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Israelitische Wochenschrift · 1893-04-14 · 16 (14.4.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
16 (14.4.1893)
Date
1893-04-14
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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ättd) btm Battrländifche» Frcueeuverm«egehürtr sie dst Ängste Zeit al» Secftanbökame an. Ihre Wirksamkeit fand an höchster Stelle Beachtung und Anerkennung. Sie ruhe sonst! Am 8. März 18S3 veHchiedia vre»tau plötzlich in Folge eine» kchlogansalle» ein Ki^ unserer Gemeinde, welches sich in nnserrr Stadt und in ihrem weiteren Umkreise der vollsten Sympathie und de» weitest gehenden Vertrauens zu ersteucn hatte. Herr Dr. Samuel Karfunkel, geboren zu Sohrau im Jahre 1829, übte 20 Jo hie hindurch vom Jahre 1882—!£32 hier die ärztliche Praxis au» und siedelte zu Beginn de» Jahres 1883 noch Breslau über, woselbst er in deu Wiutrrmonaten seine Kenntnisse und Erfahrungen besanier» auf dem Gebiete der Gynäkologie zu bereichern suchte. In deu Sommermonaten fungirte er al» dirigirender Arzt in dem bei Sohrau gelegenen Badeorte KünigSdorff-Jastrzemd, wo ihn viele Patienten au» Sohrau und Umgegend aufzusuchen und zu coasultirrn pflegten. In Sohrau war er enr ungemein beschäftigter und de« allen Schichten der Bevölterung äußerst beliebter Arzt. Bei stiurm Scheiden aus Sohrau stylte e» ihm nicht an Ehrenbezeugungen mancherlei An. Im Namen seiner dankbaren Klienten, Freunde uud Günner an» Stadt uud Land wurde ihm als Liebesgabe ein sthr kostbarer Silberkasteu überreicht. Freiherr von-Dura nt- Baranowiz, dem man nach den ihn kennzeichnenden anti> semitischen Lxpectoratiouen im Herrenhause uud m der »Kreuzzeituuggewiß nicht philofemitische Aspirationen nachrühmeu darf, würdigte al» Sprecher der Deputation Karfunkel'» Thätigkeit und verhakten als Arzt und Mensch in den schmeichelhaftesten Redewendungen. Die Stadt Sohrau ernannte ihn auf den einstimmige« Beschluß des Magistrate» »ub drr Stadtverordneten zu ihrem Ehrenbürger. Sein Tod wird hier abgemeiu tief betrauert. Ja den Breslauer Zeitungen legt«, die vielen ,Nachrust' au» jüdischen und christlichen Kreise« «in ehrende» Zeugniß von der Webe uud HochaHt» sg, deren sich der versiorbene bei Juden und Christen iqniitc, ab: es wurde ganz besonder» seine Uneigen- »ützigkeft im ärztlichen Berus« gerühmt.*)!?TCXITl — In dieser öde», von wüste» Hetzereien stark aufgewühlten Zeit hat es etwa» Beruhigende», auch einmal von ander» «arteten Zuständen etwa» melden zu dürfen. Bei« klljährigeu Bischofsjubiläum de» Papste« am 19. Februar ward auch hier, ei» imposanter Fackelzng yeranstaltet. Die katholische» Bürger illumininea und die Andersgläubigen, in erster Reihe nnstr« Glaubensgeuofsea, betheiligteu sich rege an der Jllu- »inatio«. Beim gestmrhl« zollte der Festredner, der Bürgermeisler unserer Stadt, Mest» Verhalten der AaderSglaubenden sympathisch« Anerkennung. Der kachotische Pfarrer, ein durch und durch humaner Man«, ein wahrer Priester de« Frieden» und der Liebe, würdigt« in begeisterreu und begeisternden Worten diese» amtete Verhalt«» der Andersglanbendeu. Mit ihm votirte bk ganze Festversanmlnng deu Ander»- glaubend«, für ihre wohlwollende Theilnahme dra Dank dnrch Erheben von dra Plätze». Unfern» Erachten» ve,dient in heutiger Zeit dieser schlichte Bor^ing in «ne» jüdischen Blatte registrier zu werde». Er eh« die katholischen Brüder ebenso sthr, «st dir andc!»glaubende» Stadtgenossen, u. o. W. (Cr.«m.) Dst hsts. CputUft tat» t» Kat^ HOßiststger iaaem Rtnaat-xag $ Kaaafc geschiaisiem Dst Decke»- u»b MMtzawastrei ist»»» aas« gaschwackaagst» (»a» 6m. VMtt Dmitewsty, «stgstüh«. Dt» »rara strälichra Dsttzstüest» Srasstr <11 «et« aad 4 grafe), welche 0M Pra«iadra1>tgtiestra gehlftet ■arte* ß»t, wurde» sw Herr» «iaser Gchraoer «er »eüesrrt. Der Gesa»rauei»arack ist dt Mjifiidi nktnMr »M«ora^dw,chstchstst«,. K«twa st» 81.Mi) cr.UraM a Festg-urdstrast arae «iarlchwng de» Sa«st»ha»st» tmügllche Met« «,»er Am leg»»» de« Itprt .Artest gebe ,ch dtesrai Haast Dt« «, ' ־ “ besucht, 1Mt4e sich 8 Uhr wurde »st Lhuagogr, durch «Iura wobei der tato« 6010-Semag de» «ta. Saawr» uud Lehrer««)» h» zur «elura» «m». HrreDr. Alaschmr hielt eta« aas dst Inner« *) «ist darauera ia de« Krühuerstmbrara aus'« Tiefste et»«. war voa s»««iltchragstaeri»! «raa <rw«hu»»«»rrtd ii auch »och dag el» »weiter Mmter »n &nagagt geschaffra ist. außer st» durch da« varstrhaü«. Der jetzige «orstmid besteht au« rührige» Miaaera, welche dst Entwickelung aad st« Wahl aastrer «staietnst stftra« bedacht chättinge«. (Or.-Lor.) Bor einiger Zeit wurde hieb ei« schmähliche» Fligblatt dr» Aatisemitenhäopling» aus Leipzig verbreitet. da« in 7, de« Ecker^schen . spiegrl' entnommenen Sätzen (mit begleitende« hebe die sogen. .Wahrhei t über da» Judenthum' verkündet« die Bekenner desselben mit den ärgsten Srhimpfwortrn be Unser schlagfertiger Herr Rabbiner Dr. Joe ob war gleich hiutecher; er oerüffentlicht« und,erbreitrt« sofort «str G e g e n - Flugblatt: .Nieoerträchtiae Lügen.über da» Jndenth«»!', worin er fchlagend invemFritz^sl Flugblatt« acht Lügen nachwies und zum Schluß erklär ״Diejenigen, welche behaupten und verbreite«, daf^dty Juden solche Gesetze, wie sie da» antisem. Flugblatt ausführt, haben und befolgen, sind gemein« Verleumder> und Ehrabschne ider.' Da» wirkte. Also: Tonjoar« «n vendetta! Da« Flugblatt (Nr. 2) ist durch den ,De»tsch-i4r. Verein' in Güttingen, resp. durch Herr« Rabbiner Dr. Jacob zu ziehen, lOO Stück für 7" Pf. 1000 Stück für S Mk, ist eine schneidige Waffe und zur Masienverbreituag geeignet.) Gaanewdeoich. «ntistwitischr Lrzrge sthlt»»ster Art sttdautUch «u» tlalah st» Prageffe» Baschhoff t» Sa««« > Iah«» ia «rfchstdrara Gegrast» st» Nlch»r,h»la» vorgetaaea»». warra aaawailsth tu st« Orst «tadarf t« »reist wrävrabrotch II., 17. aad IS. Juli »adichrritaagra schllwwst« »lrt Mq ' aunt hatte jüdische-»Ufer artt Dstiara stwarsra, sich Judra st» grawtaschasllichea Hm>ssrltst,,lhr»che» schuldla grawcht a. vaaprarheder uad «tibetheUlgte aa diese» «aststea ttravalle» t0. «epteachee »aitgra Jahre» fstas giawahuer ÜAMNtßkwaseu van f ni 4 «acht» gmaaiawa warst». st»Sch»fstaaericht4 ia chreoradroich hattra sawahl l amwall »st verarrstUte La» ßtechwaeinef der r aad in dstsra Lagra!!eUagt: die Sache dar ... —- verhaudluug. Da riw-uummgrelche Sstwl»,uf»,h«1 dst Schuld\ ia erst« Japaag vrrurthristra außer geaetftl siegst, warst st« rufuag Nicht »Lei« mcwarsra, saastra da» Strafwah «heb», sch Erst, iast« chesäagatßprafe» aa» 9 bi« 4>/,«ta«ast» f» Lstfterreich-Uwgar«. Andnpest, 27. März. J»den, di« wohl ihren «laut haben, offiziell sich aber nicht zum Judenthum bekennen Me־ senut wohl außer Ungarn, kein Land in der ganzen Wer sind aber diese Inden? E« sind dst Bauern der meindr« Bozäd-Ujlaln in Sirdenbürgr», so» Sabb welche anfaug». de» 17. Jahrhundert» in Masse vom Chris thu« zu« Judenthrm übergetretr» find, infolge der ung Gtaatsgesetze sich jelwch zum Judenthuw nicht bekenne» dü und deohalb den -!amen Sabdatharstr, d. i. den Feiernde, wählten. Dst harmlose» und recht beliebten i deren Dürfrr man von Weite« schon aa der dort gehauenen Gänse (Ersatz für Schwein werden jetzt au» der Stille ihm» beschauliche«Dorfirben» 1 und in de« Kansiifder Parteien gezerrt; natürlich nicht im i licheu, smidern i« figürliche« Sinn. Dst Lrlüsnngsfb nämlich für dst abtrünnigen Süh« Arptd» schlagen: »Ul vorjteheadrn Necepto» der Jude» dürsten fie oor aller F* al« Deissto bekenne» — etwa» andere» ist st Sabdatharstr nicht als reiner Leiamus — »n» anch ave Dstjenige», welche im Luslnnd f zurückgekchrt »der IMt fLhnOmdmm *um 9a getreten ste». Lußvk j

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