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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 48 (1892) · p. Seite 190

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
48 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 190 (sequence 4)
Language
German
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Denjeuigen. welche dir Russen, besonder» die russischen Irden, für die Einschleppung der Eholera verantwortlich «cchen, möchten wir empfehle«, folgenden Bericht, der in St Petersburg erscheinenden Reva vom Juli d. I. zu lesen: .Anfangs Juni hat die asiatische Eholera nach einer Urgern Wanderung einige Gegenden unseres Lande« heim- Def'scht. D>e gegenwärtige Eholeraepidemie ist dir vierte» von wr cher Rußland zu leiden hatte. Wie dir früheren Epidemien (mit Ausnahme der letzten im Jahre 1873, welche von der Türkei kan-), haben wir sie von Persien überkommen, wohin sie ihren Weg von den die Eholera erzeugenden Brutstätten i» Indien, oder genauer gesagt, von dem Distrikt zwischen dem Ganges und Brahmaputra in der Provinz Bengalen «achte. Diese niedrige, morastische Gegendhatkeiuennatürlichen Abfluß und ist in Folge deffen vcrbeercnden Ueberschwemmungeu «uSgesetzt. Um sich und ihr Eigenihum vor der Zerstörung zu retten, wachen die Einwohner sich künstliche Erhöhungen, auf welchen sie ihre Wohnhäuser errichten. Die zu diesen Erhöhungen erforderliche Erde wird aus der nächsten Um» HeK'ng genommen und so bleiben dann tiefe Löcher zurück, »eiche sich halb mit Wasser füllen. Diese stehenden Weiher «der .Tank«", wie die Eingeborenen sie nennen, dienen als Wt.fferbehältcr, und das in ihnen gesammelte Wasier wird Trinken, Lochen, Baden und Waschen gebraucht. Prost ssor «och würde daselbst Billionen Cholrraketm« finden und es gibt auch keine andere Gegend auf der Erde, welch« einen so «erreichen Borrath an denselben hat. Außerdem ist dieser Ausland «in danrrndrr. Das Wasser der .Tanks" sickert in de» Boden und inficirt die umliegenden Lokalitäten. Die Eholera ist dort eine ganz gewöhnliche Plage und ihre Verwüstungen hören nie aus. Nur zu Zeiten, wie Prostsior Sdekauer bemerkt, verläßt die Eholera ihren ursprünglichen Herd und fängt an, sich über die Erde zu »rrbieiten. Diese Zeiten kehren fast regelmäßig nach 18il^rgen Intervallen wieder und eS ist wahrscheinlich, daß die Eholera-Epidemien mit den großen Uederschwemmungen in Indien zusammrntreffen. Nachdem sie eine große Zahl an Opfern weggerafft haben, lassen sie nach, um nach einiger Zeit wieder auszutreten. Es ist augenscheinlich wahr, daß in verschiedenen Localitäten außerhalb des Entstehungsherdes von Zeit zu Zeit besondere Bedingungen die Vermehrung der durch irgend einen Lranken dorchin verschleppten Eholerakeime begünstigen. Zu andern Zeiten würden ähnliche Keime «n dem ungewohnten Orte zu Grund« gehen." Knr*«effe »«« gtrsch. Obschon die Frau Baronin v. Hirsch di« öffentlich« Aus» «erksamkeu nicht in dem Maaße auf sich zieht, wie ihrGemahl, ist sie doch «ine interessante und tüchtige Frau und ihr Gemahl sagt oft, da daS beste Geschäft, welches er je gemacht, das war, sie zu l.«üathen. Als grborn« Bischofsheim gehört -sie .,u der sogenannten jüdischen Aristokratie und ihre anzchnliche Mitgift bildete der. Grund zu dem jetzigen großen Reichthum des Baron Hirsch. Die »Baronesse", wie sie in Paris genannt wird, ist eine anwnchigr Dame ton ungefähr iit) Jahren, au» deren Augen mütterliche Liebe und Zärtlichkeit leuchten. Ihren einzigen Sohn vergötterte sie fast und sie wurde seit dessen Tod« bei keinem öffentlichen Feste und an keinem Bergnügungsorte «ehr gesehen. Ihre Zeit verbringt sie mit der Einrichtung. Leirung und dem Besuche der verschiedenen von ihrem Galten u«d ihr selbst gegründeten »nd unterhaltenen Wohlthätigkeits» «stituten. In jüngster Ze it wendet« sie dem Ausn-anderung«. j da» MtlKkWkKAste seinev tirglü genossen erblickt, ihre gesteigerte--Aufmerksamkeit zu. Mit besonderer Borlieb-; hängt die Baronesse an __ herrlichen Landsitze«Beauregard" in der Ntshe von Par und sie fühst sich nie so glücktch. als wenn sie hier ihre ~ in Ruhe und thätiger Menschenliebe verbringe» Hann, besitzt den kostbarsten Smatagd sch muck der Welt, sie aber in den leyten 10 Jahren nicht mehr getragen Ihr Gemahl überhäuft sie mit den stltensten und kostb Gaben; dennoch ist ihr keines Besuchszimmer so leer wie > Ronnenzclle und nur mit Fäckiern gespickt, in welchen, prak __ geordnet, alle Briefe und Papiere aufbewahrt werden, inH welchen sie unaufhörlich um Hülfe und Trost angegattge«^ wird und deren sorgsästige Erledigung sie zu ihrer Leben»- * aufgab« gemacht hat.? Während wir dies schreiben, befindet sich Baroneffe ' in Brüffel, um dem Leichenbegängnisse ihrer am 14. d. daselbst verstorbenen Mutter, der S«atorswittwe Frau Bischofsheim, einer gleichfalls durch Bildung, Heczensad^ und Philanthropie hervorragenden Frau, beizuwohne«. Aus dem Spruchschah des Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Dir Zeit hat sich bald selbst vernichtet. Dl« ihr« eignen Richter richtet- De« Jephta ziemt dieselbe Äc', wenn er da» Bolk regiert, Die man gezollt dem Samuel, da er da« Krepier sühn'. Wie muh der Hund sich ärmlich fühle», Sieht er da« Schwein in jedem Kehricht wühlen. » * Den besten Arzt, der stet» zur Stelle, Wünscht doch der Kranke oft — zur Hüll«. Der «dl« Mensch ist gülduen (Vlatten gleich, Darin demant'n« Klöppel sich -bewege«. An alle« Schöne» ist sein Jnn'rrs reich. Und rührt man dran, entströmt ihm Segen. » * Der Jungen Rath, »er Alle» Maden, De» Zwe.m fehlt der recht« Boden. » » üilaud' mir. e» wird sich reichllch lohne«, Sannst Du in Meister« Nähe wohnen. Niithsel. Aufgabe». I. PeulscheSdKompofftiousrätSsek. Da» eine ist ein larlenblall, Da« andere-dient zum Kleben, Binden; Ser beide klug verschlungen hat, Wird «inen Mann der Bibel finden, Dem man schon den Wanderstab Frühzeitig >n die Hönde gab. II. Keßräifches Logogryph. Bon 0. in L. Mit » ist'« unser «ott, Der Herrscher über Raum und Zeit; Mit t ist « Weh und Roth, An» welche» dieser uns befreit. AuflSsuug des Aäthseks i» voriger Mu» U««b» Ha», «brntzn«. Her-;»soNl. Redakteur: Dr. Rahmer.Magoeburg. Druck von Bendix» Huhn (früher. V.L-Wolff», «agdevnrg. Beriag Kod. Kr lese, 1

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