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Israelitische Wochenschrift · 1893-05-05 · 19 (5.5.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
19 (5.5.1893)
Date
1893-05-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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eine allgemeine Zeitung des Iudeuthums. MschixNINi nta*<« t» •ta• Ttwwiw» l)p«4)i1r4>Vfil,.t« JmiI kTatt «“n>»»^^11f«lV»H1 Pn«• flr ad• tnt Ztwmmn kn III•■• ■»klatta". . M fliln MUflitmi _ _Maile t׳trtt»tiaw. mt klxtiu MriU) U UI«,, m* *•» A»»>»^»! 15 0U1I. M• ..»,chiuftyiM« 1»t» ״fawtUMiMatt- (11,1 alltl״<la1kl<11") Mo M kt ^erauogegeben von Rabbiner vr.Wl.Aahmer in Magdeburg. Mir «ohrtzeit. Recht und zrirbr«. Auf,»«»» ft» dt» 3״»ta»HtM<*f wocheafchrif»^ mk ftr»a,,.3t»rfche Cilt*r«t»rM»t>• M» vWrfcffaänw p»«itzet>» oder ft«m Baum AK Ps«. find »»twede» darch dt» L/pedmo«» «dee — fall» «a» aaf Radatt Aasprnch «acht — direct et»z«j»»do» o» 1 Mi» tvyiiWM Set tVted»rh»ia»G»» HaWb. I » tz « lt «Um», •rttf«l t Di« Juden nnb Me deutsche Krimiimlstatistit. II. — Di« Ivb«»press,. — vom antisemitische« Schauplätze. VII. Lo» Dr. Sluger-Lobleuj. Bericht« «*» l*mfbMbMt(»1 Deutschland: Magdeburg. CMu. Vrttiii. Stettin. Mann beim. Wut Bayer». vesterretch-Uu-aru: Soli». Prag. Mrrmischt« ««» ««««st« »fau»rt#te«» Magdeburg. Magdeburg. Magdeburg. Verls». Witonv. .»dthe«. Aut Oberschlefien. Krantiurt a. M. Zittau. StuNga«. Petersburg — Briefroste« R«ch»r»L «chue tz.llftiudtge Q»ellr»,»gab« »»tersagt. Wochen- IM. 1833. Uv. 6653. Astender. Freit«, . . . 5 19 Omer. 34. S««««»e«d . 6 20 .35 ."«(«ובאמור Sonuta- . . . 7 31 36. M»»ta> . . . 8 23 37. Dienst«,. . . 9 33 38. Mittwoch. . . 10 24 39. Donnerst«, . . 11 35 40. »reit«, . . . 13 36 41. Me Anden und die deutsche Ariminlitstcttikik. 11. Ein jüdisches Delikt nennt Herr Gicse auf den Zweikampf. Das ist neu. Nichts ist nur. daß Juden zu einem Hökern Prozentsatz an den Berurthei! unaen wegen Zweikampfs oetheüigt sind, als Christen und daß den Juden der Antheil an diesem Delikt nicht gerade zur U »ehre gereicht. Womit aber die Behauptung begründet werden soll, daß es sich bei den Juden nur um die meist sehr ungefährliche Spielerei der studentischen Mensur handle, entzieht sich meiner Aenntniß. Mir ist nur bekannt, daß die studentische Schlägermrnsur von der strafrechtlichen Praxis nicht «mter den Begriff des strafbare« Zweikampfes subsumirt wird, daß aber wiederholt jüdische Studenten im Zweikampfe erschossen worden sind. Ich erinnere nur an den häutigen Fall Bluhm u. a. Ein« breite Darstellung widmet Herr Giese den aus Gchvinnsucht begangenen Delikten, um die übwwiegrnd betrügerischen und gewinnsüchtigen Neigungen »der Juden" darzuthun. Daß man den größeren Antheil xt Juden an dem Vergehen deü Betrugs nicht der Sesammtbeit der Juden, nicht auch noch den unbescholtenen, ehrlich und arbeitsam sich mühendem Juden zur Last legen dürfe, ist so oft schon gesagt, daß ich keine Neigung verspüre, eine Widerleguug deS Herrn Giese zu unternehmen. Gerecht, verständig und anständig erscheint rS allein, den jüdischen ebenso wie dem christlichen Betrüger einer unetrenhaften Gestnnuug wegen zu brandmarken, unbescholtene und ehrenhafte Menschen aber möge man mit dem Borwurst betrügerischer und gewinnsüchtiger Neigungen verschonen. Hei Giese giebt überdies selbst zu, daß der Betrug ein specifische» Delikt des HaudelSstandeS ist, damit erledigen sich aber seine Angriffe gegen den Jnstizrath Munkel, der im Abgeordneten haust unter Zurückweisung der gegen die Juden erhobenen Borwürfe auf ihre starke Betheiligung am HandelSstanl»« hingewiesen Hot. Ich darf eS mir versagen, eine Vertheidiguug deS berühmten BertheidigerS zu unternehmen. Den Lesern dieser Blätter wird es aber von Jnlerefle sein, die Art der Giese'schen Kampfweist kennen zu lernen. Er läßt einen kaufmännischen Betrüger erklären, daß nicht er, sondern nur sein unseliger Beruf daran schuld sei, daß er betrogen und meint, constqueüter Weise müßte dann Herr Munkel dem Opfer des Berufs gerührt um den Hals fallen undetwa auSrustn: »Ja, wenn sich die Sache so verhält und das wirklich in der Kriminalstatistik steht, so bist du ja im Grunde der anstäudigst« Mensch von der Welt! Hänge nur die verdammte Kaufmannschaft an den Nagel und fange etwas anderes an, studire z. B. Jura und werde Rechtsanwalt, dann wird mir dein Umgang wieder sehr angenehm sein.' Die Unterstcllung, daß Herr Munkel einen Betrüger für den anständigsten Menschen der Welt erachtet habe, ist bezeichnend genug für die logischen Denkweise und die Gerechtigkeitsliebe, mit welcher Herr Giese seine statistischen Betrachtungen angestellt hat. Ohne Zweifel darf man einen jüdischen Ausverkauf», schwindlet, der seine pappsohligen Stiestl als feinste Winter- Waare an den Mann zu bringen sucht, nicht einem Holzkoechi: gegenüberstrllen, der zur »Erhöhung der Festfreude* auf der Kirchweih seinen Nachbar ein Loch in den Kopf geschlagen hat. Vielleicht möchte eS aber im gegebenen Falle dem geschlagenen Hokzknechte angenehmer sein, wen» der Thätrr sich »zur Erhöhung der Festfreude' bei der Mißhandlung nur eines pappsohligen Stiefels bedient hätte. Damit soll aber der Ausverkaufs schwindlet keineswegs entschuldigt werden, ich halt« dafür, daß seitens der jüdischen Seelsorger in Predigt und Religionsunterricht fortgesetzt und rückhaltslos vor dem Betrüge im Handel und Wandel gewarnt wird. — Die Giese'sche KriminalstatistikPigt «ui neuem die betrübende Thatsache, daß bei den Juden die Delikte Einzelner der Gesammtheit zur Last gelegt »»erden. Ebenso

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