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Israelitische Wochenschrift · 1893-02-17 · 8 (17.2.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
8 (17.2.1893)
Date
1893-02-17
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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»istische Freifmmge halt«, ihn i» fchfach,« Skuuden . für freisinoiH, «nd bri dem letzten oationallibe.׳alen Fraktion«, essen war d« gesammte Tischgesellschaft autzei-ordentlich über, rascht. al« sich Sllstätter für einen begeistern Anhänger der nationalliberaleo Partei erklärte. Man mag nun über seine politische Ansicht denk«, wie man will, man darf wenigste. » sagen, daß er bei Wahlen in seinem Ressort sich jeder Beeinflussung enthält und auch sonst Lber den Par- Wien steht. _ Vermischte und «eueste Nachietchteu. «u» fcem fotbtn nftinunen Rechnungsbertcht der htts. z«raelltischen Beerdigung»geftlls1h»,« für dl« gelt vom 1. Januar W» #1 Setember 1898 entnehmen wir baf; Me Einnahmen seinschUeßltch eine« *aff tn&efla»be« au• vorigem Jahr« von 890)6«.) 800980 St., M«!«•gaben 89X6.66 W. betrugen, hiervon wurden Ml» 66 V.!u Zwecken der Gesellschaft: Beerdigung,»kosten, »ranken- »nd Armen-Unttrstützung n. s w. ausgegeben und 600 aus Kapitalien •elcat. Sonach blieb am I. Januar 1898 ei« ftiffeubeftanb von WX.M «. Da• ,!»•bar angeleg,e »erm»gen der Gesellschaft betrögt ».106 94 M. und hat sich um »89.6» M. mrmehr!. Kruer besitzt die Gesellschaft,mei Legate Im Wende von ,usamme« 3610 M. vorsitzender ist Hr. »emetndevorsteber Adolf Rosen,Hai der umsichtige und energische Reudaut der Gesellschaft ist Herr Idols Jaeody. Wertttt» 14. Februar. (Or.^ior.) Heute sand Mer ln Cassel'» Hotel die augeküudtgte General -veisammluug de• Verein• Lar» .Hooninb" statt, ti wurde be'chloffen. die WohlihStlgstitszwecke dieser Verein« nicht auf die Hiuierbllebene« der Mitglieder ,u deich,Ln,en, sondern auch aus Me Beamten selbst, wenn sie stelle,)»«. krank oder Olt Pud, «»•zudehnen. Hr. S. Ra, Han wurde ,um be oldettn SekreiSr de» Verein• erwählt, der auch für Me Ausbreiiu-g de» Verein« durch Gewinnung von Mitgliedern und beitragenden Ehrenmitgliedern thLiig Mn >08: er wurde au»drüälich ermächtig« auch Gelder für de» Verein in Empfang zu nehmen. Gr wird nääifie Woche, mit Uetzbmüglicher Vollmacht versehen, seine Propagandc-Reisen wieder irnftwhme» und ist demlelben ein günstiger Grsolg i n Interesse de• ,Verein• ,u wünsche». (»utsShriicher Bericht in nächst:! Rümmer.) Berti«» 18. Februar . Rach längerem schwerem Leiden (Diastete•) starb am 8. d«. Mir He.r Sigt«mund Simmel im 60. Lebensjahre. Früher Lederhäudler widmete er sich i» den bchten 10 Jahren «Mschiiesll.ch gemeinnütziger Thäiigkett. Die Beerdig, ng fand heute «ms dem alten jüMschen Friedhöfe unter starker Velhültgung seine• «rohen Freunde-und Vekonnienkreise• statt. Herr Rabbiner Dr. Un gerleider, der mit ihm vielfach zu verkehre» hatte, (der ssrühoerstorbene aehsrie zur Schäch,-Kommission) schilderte mit beredter Worten seine ß.ber mannigsoche Gebiete der Wohlthältgtei, sich erstreckend« Wirkiamkeü. <»rr Dr. Maretzki, Präsident der Bnai-Bris^Logen in Deutschland, »rach ei» herzliche• Gebet an der Bahre Simmel«, der zmrtttn Vice- Präsidenten, der in de» ersten Jahre« sehr thätig für de «u-breimng he• Orden« war, freilich im letze« Jahre — doch cka mortui, nil niu . Er ruhe saust I OGvitz, 9. Febr. Hier spielte sich gestern ein nicht unintrreflanter Glorgang ab. Herr Liebermanu v. Sonnenberg hatte eine seiner beleimten Judenveruichtungdreden gehalten. I» der sich daran au- Afliehende» ivi«>Mom ergriff ein Reoieruua«afleffor, von Gerlach ist sei» Name, da« Wort. Er erklärte sich mit den Aussührutrgen de• Herr» Liebermanu v. Sonnen de rq einverstanden .und will nur au•- «Ocklich konstatiren, dah er 01• Regierungsbeamter sich zu denselben Unschanungen bekenne." Wer Ist nun. so fragt Me .voütztg.". ei» in .He» .neue» Kurs besser htaeinpaffender, ein,korrekterer" StaatsMener; •r» Regierungs-Präsidyit von Tepper-Laski, der ein Bia,! strafverfolgen »tchte, weil e* einen ungenannten höheren Beamten e ״er besonder« ipnnnngstüchtigen antisemitischen Thal bezichtigt ha re, oder der hHierungsaffeksor v. Gerlach, der erklärt, in seiner Eigenschasi al« Raafct Antisemit Liebermann'scher Observanz zu sei,? ««» 7. Febr. Herr vr. mack. Elsinger, seit 8 Jahre» hier HaHnhast, feierte heute da« 60 jährige Doktor-Jubiläum u id wurde ihm a>• dieser Veranlassung sein DoktorDiplom von der Universität Elbingen dvnoria raue» erneuert. Die Gemeinde Oierdors, Oder» a»t Reresheim, in welcher der 76 jährige Jubilar 4t Jahre lang!sz«»ktlzi>le, lieh demselben duuch eine Abordnung bestelend au» dem )Hehuliheiße», einem Mitglied de« Gemelnkeratds und dem BürgerauRch»h4ubmann, Me Glückwünsche der Gemeinde übermitteln. . Bte», 18. Februar. Eine Abordnung der antisemitich.» Fror ion 1' GemelnLeraihch geführt von Lueger, erschien heute b-i Taaffe mit rer Denkschitst, worin sie sich übe, den angebliche» Der orismutz de« ßrtzrrme ftm« und der liberalen Majorltü« beklagte und Adhüift ver- •£. Daaffe versprach, Me Denkschrift zu — prüfen. Dieselbe Fraktion beantragte i« Abgeordnettnha» se!in Schicht- »bat. lw«, 11. Februar. In einer belebten Strafe nahe de« hirwr, aus de« ZollboMglokl• Rr. 16, wurde heute e>» iluherst frecher rtzbmordveisuch verübt. Abend• gegen 6 Uhr erschiene,! i« Burean stztepgen Ganswann• Max R-sen»Hai, der Inhaber einer Firma für Mllltär-Auärüsiuno ist,^ rwei moskirte Männer und verUngttn Geld Herr Rosenthal demnd sich km Comptoir mit drei BeMe.tfttttn. Da Rosenthal die Forderung zursckwie•, schossen Me Räuber nach de» Anwesenden. Zwei Schliffe streckten Herrn R»sen«-ai nieder, der nach wenigen Mauten starb. Zwei andere Schüsse trafen zwei Bedienstete, von denen einer schwer, der ander« leicht verwundet werde. Dem Schwerverwnndeien wurde von der Rettunasabtheilung eine Kugel an« der Brust gezogen. Al« sich Me Mörder flüchten wollten, kam gerade der Resst der Ermordeten, Advorat Dr. Hoze Ins Comptoir, nm seine» Onkel zu besuchen. Die Strolche feuerten auch auf diesen Schüsse ad, durch «eiche Dr. Hoze an der linken Seite de• Oberklrprr» verletzt wurde. Die Thäler flüchteten sich, ohne dah eine Spur znrückgeblieben wäre. Benz, 10. Februar. Der Im Gemeinderath gestellt« Antrag, den neuen TheattrMreftor Goetringer zu verpflichten, dass er keine Slawen und Juden engagtre, wurde mit allen gegen 9 Stimmen — abgelehnt. ButznpeG. Der Ungarische J«ra«l<1ische Handwerk•- und Uckerbau verein hielt jüngst unter de« Vorsitze seine« Präsittmttn Dr. Armin Neumann eine Ausschubsitzung. Zwölf Zöglinge de» Verein• — darunter ein Taubstummer — wurden freigesprochen.!der Vorsitzende de« Verein« meldet den Beitritt von 18 neuen Mitglieder» un und berichtet, dah der Stisiungsbrief über Me grobe, 70 0)0 fl. betragende Pollak'sche Stislung zur Unterstützung anzeoendrr Meister bereti• unttrsertigt sei. Derselbe erliegt derzeit im Ministerium Zur Erwerbung eine« verelnshauses, i» welchem eventuell da« projekttrte Lehrlingrheim u »,ergeb acht und dessen Grundsteinlegung am Jubiläuo«•- tage de• halbhundertjährtge« Bestände• des Ber-in« vorgenommeu werden soll, wurde unter dem Präsidium des Herrn Benhuld Weih ei» Komitee entsende«. £»»»*», Anjang• Februar. Rev. Dr. Chotzner, der zwölf Jahre lang am Hacrow-College thätig war, erhielt jüngst eine Einladuna von der Betsaster Gemeinde, wo er ehedem längere Zeit 01• Geistlicher geiotrki Hane, seinen frühen, Posten!oieder anzutre:en. Dr. Th. wird die Pflichten seine» ehemaligen Amte» in Beisaft gegen Ostern aus• neue übernehmen. Lanvatr. Dierussisch-iüdische Freibibliothek, von Herra S. Sie» vontsky gegründet, wurde vor Kunem eröffnet. Ihr Zweck ist, die geistige Entwickelung der groben Masse russischer Flüchtlinge zu färdern und zu Heden. Die Bibliothek enthäit Zeitschriften, Sammetunrke und Bücher ln russischer deutscher, englischer und andere Sprache,». Von Zeit zu Zeit sollen auch Vorträge gehalten werden und werde» die Glauben»genossen ausgesord:!,, durch Beiträge an Büchern, physikalischen Apparaten (zur Benutzung bei den Vortcäg--») u. s w da• Unternehmen zu unlerslüven. «»Mänle». Anläßlich de» neuen Schulgesetze« wurde eine Statiftll über MeAna'phabeten ausgestellt, au« welcher hervorgeht. daß unter d:nü) y( Rekruten, welche lesenkönnen. alle jüdischen Rekrnten ohne Ausnahme gehören; ja noch mehr alle i«raelitisehen Soldaten können lesen, schreiben und rechnen, ungeachtet man ln den!Schulen den jüdische» Schülern »nd Eltern Me gröbten Schwierigkeiten macht. Der «olk»umerricht hier zu Lande ist unentgeltlich und obllgntorisch, aber nur für die Rumäne». Da die Juden nicht al• Bollbiunn!.mLn-n gelten, so müssen selbst Me ärmsten Eltern den Unterricht bezahlen. BWkarest, U- Februar. Die Sammersektionen haben de!t antisemitischen Antrag in Betreff« der Beschränkung de« unentgeltliche» Schulunterricht• auf Kinder rumänischer Vollbürger— abgelehnt. Tt,»«l«»nrl. Wie die zuletzt eiugetroffenen deutsche« Blätter melden, schreibt Me hies. .Debora", ist Dr. S. Selffe au• Dessau zum RadMner ln Berlin gewählt worden. Er Ist der fünfte Ungar(?) 1» Berliner Rabblnatscolleglum, ln we'chem seit Geigers Tode lm Jahre 1874 kein Deutscher seinen Sitz hatte. Das,muß die deutsche» College», welche erst kürzlich die Rtänbestätlgung eines ln Altona gewählten ungarischen Rabbiner« durchgesetzt haben, oerdrieben") Vir können nicht gut eine Meinung hierüber äußern, auch liegen uns die Berhä,misse etwas zu fern. Wenn es wahr ist, daß Me ungarische« Jeschiboth, so viele autorilche Halbwisser und gestrandete S(i* ftenzen dem deutschen Rabbinatt liefern, so sollte gegen die be» treffenden Personen und Me durch sie vertretenen Uebelstände—), nicht aber gegen die Rationaltlät Stellung genommen *r..rb»n. Etwas könne» unsere deutschen College» von »nS lernen. Hier »■*>, e* keine obrigkiiliche Bestätigung der Rabbiner, keine Einmischung i..: Be- Hörde» in die Augetegenheiien der Gemeinden und doch «erden '.ityie Gemeinden die Amerikaner, und besonders die in unserem Rabbi׳ er» seminar in Cincinnati ausgeMldeten Geistlichen, den Ausländern vorziehen. *) Dtt Richi bestLIigung erfolgte ohne Betreiben deutscher RadMner, au• eigenster Initiative der Regierungsbehörden, welche die .aalionale Arbeit" schützen. Dtt deutschen Rabbiner hat Me Anstellung bedeutender Gelehrten und charakiertesttr Persvnlichieile» au« dem Auslande nie verdrossen, <9at verdrießt, Ist das un würdige Erschleichen von Stelle» durch kriecherisches Wesen, durch Antichambriren, verwandtschastlich« und g»schäs»Ii«he Protectionen und ander«, da« RabMneram» herab» warMgend« Mtttelchen. Sir vermeiden es absichtlich. Unsähigketttn Einzelne» aus so manchem Gebiete, Me leicht nachznweilen wäre», beroorzuhebea, weit die« zu sehr Persönliche« Preisen wurde.

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