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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 40 (1892) · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
40 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 160 (sequence 4)
Language
German
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„>8egeu diesen christlichen Wunsck »uß ich doch mein Bedenken aussprechen und feierlichst Protest erheben. Bedenken Sie doch, welch'namenloses Elend würde die Etffüllung Ihre- Wunsches bringen. — Jene Artikel sind giftiger als Satanspilze, so giftig, daß die Erzeugnisse aus einem einzigen Berlage hinreichen, alle Fische des Rheines mit denen seiner Nebenflüsse und denen aller Meere mit einem Schlage zu tödten. Was haben denn die armen, stummen Fische verbrochen. wovon sollten die tausend und aber tausend Fischfänge« und Fischhändler ihren Lebensunterhalt gewinnen? Dazu lommt noch, daß meine werthc Persönlichkeit eine besondere Zuneigung zu Fischen hegt, sonderlich wenn sie gut gebraten sind. Denn wissen Sie die Worte Luthers: .Wein, Weib. Gesang" habe ich parodiert in: „Braten, Wein und Fisch." Bei diesen Worten streifte sein Blick mich, den Insassen des SophawinkelS und er ergänzte dann eine Zwischenbemerkung des Famulus mit einigem Nachdrucke: „Gestern Abend kam ich zufällig mit einem jüdischen Geschüftsmanne, einem gebildeten Manne, zusammen, und wir kamen schließlich auch auf da» leidige, fast unvermeidliche Thema. Er schien die Sache nicht wichtig zu nehmen, aber ich sagte: ,Mollt ihr Juden in dieser kritischen Zeit nicht zwischen zwei harten Mühlenstcinen zerrieben werden, dann haltet fest zusammen. Lernt vom Culturkampf. Geht mit Eurem historischen Judenthum nicht leichtfertig um. Verleugnet Ihr Eure Llergangrnheit, dann verliert Ihr Euren Boden, — dann habt Ihr keine Heimat mehr, — dann seid Ihr nicht mehr im eigenen Hause und werdet als Miethlinge vor die Thüre gesetzt. Umbildungen und Aenderungen, aus die ja jede geistige Macht im Laufe der Zeit eingchen muß, müsien sich aber aus Lehre und Geschichte dem Wesen entsprechend herausgestalten." Eia schriller Pfiff, — die Glocke und der Ruf des Portiers, der Sprecher steckte hastig die erstandenen Zeitungen ein und verabschiedete sich.- N ur weiter, immer weiter! Wir alle sind Reisende mft flüchtigem Aufenthalte auf der Station „Erde". Von wannen und wohin? Das lst das Räthsel. Ich aber fuhr dem in blauen Dufte sich immer schöner abhebrnden Siebengebirge entgegen. — Mitten die Waffeistraßr, der viel bei ungen« und viel besuchte Rhein mit seinen Burgen, Rebenhügeln und seinen heiteren Menschenkindern, zu ftinen Seiten Schicnrnstränge, die ihm die Lasten ttagen Helsen. Er hat Völker kommen und gehen sehen, und wahrscheinlich — vielleicht — haben vor mehreren tausend Jahren sich Kinder unseres Stammes an seinen Uftrn aufgehalten. Vielleicht? Die alten Germanen waren ja duldsam, nur den heirschsüchtigen Römer schlugen sie aus ihren Wäldern. Vielleicht? denn es ist allerdings von den Historikern noch nicht sestgestellt, ob schon zu der Zeit, da die echten, reinen Germanen in ihren klkidsamen Häuten entweder dem edlen Waidwerk oblagen, oder aus ihrer Bärenhaut lagen, Meth ttankrn und Freiheit und Frau aus da» Glück der Würfel fetzten, ob damals schon Juden in Deutschland lebten? Di« Entscheidung dieser Frage ist von großer Wichtigkeit, denn dann spricht das Recht der Verjährung unS das Heimaths- und Besitzrecht zu, wenn die Frage bejaht wird. Nicht minder bedeutsam wäre die Prüfung der Frage, ob die in Schwung gekommenen altdeutschen Bierstube», Weinstuben, diealtdeutschen Möbel, Sopha's mit Plüsch, Pferdehaarrn oder Seegras genau stimmen zu den altgermanischen VeranügungSlokalen und ihrem Hausrathc. — Zur Erörterung dieser Fragen fehlt aber jetzt die Zert: der Zug hält, wir steigen au» — wir suchen keine altdeutsch« Bierkneipe, sondern einen jüdischen Gasthof auf. jUt$ tat Spruchschatz tos Intmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Bedanken Naderer und Lehren Sieb nicht al» ob» di« deine» wären. » » Der Weisen Sink und Wort und Spruch Sei heilig dir wie Bibel buch. « » -uchen» Werth recht za bemessen, Mußt du selber davon essen » » Bist du ei» Held, jetzt kannst du'» «eigen lkomrn, bring' de» Bären hier zu« Schwelgen Sin liebe» Weib, ein wohnlich *Dach, dazu ein Etücklein Brod^ Wer diese drei sein eigen nennt, mit dem hat'» keine Roth. . Epigramm auf einen reichen cheizyaks. Au» de« Hebräische» übersvon L- Cohen Di« Elter» Jubellieder saugen, Al» er ward geboren: Die -inder hoch vor Freud« sprangen, Al» sie ihn verloren. von 6. in R. I. Keöräische» Aesträt-fet. Wer recht multiplizitt Die Z.hnrr mit den Einen, Zum gacit dann addirt Senau »och dies« -leinen: Der findet leicht «in zweite« Wort Bon gleiche« Zahlenwetth; Mit ,«ne« tilgt'« di« Sünde fort. Sobald den Rucken man ihr kehrt. II. Deutsches Logogrpph. Nach jener Gegend schmetst mein Blick, Wo Cedern un» Citronea blühen Und der et» amtge» Geschick So viele Schönheit hat verliehen Doch wendet sich sosort «eia Blick, Seh' in da» Herz de» Fuß ich ziehen, Und glücklich preis' ich «ein Geschick, Wenn ich »ur schnell ihr kann emstiehen III. Deutsches Logogrypy. Mir .«* macht sie die MUch uu» werth: Mit .e* der Pkll von ihr entfährt; Mit „ä" sie gründen eignen Herd; Mit ,ü' sie gnädig Gott gewahrt, Wenn «an sich zeitig nur bekehrt. . IV. Keöräisches Aomouym. Wie David unfern Gott genannt. Im Elulpjal« schon längst e» stand; Doch »aß al» Mann er war bekannt, Ich erst t« Buch der CH>onU sand. Auflösung der Mthsel in voriger 'Nummer. L| fBH “ Ueberflnß, Süßigkeit. Da» neu« Jahr 0T3S7) hat nur ’CW) tage, Me -ersetzt da» Wort ergeben U erlebt -einer in demselben Söö CSV) Tage. IL Nepal, Mm. — UL («#**«, beLcheen« BerautworU.»irdatteuri-r. -lahmer, Magdeburg. Druck »an Bp» »ix ch Huhn grührrD.L. Wolfs), Magdebneg. Bettag: Sir» Artese,

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