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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 49 (1892) · p. Seite 194

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
49 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 194 (sequence 4)
Language
German
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Er sagt, diese Bewegung bringt de« Lande kein« Ehre. Der Antisemitismus, welchen man in Rußland, Oesterreich, Frankreich und Deutschland durch locale und nationale Berhältnisse erklären möchte, findet in Holland durchaus kein« Rechtfertigung. da eS eine Bedrückung der Christen durch Juden hier zu Lande nicht giebt. Wenn dagegen die Juden einen Einfluß auf den Geldmarkt, die Presse und Politik haben, so verdanken sie diesen, wie Herr Dr. Kuiper sagt, ihrer Energie und Industrie und dem Mangel dieser Tugenden bei einem Theil der sogenannten christlichen Bevölkerung. gStifttra. Eine hochinteressante Ausstellung wurde hier vor einiger Zeit in einem dem Zwecke dienenden geräumigen Gebäude auf der „Queens Road' eröffent. Die Veranstalter dieser Ausstellung brachten hier eine so große Menge der verschiedensten Talstrllungen zusammen, daß der Besucher fich eine vollständige Idee von dem Leben im heiligen La »de machen kann. Das Erdgeschoß stellt eine Straße in Jerusalem, mit ihren niedlichen Häusern, Bazaren, Mauern und Thür men, dar. Ferner sieht man die verschiedensten Getrridearten, Sämereien, Feldsrüchte, Muscheln. Harze und andere Artikel, welche Herr John R. Pilling. Beamter der syrisch-tüikischen Eisenbahn, geschickt hat, und welche den Borwurf beseitigen werden, als sei Palästina zum größten Theil nur ein wüstes Land. Von besonderem Interesse sind auch die Modelle von Jerusalem, dem Herodes-Tempel, der StiftShütte in der Wüste und dem Lagerplatz der Israeliten. Auch eine Auswahl vorzüglicher orientalischer Gemälde ist ausgestellt, darunter: Solomon I. Solomons „An der Quelle' und James Clark's .Alte Synagoge vom Karmel". Ein Diorama mit 30 Ansichten, welches eben so viele Scenen aus dem Leben im heiligen Lande, nach dort aufgenommenen Skizzen, darstellt, bildet einen reizenden Anziehungspunkt in der lehrreichen Ausstellung. «»» JlMUfHU. lieber die jüdische Kolonie zu Wood bi ne in New - Jersey, eine jener Niederlafiungen für die verfolgten russischen Juden, welche aus dem Untcrstützungssonds des Baron Hirsch errichtet worden find, berichtet man der „Daily News", daß dieser Play jent ein Städtchenmit behaglichen Häusern, umgeben von gutgebauten Farmen, geworden ist, statt der früheren öden Haide. Von den für die Kolonie um 39,000 Dollars erstandenen 2000 Hektaren sind eia Theil bereits in 82 Farmen von je 12 Hektaren parzellirt und in Besitz genommen worden. Jede Familie erhält ein Wohnhaus, Scheune, Ackerge.äthe, Aussaatkorn, eine Kuh und 25 Hühner. Der Preis, welcher das Reisegeld von Rußland mit einschließt, ist 1200 Dollars, welche innerhalb zehn Jahren in Raten zu zahlen sind. Per erste Iahrzettslag. ES giebt Io wunderhellen Schein Da» Jahzeitilicht t» Mmmaltln; <H brennt so hell, ei brennt so klar. Wie schnell, «te schnell entfloh das Jahrl — Ci giebt so wnnberhellen Schein Das Jahrzeitsltcht im Kämmerlein, Dennoch erhell« ei nicht mein Herz, Dai so betrübt vom herben Sqmerx Hoch schlug ei sonst in voller Lust, Wenn froh ei hing au Deiner Brust, Wenn ei empsanb der Liebe Glück, Vergaß das Lebens Mißgeschick. Dann warsst Du wnnberhellen Schein In mein begückiei Herz hinein. Dann war bei Lebens Ich so froh Und dachte: „Blieb's doch Immer so!" — Doch leuchtet lang aus Erben nicht Des reinsten Glückes dellei Licht. Dai Schicksal löschfs im Augenblick, Läßt Duale, hei» und Schmerz zurück O Thorheit, «er fich selber raubt Des Hauses Friede« — und nicht glaubt, Daß wahre Frenbe da nur thron». So Einigtet« und Liebe wohnt. Mir war die Welt ein Paradies. Mir war baS Leben himmlisch süß. So lange üVi mit Dir getheilt. An Deiner Seite froh geweilt. Doch nur zu bald verschloß fich mir Da« Himmels Pforte, für und für; Beil gar zu schnell der Tob genaht, Durchschnitten Deinen Ledenspsab. Doch bleiben wir im Geist vereint. — Und nenn dereinst der Lag erscheint, An dem die Menschen ausersteh'n: Giebl'i auch sür uns „ein W eberseh'n!" Dann leuchtet n»i dai ew'ge Licht;; Denn Trennung giebt’« „dort oben" nicht. Dort wandelt sich das Erbenleib In ungetrübte Seligtei». ' Drum «rage ich in Demuth gern, Ba« auserlegt mir ist vom Herrn, Will treulich üben meine Pflicht, , ■ Bii auch mein Aug' für immer bricht ' , Will unsre Kinder fromm erzieh'n, - Daß sie ln Bottes v eist erblub’n, 1 i Daß Du in jenen Himmelohöh'n , 1 Sie, würdig Dein, wirft «iederjeh'n.? Emmerich. I. Harsch 4 Aus dem Spruchschatz;&« Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Wo sich Reb' an Rebe reihte, Freu» sich jeder, der es ansieht, Rebe an des Dornstrauchs Teile ,, Ist ein Bild, das Niemand anzieht. ’ ■* Hui parirt. Herr v Dünniges, der Vater der bekannten Geliebten Ferdinand Lassalle's, um deren willen er im Zweikampf sein 2t ben ließ, hatte sich in feilten jungen Jahren um ein Fräulein Lehmann. eine Verwandle Daniel Lehmanns, jenes unglücklichen Schriftstellers, der sich muthmaßlich aus unglücklicher Liebe, freiwillig den Tod gab, beworben und einen Korb erhalten. Rach langer Zeit traf er zufällig mit der Dome in Gesellschaft wieder zusammen, erkundigte sich nach ihrem Schicksal und sagte, als er erfuhr, daß sie unverhcirathet geblieben, halb laut und spöttisch: „Noch immer Mädchen!' Fräulein Leßmann. die diese Aeußerung gehört hatte, entgegnet« schnell geiaht und ruhig: „Wer kann beffrr wifien, daß das zu bleiben von jeher mein Wunsch gewesen, als Sie, Herr von Töuviges? W. Ritthfel«Aufgabe. Deutsches ^ogogrypü. Bon 0. in R Mit 3 in Jiiael rermiß». Ist « ohne Kopj ein Komponist; Mit f soll jeder Mensch e« sein. Mit Z kann'« Mensch und Vogel sein. AuflSsuug der ZUttzfetr in voriger I. US; Lei«; JSmnel. U. Hin der Ceien*e (Ewige); Hfl «eh. Unglück. Meranuvonl.Redakteur:Dr.Rahmer,Magdeburg. Druck.vonBendixSHuhn (früher: D.LWolff), MagbebwH. BerlagRob. Kries»/

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