Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 12 (17.3.1893)
- Date
- 1893-03-17
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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f!vermischte m»d «e«efte Rechrichte«. ("kW MsD»e8«»s. vom 1 April an soll in Berlin all Central• atgan zur Abwehr M VntlfentitWmu« ein zweiital täglich erscheinend«« Blatt nnter dem Xitel .Deutsche Zeitungins Leben treten 14. März. >u» Sachsen wi״d uns Folgende« mitgetheilt: .Me ich au« ganz zuverlässiger Quelle ersahre, ist »euerding» die Schachtfrage von der sächsischen Regierung ein sür alle Mal abschlägig beschieden morden. Begründet wird der «scheid u. >. damtt. daß nur S < der Juden auf Koscherfleisch r« leetiren 11- So in dem Vorstände der Hauptgrmeind« d>4 Königreich« ein Mann fitzt, der Artikel über die Tantalusqualen, w:lche die Speisegesepe den Juden bereiten, schreibt, mit dem Refrain: ,Hinweg mit den Epeiseaesetzen!- — da kann e« nicht ander» kommen. Baelit», 1b. Mai. Der dieser Tage verstorbene Oberstabsarzt «. D. «sch« war, wie die .voff. Ztgbemerkt, t«r erste Jude, der Oberstabsarzt I. Klasse geworden ist. Er wurde cußerdem mit dem Eisernen Kreuze zweiter Klaffe und dem Rothen llblerorden dritter Klaffe mit der Schleife ausgezeichnet. Der Hingeschiedene stand beim 8. Feld-Ari.-Regiment und halte alle drei Feldzüge «itgemacht. Berti«», 16. März. Für Dr. Leopold Löuenherz, den verporbenen Direktor der technischen Abtteiluna der physikalisch-technischen Reichsanstalr, veranstaltete am Sonnabend die Den ,che Gesellschaft für Mechanik und Optik eine weihevolle Gedächtnisfeier. Da« Kuratorium der Reichsanstalt vertrat Präsident Wey mann, mit Helmholtz hatten sich sämmtliche Mitglieder der Anstalt emgesunden. Die Gedächtntßred« hielt Mechaniker Fueß. Alns Berti»» wird uns als Charakterschilderung der Antisemiten folgende Rotiz zur Verfügung gestellt: Ein gewisser Herr Schmid — Prokurist bei der Dresdner Bank daselbst - weither als einer der enragiertisten Anhänger A hl warbt« in Berlin stadtliekannt ist, hat vor einiger Zeit sein 13 Monate altes Kind — welche« an DiphteritiS erkrantt war — in« jüdische KrantenhauS gebracht wo es glücklich aperirt wurde. Das jüdische Krankenhaus in Berlin nimmt vermöge seiner Statuten (auch in der Abtheilung sür Unbeu.ittelte), soweit sein Raum reicht. Kranke aller Konfessionen — ohne jeg ichen Unterschied — auf. Ta« Charakteristische dieses Herrn Schmid!«steht aber darin, daß er aus seinem Bureau (mit ea. 2V jungen Leuten) niemals einen Juden duldet. Brest»«, 12. März. Zur Begrüßung de« Kardinal-Aürftbischoss« Dr. Kopp honen sich aus dem odrrsivles. Bahnhof die Vertreter der katholischen Bürgerschaft und der kathol. Adel» die kathol. Stadtverordneten und die beiden — Rabbiner Dr. Qhutmami und Dr. Rosenthal eingesunde,t. Gras Ballestrem hielt, eine längere Ansprache und ries den Beistand der undefieckten Jungsrau,' der Schutzpatronin Schlesien» und der ri,nt. Kirche an Ter Kardinal reichte ihm zum Dank die Hand, die der Graf küßte. Dasselbe thaten die meisten andern vorgestellten Persönlichkeiten. Bon den protestanrischen Geistlichen war selbstverständlich keiner erschiene». Da» Erscheinen der Rabbiner, die der Kardinal auch ansprach, wird in der Stadt, wie sich wohl denken läßt, verschiedentlich deurtheilt. (Air mußten ’ unwillkürlich an den Ber» der jüngst verlesenen Megilla denken: .Bel den Juden (,» Susa) war Licht. Freud« und selbst w iirde.-) lSresla« Dem Professor an der hiesigen Uiriversnär, Augenarzt. Dr. Hermann Cohn, bekannt wegen seiner Verdienste um die Schul- Hygiene, ist vom Rationalerziehung«rath in Chicago die Ehrrnvizepräsidentschast de« anläßlich der Weltausstellung ftaNsindenden pädagogischen lattttcougresse« angeboren wordsn. »«rtstmtz«, ׳׳. März. ,Or.-Cor.) Heute wurde unser Herr Rabbiner De. A. Schwarz vor seiner Uedersiedelung nach Bien — zur Ucberuahme de« Direktorat« am Radbinerseminar — vom Groß- Herzog in längerer Ablchiedsaudienz empfangen, in welcher der edle. Batzherzige und Gerechtigkeit liebende «chwager des hochsei. Kaisers Friedrich 111. u. A. di« bemerkenswerthe Aeußerung that: ,Sagen Sie den Ihrigen, und nehmen Sie in ihren neuen Virknngokrei» die Ueberzeugung mit, auch in dieser tiefbewegten Zett — Sie verstehen mich wohl — bleibt in ׳Baden Alles beim Alten.- Auch d,e leutselige Großherzogin harte den Herrn Rabbiner zur Andienz besohlen. DU«« ». N-, 6. März. Ende vorigen SDloiütt« waren es 26 Jahre, daß Frau Wwe. Jak. Lewy als Vorsteher»». de« hiesigen israel. Wraueaverrin« ihre« Amte« waltet. Zu Ehren!«r Jubilarin hatten stch im o. d. Loo'schen Saale über >00 Frauen de« Verein« versammelt, um die« Jubiläum durch eine gemeinschastlichr Feier zu begeh«»».. Ramen« de» Borstaude« überreichte Frau Samsott Gottschalt einen tzsachtvollen silbernem Laselaussatz; außerdem wurden noch verschieden« Vlnwenlörd«, Bouquet»« u. dal. gewidmet. In einer längeren An- Srache würdigte hieraus Herr Predtgerv ln men f :Id die Verdienste der udUari» und schloß mit de« Wunsche, daß es ihr noch viele Jahre ' vergönnt sein «sge. tu Gesundheit de« Geiste« nad de« Körper« zum Mutzt« »er Armen ihre« Amte» walten zu könne». Kamptzei«, 8. März. Als gestern Abeird im Kronprinzen »er mball der Jsraeltten avHehalten ward«, fand man im Havsetngnng vamde mtt »ngebraunter Zündschnur. Dieselbe umrbe von der Verwahrung Mnomm« und amtzttza sstGs griff■»*; hvbei stellte es sich heran«, daß di« Bomb« mit Cement angefüllt war. Es handelt sich also um Auen schlechten «Paß. der aber de« Thäter wenn er «nldtckt wird, eine empfindliche Strafe ei,bringe» dürfte. Gneis. Mit!wach, den 1. «Sr», am Fasten Esthers, wurde in der Schragoge ena da ln Viotoire der Sohn des Präfekten Hendls mtt Fräulein Rigles getraut. Gneis. Anläßlich de« Pehachsefte« ist der Urlaub der isr. Seldaten. auch der Marine vom 80. Mär, bi» v. AprU sestgesesü. — Am 1l. März hält Dr vtttor Jaque« au« Brüssel in der jocitt« de» «tadaa iuiesa einen Bortraa über .jüdische Typen-, R«»e■. Ein Advoeat Ramen« Desno« schtteb an dtt Wände zu« JustizgedSude: .Rreder mit de« Juden:- er wurde in üigmnri von dem Substituten der Staatsanwaltschaft Gaudchau; Picard, ertappt und sieht seiner Bestrafung entgegen. HaKnnd. Der berühmte indisch- GraveurJacquesElihu ist gestorben. Derselbe stand bei Sönig Wilhelm ILL in hoher Gunst und wurde von demselben oft in seinen Palast zu Loo «laden. Zahlreiche Medaillen, im Auftrag« de» König» sür nattonale Zwecke g!stochen, zeugen von der Geschicklichkeit nad de« seinen Geschmack des KimstlerS. Die .Jllnftrader London Rewsbrachten z. Z. eine Beschreibung ber : für den wissenschaftlichen Verein zu Haarlem geprägten Schaumünzen.! ««fteetzn«. Moritz Scharf, der in dem TiSza-Eßlarer Prozeß zu trauriger Berühmtheit gelangte Hauptzeuge ist gtstorben. Er war hier in einer Demantschleiferei beschäftigt. Ein Glal splttter, der seine Auge verletzte, verursachte eine Gehirnentzündung, der er erlag. Die Zeit, da er Auskärung über seine damaligen erlogenen Aussagen geben dürfe — sagte er oft — sei noch nicht gekonnten — nun starb er darüber hin. Geterstzmrg, 14. März. Die Ausweisungen der Juden au» den Grenzstädten und Dörfern sind aus Ordre de« StaatSratht Bunge eingestellt. g»*n»n». Durch eigene Initiative des Sultan» ist )lei eine DampsschiffsahrtS-lbejellschast zum Zweck der Unterhaltung eine« regelmäßigen Verkehrs ans dem Tigris zwischen Mofful undBasiorah gegründet worden. Herr Ezekiet Sassoon, früher Notar der hiesigen indischen Gemeinde ׳ wurde zum Vetriebs-Direclor ernannt. Derselbe ftudirt« ftüher einig: Jahre in Wien an der orientalischen Akademien Da« neue Verkehrsmittel wird a>« eine große Woylthat sür di: jüdische <^schäft«wklr^n^Ba^dad^an«sehen^^^^^^^^^^^^^^^^ " " ' -lh«010gfts€h«s Seminar. Da» 80mmer־Seme«t«r beginnt am 13. April. Meldungen snm Eintritt »ind an den UnterMichneten an richten. (6898 Für da» Lehrer-Collegiam: Dr.J. Le w j,Bre«lan, Wallst!•. 1B. Die Weinoroisha* " CommanditrGea. Dr. Rakmer 4 Ca. BERLIN NW., CalTlu.tr 18-14 empfiehlt den Herren Wiederveruutern ihre reinen voreüg׳ liehen Naturweine iadrarrr• ichledtaitM Barken an angemessen billigen Preisen. Lek.: äe. Ehrw. Herr Rabb. Dr. HHdeahekaer. (6640 Ha» am an Mi Antisemit»»» Bon K. U. Wargalie» in Lübeck. Der Ertrag dieser kleinen Schrift ist sür den ,Verein zur Abwehr de« Antisemitismusin Berlin bestimmt und wird «rs'tckst, den Preis dafür, der tzeliotziG ist, direkt an dttsen, Berlin,Magdeburgerstr.13,einzusend. Kitte 'Nmston finden bei mir eiNigc Kaaden, welche dtt httsigen höheren Lehr- Anstalttn besuchen wollen. Herr Rabbiner Dr. Salzberger hier, u»ird, wenn grwünstG, gerne Au«- kirnst «rtheilen. (6883 Orknrt. 1. Kataeaatala , »Ver leihe rin. nnbenitt. jüd. Referent dar, der ,1881- Affeffor «acht, zur Beendigung seines vsrberritung«- > httnßies lim Mb am Schuld- ' schein und Zinsen ans Bf, Jahr? Adressen erbeten utttr lhisfre i. r. 8B»G durch M«U 8 ־־.W. {6884 Hfiratlisaotrag. Für einen gebildeton Kaufmann süd. Conf. bietet »iah durch eine Herrath in e n gutes Engeosgeschaft eine gesicherte Existenz. Die znnge Dame, aas achtbarer Familie, besitzt »asserdem eine Mitgiit von 11001 Ad. haar. Anträge unter H• N. 878• an die Exp, dies. Blattes. (6888 Briefkasten »er «e eaktie-m. W. in B. Ueder 4)r. Ecker'» Ignoranz intalmndicis inds.Wahrliebe haben wir gelegentlich des Prozesse« in Bonn ur.d Münster und bei'B-sPrrchung >«S .Judenspiegels von Justusir. den Jahrgängen 1884/86 Ausführliche« gebracht. N. N. Da» Alle« heben wir im Jahr«. 1884 gelegentlich der ersten .Rabbiner-Erklärung-r ttl «indriuglicher gesagt. Wir habtn dtt Roth- Wendigkeit rmer Revision de« Schulchan aruch, Ausscheidung alles sacht wicht «atzr »ültiaa» nachgewiesen: hätte mau uasern damaliaea Rath besslgl, wären na« dtt jetzigen heißen Aufrisse erspart geblleben. Mtt dem art nt eet kommen wir nicht wetttr. 5