Geschichte überhaupt üben soll, de» ganzen Menschen nach der von ihren ewig gittige» Gesetze» ausgestellten Erziehungsmethode zu bilde», erfüllt dft jü bische W Geschichte in müh weit hüherr« Maaße, al» irgend eine M andere; der Mangel, der au» dieser llawiffeuheit smllt, kan» von jüdischen Kinder« durch keinen andere» Ersatz ausgeglichen werde«. Wir berühren da» Moment, welchen Nutzen dft allgemeine und besouder» dft iauerr Bildung au» dem Studiu» unserer Vergangenheit ziehe« kau», hftr nur sehr flüchtige well e» ua» i« erster Reihe um dft Erkräftiguag der Swhäuglichkest und Treue zum Judeuthumr, dft «uau»! und werthvollste» Früchte de» Geschichtsunterrichte», zu thua ist. Wir verstehe« nicht, wft saust eiafichtsvoüe und in treue» Wirke« «rgrauft Lehrer sich feindlich zu« Geschichtsunterrichte stellen küaüen, Lehrer, dft über den Rückgang der religiüseu Begeisterung so viel zu klagen wissen und gewiß uach de» rechten Mitteln suchen, um der betrübende« Thatsache dft Wurzel zu unterbinden. Wir glauben im Besitze diese» Wunderheilmittä» zu sti«, von dessen Anwendung dft Genesung ־• sicher zu erwarten ist. Der Jndifferrutismus, da» neunfach gepaazerft Uuao- Heuer, ist unerschütterlich^ seine Schuppen undurchdringlich wft von Er^ nur schwere Geschosse künneu es au» sei»«», träge» Gftichmuth aufrütteln. Nun, ia der jüdische» Goschfthtr habe» wft «iu Geschütz von solche« Kaliber, war»» sollar wir «» nicht aufpstanzea und seinen Schlund gegen den de» Weinberg der Religion verheerenden Lindwurm richten? Liner Forderung namentlich, dft l«r Geschichtsunterricht unbedingt erfüllen soll, entspricht dft jüdische Geschichte i» hohem Maaße. RamrutlichiujünasftrZetthaben sich«wichttaeStimme» ~ erhoben, die vom GeschuhtSuuftrrichft »ft sittlich« Bildung z dft GemüthSverrdeluua verlangen uud e« stimmig betonen, daß derselbe iu der «»her gebot«»«» Gestalt diese« Zwecke auch nicht annähernd zu geaügra i« stande sei. Da» gewiß al» maßgebend auzusthead, Uriheil de« Obersten von Ghcickh ist «och i» frische» Grdächvtch.—Gr bemängelte da» ganze Wesen bttfef Unterrichtsfaches, da» sich zur Aufgabe setze, die Kriegsgeschichte zu lehre» und demgomüß nur kriegerische Gesinnungen erzeugen künue. Er schildere dft Einwirkungen dieser zur mmmstüßliche» Satzung wordene» Art «ad Weist, diesen Schulgegeustand zu behaudel al» schon für d« Jugend hüchst verderblich, indem ste rohe«, anedteu Justiukft so früh wachrust, dft daun sei» in rohe» Unarte» «ad iu «tt kdrpertiche» Mißhandln verbundeuen Soldateuspielea ihre Bethütiaung suche« «wähnlich auch siude». Die» sti de^StwGe der stttio» »»»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.