Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 47 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6492351-8722847-5962175--2027-5375475- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- hazzan 1× ep/1004827
OCR text
die Traube war ei» Wunder, aber »och «w zweite» Wunder hat sich ereignet, st« ist verschwunden ei» Engel hat sie geholt." Mathilde gefiel sich nicht i» Hamlmrg, und der Batte sckickte sie dann auf chreu Wunsch nach vierzehn Tagen wieder zurück; in Thräuen gebadet nahm sie Abschied und harrte zu ^aris « Pension bei einer Freundin geduld« der Rückkehr ihre; Henri. Dieser aber blieb noch in Deutschland und vollendete sein berühmte» .Wintrrmärchen", da» noch während seine» HamdrrgerAufenthalte» erschien. Als er am LS. Oktober wieder in Pari» angelangt war, schrieb er sofort seiner Mutter: .Ich gestern Abend in beste« Wohlsein bei «elner lieben Fra» in Par»« o »gekommen. Ich fand fi« frisch »nd gefand, und hat fie sich »U «nstrrhastrm Gehorsam, ganz ivi« ich e» vorgeschriebe», ausgeführt. Wir sind beide noch wie betäub» von der Freude de« Wiedersehen«! Wir kehr« au« «tt großen A»gen an, lache», »«arme« nn«, sprechru von Euch, lachen wieder, und der Papagei, schreit dazwischen mt toll. Wie froh bi» ich, weine beiden BSqel wieder,a habe»! Ln flehst, liebe Muter, ich bi» glücklich, wie nnr ei» Mensch sei» kan», da »bin« auf der Welt vollkommen ist; «ir fehlt jetzt nur et« gesunder Lopf und di« Rühe meiner guten Mutier und meine« g-te» Lonchen«. Zn einigen Lage» werde ich Euch »och mehr entbehien, ,rtzt erfüllt mich noch zu sehr da« Krendegefühl der Rückkehr * Solch« Einblicke in schöne» Familienglück erfülle» uns mit um io größerem Behagen, als vielfach die Ehe Heine'S als eine unglückliche geschildert wird, weil eben die Frau so gar kein Berständniß für die Dichtergröhe ihres Gatten gehabt habe. Aber jedes GlückSgefühl ist subjektiv, Mathilde machte eben gerade so, wie sie war, des Dichters höchstes Glück aus, und waS will der Mensch mehr haben? Aus den Briefen der Wärterin Heine'S, Catharine Bourloi», sei der Bericht über die letzten Tage und Augenblicke »ihres Herrn" hier noch mitgetheilt: .MiNwoch, den l3. Februar (>866) arbmtrtr mein armer Herr volle 8 Stunden, wa» er bereit« eine ganze Woche au« Schwache unterlasse» haNe. Ich bat ihn flehentlich, sich Ruhe zu gönnen- Er wie« mich mit den Aorten ab: .Ich Hab« nur »och vier Tage Arbeit, dann ist mein Werk vollendet-. Rie hatte er mit wir über literarisch« Dinge gesprochen. Am Donnerstag quälte» ihn heftige Kopfschmerze». Wir hieiien e« für sein« gewöhnlich« Migraine Herr Sein« machte sich Bm würfe, daß er nicht an seine Mutter gejchriebr»: .Ich werde der theuren Mutter nicht mehr schreibe« Iinnen,- loutet« sein« Klage. Freitag, den IS Februar beschlich mich ein bange« Porgefühl «nd um ' Uhr Morgen« iaadre ich nach dem Arzt. Erleichterung stellte sich sreliich, doch nur vo> übergehend, ei». Zu wirte»Holle» Malen äußere« Herr Hein«: .Ich fühl« «ich glücklich, daß ich mein« gut« Schwester noch einmal gesehen habe, den» ach. Lotharint, ich bin et» i»d»«r Mann!- Am Sonnabend verschlimmert« sich sein Uebel »och mehr. Nachmittag« zwischen 4 und 5 Uhr fiuftert« er dreimal da« Wort: .Schreiben." Jch verstand st« nicht «ehr, antwortete aber: .Ja.- Dann rief er: .Papier — «leistist- . . . Dt« waren sein« letzte» Wort«. Die Schwäch« nahm zu und der Bleistift entfiel seiner Hand Ich richtete ihn a»s. Krämpse stellten sich ei». Qualvoll« ' «alt« sich in sein«» Zügen, und der Todetkampf ging zu Ende. Hein« behielt bi« znm irtzten Augenblick« sein volle« Bewußlsei».- — Soweit der Bericht der treuen Wärterin an die Tochter drr Fiou Charlotte Cmbdrn, der Fürstin della Rocca. Unter den Symbolen de» Schriststellerthnms entschlief der Dichter am SabbathauSgang zur ensigen Ruhe. Liturgisch« Aphorismen. (Schlnß.) Die Portugirsea sagen das ipn roroi nicht und wäre dieser Umstand vielleicht ein Beweis gegen ei« allzu hohes Alter dieses Gebetstückes. Die Sage schreibt es bekanntlich dem Märtyrer R. Am non aus Mainz zu. E» scheint aber kaum möglich, daß ein so einsaches Gebet, welches auch keine Spur von Nachahmuogssncht der Lalir'schen Weise an sich trägt, erst um da» Jahr Hüll, zu welcher Zeit R. Amnon gelebt hat, verfaßt worden sein soll. Sollte es nicht ein« Variation des nn* ~bv. ttdfcl jjjfr 3Ä Ra»’» torstißt wurde, oder sei», ebe» so früher! die Beziehnnge» zwischen Gott und feiner Welt in eine Form z« kleiden? Rach den in demselben anftretende» i Spure» de» Keim» bars jedoch da» Gebet nicht in eine well entlegene Zeit zurückvatirt werde». Der Unterschied zwischen dem portugiesischen und deutschem: dasstüe begle Gebetstyl für Neujahr und di« dasselbe begleitenden Ftfte-L kann vielleicht dadurch bezeichnet werden, daß wir sagen, erst«»' markirt der Charakter de» Harten, ketzeren der dick Gefühls vollen. Lasten wir die Gebete selbst außer Frage, so finoe»' wir in einigen der deutschen und polnische» Melodirü^ eine hohe Empfindlichkeit, welche dem portugiesischen gänzUch- " abgeht. Dagegen zeigen letztere eine Combi Nation vox* Munterkeit und Tranngkell, welche den Doppelcharakter'Bim Zeit treffend darstellt, denn da» Neujahrsfest war bei aO*;^ dem ursprünglich «in Freud« »fest und nnr in zweite» Rrkho ‘‘ der furchtbare Tag der Abrechnung Der polnische Chasan der altrn Schule sorgte bsh» für «inen Wrederhall dieser gemischten Stimmung, mdem vp' da» Gebet mit einem muntern Raddisch schloß, oder hier da die Melodie eine» heitern PiSmon «inflocht. I» deutschen Ritual ist dagegen die wirkungsvolle Bethei! der Gemeinde bei dem Bonrag drr Gesäuge de» Revj und BeriöhnungSfeste», welche ein so herrliche» teristicum des ponugiesische» Gotttsdienste» ist, meistens rin» sehr geringe. DaS steht fest, daß di« pottugiesischen Pintim singbarer sind; wie das UM2 Ä» von Mose» Jbu Esra, habe» fie sowohl Rhytmus als Reim. Ich will nicht so weit gehe»- zu behaupten, daß sie alle leicht zu übersetzen «nd gar paffen» sind. Wenn ihnen aber auch der Nachdruck eines Staik sthlh welcher so viele deutsche Piutii» verfaßt hat, so schädigen sie hierfür reichlich durch die Einfachheit ihrer Die Tompositionen der spanischen Schule der kommen den Anforderungen idealer Hymnen viel näher alt die de» Ikalir. Da» KT3 ist jedoch durch die Hi»» fügung des letzten Verses (über die Engel) etwas verunstaüch worden; dieser Bers kann nicht zu dem Origipalpiut gehöre». Gt» Bom Kasernenhof. — Lienrenant (jn eine« »ust Rekruten): .Wie beißen Sie?" Rekrut: .Schwan!" Aeatenanl: .Mensch, wie komme» Sie zu dem Druckfehlers Deutscher Aompofttiouorätßsek. Bo« 0. in & Ein« Stabt in Ungarlaab, Bo» btr Donau nicht entlegen. Und «in Sah», gar wähl bekannt, Der verscherz? de» «ater« Segen; Wenn aerei»» z» feste« Bund, Thun sie «inen Ramr« kund. De» die Welt nach heut« ehrt, Will er «inen Sa« gelehrt. Austtsuug ße» HUt-sels bt voriger Xt%n\ TeUer (Erzähl») [Genoois 34,88.) ' -fc? »eeich11«««gn»t In vor.Rr. S. 1SLV Z.illv.0. st. Z. Leibstl. ^eldstl»«1 Z. « st. „ .leichte -!. Jti Srrrniwonl Uedakleur:Dr.Rahmer,Magbedurg. Druck »an B e n d tz S H u h n (früher . D. L.Waiff»,Aagdevnrg. «ertagAvd. Art