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Israelitische Wochenschrift · 1893-02-03 · 6 (3.2.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
6 (3.2.1893)
Date
1893-02-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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gpUgfcfatvy, 8. |1kftnv 1893. XXIV. M,. rWochmsW eine allgemeine Zeitung des Audenthums. mutntub rrfBriat j. d» -Fa« lk7B»tO»a.«tt^,»ta»B4B»blB»1o tiat Nainaitr der tn JtBlllif M» fit tü» »nat ittW«* M «II«■ P»Ma1Bta rv dx*!K4cärlc a<rrtri|dJ)d. »«Tiiictt« Zese»de»4 : jährlich 14 Ulatf. aad| km suttaatt: (5 Olaif. «- JtitaMUr mV H^MBUimMatt» (•tat ״£ illtraoir Mit M der herauigegeben von Rabbiner vr. M. ZtaHmer in Magdeburg. Jür «atzrtzeit «echt und Krteden. -Bst»»«« fgr di« ..)»raeltttsche Wochenschrift^ 0k fit Mi ״) ddisch» CHtitattirkltt(* di» vkrs»spatt»n» p»tti)»U• oder der»« Baum 85 Vfg• find »»«weder durch dt» |2üm0«c**• Lxpedtiw«e» oder — fall» man selbst ans Rabatt Üaspruch macht — diree« »t»zus»»d«« a« t Wie 11» tjMWiitt. schein״ t» »»O»a»«e,. Sei Mtederhalungrn Rabatt. fi?- Wochenhknv. i 1893. leb'Nat. 6653. Aalender. Krrita« . . . 1 3 17 Sonnabend. . 4 18 («M) יתר1• Sanxtag. . . 5 19 Mantag . . . 6 20 Dienstag. . . 7 21 Mtttwsch. . . I 8 22 Danarrftag. . 9 23 Arrttag . . .! 10 24 1 u I) « 11 * >aU«N»« Artikel r .Sehrt Euch!" »ln Mahnruf an dt« Juden. — Berliner Brief. — ,Eine neue deutsche Bibel.- — David ikaffel. i Geeicht« nm» (•rrtfliMHNKn! Deutschland: Magdeburg- Berlin. Berlin. Berlin, staffrl. Hannover. Au» Düffeldorf. Oesterreich-Ungarn: Wie». ׳ Geemtscht« NN» N«N«fU Nachricht«» 1 Magteburg. Berlin. Berlin. Bunzlau. Au» Württemberg. Wollstein. 1iSntg»brrg i. Pr. ' Mühlhausen i. Elf. Nürnberg. Proßnitz. Prag. Pari». Pari». Nom. Rumänien. Rew-York. tT Nachdruck ahne »allständige Lnellenaagabe untersagt. «■ «Meyrt Knch!" »in «atznrns an die Inden. Aus der Fülle von anti- und philosemitischen Preß- ' «zeugaiffen, welche alltäglich den Büchermarkt überschwemmen, ra>^ die in vor. Nr. bereits kurz erwähnte, in der Ueber» schrist näher bezeichnetr, bei S. Fischer in Berlin soeben erschienene Broschüre von F. Simon hervor. Sie ist aus demGesühl heraus entstanden, daß es für di« deutsche Judenheit eine nicht länger abzuweisende Nochtpeudigkeit sei, selbst den Berheidigungskaripf wider das »chrohlich anwachsende Antisemitenthum aufzurehmen, welches «it allen Mitteln der Gewissenlosigkeit und Herzensrohheit einen brutalen Krieg gegen unsere wirthschaftliche and soziale Existenz führt. Der eindringliche Ruf: ,Wehrt Euch!" zieht sich durch da« ganze Merkchen und charakterisirt es als eine Kampfschrift in des Wortes bester Bedeutung. ״Da» banal« Wort .nicht» gefallen laßen" — so ruft der v«r> faß» an» — wächst Angesicht» der Umstände, die na» umdrängen, zu einer Lebenanothwendigkeit empor. Gerade diejenigen, dir sich ,Arier" und ,Schriften" nennen, Üben ja selber nicht di« Vorschrift der christlichen Kttenlehr«: .wenn Vn «inen Schlag ans di« rechte Wange bekommst, reich« auch di« linke hin.» Im Segentheil: Gerade bei den sogenannten ,Antisemiten" gilt in bäherem Grade al» in der jüdischen Anschauung da» Wort ' Jttt’ u» Ang', Kahn um Zahn". Sie kennen »,in Häher« Gesetz ch, die brutal« Gewalt, »nd da» .haut ihm" 'st da. Bestimmend« Gesinnung geworden. Solchen Leuten gegenüber gilt di« Nothwehr >ud der Satz: ^mf »inen Schelme» anderthalb»". — wer sich von einem Antisemiten «ine Beschimp sun, seiner Person Jude •*f•!*» ist-». ohne st» sosoet zu ahnden, be^ht ein sUnmcht »er würde seiner Person »nd »er gesammten :)ndencheit." Als die stärkste Wehr in dem Berzweiflungskampfe des Judentbums wider die antisemitische Rohheit erklärt der Autor die geistige, welche für jeden Juden die gründliche Kenntniß der Geschichte seines Volkes sei. hier — so ruft der Autor mit vollem Rechte — ist leider gerade in den Kreise» der gebildeten Juden viel nachzuholen und viel zo beßeen. wer die Geschichte der Juden kennt, wird allen Angriffen aus da» Iudentham gegenüber gewappnet sein. wer sie nicht kennt, wird wie ein schwankendes Rohr im wind« sein. Di« Geschichte der Juden gerade, vom wunderbaren Au»zuge au» Egypten an bi» in ihre Känigszeit hinein, dann in den Kämpfen mit der römischen Weltmacht und weiter in der ״Diaspora" bi» auf den heutigen Lag, beweist, daß alle Fehler, die man al» ,jüdische" bezeichnet, in der Geschichte al» solch« nicht begründet find. Da» volle Menschthum zeigt sich hier in Vorzügen und Fehler» r homines ■ant •t nil hamani ab eia alienam“. Vortrefflich ist die Charakteristik der verschiedenen Spezies des genas ״Homo demens antisemiticns“; alsH solche Spezies zählt der Verfasser auf: die Geschäfts-, Radau» undQuasselanrisemiten, von denen besonders die erste, aldie verächtlichste Klasse scharfe Hiebe empfängt. Ueber diese« klägliche Gesindel schreibt der Versaffrr: Sie sind allesammt ,catili »arisch« Existenzen", Jeder von ihnen hat etwi» auf dem Kerbholz, Jeder einen »schwarzen Fleck". Diese Lharlaian», welch« al» Allhe-.lmittel wider jede» politisch« und sozial» Uedel di« Iudenhatz verordne»!— für 30 Pfennig» gesprachen, für 30 Pfennige geschrieben — haben all« schon di« Geeicht» beschäftigt, der Ein« in v»rläomdung»-pr«zeff«n, der Ander« in ehrenrührigen Alimenten-Prozeffen, der Dritte wegen sonderbarer Eigenthum»-ver«v«ch»lo11gen u.,s. w. Ist •» Bcht bezeichnend, daß unter den antisemitischen ״Führ«»»" kein Ei»zigrr sich befindet, der nach bürgerlichen Begriffen iBtegwr wäre? Di« ״Seschäft»-A»tis»m>t«n" aüer Schattirnngen find eben keule, welch« nicht» z» verlieren und All» z» gewinnen habe«.

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