Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 38 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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-r tninlgceeben v« Dr. «. «atz»rr i» Magdeburg. Zn JÄtttelüm- «d Kelehnnstr die isrniitische Fmiüe. . <, rA Dli Echulb der BAtct. «ik «cm - rvnoolt! DkfMk. - Psalm 121. Lt» «atz * — Mttfci.aafgafc. - MiMtUUty fluWtmfi CUt LkzShlun« Mn BaSfal fahrtSgesang. ■ (Forts.) — «u» de» Leben «mschel ««thfchlld'S. «tne mtyM dem'Sprüchschade» Zalmub. Poetisch übertragen von M. Weinberg. I. gt^itechornek nl diese» Vlntte ist nnters^) Me Schuld der Mttrr. Eine rrzählung ve» I. Herzberg. I») (Fortsetzung.) Am frühen Morgen desjenigen Tag«» war es, da da» E oben geschilderte Unglück sich ereignete, al» die Familie <■ Friricheim wie gewöhnlich an dem FrühstückStische fa§. Hugo , und Erna warer im Begriff, in die Religionsfchule zu gehen, ga deren Besuch der Bater sie auf'» Strengste anhielt. .. Friedhcim liebte es, täglich seine Kinder, bevor sie au» dem Hause gingen, um sich - zu sehe». Die Mutter bekundete > wenig Interesse an dem Besuche der Religionsschule, da nach : ihrer Ansicht d«n Kindern dort nicht da» geboten wurde. deffen sie im 8»:fai bedurften, und würdin sn an der Aus» . Nutzung der wenigen freien Stunden g«hindert, di« ihnen * täglich nach dem Besuch der anderen Schulen und nach der x Erledigung der vielen Schularbeiten und so vielen anderen, lauster dem Bevnch« der Schul«: liegenden Obliegenheiten übrig ^blieben. Und keine der nicht mit der Schule m Verbindung A.stehenden Obliegenheiten durften in irgend einer Weise «ine Beeinträchtigung erfahren. > .Lied« Erna,' sprach sie zur Tochter, al» diese sich von ihrem Sitze erhob, um ihre Schultasche zur Hand zu nehmen, A-> .da» Fräulein Neumann äußerte gestern mir gegenüber den tz^Wunsch, dag der Klavierunterricht heute von zehn bi» elf Uhr stattfinde Du wirst Deinen Lehrer bitten, dag er Dich jf. für diese Zeit vom Unterricht dispensirr ' .Mama, wie kann ich da»?' entgegnet« da» Kind, .Herr Nordheim wird «ich unter leinen Umständen wegen *de» Klavierunterricht» disoenstren. Er hat ein für alle Mal erklärt, daß hur jede» Gesuch zwecklo« fei. Er meinte, dem r Religionsunterrichte müsse sich jeder andere Privatunterricht unter ordnen, wie die» auch bezüglich t«e» anderen Schul» «uterricht» geniß der Fall sei.' .So sag«: Herrn Rordheim, daß ich anderer Ansicht ä ft* entgegnet« etwa» gereizt die Muttei, .daß ich de» Ret ligiousuuterricht» wegen den anderen privaten Unterricht in ychpuer Weise beeinträchtigt sehen «ächte, da ich jenem nur geringen Werth beimrffe. Du wirst also, ohne vorher den Dispens nachgifncht »u haben, au» der Schule fern bleiben, da, wie Du sagst, em solche» Gesuch ein« Berücksichtigung nicht findet. :$» Uebriae» kann uh «»' nicht bereisen, wie der Herr Nordheim Emh noch mit häuslichen Arbeiten belästigen kann, da Ihr doch mit andevm Arbeiten vollauf beschäftigt seid, und kaum die Zeit für den Tanzuuterricht noch übrig bleibt. Ist e« nicht genug, daß Ihr schon zwei Stunden der Religiousschule widmet i Mehr soll und darf Such nicht zuzemuthet werden.* Der Bater hotte schweigend diese Worte der Mutter mit angrhärt und immer mehr hatte ftd) in ihm ein Gefühl K» Unwillen» geregt, daß sich in fein«« GesichtSauSdruckc stsdgab. E» kostete ihn augenscheinlich Blüh«, diesem Gefühle de» Unwillen» nicht in nachdrücklicher Weise Worte zu leihen, aber in Rücksicht aus die anwesenden Kinder unterdrückte er seine Borwürfe. War er doch ganz anderer Ansicht hinsichtlich de» Religionsschulbesuch» und legte er demselben einen weit höheren Werth bei. Ec sprach daher in ruhigem Ton«: .Liebe Hulda, ich glaube doch dag e» sich ermöglichen läßt, den Kinder Gelegenheit und Zeit zu geben, die Religion»» schule regelmäßig zu besuchen, ohne daß der andere Unterricht dadurch beeinträchtigt werde. Ich sehe auch gar nicht ein, warum Du de» Tanzunterricht» wegen die Kinder vom Schulbesuch abhalten wolltest und Hugo drängst de» Klavierunterricht» wegen, der infolge Unabkömmlichkeit de» Klavierlehrer» auf eine Stunde verlegt wurde, die gerade in die Unterrichtszeit der Schule fällt, hier um Di»pen» nachznsuchen. Ich verlang« im Gegeotheil von dem Klavierlehrer die Rücksicht, daß er bei Festsetzung der Stunde auf den Religionsschulunterricht Rücksicht nimmt. Du weißt, liebe Hulda, daß ich keineswegs all den Dingen, die nun einmal zur gesellschaftlichen Ausbildung heutzutage erforderlich sind, abhold bin, im Äegentheil, ich wünsch« sogar, daß meine Kinder auch nach dieser Richtung hin etwa» Gediegenes Tüchtige» lernen. Aber ich will auch, daß dabei ihr H«wz und Gemüth nicht zu kurz kommen, daß sie nicht lediglich mit äußeren Fertigkeiten prunken können, daß ste nicht blo» Verstandesmenschen werden. Und die» wird und muß ein» treten, wenn sie «me» geregelten Religionsunterricht» entrathen müffen, wenn die köstlichen Samenkörner ihrer väterlichen Religion nicht jetzt schon, da sie am empfänglichsten dafür sind, in ihre jugendlichen Herzen gelegt werde«. Daher sind dir Stunden, die sie der Erlernung chrer Glaubenslehren und «Älaubenepflichten widmen, nicht zwecklo« geopfert. Ach bitte Dich daher, die Kinder, die zu meiner Freude auch hier Liebe und Ausdauer zeigen, nicht weiler zu beeinflussen.* Di« Mutter schwieg. Jbr Schweigen galt jedoch keiuesweg« als eine Zustimmung, doch vermied auch ste e» au» Rücksicht auf die anwesenden Kinder zu widersprechen. .Lieber Hugo, hast Du auch nicht Dein Frühstück vergessen?' ftagte Kt Bater, um jeder kontroverse mit seiner Frau, die er befürchtet, vorzubeugen. .Rein, lieber Papai* «utgegnete der KnaK, .»ach Kr Religionsschule nehme ich mein Frühstück wohl mst denn da darf mich niemand necken. Aber nach der anderen Schule nehme ich kein» wieder mir, denn Kr Erich Heller und Kr Oskar Braun necken mich immer, weil ich nicht auch solche belegte Buaerbrödchrn mitnehme, wie sic. Ich sagte ihnen, wir dürsten so etwa» doch nicht esien. Da sagten sie »u mir, ihre Eltern hätten gesagt, wir dürften es getrost essen, es sehe auch so schlecht au«, wenn die jüdischen KinKr sich hier so von Kn nichtjüdischen absonderten. Du hättest jüngst sehen sollen, als ich mir während der Peffachtage einige Stück Mazza mitgenommen hatte. Sie strmmtea ein schö»