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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 39 (1892) · p. Seite 156

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
39 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 156 (sequence 4)
Language
German
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Volke. lAhrn, wie die geistige Saat, die sie gestreut, in Haß und Gift u«,'»l,lSgt? — Der Hauptlehrer hielt nach Empfang des Briefes und einiger Flugblätter eine Lertion in der Schule und der Pastor ein« Predigt in der Kirche, und Alles war wieder gut. Der plötzlich: Umschlag blieb aber den Israeliten rin Räthfel. — Denn der wackere Empfänger des Briefes hatte auch den Wunsch des Schreibererfüllt, daß er da« Schreiben in seinen »Sekretär" den .Geheimen", verschloß, und dieser beobachtete Schweigen über Brief und Absender. — »Ein — stei — gen! Düffeldorf. Neuß, — Aachen — zweites Geleise: Düffeldorf, Köln — Coblenz!" — Neuß! Hier wir in Grevenbroich und Umgegend spielt, wie durch di« Blätter gemeldet, das Nach» und Nachspiel der Xantener Affaire. In Xanten wurde nur rin Haus demolin, in diesen »kreisen wurden viele Häuser daS Ziel d«S Vandalismus; hier brütete der Antisemitismus die Häa>er> und Scheunen» ansteckende — Krankheit aus und prattizirte Spreng material in die schöne Synagoge zu Grevenbroich. — Ist etwa der geringste Scheinvorwand zu solchem Treiben vorhanden? Kann und darf der Antisemitismus auch nur di« Ahnung eines Gedankens an Revision unserer Lehre und unsere» Lebenswandels anstauchen laffen? Fort mit solchem Gespenst — auf daß die Seuche nicht auch in unser Inneres getragen werde, nicht an unsrrm Mark urd Bein nage! — Die Gemeinde Neuß ist eine anerkannt ehrenhafte und zählt! viele gebildete und woh'hätig gesinnte Familien. — An der Gemeind« Grevenbroich mit den Nachbarorten hastet nicht -er geringste Makel; strenge Rechtlichkeit und Wohlthätigkeits» sinn müssen zuerkannt werden. Und doch inuß der Jude verbrannt und seine Synagoge in die Lust gesprengt werden. Welch rin Wandel! Gerade in Grevenbroich lebte, wirkte und schrieb der herrliche Humanist, der Justizrath Zuccalmaglio (.Montanus"); seine, rm packenden BolkStonr geschriebenen, viel verbreiteten Schristen, Broschüren und Flugblätter predigten Toleranz und bezweckten Aufklärung. Einer seiner vertrautesten Freunde war der damalige, allgemein hoch» oeachtelt israelitische Lehrer, und es herrschte »in sehr guter Ton zwischen Juden und Christen in Grevenbroich. Wo sind wir hingerathen? Soll denn das Wirken, sollen die Lehren va.i Männern, wie Zuccalmaglio, ohne fortwirkeudes Beispiel bleiben, und soll ihre geistige Saat vom Äiftkraut überwucher: werden? Nicht doch! Der Sttom der Bildung und Ausllälung macht Krümmungen, macht nach der Stauung sich aber wieder fteie Bahn und dann wird die Schrift auf den Wegweisern zur Menschenliebe und Wahrhaftigkeit um so deutlicher und verständlicher hcrvortrrten. '1'. Kosciusks und die Jude«. Losciusko, der große polnische Patriot, war von allumfaffender Toleranz. Er bettachtete alle Menschen als Brüder, ob sie mit ihm im Glauben eins waren oder nicht. »Laß Jeder in seiner Weise Gott verehren", sagte er „denn keine illrligicn schließt die Freiheit auSff' Besonders verdialt noch erwähnt zu werden, daß er dem Oberst Jasilowitz gestattete, ein ausschließlich aus Juden bestehende- Regiment zu organisiren. Bon diesen wird berichtet, daß sie bei der Erstüi-mung von Prag sich sehr tapfer bewiesen. — ES ist überal dieselbe Geschichte; die Juden waren überall Patrioten in den Staaten, wo man sie als Menschen behandelte, loyal selbst da, wo man sie unterdrückte. Au» dem Spruchschach des Talmud. Poe lisch »vertrage» von Weinberg. Bau Hunden Mensch«», die durch'« Lebe» schritten, Kaum Einer »ohl, der nicht dnrch Reih gelitten, Und ringebüßt an seine» Lebens«»^, Dnrch diese ärgst« »lier Lebensplageu. StMntttwnLKtMit»tDr. U«h««r, Magdrdarg. Druck »a»G«»hltz chHnh» i a Aas ßetrSische Meujahrs,,e»et nrat* lleberfetzt von Josef H. Uero, Rebbiner in WloelameL ' Die kleine Freundin richtet ihr heV »tbttj* Dir! 0 heil«, Herr, in Gnaden, was haut und stkch an ihr; Dein Lab verkündet sie mit seierlichem Sinn Mit allem Unheil schwind' das alt« Jahr dahin! , Demüthig betend Wort sie stets im Mund« führt, Und Lobgesang und Dank, wie'« Dir, o Herr, gebührt, O, warum sollen sie dt« Feinde überwinden? O laß ihr Le»d doch bald mit diesem Jahre schwinde». Di« ftoium« Heerde schütz' vor wilder Ihier« Kralle», Dein Grimm treff alle, die sie frevelnd überfalle», Dt« rauben und vernichten der Dulder schwach« Schaar — Es schwind« ihre Macht, gleich wie da» alt« Jahr. Wann wirst Du Battr doch dein Kind znin Heil erhebe»? Uns trüber Kerkrrgruft zu neuem frische» Leven! Wann wirft Du endlich doch di« schwere Krankheit heile»? Daß, wie das alte Jahr, sein Kummer mag enteile»? Des Feinde« Heer« woll'a ger grausam uns verschlingen, . All unser theures Gut gewatlsam an sich bringe», Doch «eicht, zerriffen selbst, ihr Herz nicht von der Bah» - Es endet wie da« Jahr, schnell auch der Feinde Plan, vo» Gott erkoren hebt die Stimme sie empor, Rach Deiner Lied' sich sehnt »ad rusi der heil'ge Thor: ,C lieb« wieder sie, wie beim v«rmähluna»bund«, Ihr Weh' enteile schnell, wie letze Jahrerstund«" Geleit' in Gnaden sie «ach ihre« Heimathdott, Zu lange, ach, ist sie von ihrem Freund« fort, War Reise ihr versagt, wird sie auf« Reue blüh'n, Wenn, wie da« Jahr hinzieht, auch ihr« Leiden flieh'«. O Juda sei getrost, Dein Unglück bald« endet, vertraue nur de« Herrn, der sich von Dir nie wendet, Rach Zion führt er Dich auf sanft gebahnten Wege» — Da» neue Jahr beginn' und mit ihm reichster Segen! Nüthsel-Aufgaben. Rosch Kascha»ah-Htät-sel. Loa v. in R. I. Neujahrs»»» sch. (He britisch). Möcht einen schönen Groß Euch weihe»; — Doch wollet giftigst mir verzeihen, Wen» die«mai fast ai« Fluch wir» klingen, Sa« ich ul« Glückwunsch werde bringen Wünscht' ich Euch auch ein glücklich Jahr, E« kläng' al« Ironie fürwahr; Denn Keiner wird e« ja erleben — Ich kann mein Wort darauf Euch geben. Doch läge woll' Euch Gott bescheiden, Di« stet von Knmmer, reich an Freude», Bi« neu da« Schoforhoru ertönt Und er ua« gnädig hat versöhnt. Mit diesen wollf Euch den» begnügeo. Sie klug nur aneinander fügen, Wa« sie Euch bringen, froh genießen, Und glücklich sie mit Sott beschliehe». II. Deutsches Aeuderäthsel. Au« den Dache, au« dem See, Seh ich» steigen in die Höh' Und bet«: »Herr, o »voll' es «ende», Und gnädig daun uns Alle» spende». Deutsches MSrterrätSfet. eft ist's, vo» Frauen «eist geübt, DL Eine Arbeit . . _ . _ . Jedoch vo» Männer» auch bet Gott gar sehr beliebt, Sobald sie, eh sich« Jahr wird wenden, voran« noch ein« Silbe sende». A«svsmrg he, MthseL» « »sri-er Gummersbach (ltmiilstadt im IS-B K«l»), Gammer^ (Rechtsanmalt, Pertheidiger im vnfchh,^

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