Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 4 (20.1.1893)
- Date
- 1893-01-20
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Auskunft über alle die Lonfrrenz betreffenden Angelegenheile« ertheilen dereitwiAgst: Frau Henri Solomon (Präsidentin) 4000 Lake Ave., Frau I. Mose» (VicePrüsidentin) . 3l3l Prairie Ave. und Frau Henry Adle r(SchriWhrerin) 8626 ׳ Calumet Ave. in Chicago. (Irw. Chr.) Vermischte und neueste Nachrichten. MetOpetbwvG. Herr Henri Harri» in London ha» «in Patrnt - skr «Inen vrrbrfs-rlen Apparat zum Riederlege» dr» Schlachtvieh«» ««halten, durch dessen Anwendung dem-TH-ere di« Schmerzen de« Riederwerfen« erspart «erden und da» Kleist gegen Quetschung geschiidt wird. Der Apparat Ist einfach und nicht kostspielig und funetiorirt leicht und sther. Der Ehies-Rabbi und der Oberfchochet haben die Anwendung deffelben gestatte« und r»«hrerr Metzger ihn bereit» eingeführt. Berti«. Herr Professor Lewa ndo w»ki hat die Stellung eine» Thardiriaeniea, die er so lange mit Glan, und Ehre» bekleidet hat, ' am Schlüsse de» vergangenen Jahre« «egen vorgerückte» Alter» »teder» grleg». Möge er sich »och lauge Jahr« der Muß« erfreuen. Brett«. An Stelle de« Justijrath» Makower, der sein Amt al« Vorsteher de» ReprSsemanten-Eollegium» der jüdischen Gemeinde niedermckpat hat, ist deute Herr Herrman» Landsberger gewählt worden. Zu S«Ivrrtrcle,n wurden die Herren Loui» Liebermann und Rechtsanwalt Tr. Likti» ernannt. GwkOtz»«. I« Viktoria-Gymnasium hat dieser Tage aberinal» «in« antisemitisch« Demonstration slollgesunden. In der Obersekunda wurden nämlich an verschiedenen Bänken mit einem Messer etngekratzt, hi« Worte .Biva« Ahlwardt!" vorgesunden. Die Untersuchung ergab, hlß der 17jädrig« von Bötticher derjenige gewesen, welcher di« Ein» kratznagen vorgenommen. Di« Bänke sollen nun aus Kosten de» Uebelttjäter« adg«hobelt und neu gestrichen werdrn. (Diese Burschen müßten «och etwa« gehobelt werden.) »««te«, lb Januar. Borgestern wurde vom hiesige» Schiffen» Kwicht der Bildhauer HeinrichAesendrup aus Grund de» S361 adb Margen Verlassen» seiner Kinder und auf Grund de» f 364 de« Str. G-»B. wegen salscher AnseNigung eine» Fähigkeiisatlestes zu einer Hast «»» vier Worben verurtheilt und erkannt, daß er Nach verbüßter Hast bn Landrspoltzelbedörde tu übe, weisen sei. Der fungirend« Amt»- «»»»I» Devers hob ausdrücklich hervor, daß die Verljasiung de» Auge- Nagten eisolgt sei, weil er trotz mehrsacher Vorladung in früheren Terminen nicht erschienen sti. Damit entfällt als» die Lermuthung, dtß Wesend,up wegen de» Verdacht», daß er den kleinen Hegemana ermordet Hab», verhaftet worden wäre. Jndeß ist, wie. berichtet, die - linteiiuchnng wegen dieser Thal noch in der Schweb«. > B«se», 11. Januar. In der heutigen Stadtverordneten-Sitzung borde der Juftirraih Oraler zu« Bo׳sitzenden «irderaewählt. — Im Alte« von 103 Jahre» starb heute hier der Rentier 1■ Brodnitz. In girfc fand am 11. Januar eine Polen-Versammlung statt »ist der Tagesordnung: .Di« Polen und der Antisemitismus." Haupt» rickner waren «ras Lektor Kwilecki, Probst Laudowiej au« Kwilcz und ,Hirohst Hevvig au» Zirte Rach langen Debatten wurde van der Brr» DUWmlnng solgend« Resolution einstimmig angenommen: »Trog-em die Juden überall (7) und stet» (?) un» feindlich (?) f lstnul sind, könne» wir »och nicht mit dem heutigen lärmenden deutschen lnstsemitidmu» gehen, dessen Bewegung nicht an» der Rächstenlieb« dwworgegangen ist, und welcher nur di« grsährliche» Leidenschaften de» ß«»ststn Pöbel« ausstachelt.« a. O.< 17. Januar (Or.-Lor.) Die schwer« Er- ^-krankung unsere» Rabbiner wachte di« Anstellung eine» Rabbinats» ^sterweler» nöthia. Die Wahl eine» solchen fiel aus Herrn Dr. A. «mink» in Berlin, der sich jat Annahme sofort bereit erklärte und Stelle morgen schon anlritt. G««p««, lü. Januar. Wie Herr Rabbiner Dr. Jacob in lttnaen den Herrn Liebermann v. Sonnenberg. so hat Herr Lehrer!- Kink «u» Aurich den Herrn Doneil, der gestern Abend hier «inen!irrtrag .über da» Judenthn» im Talmud und di« jüd. Kampfe»weise"!stk«, an-« Gründlichste abgesührt. (Rähere« in nächster Rr.) L--iP»i» Da» allgemein hier verdrestet« Gerücht von der Aus- Mt»• des Schlachtverbotes in Sachsen ha» sich leider nicht bestätigt; e» RA^te-anf der mißverstandene» Aeußerung eine» jüd. Restaurateur», chuuwlwertz. Heitere« au« ernster Zeit: Jüngst ist hier eine geholten worden, di« »an die JnterpunMondred« nenn«. Dari» «» «. A.: .Ei» Komma droht« «n» mit entsetzlichen Gefahren; ist nur «in Semikolon nnserer Sorge»zu verzeichne»; noch ist Punktum »u setzen, al» sei Alle« vorüber." — Man sieht, «in ück kommt selten allein, eine Krankheit hat andere zu« Gefolge. OKGsltzsrf Da» Lomite« für Errichtung de« Heinrich Heiueet» hat nach einer von ihm arnedmtgte» Skizze Herrn Professor in Verl n dst Anlsührnng in Bronce und Granit definitiv ni. Dst Fentgskllung wird späteiien» bi« Ende 1896 «,folgen, aber noch dedenleud« Geldmittel ersorderlich und deshalb wird . stnduag wriiarer Beiträge an de» Schatzmeister de» Eomitee», Aeapo!» Ahrweiler in Düsseldorf ersucht. WnaHH«», t- Elf. Amife» irische Blätter hatte, «GgrsprenG. der berüchtinst Panomahcld Arton sei ei» Elsässer »ad!war ein Sohn de« verew. Oberrabbiner» Aron Hierselbst. An» authentischer Quelle kan« jedoch mitgrtheilt «erden, daß Arton allerding» hier geboren war, aber »u seinem 6. Lebensjahre mit seiner Mutter, einer geborenen Laenst nach Frankfurt überstedelt fei, von wo «u» er später «ach Brasilien ging. Rach Pari« verzogen importirtr er hier einen brasilianischen Kaffe«, für welchen eine großartige Reklame unter der Spitz» marke .Lass Arton״ gemacht ward«. Der vrrstorden« Ober-Radblaer Aron aber halst überhaupt nur einen Sohn, welcher Generalarzt dev 19. salgierlsche») Armeekorps war und vor etwa sechs Woche», d<» er dst Altersgrenze erreick!« hatte, unter Verleihung einer hohen Dekoratioa in den Ruhestand trat. «»» «Mürttemberg, 5. Januar. Der Verein rur klnterftützung von Wittwen und Waisen armer Israel. Lehrer und Vorsänger Würtstmberg» veröffentlicht seinen 30. Jahresbericht Pr» 1 April 1891/99 mit einem recht günstigen Ergebniß. Der Verein erhielt an Beiträgen ordentlicher Mitglieder IlS M., außerordentliche826 ״ Mk. SO Pf., Gaben von Gemeinden 1608 M., von Privastn --02 M., au Kapitalzinirn i 699, -0 M zum Grundstock 210 M. Unterstützungen wurden 1786 M. an 7 Wittwen mit ihren Kindern, an 2 «inzelnehend« dedrSngst Waisen und 2 erkrankte Lehrer gegeben. Das Gesammtvermöge» de» Verein« beträgt jetzt 42609 M. und hat um 1879 M. zugenommen. Di« Zahl der Mitglieder beträgt 61. Unter den außerodentliche» Gaben find auch solche von Jdrcr Majestät der Königin Lharlot« mit 25 M. und eine Ihrer Majestät der Königin-Wittw« Olga mit 46 M. Ulm» Die hsts. Gemeind« Hane eine Eingabe an das Justiz- Ministerium gemacht, worin sie um Schutz gegen die!Beschimpfungen in der . Ulme, Schnellpost" bat. Diese Eingabe ist, wie vorauSznsehen war, abschlägig beschstd'n worden, da sich dos K. Ministerium nach Lag« der Sache nicht zu außerordentlichen Maßregeln bezw. Weisungen an dst Staatsanwaltschaft veranlaßt sehe. (So wäre es dem Berliner Bo,stand auch ergangen, wenn er die Verkehrtheit seiner beabsichtigten Kaiserpetitioa in letzter stunde nicht noch ringrjebe» hätte.) B»ätz»t», 8. Jan. Gestern Abend fand im Saale zur Traube ein Festessen de« hiesigen Synogogenchors zu Ehren zwestr Mitglstder desselben statt, die Herren Kürschne-Einstein und Metzger Simon Koh«, die da« gewiß seltene SOjährige Jubiläum als Sänger feiern durste». Die israelitische Grmeinoe ließ dabei den Juditaren in Anerkennung ihrer Verdienste sür den Grltrsdienst in der kynagog« durch Herr» Rabbiner Laupheimer je einen silbernen Pokal mit entspvuheoderWidmung überreichen. Verschiedene Toaste, Einzel- und lkh»rvorträge ver» herrlichten dischöne Feier »»pentz»»««, 10. Jan. Sestern starb hier der vieljährig« Bureauches de« dänischen Reichslage», David Dessau, der di« Gabel»- derger-Sienographi« hier und in ganz Skandinavirn eingesühn hat. Dessau, der «in Jude war. hat in stinem Testament b«stimm», daß sei»e Leich« verbrannt «erben soll; die» wird die erste Leichenverbrennung im Lande sein. Algier« Anläßlich der Konsistorialwahlen gab e» bier große Tumult«, «« hetßt. der Oberraddiner Netter au» Oran wurde nach Pari» berufen, um darüber Ausschluß zu geben. Tanger» 14. Januar. Gegen den Gouverneur dec Schatzkammer in der Stadl Marokko sind Beschwerden erhoben «orden wegen ostl» sacher Mißhandlungen jüdischer Einwohner, insbesondere habe der-'elb« einem Greise 600 Peitschenhieb« und einem andere« Juden 800 Peitsche»« hiebe ertdeilen lassen. Et deiß» »un, daß die hiesigen Vertreter der Mächte identisch« Roten an den Hof in ii arokko mit dem Verlange» richten werden, daß diesen Versolgungeu ein End« gesetzt werde. Sinelnnati, 1 Januar. In der neuesten Rr. der hstr «vscheinenden ,Debora" macht der greis« Rabbiner Jlaac Wies« de» deutschen Rabbinern den Vorwurs der Feigheit, ,daß sie Angestcht« der von den Antisemiten hervorgrsachlen Albernheiten und Ausgeburten einer längst vergangenen finsteren Zeit den Muih nicht habe« z» rrklären, daß die rabdinischen Schriften nicht mehr Werth und Be» bindltchkeir sür un« besitzen, als dst kirchlrchen Traditionen oder dst «itielalrerlich« Scholastik für de» Protestanten; daß wir für dstst rabdinischen Schriften »ich: verantwonlich sind. Sie sied nicht uubedingtt Autorität sür »»«? Warum haben die Gelehrten nicht den Muth, eia« solch« Erklärung abzugebe»? Eiosach, weil uns««« eigen« Orthodnzst ebenso fanatisch und lärmend ist, wie im christlichen Lager. Hier «ad di herrscht dstHeuchtlei aus der Kanzel und im Lehrzimmer, der Fanatismus und der Judisserentismu» «heilen sich in der Masse." Lin» Aaagabe, di• •ofort unberechenbaren Vortbeil ein bringt, hat ifir Jedermann weitgehendste« Intareaae. Cnd •o erkütrt ea »ich euch, da»# die eo beliebt• ״III■■ trlrt« Waaohe-Zeitang“ ietit überall da an lindan rot, wo eine praktische, aai Kraparaiiee bedacht• Haaafran ihr«• Amtes waltet. Weloh’ werthvoll•• Material kvr 00 l*f. da• ttanxe Vierteljahr wird aber auch in diesem mit groeien Wkacha-Zaaohnaidabogen ▼araahenan, monatliob •raebainandan nbtaliohan Blatt• galrötan. Dia Mittbaitang, da•« anantgaltlioha Anaicbtanemmam dar ,)Dlaesrlr»״■ Wkaeha-Zaitang“ durch alle Bnohhandlangen baaogan werden kbnnaaanddaaa •olchaand atmmtUoba Post •natal tan Alxmuament» auf die ״liiaatrlrt« Waacba-Leitung" tu nur 0O Pf. ▼iataljhhrlioh entgegen nähme», dartta daher Vision gelegen