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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 50 (1892) · p. Seite 198

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
50 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 198 (sequence 4)
Language
German
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— 198 1. Sa« 16, 38. Laut «ad der Länger. A»s Gibea ruht Grabesschweigen, So trüb'. gcbtiirniftooH und bang. Scrftunrmct Ist brr Kohr Reigen Der Z,mdelklang, brr Luslgrsaag. Es Taam (eint hohrn Mauer» Umwallt vo» düstrer Rebelschar, Al» ob in stummem Säimerz sie trauern An eine» Lieben Totenbohr'. Drang da» Berderben in die Sassen? — Schlug Israel ein kühner Feind, Daß einsam, öde und verlaffen Judäa'» Königsftadt erscheint? Und t«,rle nicht au» blut'gem Kriege Mit Ruhm gekrönet Eanl zurück? — Wohl führt' er Israel zum Sieg«; Doch ihm entschwand der Seele Glück. Dort, wo sich stolz die Burg erhebet. Liegt ausgebieitet Rach, und Graa«, Als ob der Tod die Schleier webet Für'« unglücksel'ge König»hau«. — Im weilen dunkeln Haupipmtale Steh» dicht gedrängt der Diener Trost. Und scheu im bleichen Moadeestrahle Schau'n sie empor zum Königsschlost Sie flüstern leise in der Runde, Ein jedes Angesicht erblaß,; Denn bebend pflanzt sich fort die Kunde: .Der Wahnsinn hat de» Herrn ersaßt!" »Jestt feien er nicht Siegermahle, verkündend seine H«rricherma<dt; — (£» ward verschmäht die Lpserschale, Die dankend er dem Herrn gebracht. Trum rast und tobt mit wildem Grimm« Ter arm« König wuthentdianni. Und nur durch Gone» mächt'ge Stimme Wird seine» Wahne» Rächt gebannt. Sie diingt zu ihm im Hacsenliange, Zm süßen Lied aus Sänger» Mund; Der hohe Zauber im G-sange Macht seinen kran'en Geist gesund. Der jüngste Knad' von Zsai's Söhnen Beherrscht sein stolzes, wunde» Herz; Gr läßt der Harke Saiten tönen; Da« trägt ihn selig himmelwärts " — * Im mitternächtlich düst, r» Saale, Beim halbverglommenen Kerzenlicht, Starrt Saul aus ein« Lpserschale Mit irrer Gluth im Angesicht. Er hält sie in geballien Händen, .Und Flammenblitze wirst sei» Blick Als wollte er in Feuerbränden Vernichten diesc» Lpferstück. E» beben seine bleichen Lippen, Wild an den Panzer schlägt sein Herj, Wie Sturmerwell' an Fel>enk»ippen, Wie «chweneesireich an Schüdererz. So wie der Sturmwind in den Lüsten, Der Meereswellen wild« Fluih * Entzügelt tob« in ,,e>.sentlüsten. Entfesselt sich de» Wohnsinn» Wu«h. Er schleudert fort die hetl'gr Schale, Tost sie in lausend Scheiben bricht. — yu. weilen riachtverhüllnn Saale Berlösät der letzten Ke.ze Licht. Und in der Scheiben eh'rnem Klange, Ta mischt sich Wahne» irrer Ton, Wie fischen einer giji'gen Schlang«, Wie eine» Dämon» wilder Hohn: .Fahr' hin! suhr' hin! du magst zersplittern! Kein Qpser nerd' in dir gebracht! Du sahst mich vor dem Herrn erzittern, Al» er mir nahm die König«macht! Doch nimmer, nimmer sollst du mahnen Mich vorwu's»voll mit stummem Blick, Daß mich gedrängt aus Tornenbahnen von Gott ein strafende« Geichick Roch her, sch« ich in Juda'» Grenzen, Roch ziert mein Haupt die König«krön'! ».t«,,.«r-Dr. Ra hmer, Magdeburg. Druck vo» BendtpchHnhn (früher: D. 2. Wolff >, Magdeburg. Bert«, «ah. Fei es«, I So lange meine Thaten glänzen Bestraft mein Zorn den frechen Hahn l «ersinkt in Rach«, ihr häm'sche» Geister, Di« Ihr mit Grau« mein Herz erfüllt! Entflieht, entflieht zu euer« Meister, Der meinrn Geist in Rächt gehüllt! Doch web! die unheilvollste Stund», Da ich vernahm den Gollrsspruch. Taucht wieder auf aus mächr'gem Grunde Und mahnt mich an den Gottesfluch!" — »FluchI" — hallt «» dumpf im Kch> wieder. .Fluch!" - gellt e» schaurig durch den Saal. Der König stüizt zur Erde nieder Wie vor de» Blitze» Flammenstrahl: — * Die Rächt ist stumm, ring» Grabesschweigen I Doch horch! — welch seltsam' süßer Klaug! Als ob den Himmelshöh'n entsteigen Dt« Engelchöre im Gesang Und wie vom Zephhrhauch berühre» Die Aeol»barse sanft «rkliagt, Daß man im bange« Herzen spüret Den Geiu, der uns zur Freude zwingt. So rauscht r» durch Mt Räume leis« Und dringt di» an bt» Kranken Ohr. Geweckt» von de, zarten Weise, Rosst sich der König stolz empin. Er steht gelehnt an ftiuem Thron« Wie eine starr« Erzgeftai« Und horcht uns tauich» dem süßen Tone, Des Liede« himmlische, Gewalt. Da fühlt er Saua-s Zauber walten Und beugt sich leiner höher n Macht; E« glätten sich der Schwermuth Fairen In seines Geistes trüber Rach» Die stanken bleichen Lippen flüstern: .Das ist de« Sänger« hohe «rast. Der in der Seel', »er nächtig düster'». Den sonn'gen Frühlingsmorgen schafft! Wle milder Lenzeslüst« Wehen De» Wanderer» heiße Stirn« kühl«, Der wild« Bergstrom von den Höhen Da« Sucherkrau« vom Felsen spült: So rinnet Balsam in die Wunde. Die da» Geichick dem Me»,»»» ichluz; E» flieht de« Unglück» t»"»» Stunde, Die Leid und Kummer mit sich trug. So fallen auch die starren Schleier vom gramve, dunkelten Äemürh, Wenn bei der Harfe, bei der Leier De« Sänget» Sang in'» Herz« zieht! Ru» tritt mein Geist in leichte Kreis«, Getragen von des Liede» Macht! Dank dir, o Sänger, jür Me Weise, Du lösest mich au« Schreckensnacht I Der Schwermuth Schalten sind zerronnen. Die einst gewühlt in meiner Brust; Ich fühl' erwachen Erdeuwonueu Uud neuen Streben» sei'ge Lust!" Des König« Augen leuchte» mild« Im wunderbar v«>klärten Licht; De» Wahnsinn« irre Gluth die wilde, Sie ist gelöscht tm Angesicht. .0 Sänger, Dank!" — so rust er wieder, »Durm dich erblüht mir ne« das Glück; — Der süße Wohllaut einer Lieder Führt mich zum Lebe» froh zurück" S. »atz-HattinD«^ M Riithfel - Aufgabe. Zweisprachiges Komonym zu § «brätsch ist'« rin Stoff de» Licht», m Deutschen ist'» soviel wie — Nichts. -nflSsung des Mt-sels in voriger A««b«r; Tabor; faaver; Z«»Nr (tauber Manu «. mänal.!

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