Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 14/15 (1.4.1893)
- Article
- Beilage zu Nᵒ 14-15.
- Date
- 1893-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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MMU- Wi jmx Mr»Wr, t Hr MMmMMrii ■LS? x: it. 1■ fr i, ,־* 1F * Nachdem am S.Derember der Abgeordt et« Lieber««»» ch»Gm«v>derg i» GöttingenMp dem SUifciac» De. Jacob dymlbst ^so gründlich abgesützit Warden i't. daß ertrotz s§zne» in Göttingen -eg«denen in Nünhen wieder- Hottenversprechen«, diesenSiUter wirderzukommen, »och picht erschienen ist, ereilte am jüi^ften Sonnabend (Ltz. Märt) den Abgeordneten Werner ei» womöglich noch NmurigrriSSchicksal in Dransfeld (»wisch. <8öt1 ingcn «.Münden). Unter dem Vorsitz dcS Frh. v. Berle-sch, prüsumtiven antistmitisthcn Reichs tageadgeorvnetrn undetdlichrn Mitgliedes dGHrrrrnhaast», fand eine stark brsachte o ntisem. Bcrtammlnng statt, in «elcher Herr Werner über da» Thema sprach: .Di« Inden sind unstr Unglück.* — H<rr Werner, hielt ein« absolut inhaltlose Rede «nd verlas daS Programm der antis. Partei mit Erläuterungen. Ihm trat de? zur Freud« der Dran« selber gerade noch zmecht cingetrofflnc Robb. Dr. Jacob in einer Red« entgegen, deren Eindruck selbst die Autisemiea sich nicht ent- »it h«, konnten. Ihm persönlich, m. inte er, könnte cS am Ende egal stin. wie die Judensraae gelöst werde, denn wenn man auch den Juden verböte, Richter, Anwälte Lehrer, Kaufleute, »n werden, — Rabbiner zu «erden, würde man chnrn hoffentlich immer gestatten. Die Juden feien keine Deutschen; — wann ist man denn ein Deulscher? Ich bin in Deutschland geboren und erzogen, habe dertsch« Schulen und Umverssiätcn besuch», bin Soldat gnorsen, Hab« meinem König die Tr.ue geschworen und zahle dem Staat di« »ilangten Steuern tzwenn'S auch nicht viel ist). Also bin ich ein Deutscher, so gM wie Hr. Werner, Hr. Lieb. v. Eomnnbrrg, Hr. Stöcker «>d die ganze antiscmüijche Partei. Notaliene: ich bin noch Nicht bestraft. Bon deutschem Fühlen und Empfinden schwatzen, da» könne jeder Schafskops. Wer stin« Pflicht ttz u t al» Deulscher, der ist «in Deulscher. Allerdings bin ich'dazu Jude von Religion, schäme mich besten gar nicht, smidern hoff« akS solcher zu sterben und selig zu werde», «non so wie andere al« Christen. Wenn daher hier ein Uortrag gehalten wird: Di« Juden sind unser Unglück, dünn hakte ich e« für «eine Pflicht, suszttrelrn und Ihnen fß p$en, »er in Wahrheit unser Unglück ist. Wer ist e«, der in Deutschland di, Freiheit untergrhbt? Wer ist «S^ der einer Anzahl Stac tSdürger, gleichviel ob sie Ihre Pflicht thun oder nicht, da» gleiche Recht kürzen wofle? Sind «ö die Juden? «ein. du» sind die Antisemitrn. >' Wer ist ech. der in Deutschland tie Gerechtigkeit Wtngrübt und die Achtung v»r dem Gericht? W:un früher ein Lump vor Gericht veytrtheilt wurde, dann!ßst « r sich schämen, jetzt sagt Hr. S»Ücker: Wenn.« ,Gericht vexnrtheilt sei, so habe er fleh nicht zu schämen, Landgericht h»be sich zn schäme» Ist Stöcker ei»? Nom. gewiß nicht, er ist «ln Antisemit!« in Hentschland die Wahrheit unterder Obrigkeit? Wl> hat schon einmal so viel zusawM!»«logen und die wie Ahlward«? Früher N wäm ent allgemeinen Verachtung antzeimgefaven. MgggtmeortzWeM»!n»Mi dwgtLmtdmckeünte ein Jvdr? ßftiu, Ahlwardt ist einAatisrmit! in Deutschland bei Frieden »nt«- _mrrist und die Serie verhetzt? Wer DmrnSsrld gekommen, wo kein Mensch ernst- ■;;ד." Ti׳ י׳ ־ V«■• 1«r- •:.! ■ v emirj — I» wir hakn^m» Unglück in DeotschMnG, ab« nicht hie Jnhen, unser Unglück stutz bit Anrifomitevi sich der Beistll «hm^erwidcrm s-r. Werner, Mieter!üblich schwach W»d kam dgrauk chiimu»,!- .Da» finjtz n. Sie weinen»-- dj», «nttstmiten sind unser Unglüch ich behaupte, dstJudeuftnd ' . Dank der so« Vorsi-cnte» verfprock^nen Freiheit der DiScnssion, traten »och 4Redner gegen, keiner für Hrn.W. ans. Ein Hr. Ärüber beleuchtete da» Pr^ramm der Antisemitrn mit ihren Strafkolonien. Die An ifemiten schwiege» wohlweislich darüber, den» wer würde wost die ersten Lolanisten hinschickrn? Der. grüßt« Theil dal Programm» sei au» dem Baseler Programm der Sozialde>nokraten gestohlea und auf Gimpelfana berechnet. (Der Ruf: Udstna.) Der jüd.Lehrer Bachenheimer ou» Dransfeld deleuchteto die berüchtigte Gütrrschlächtrrliste auS Hessen, auf die sich Hr. W. berufen hatte. Der israel Lehrer Bach an» Münden wie» nach wie. e« gekommen sei, daß die Juden in Deutschland so wenig Handwerker seien, wie die Juden daraus hiaardeitetev, aber gerade die Antisemiteu schuld seien an den langsame« Fortschritten. Er verlas eine Stelle audem Antlseont«nsp«gch wonach Hr. W. wegen jener Aste aüf Verleumdung angellagh sich aus Verjährung berufen bade. Hr. Wvertheidigte die Liste, die müsst wahr sein, da sie seit 13 Jahren unmiderspeo-. chen verbreitet wurde, Al» er alle Gegenbeweise adstrith trat Dr. Jacob vor ihn hin und fragte; Vertreten Sie dies« Aste? ,Ja." - Gut, ich rust di« ganze Versammlung als Zeuge an, daß der Abg. Werner ge,agt hat, er vertrete diese gifte.! Denn jetzt wrrde ich die Sache verfolgen und e« wird kerne 13 Jahre dauern." Nun bekam Hr. W. Angst und wallte den Rückzug aitreten. Er verirrte st-> nur in so weit, abg u. s. «. Aber Dr. I. appellirte unerschütterlich an dm Versammlung. Hr. Werner wischte sich den Schweiß um, der Stirn, so dag Dr. I. die Versammlung fragte, oh mg» ihm nicht die erste Behauptung scheute» solle, da sie vielleicht in Uebereilung,abgegeben m. — JRei«:״ rief «S anö de, Versammlung, ,nicht« geschenkt!" Hr. W. fuhr fort, daß er, auf Verjährung angetragen habe, sei nicht wahr, wenn eh auch im Antistmitenspiegrl stände, er könne e» beweistu. ^Wodurch?" rief Dr. I. durch eine Bescheinigung do» Laffekcr Gericht». Ich werde Sie Ihnen znschukea. Da rief unter großer Heiterkeit einer der Versammelten; Lasst» Sie ,ich'» lieber schriftlich geben, Herr Pastor. Und sogleich schrieb und verlas Dr. I. folgenden Revers den er nachher dem znstimmrnden Ada. übergab: Dem Robb. Dr. Jacob i» Güttinge» verspreche ich eia« Bescheinigung de» Easstler Gerichts zu schicken, dag ich in einem Prozeß weg«, «erleumoung in Sachen der SüterschlächterUslr nicht auf Lew jährung angetrage» habe. Nachdem noch rin Sozialdemokrat den Arbritrra »atz Landlruten stin Pccmramm «qtwickeU hatte, schloß der offenbar in parlamentarischen Form« unerfahren« Vorsitzende die Debatte und glaubte die Bextzunmlung sei au». Da trat Dr. Jacob auf d,e Tribüne n»d ries: Halt. m.H, bevor »« auSeinandergehen, haben wir al» deutsch«Männer, noch .ei« Pflicht.. Ich fordere Sie , auf, al» Deutsche, ob Etzristen oder Judei^ «äst wir >n de» Rtzs ewznstimmen:, Seme Majestät. »tftzr Kaiser nah unser gemeinsame» BaIeIlaL> fKr hoch! Hochs Hochs ,Und «ifc־ M»0n1 wir bqtz herrliche Sich anstimwenk DeUtschlqod, Ätt'lichtand ,Der Ulst«" .. Unter de» kkängr» de» Liede» leerte sich langsam der Saal. Da« Eomilt to an« PüttMer. u»tz Mündener Anttkemiteq war eu^erntesich^chlcunM ^v. verlephHder «ichWn