Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 41-42 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6492351-8722847-5962168--1997-5375449- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- hazzan 1× ep/1004827
OCR text
.Nichtfür ungut! —Rücksichten, die «in Wirth seinen Gästen Mildet, e« kommen ja auch ewige christliche Gäste.- .Leser, di« daran Gefallen finden, werden schwerlich hier ihren Wein oder Ihr Vier zahlen." An einen weiteren EutschuldiguugSgrund knüpfte ich die Frage: .Dann haben Sie wohl eia jüdische- Blatt, und welches?" ,Donicht! Aber auch wozu? Ich selbst lese sehr wenig, jüdische Gäste halten sich selten mehr alzwei bis drei Tage auf." .Das erscheint mir nicht recht, unverträglich mit ihrer zarten Rücksicht gegen einige christliche Gäste, die nicht einmal hier logieren. Sie wären engherzig gegen uns und wollten gegen andere, wie Sie eben sagten, nicht engherzig sein. Soll ich das Eine zugeben, so müßte ich da- Andere fordern. Sie sind aber leider nich^ der Einzige. Bor einigen Jahren war ich als Paffant in einem Badeorte in ein von einer ziemlichen Zahl von Gästen besetzejüdisches Hotel eingrkehrt. Ein halb Dutzend politischer Blätter aller Richtungen, aber kein jüdisches Blatt war da zu finden. Die nämliche Erfahrung wachte ich im vorigen Jahre in einem anderen Orte. Da sagte ich im Beisein des Wirthes zu den Gästen: ES wäre unsere Pflicht und unser Recht, doch wenigstens ein jüdisches Blatt aufgelegt zu sehen." .Aber Sie dürsten wohl auch folgenden Umstand in Rechnung ziehen: Sehen Sie dieses Blatt, ich meine dieses Kreisblatt, erscheint täglich, und kostet vierteljährlich nur eine Mark fünfzig Pfennige. Durch unfern vorigen Lehrer veranlaßt, habe ich einmal eine jüdische Zeitung angeschafft. Diese kam wöchentlich nur einmal und kostete das Doppelte. Ich habe sie bald wieder laufen lassen." .Hm... Das war unrecht, daß Sie sie abbestellten. Allerdings sind die Preise ungleich — dafür ist aber auch der Gehalt verschieden. An dem hohen Preise sind wir selbst schuld. Schafft durch allgemeine Betherligung das Bedürfniß großer Auflagen der besten unserer Zeitungen, dann werden sich demgemäß die Erträge der Anzeigen steigern, dann können die Zeitungen auch billiger abgegeben werden. Es wäre ja beschämend, wenn die gelammte Judenheil von ganz Deutschland nicht einige der besten Zeitungen so gut halten und erhalten wollte oder könnte, wie die Bewohner eine- Kreises chr Kreis- oder Volks- oder sonstiges Blatt." Ter Tisch war gedeckt, und die Gäste fanden sich ein, der Wirth dachte wohl, das fehlende jüdische Blatt 2258 nt rrTZK (hindert das Essen nicht', und machte dir Rundschau über Tisch, Gedecke und Stühle. Das ist die Klage über die Litteratur für die breste Masse unseres Volkes. Gleichgültig gegen die gemeinsame Sache, Mangel an Opserwilligkeit mögen mit die Ursachen der beschämenden und unser geistiges Leben lähmenden Erscheinung sein. Vielleicht fehlt es aber noch an den geeigneten Kanälen, welche die geistige Nahrung erleichternd besser in die Maffe leiten. Dieser Gegenstand verdiente wohl eine selbstständige, eingehende Besprechung, die wir demnächst zur Prüfung zu geben beabsichtigen. T. Aka-rU 6“*-™ in Aegeusönrg. Einst brachte der als Autorität auf dem Gebiete der jüd scheu Liturgie berühmte Mohril da« jüdische Reujahrsrnd Versöhnungsfest in RegenSburg zu. Dies muß bereitvon 468 Jahren gewesen sein Brr dieser Gelegenheit fuugirte Mahril als Lhasa« und ließ rt sich (wie seine Meuoiren berichten) angelegen sein, die Melodien nach österreichische Minhag, welcher damal« in RegenSburg vorherrschend war, vorzutragen. Doch alle diese Rücksichtnahme hat» nicht verhindert, Mißfallen Hervorzurufe«, denn unser liebeuSwärdiger Gastvorsänger trug auch beu+ _ de« Versübnuug-tagedie herrliche Srlichah 13T8.1' vor. Diese ward von Rabbi Ephraim, welcher 1178, Regeu-buvg starb, zur Erinnerung an di« Märtvrer und Mahnl glaubtt mit Recht, durch Bortrag der! sition eine« Landsmann«« der Gemeind« einen Dienst zu i weisen. Doch kaum hatte er begonnen, aldie Vor ihn auffordetten, davon abzustehea. .Wir sagen hier diesak Gebet nicht," wendettn sie eia. Madril rezittrte edessen*^ ungeachtet bis zu dem tragischen Schluß. — .Einige Jahren später," sagt der Boswell*) des ‘y'nro. »starb die Tochiettz deS Mahril am Bersöhnunzstage". .Gott ist gerecht," spracht der betrübte Vater, .er hat mir die Tochter genommen de« Jahrgedächtaiß des Tage-, an welchem ich den Minhag RegenSburg« obzuändern versuchte." Dieist jedoch nicht der einzige Fall, in welchem Komposition eine- Dichters in seiner eigenen Gemeinde Decg worfen, während sie anderwärts acceptirt wurde. So wiw daweit berühmte N181p»t-Lied für da< Wochenfest iw W or m«, wo sein Verfasser, der würdige Rabbi Meier bens Isaak, Chasan war, nicht gesagt. (J-r. Ehr.) 1 Die Bedeutung diese« Worte« ist mir nicht bekannt. (Der llebers.f Luckoth - Näthsel. von C. in R. I. Deutsches Sikvenrälhsel. A, bim, burt, bir. ob«, eh«, de. », «, «nt. «z, g«, g«, hm, le, lew, med, mei, jno, pe, rm, rn, ee, ee, «t«r, vi, ij. Au« vorstehenden 28 Gilben bilde man 10 Wörter, bereu fang«* und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen best» ( unerläßlich sind. 1. Tempel-Figuren. 2. Ungarische» Fürstengeschlecht. S. Bon Josua eroberte Stadt. 4. Sa« »alt geheiligt wird. b. Große Sünde. «. Australischer Archipel. 7. Bild de« Fleiß-». 8. Ein Sohn Jaeob». 9. Rellgiontftifter. 10. Auslegung oder Erklärung. II. Kebräisches Komposttiousräthsel. i. Wie au« der Liturgie bekannt, Wird J»rael oft so genannt. 3. Der Pflichten Zahl, die zu erfüllen Nach uns're» Gotte« heil'gem Sillen. 1 und 3 Sind immer auch dabei. Wenn 1 verehrt die 3, Und zu de« Feste« Ehren Will Keiner sie entbehren; Ei, Jeder leicht sie findet, Der beide recht verbindet. »I. -regetische Mtvs-t-AnfgaS-. «ivnt *ns rnrp 05—p“v?2 rnwt ni i Wer kann in dieser BibelsteUe mit Hüls« des Nora rikeu die l der Bernachlässigirng de« Festftrauße« Nachweisen? - A»skSsu»g der Hiätysek i» voriger M»«««. (10+40) — 800 + « — »04. -*S — 30 + 80 + 6 + 200 — »0«. n. , Muh«. □L CMMm, Metz«», Gütz*«, Giltzn«. IV. (^aet«H«U.".Ps.»7.1); Eigenname fl-Ehrm,. st, hl. Beranui«rtl.»k«d,d««r:Dr.Ie«hmrr,»I«G»ib»rg. Drnckv«A»«,dir ch H^n tfrührr:D.L.Wolss), «agdednrg. Verlag stk«b. Friese, Him pfUigig