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Israelitische Wochenschrift · 1893-04-01 · 14/15 (1.4.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
14/15 (1.4.1893)
Date
1893-04-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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'$ctp» ckttstuspeickter«. Urfcerbk» birftr «ich ci* Man« im hoher Bildvvg. der fei» ganze» Leben den höchsten Zielen, als bnFbrvernpgphilaathrvpischerV! icke. berTheil- »ahme a» der Leistung der Staat-an-rlegenkeite« uad der Cache der BolSerzirhuag gewidmet hat, üb ne einen au»- atchrnde« Vorrath au« religiäser Erziehung gereister Früchte zu verfügen haben. Ein solcher Maua ist nicht unqualifizirt. Mil er kein Geistlicher ist, zu seinen Ganbensbrüdern Nrr rrligiüst Fragen zu sprechen, welche übrhftus den Welt- «anu eben so sehr ongehen ol» den Theologen oder Klausner. Schon vor medr al» 60 Jahre«, aU der Raw jährlich : seine zwei Pflichkvorträqr am Sabb. Schirvoh und Sabb. ^lldvl hielt, schon im Jahre 18Z7 hielt Herr (später Sir) sranris Goldsmid eine Bredigt in der Western nagoge. Herr Josua Banloen und Herr Heury Salomon predigten dimal» ebenfalls in andern Synagogen. E» fehlt auch unserer Zeit nicht an Juden, welche durch ’ ihre Schriften und sogenannten Laienreden genugsam dewiesen haben, daß dieser Typus nicht offizieller Kanzelredner i» Israel noch nicht verloren ist. Der sel. Dr. Beuisch «d P oseffor Theodore» konnte« gewiß nicht al» unyualiflc׳rt zum Predigen angesehen werden, weil sie nicht affiriell al» Prediger angestellt waren und beide hielten auch Vorträge von der Kanzel. Pros Theodore« predigte während einer langen Reihe vor. Jahren häufig in Manchester. kommen wir nun zur jünger״ Generation, so sehen wir in vielen, besonder» in orthodoxen Synagogen sowohl i» London als in den Provinze« Männer von der Ranzel sprechen, die ebenfalls nicht oificicll bestellte Prediger sind, wie z. Bdie HH Israel Abraham». Elaude Montefiore, Oswald Simon u. A. Der Umstand, daß die Mrformsynagoge zu London diest «ichiige Tradition anerbannt hat, wird auch die Meinung widerlegen, al» seien Orthodoxe und Reformer in keinem Punkte einig. tLuch in mehreren kleineren Gemeinden am Niederrhein haben noch vor wenigen Jahren die Vorsteher an tca hohen Festen religidse Vorträge in der Synagoge gehalten — bemerkt Herr Lehrer Lohr« in Rens hierzu. Wir kennen Gemeinden, selbst in unsere:« Sprengel, in -welchem tüchtige Vorsteher noch jetzt an den F.sttagea Pre- ' digtrn halten, so in Eget n Herr Bankier S. Blumenthal, in Stendal Herr Bankier Meyer u. A.) «L»»bs«. Der .Lvening Standard* schreibt: ,Bor einigcr Zeit ermahnte der Ehies-Rabbi in einem Bortrag« seine Gemeinde eindringlich, die Anaalen ihre» Stammes zn studiren, was die Rcdaction dr» ,J-wish Lhronicle* ver- . anlabte, die Gründung eine» englisch-jüdischen Seschichtsverein» in Vorschlag zu bringen. Es ist dies eine »ortrejflich« Idee. Orlne Partie au» der mittelalterlichen Geschichte ist so vec- »irrt, als die über die Stellung der Juden. Einerseits finden wir dieselben allgemein verachtet, mißhandelt nicht selten niedermemetzelt; andererseits sehen wir sie sogar den aufgeblähetsten Adel rusultirea uad sich gerirea, als wären sie über Alle -erhaben. Die Juden waren natürlich da» steriSnliche Eigenthnm der Krone; r» ist aber sehr fraglich, ob diese sie schützen " kouate, da sie oft genug außer Stand« war. sich selbst zu i schützen. E» ist vielleicht nur wenig Aussicht, daß irgend welche ^-Vorhandene Familien- oder öffentliche Dokumente mehr Licht über diese Geheimnisse verbreiten werden, als diese» durch die gelegentlichen Auslläruugen de» Herrn Lucieu Wolf und seiner Gcnolien bijetzt geschehen ist. Es ist aber nicht rühmlich für die englischen Juden, daß sie keine Art von O^a»i,alion besitzen, solche Bruchstücke al« übrig gebliebene Zeugen au» jener Zeit zu sammeln. Die Ausstellung der en Jahre war ein origineller uad lobenswerther Anfang, etwa» Dauernde» hat sichaus derselbe!» »ich: entwickelt. ^,DieDeutsch en pflegen, wie manche» ander!:, auch diese»Geder Geschichtsforschung. Sogar die Juden Am.nka's einen historisch«» Verein, obwohl si« sich aus Eurppa bas Material' beschaffen müssen. Das ,Jecküsh Lhronicle* nennt bstsen Jndifferrntismn« der englische» Inden mit Stecht eine,Aavwalie*; Andere würden keia-a Anstand nehmen. ihn eine ,Schande" zu nennen. Auch die,City Preß" billigt den Borschla; ihrer Tollegi« und räch, mit der Gründung eine« englisch-jüdilchen Seschichls» verein» bald zu beginnen. Obislnrz. Die Känigia hat Herrn Dr. ll)avid Mas so», Profeffor der englischen Litteratur und Ntetorik an der Universität, zum tdaiglichen Historiographen fl.r Schottland ernannt. Während seiner Proseffnr am Uniiersitäts-Eollege zu London hatte er viele jüdisch Hörer, welche noch lfente voller Dankbarkeit sich ihre» pflichttreuen Lhrer» ermnern. Auch der Lhief-Rubbi bat öfters erklärt, daß er keinen seiner christlichen Lehrer so sehr zu Dank verpflicht!» fei, als de« Dr. Maffon A^s dieser im Jahre 1865 London verließ» wurde ihm auf Anregung des Herrn Dr. Adler vo» seinen damal'g-n und srührrn Schülern ein Geschnil, bestehend au» den besten Ausgaben der englischen Klassiker, ülerrricht. Dieser unterhielt auch eine lebhuste Lorrespondcnz mit seinem früher» Lehrer und besuchte ihn jebeö mal, wenn ihn sein Berns nach dem .Rorviichen Athen* führte. Uner den Hauptschriften de» Prof. Maffon ragt besonde,« hervor seine ,Btographir Milton's*. in welcher er den E afluß nachwirs, den die hebräischen Schcistea auf diese« Dichter« Niesengt-st geübt hatten. Zu seiuea interessante,! Essays gehört der über die verschiedenen Darstellungen des Satan nach dem Berfafler des Büche» Job, sowie nah Milton und Goethe. Vermischte und uesreste Nachrichten. BantUt» 97. Mir». (Or^Lorr.s Mau aenecdtna« ans verschtedenen Seit.» gegen öffentliche Schnlprüs ragen eit je »vneigung vor» nnlttt und in der P reffe zum Raddruck gelang«, s». ist da« au« dr» dort »narsührt»» G.Laden teicht degretsttch. Dir aahnte» gestern etoer Schnlp üfung bei. dt« mir uad den zahlrrlchea rudere» Ruwesenden — Eltern uad Lchulreundea — «eirgeaheit da«, wahrzunehmea, daß man dt« Lick!« auch anders ansanae, taaa. Das ncrkcncUige Safte aas der Begrüguirgsanjproche des Dirigenten der Religionsschnl« der Gemetad« p'ae B'rlry, Herr» Radb. Dr. PH. t, roaer, ktarlegen: dteselbeu laureten uagesckhr: .S« da» bei aas üblich, »erden mir »hie alle Schaustellung uad ohne viel Föcmlichkite, die Piüsuag eröffne t un» leite». Loch »igemttch sockt« ich nicht sagen: .Prüfung.- Dean «tu« Schulpriifung — »i« st« gewöhnlich ausgesabt wird — soll den Umfang »er tteuut» »iss«, welch: »t« jJdUmje ermorbea, dar!hua; da» ader vermöge» wir tu »er knapp bemeffeae» Zeit nicht. Sa» »tr her »ornehsrea, sack «egr di« Art uad Sels« zeigen, wie wir ante, rlchtea, d. h. wie wir dem G-tft uad Gemütd »te Richtung geben nach dar lichte» und «arme» S«»!teuh!rh« treuer Lottes» uud Menschenliebe. La» rauf kommt es del« südlichen Reliatoasnaterricht wesentltch an. atcht aus 8 pvenwert. Daß »lr tndeg bet aller Berchtung der «äsen» pädagogtschra Fotderonna auch das sogenannte Praktische »sch» vernachtSistg« häden, wir» HAenilich tetaem Kundige» entgehen?' Un» dies wie viele» »adere rntgtag »»« so wenig. dach »tr namentlich de« Dlrigeate« Bewunderaug und?)aat zocke» machte». - Bartl». Der Kaiser ha! - wle ein dra Hoftreisru nahistrhendos Blatt «rzcklstt — sein« volle Besricdlgung über de ,prompt« Justizdi« der »ictch-taa au Ahlwatdt geüdt, ausgesprockeu. 14 handelt stch Mcht am eine »agelegeatzett derOolttik, sonder, derLltttlchkei», und da dürfe es tm ganze» Deutsche» Reiche nur «in« Stimme S“ '* Brest»»» 97. Sckrz. Wir find »och tmmer ohne ersten Kautor t» der neuen Lqaagog« Jede» Freitag und <ionnab«ad bekomm» »lr etnr, neuen Äor!L»g«r zn hsren. aber alle dt s jetzt gehsrten wvckie» dem allerdtag» verws»»»e» PnolUnm »Icht Siecke». Da kommt et« jung-r Kaaioc ans Bi elt tz und nimmt vergauzeuea Jratag, den Nb. »ud Souuadead. de» 9s., uns mit setuermelodtfueu Stimm« grsange«. Er t» zwar noch sehr jung und kau» »och nicht lang« seinem Banke angehsre», ader di« Kitmme ist gut und stzmprhlsch, sie greift dvfch. Wta» ist auf d e Sn schi^nuug »«4 Borst»»»«« begierig. Breslau, 97. Stckr». (Or-Lorr.» Wie ktaa« Ihne» aufs Sksttsmiest, »«rstcher», da» ketn« oifiztell« Elaloduaz »er hiastgen Ravdiuer »um Emotaa, »es Dr. Kapp stattgesruden hat. Dresden, 9ck. Uli* Der ft»rwar»t tollte yeu!e Abend hier in «taer chfenttiche» S.-rfammtuag sprechen, »tc BehSrdr ha« ata diese Perjama!^», »er >0»«». Nt BaUago.) * V. W I

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