Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 11 (10.3.1893)
- Date
- 1893-03-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Von Aböls Pick- Berlin. — Ellwoien de« Adel» a-t• dem »:reinigten preußischen Landtage von 1817. — Spinoza und der AttllsrmNismas. »ertcht« ««» T»rref»»«»e«l««r Deutschland: Magdeburg. Magedurg. Berlin. Berlin. Breslau. Frauksurt a. O. Dresden. Uurlch. Frankreich: foiiS. Parts. Großbrltannleu: London. «eeMischte ««» «e«»fi« «achrtchte«, Magdeburg. Magdeburg. Bettln. Berlin. Elbing. Brandenburg. Gladbach. Zlchtau. VtnUgart. Bero^ kNsolre. Wrltminft'r. Rußland. Aftfeeat«. — BeteftaHe«. ■V Vachdrna »bar »oUftüudlge QueUraangadr untersagt. "£» Wochen- Kn 1893. Mar. 5653. Aalender. Frelta, . . . 10 22 1 GO«nabr«d. . 11 23 1 6,85) ויקהל פקודי) r r״r»k. 1 ®anntflf . . . 12 24 |! Wantar, . . . 18 2ö I; Dir«frag. . . 14 215 I Mittwoch. . . 15 27 1 Do««reftag. . 16 *8 1 Freitag . . . 17 29 Ertw buk CitMick ihn■. Antisemitisch« Sittenprldiger. «an «dols Pirk-Berlin r- ׳ w ES ist eine der widerwärtigsten Erscheinungen bei der gegenwärtig grassirendcn Jndenhetze, dnß verkappte Antisemiteil oller Art sich den Anschein zu gelen suchen, als seien sie vorurtheilssreic, rein objecrive Beurtliciler der Sachlage, die in wohlwollendster Gesinnung gegen Judenthum und Juden letzteren nur deshalb ihre Fehler und Schwächen vor Augen zu sührcn, um sie zu besseren Menschen zu. machen. Mit Recht kann man diesen völlig unberufenen Moral» Predigern, die sich zumeist aus dem ehrsamen Journalistenstand« rekrutiren, die Worte zurufrn: .Wer hat Euch zn Richtern über uns eingesetzt? Prüfet zunächst Euch selber, ob Ihr denn so sittrnrrin und makellos seid, daß Ihr cS wagen dürfet, gegen eine ganze Gemeinschaft Vorwürfe und Anschuldigungen zu erhebe», die in ihrer Allgemeinheit durchauS unberechtigt sind!" Kol bapaaajel bemamaa paum-ti, sagt der Talmud; ,wer unnachsichtig bei Anderen Fehler und Schwächen hervorzusuchen sich bemüht, der pflegt gewöhnlich selbst mit diesen Fehlern in nvch weit höherem Grade dehaftet zu sein", lind in der That fleckt in alledem, was diese Herren gegen »ns Juden Vorbringen, so viel Lüge und Verläumdung, so viel kleinlicher Neid u id verdammenSwerthe Bosheit, daß nur gedankenlose Menschen ihren Worten glauben schenken können. Andererseits gehört es ja jetzt, an fin de ai&cle, bekanntlich zum guten Ton. mit antisemitischen Allüren sich auszuspi.lln, und darum kann rS wahrlich nicht Wunder nehmen, wenn all' die Pseudo- und anonymen Bersechtrr der Judenhetze in Zeitungen und Zeitschristen -mit vollen Backen in'S aotisnmitische Horn stoßen, um sich in gewissen Kreisen Ehre und Ansehen zu vrrschasse». Und was ist's denn eigentlich, was diese sirtenstrengen Männer immer wieder in allen möglichen Variationen und Tonarten uns zum Vorwurf machen? Daß cS Juden gicbt, die wuchern und betrügen, die sich frech und unverschämt benehmen, die protzenhast ihren Reichthum zur Schau trage», sich herverdrängen 11. s. w. Allerdings giebt es solche Juden — das kann und wird Niemand leugne». Aber giebt es nicht auch Christen, die das Gleiche thun, ohne daß es Jemandem befiele, daS Christenthum oder die christliche Gesammthcit hierfür verantwortlich zu machen? Das sind eben beklagenswerthe Gebrechen und Auswüchse, die allüberall sich finde:!, an jedem Staats- und Gesrllschastekörper, und so lange die Welt stehen wird, wird es schlechte Juden und schlechte Christen d. h. schlechte Menschen überhaupt geben. Daran werden Moralpredigten — 4 10 Pfennige die Zeile — am allerwenigsten etwas besser», zumal die eigentlichen Motive dieser Hrtzartikel — mögen sie sich in rin noch so vornehmes Gewand hüllen und mögen sie eine noch so judenfreundlich« Gesinnung vorzutäuschen suchen — häufig genug ganz klar zu Tage treten. Ein Blick in die Kriminalstatistik wird Jedem, der vorurtheilsfrei die Dinge zn prüfen im Stande ist. beweisen, daß die schlechten Elemente unter de» Juden, in gleicher Weise wie unter den Christen, nur AuSnahmen von der Regel sind, und darum zeugt es von ebensogroßer Feigheit wie Gewissenlosigkeit gerade der jüdischeu Gesammtheit immer wieder die Vergehen einzeliwr ihrer Glaubensgenossen zur Last zu legen. Noch schlimmer aber ist es, daß zu diesen ,arisch"- untisemitischen Sittenpredigern sich leider auch ,jüdisch"» antisemitische — gelauste sowohl wie uugeiuufte, denn die r . .!■ , - »£־,. ׳1,—.׳2 t *yiiti* .a