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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 44 (1892) · p. Seite 174

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
44 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 174 (sequence 4)
Language
German
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Mit rratru HL»dm zu erscheinen, sie nahmen mit dedecktrm Hc-pte Platz, schnitten mit einem Segenssprnch nmn Bisten mm Brödchen, dm ei, Herr fcfot vor bm •raafit in Salz fttdtt, während ordere ohne Uw stände ans dm Tisch losschritten, und vor dem Mahle ehrerdietia den Hot abnabmm. Sonderbar, beide Gattungen fanden sich unwillkürlich zusammen. — Der Heir, welcher seinm ersten Vifien mit Salz gewürzt hatte, bestellte fich gleich eine Flasche Wein, und zwar mit einigem Nachdruck und einer WortausschmScknng,. daß man seine wertbe Persänlichkeit und dm Zweck seiner Reis« leicht errathen konnte. Mit dem ersten Trünke führte er sich vollend» rin und UN» in seine Heimath, deren herrliche Berge mit dm Weinpflanzimgen er pries, und dabei einfließen ließ, daß er selbst Wein baue, vorsichtig lese, keltere, und peinlich darauf halte, daß sein Wein als makellos koscherer in den Handel k^mme. Während er dieses mit aller Bescheidenheit ausführte, hatte der Wirch auf seinen Wink noch rin Blas gebracht, welches der Weinhändler füllte, und seinem Nachbar zur Begutachtung reichte. Dieser kostet« mit Kennermiene die Babe und sagte beifällig: .Gut, gut, wirklich ein guter Tropfen.*- Der erste Teller aber duldete keine Störung. die Suppe durfte nicht kalt werden, — es wurden hie und da einige Worte laut, di« aber keine allgemeine Aufmerksamkeit w Anspruch nehmen konntm, da di« Löffel, mit den Tellern in Berührung kommend, zu laut mitspracheu. Der Erste, welcher seinen Löffel zur Ruhe niedrrlegte, war einer von dmm, die beim Aufmarsch zur Taftl den Hut gezogen hatten. — Nun schaute er behaglich, schelmisch lächelnd über dm Tisch und al» di« meiste» mit Nummer l fertig «aim, jagte er recht laut: »Erstatten Sie mir. meine verehlten Tischgenossen, nur eine Frag^ welche der Anblick der ersten Flasche Wein in mir angeregt hat: Welcher Unterschied ist zwischen dem Weine, der, wie l<ct einer Hochzeit im Alterthume — und zwar auf heiligem Boden — nur durch einen einfachen Spruch aus purem, klaren Wasser gewonnen wurde, also nicht gewachsen ist, und dem, der noch der Methode der Neuzeit aus Wein durch hinreichenden Wafierzvguß erst verkäuflich wird?* Es trat ein« kurze Paust ein, nach welcher sich ein Herr vernehmen ließ: .Ich glaube, der Unterschied ist leicht zu finde», es mägrn der Unterschiede vielleicht noch mehrere sein: Jener Wein war unleugbar Wunderwein, während diestr Kunst» wein ist. Aber wa» mir in diesem Falle g'eich wichtig erscheint, ist di« Erklärung des Unterschiedes zwischen W tvrder und Kunst. Noch einer kurzen Pause sagte der erste Frager: „Ei, das ist eine alte Beschichte. Bewahre, ich werde mich aus eine wissenschaftliche Erklärung der Wörter .Kunst und Wunder* nicht rinlassen, aber auf den Wein bezogen liegt eS doch klar zu Tage: .Jener Wunderwein war billig, nein umsonst; die likunst, ich meine den Kunstwein, muß bezahlt, gut bezahlt werden.- . Während dies gesagt wurde hatte der Wirth eine Schüssel voll Fische aus den Tilch gefeit. — Ter erst« Empfänger des zweit n Banges, nxlcher sich wahrscheinlich nicht die zwei schlechtesten Stücke herausgegabclt und verzehrt hatte, hup in einem Anfluge von Begeisterung an: .Der Fisch bringt mich aus de» 2.ciu und daS Lied: Lag da» Wasser Wasser bleiben, fcafi r» geh n und Mnhien nette*, Lag e» tn die ttelt rein laufen Und damit die Heiden . . . tansen. Ich gehe wohl in der Annahme nicht sthl, daß Sie, Herr Wirth, rin Knnde unseres weiubauendeu Tijchgrnossen sind. Bitte eine Flasche von seinem koscher« Wein Wirth nickte nnd brachte tat Verlangt^ binlrftt «»achte eine w-rbin dlnhe KspsdeMgnng, zsg mmx Brasttasche seine FirnMkartm, di« er vor und freu »blichst verabreichte._ T. /tt»rgischr -pßsri-Amr. lSortsezumg). R. Meir den Jsaac, der Ebasan, war ein Tofiaphtst oder ein Autorität auf dem Bebiett der Talmudinterpretation. Er lebte um 1080. schrieb viele Pintim und wird von Rasche welcher ihn kannte, der .Fromme* genannt. Noch ein andemr Lhasa». R. Moses Hakoheu au» Mainz, wird als „ttewt Bote* bezeichnet und al« Autorität bei einer liturgischen Frage angeführt. So führt auch der Verfasser des fvÄ» efe einen in gottesdienstlichen Fragen gelehrten Ehasan «r Frankfurt an. Diestr war sehr bewandert in der und erklärte es für nothwendiq, am Freitag Nachmittag Sabbath-Schalent (eine Lieblingsspeis« der Juden) z»s schmecken, um zu sehen, ob er auch gut gebacken sei. Sers' Ram« war Hirsch au« Trsves, der auch zugleich KabbalL^ war. - Das merkwürdigste Beispiel eines schriftstttterischen Ehasaitz^ bietet aber wohl R. Uri, der Fromme. Er war so vertieft^ in seinen Beruf, daß er. im Traum« rin« Eelicha versaßb^ die mit den Worten T»? beginnt und nach der Melodik '»ne nyien gesungen wird. (S. Dr. Neubauer'« Latalch^» p. 380). _ Die Zahl der Piutdichter, besonder« für die hohen Feier» t’i tag« ist ungcheuer groß. Wie Zunz nachwies, wurden WfvV Zusätze zu der gewöhnlichen täglichen Litncgie zurrst für dtgsp- . hohen Feste gemacht. Der ButteSdienst an diesen Tags» H dauert so lange und ist so mannigfaltig, daß etwas nöthtztz^ war, di« Zeit auszufüllea und Abwechselung zu schaff«^. Alle PoStanim, große und kleine, welche von der Zeit Jose bar Jose bis wenigstens zur Mitte des vorigen Iah«-- Hunderts unter den Juden austraten, haben Bebete für dcht Neujahrsuad Bersöhnungsstst geschrieben. Rur eine einzig;^ Art von Piutim, nämlich die mit TtNm J*JJ beginnenden, dürfte von einer Gesellschaft talentirter V«»H fasste herrühren. _ Wenn man oic allgemein rreitirten Gebete bei Seist setzte, so könnte man in der Thal ein Dutzend besonderst Neu) ihrs-Liturgirn au« den zablreichen Bariationen verfchirdraä^ Dichter über ein und denseloen Text zusammenttagen. Di>< Portugiesen haben jedoch ttotz der zur Verfügung stehendere reichen Auswahl den Gebrauchs am Bersöhnungstage sast d«r>, nämlichen Selichoth in allen 4 Gebeten zu sagen, so das».' diest Wiederholung sthr monoton wird. (Schlich fteft). *»r Rttthsel»Aufgabe. Zweisprachige» Iomonym. Bon 0. tn R. Im Wochenabjchniir*) tief versteckt Had' ten Gelehrte« ich eaitecki. Der zwar gedoreu «a>» al» ilhrist Und dach detaum al» Talmudift. Den Ramenstener, Hochgelehrt, Der ater ««serm Bote gehört, Toson man ohne Wütz« trifft, Bedient man sich hebrä'scher Schrift. Nur mit den Strtchleln äeize nicht. Denn sie auch fallen in'« Getmcht. 1- •) rp Sjereuimont»ednkienr:Tr. Rahmer,Wagtedur^ DrnckMnSertdixchHnhUtfrsh»e:D.L.W»lff>,«agtebnrtz. GertagA»». Ariese;

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